Defibrotid

Allgemeines

Defitbrotid wird im Rahmen von Stammzellbehandlungen bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern im Alter ab einem Monat angewendet. Bei Stammzellbehandlungen kann es zu einer lebensbedrohlichen Verlegung der Lebervenen kommen, die auch als sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) bezeichnet wird.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zellen der Blutgefäß-Innenwände schützen
  • Bildung von Fibrin abschwächen
  • Blutverklumpung verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Defibrotid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Defibrotid nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Defibrotid oder der gleichzeitigen Anwendung einer thrombolytischen Therapie (beispielsweise mit dem gewebespezifischen Plasminogenaktivator t-PA) darf Defibrotid nicht angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Defibrotid eingesetzt werden bei
  • Patienten, die gefährliche akute Blutungen, die eine Transfusion erfordern, haben oder bekommen könnten
  • Unfähigkeit zur Aufrechterhaltung des mittleren arteriellen Blutdrucks mit einem Wirkstoff, der die Blutgefäße zusammenzieht.
Hinweis:
Bei Patienten, die sich einer Operation oder einem Eingriff mit erheblichem Risiko für schwere Blutungen unterziehen müssen, wird der Arzt die Behandlung mit dem Wirkstoff vorübergehend einstellen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine Studien zur Anwendung von Defibrotid bei Schwangeren. In Tierversuchen zog die Anwendung bei trächtigen Ratten und Kaninchen eine hohe Rate blutender Aborte nach sich. Defitelio darf daher während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass der Arzt eine Behandlung für unumgänglich hält.

Patienten und die Partner von Patienten müssen während der Behandlung mit Defibrotid und für die Dauer von einer Woche nach Absetzen der Therapie für eine wirksame Schwangerschaftsverhütung sorgen.

Es ist nicht bekannt, ob Defibrotid in die Muttermilch übergeht. In Anbetracht der Art des Wirkstoffs ist ein Risiko für das Neugeborene/Kind nicht zu erwarten. Er kann daher während der Stillzeit angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Defitbrotid ist bei Kindern im Alter unter einem Monat bisher noch nicht erwiesen. Die Anwendung in dieser Altersgruppe wird nicht empfohlen.

Welche Nebenwirkungen kann Defibrotid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Defibrotid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutgerinnungsstörung, Hirnblutung, niedriger Blutdruck, Blutung, Lungenblutung, Nasenbluten, Magen-Darm-Blutung, Erbrechen, Blut im Urin, Blutung an Kathetereintrittsstelle.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, allergische Reaktion, Bluterguss im Gehirn, Bindehautblutung, Bluterguss in den Brustraum, Bluterbrechen, schwarzer Stuhl, Blutung im Mund, Durchfall, Übelkeit, Unterhautblutung, punktförmige Hautblutung, Hautausschlag, Juckreiz, Blutung an der Injektionsstelle, Fieber.

Besonderheiten:
Eine sehr schnelle Injektion von Defibrotid kann Hautrötung oder ein allgemeines Hitzegefühl verursachen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Defibrotid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Im Tierversuch wurde die gerinnungshemmende Wirkung von Defibrotid von dem Gerinnungshemmer t-PA so verstärkt, dass ein erhöhtes Blutungsrisiko entsteht. Daher ist die gemeinsame Anwendung verboten.

Es gibt zur Zeit keine Studien bei Patienten, die gleichzeitig zu Defibrotid mit niedermolekularen Heparinen, Warfarin, direkten Thrombininhibitoren wie Dabigatran oder direkten Faktor-Xa-Inhibitoren wie Rivaroxaban und Apixaban behandelt wurden. Deshalb wird die Anwendung von Defibrotid zusammen mit den genannten Wirkstoffen nicht empfohlen. Muss der Arzt sie dennoch gleichzeitig anwenden, wird er die Blutgerinnung sorgfältig überwachen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von Ärzten eingesetzt werden, die mit Stammzell-Transplantationen und den damit verbundenen Komplikationen vertraut sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Defibrotid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Defibrotid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Defibrotid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Defibrotid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Defibrotid gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Defibrotid

Defitbrotid wird im Rahmen von Stammzellbehandlungen bei Erwachsenen, Jugendlichen, Kindern und Kleinkindern im Alter ab einem Monat angewendet. Bei Stammzellbehandlungen kann es zu einer lebensbedrohlichen Verlegung der Lebervenen kommen, die auch als sinusoidales Obstruktionssyndrom (SOS) bezeichnet wird.

Defibrotid verhindert solche Gefäßverschlüsse.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Defibrotid sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Defibrotid

    Bei der Stammzell-Transplantation kann es als Komplikation zu Verschlüssen der Lebervenen kommen. Der Grund ist heute noch nicht klar. Es scheint aber viele Risikofaktoren dafür zu geben. Zwei davon sind eine Schädigung der Innenwand-Zellen der Blutgefäße (Endothelzellen), als auch die Neigung zur Blutverklumpung unter Beteiligung des Gerinnungsfaktors Fibrin.

    Der Wirkmechanismus von Defibrotid ist zwar noch nicht vollständig aufgeklärt, doch zeigen Laboruntersuchungen im Reagenzglas, dass der Wirkstoff die Endothelzellen schützt. Dazu bindet er an verschiedene Stellen der Gefäßinnenwand, die an der Zellregulation beteiligt sind. Dies führt zu einem Reiz, der den Schutz von aktivierten Endothelzellen fördert.

    Zudem stellt Defibrotid auch das Gleichgewicht der Gerinnungsfaktoren wieder her. Dazu greift die Substanz in die sogenannte Gerinnungskaskade ein, indem sie förderliche Faktoren schwächt und hemmende Faktoren begünstigt. Defibrotid selbst scheint zudem auflösend auf eine Vorstufe des Gerinnungsfaktors Fibrin zu wirken.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.