Anidulafungin

Allgemeines

Anidulafungin wird zur Behandlung von innerlichem Hefepilzbefall bei erwachsenen Patienten eingesetzt.

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zellaufbau anderer Pilze behindern
  • Vermehrung und Wachstum von Hefepilzen hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Anidulafungin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Anidulafungin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Pilzmittel aus der Klasse der Echinocandine darf Anidulafungin nicht verwendet werden.

Bei bereits erhöhten Leberwerten darf Anidulafungin nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle eingesetzt werden. Treten sie während der Therapie auf, wird der Arzt überdenken, ob er die Behandlung fortsetzt.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierexperimente haben gezeigt, dass Anidulafungin für die Nachkommen schädlich ist. Die Anwendung des Wirkstoffs während der Schwangerschaft wird nicht empfohlen, außer der Arzt hält den Nutzen für die Mutter für eindeutig größer das Risiko für das Ungeborene.

Es ist nicht bekannt, ob Anidulafungin in die menschliche Muttermilch übergeht, wie es bei Tieren der Fall ist. Ein Risiko für das gestillte Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird unter Abwägung der Vorteile für die Mutter und der Risiken für das Kind abwägen, ob abzustillen, die Behandlung mit Anidulafungin abzubrechen oder ganz auf die Behandlung zu verzichten ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Alle Studien zu Anidulafungin wurden an Erwachsenen durchgeführt. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wurde die Sicherheit und Wirksamkeit nicht in klinischen Studien nachgewiesen. Die derzeit vorliegenden vereinzelten Erfahrungen reichen nicht aus, um Dosierungsempfehlungen zu geben.

Welche Nebenwirkungen kann Anidulafungin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Anidulafungin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kalium-Mangel im Blut, Durchfall, Übelkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutzucker-Überschuss, Krämpfe, Kopfschmerzen, niedriger Blutdruck, Bluthochdruck, Bronchialkrämpfe, Atembeschwerden, Erbrechen, erhöhte Leberwerte (ASAT, ALAT, alkalische Phosphatase, Bilirubin), Gallenstau, Hautausschlag, Juckreiz, erhöhter Kreatinin-Wert.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Störung der Blutgerinnung, Hautrötung, Hitzewallungen, Oberbauchschmerzen, Gamma-GT erhöht, Nesselsucht, Schmerzen an der Infusionsstelle.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
allergische Reaktion, Schock.

Besonderheiten:
Der Arzt wird Patienten, bei denen es während der Therapie mit Anidulafungin zu erhöhten Leberwerten kommt, hinsichtlich einer Verschlechterung der Leberfunktion intensiv überwachen.

Bei der Anwendung von Anidulafungin kann es zu allergischen Reaktionen einschließlich Schock kommen. Beim Auftreten derartiger Reaktionen wird der Arzt die Behandlung mit dem Wirkstoff beenden.

Bei der Anwendung von Anidulafungin kann es zu infusionsbedingten Reaktionen einschließlich Hautausschlag, Nesselsucht, Hautrötung, Juckreiz, Atembeschwerden, Bronchialkrämpfen und niedrigem Blutdruck kommen. Der Arzt wird versuchen, das Risiko durch eine langsame Infusionsgeschwindigkeit so gering wie möglich zu halten.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Anidulafungin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher sind keine Wechselwirkungen von Anidulafungin mit anderen Wirkstoffen bekannt.

Allerdings nahmen in einer Studie an Ratten bei Kombination mit Mitteln zur Narkose infusionsbedingte Reaktionen zu. Der Arzt sollte daher bei der Anwendung von Anidulafungin zusammen mit Narkosemitteln vorsichtig vorgehen.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es bei der Anwendung des Medikaments zu allergischen Reaktionen einschließlich Schock, wird der Arzt die Behandlung beenden.
  • Verschlechtern sich die Leberwerte während der Therapie, wird der Arzt den Patienten intensiv hinsichtlich einer Verschlechterung der Leberfunktion überwachen.
  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte nur ein Arzt beginnen, der Erfahrung in der Behandlung innerlicher Pilzinfektionen hat.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Anidulafungin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Anidulafungin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Anidulafungin STADA 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung
Anidulafungin-ratiopharm 100 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

 

So wirkt Anidulafungin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Anidulafungin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Anidulafungin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Anidulafungin

Anidulafungin wird zur Behandlung von innerlichem Hefepilzbefall bei erwachsenen Patienten eingesetzt.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Anidulafungin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Anidulafungin

Anidulafungin gehört zur Wirkstoffgruppe der Pilzmittel.

Verschiedene Pilzarten verdrängen sich mitunter gegenseitig. So stellen manche Pilze Stoffe her, die die Entwicklung anderer Pilzsorten behindern oder diese sogar abtöten.

Anidulafungin stammt aus dem Pilz Aspergillus nidulans. Es handelt sich um eine Fettsäure-Eiweiß-Verbindung (Lipopeptid), die halbsynthetisch aus einem Vorprodukt des Pilzes gewonnen wird.

Anidulafungin hemmt gezielt ein Enzym, das bei allen Hefepilzen, aber auch solchen des Stammes Aspergillus fumigatus für den Aufbau der Zellwand unverzichtbar ist. Wird die Aktivität des Enzyms unterbunden, können die Pilze nicht wachsen und sich vermehren. Das Enzym kommt bei Säugetieren nicht vor, daher stört der Wirkstoff den Zellstoffwechsel im Körper nicht.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.