Azelastin + Fluticason

Allgemeines

Die Kombination dient der Linderung von Beschwerden des mittelschweren bis schweren allergisch bedingten Schnupfens (sowohl Heuschnupfen wie ganzjährig). Sie wird eingesetzt, wenn die Behandlung mit Einzelsubstanzen beispielsweise mit einem antiallergischen oder mit einem kortisonhaltigen Präparat für die Nase nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Mastzellen stabilisieren
  • Histaminausschüttung hemmen
  • Entzündungsreaktionen unterdrücken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Azelastin + Fluticason im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Azelastin + Fluticason nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe Azelastin oder Fluticason darf die Kombination nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination verwendet werden bei
  • Patienten mit einer schweren Lebererkrankung. Bei diesen kann der Abbau besonders von Fluticason verzögert sein und damit steigt die Gefahr von Nebenwirkungen.
  • Patienten mit einer Veränderung des Sehvermögens oder mit einer Vorgeschichte von erhöhtem Augeninnendruck, grauem (Katarakt) und/oder grünem Star
  • beeinträchtigter Nebennierenrindenfunktion, hier ist vor allem ärztliche Vorsicht geboten, wenn die Patienten von der Einnehme von Glukokortikoiden auf die Anwendung als Nasenspray umgestellt werden.
  • Tuberkulose oder einer anderen nicht behandelten Infektionskrankheit, weil sich diese verschlimmern können
  • einem vor kurzem unternommenen chirurgischen Eingriff oder einer Verletzung der Nase oder des Mundes, weil die Wundheilung verzögert sein kann.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Kombination wurde bisher nicht in klinischen Studien mit Schwangeren eingesetzt. Während einer Schwangerschaft sollte sie daher nur dann angewendet werden, wenn der Arzt den Nutzen über das mögliche Risiko für das Ungeborene stellt.

Es ist nicht bekannt, ob die Kombination oder ihre jeweiligen Stoffwechselprodukte in die Muttermilch übergehen. Während der Stillzeit
sollte sie nur dann angewendet werden, wenn der erwartete Nutzen für die Mutter größer ist als ein mögliches Risiko für das Neugeborene, beziehungsweise den Säugling.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination sollte nicht bei Kindern unter 12 Jahren eingesetzt werden, da es keine klinischen Studien mit dieser Altersgruppe gibt.

Allerdings wurde bei Kindern, die über die Nase Glukokortikoide ("Kortison") bekamen, über Wachstumsverzögerungen berichtet. Da auch Jugendliche noch wachsen können, wird empfohlen, regelmäßig die Körpergröße zu kontrollieren, wen die Kinder und Jugendlichen eine längerfristige Behandlung mit der Kombination erhalten. Bei Wachstumsverzögerungen wird der Arzt versuchen, die Fluticason-Dosierung so niedrig zu wählen, dass gerade noch eine Besserung der Beschwerden erreicht werden kann.

Welche Nebenwirkungen können Azelastin + Fluticason haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Azelastin + Fluticason. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Nasenbluten.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, unangenehmer Geschmack, unangenehmer Geruch.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Beschwerden an der Nase (einschließlich Nasenreizung, Brennen, Jucken), Niesen, trockene Nasenschleimhaut, Husten, Halstrockenheit, Rachenreizung.

Seltene Nebenwirkungen:
Mundtrockenheit.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (auch allergisch), Gesichtsschwellungen, Zungenschwellung, Hautausschlag, Bronchialkrampf, Schwindel, Benommenheit, Schläfrigkeit, grüner Star, Erhöhung des Augeninnendrucks, grauer Star, Durchbrechung der Nasenscheidewand, Schleimhautwunden, Übelkeit, Juckreiz, Nesselsucht, Mattigkeit, Erschöpfung, Schwächegefühl.

Besonderheiten:
Gibt man Glukokortikoide wie Fluticason in die Nase, kann das Nebenwirkungen am ganzen Körper haben. Dies umso stärker, wenn hohe Dosen über lange Zeiträume angewendet werden.

Bei anderen Glukokortikoiden, die in der Nase angewendet werden, kommt es manchmal bei Kindern und auch bei Jugendlichen zu Wachstumsverzögerungen. Daher wird empfohlen, bei einer längerfristigen Behandlung dieser Altersgruppe regelmäßig die Körpergröße zu kontrollieren und mit dem Arzt zu besprechen.

Bei langzeitiger Anwendung anderer Glukokortikoide in der Nase wurde in seltenen Fällen das Auftreten von Osteoporose beobachtet. Gleiches kann auch bei Fluticason der Fall sein.

Welche Wechselwirkungen zeigen Azelastin + Fluticason?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Normalerweise gelangt bei Anwendung von Glukokortikoiden in der Nase nur wenig in den übrigen Körper. Das ist auch bei Fluticason der Fall. Allerdings kann Ritonavir, ein virenhemmendes Mittel gegen AIDS, die Blutkonzentration von Fluticason stark erhöhen. Dadurch wird die körpereigene Kortison-Produktion unterdrückt, was sich in Gewichtszunahme und Funktionsstörungen der Nebennierenrinde äußert. Deshalb wird der Arzt die gleichzeitige Anwendung von Fluticason und Ritonavir vermeiden, wenn er den möglichen Nutzen für den Patienten nicht über das Risiko der allgemeinen Nebenwirkungen stellt.

Auch die Pilzmittel Itraconazol und Ketoconazol steigern die Wirkung von Fluticason und werden daher vom Arzt nur mit Vorsicht zusätzlich gegeben werden.

Bei Azelastin sind, in die Nase gegeben, kaum Wechselwirkungen zu erwarten. Dennoch sollte es bei Patienten, die gleichzeitig Beruhigungsmittel oder Wirkstoffe mit Effekten auf das Gehirn einnehmen, mit Vorsicht angewendet werden. Die abstumpfende Wirkung kann sich, genau wie mit Alkohol, verstärken.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament ist nicht zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren geeignet.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Azelastin + Fluticason?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Azelastin + Fluticason enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Nasenspray

So wirkt Azelastin + Fluticason

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Azelastin + Fluticason. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, H1-Antihistaminika, Antiallergika, zu welcher die Wirkstoffkombination Azelastin + Fluticason gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Azelastin + Fluticason

Die Kombination dient der Linderung von Beschwerden des mittelschweren bis schweren allergisch bedingten Schnupfens (sowohl Heuschnupfen wie ganzjährig). Sie wird eingesetzt, wenn die Behandlung mit Einzelsubstanzen beispielsweise mit einem antiallergischen oder mit einem kortisonhaltigen Präparat für die Nase nicht ausreicht, um die Beschwerden zu lindern.

Bisher wird die Kombination nur in Form von Nasensprays verwendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Azelastin + Fluticason sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Azelastin + Fluticason

Bei der Kombination Azelastin + Fluticason ergänzen sich die unterschiedlichen Wirkmechanismen beider Partner.

Fluticason gehört zur Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide ("Kortison"). Es wird synthetisch hergestellt und ist so gebaut, dass es sich sehr stark an den Glukokortikoid-Rezeptor bindet. Diese Bindung hat eine ausgeprägt entzündungshemmende Wirkung zur Folge, welche die von Dexamethason um das Drei- bis Fünffache übersteigt.

Azelastin ist ein stark und lang anhaltende wirksames Antiallergikum und gehört zur Wirkstoffgruppe der H1-Antihistaminika. Es stabilisiert vor allem die Mastzellen und hindert diese an der Ausschüttung von Histamin. Histamin ist ein Gewebshormon, das bei Allergien und Entzündungen eine große Rolle spielt. Indem Azelastin die Freisetzung von Histamin, aber auch anderen Entzündungsfaktoren wie Leukotrienen, dem plättchenaktivierenden Faktor (PAF) und Serotonin verhindert, hat es einen entzündungshemmenden Effekt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.