Tiklyd

Hersteller: Sanofi -Synthelabo GmbH
Wirkstoff: Ticlopidin
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Tiklyd enthält den Wirkstoff Ticlopidin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Tiklyd.

Ticlopidin wird bei Patienten eingesetzt, bei denen eine Herabsetzung der Blutgerinnung (umgangssprachlich: "Verdünnung des Bluts") erwünscht ist. So wird der Wirkstoff zum Beispiel angewendet, wenn Patienten bereits einen Schlaganfall oder kleinere vorübergehende Gefäßverschlüsse erlitten haben. Ticlopidin soll das Risiko eines weiteren Schlaganfalls oder eines Herzinfarkts verringern.

Ticlopidin wird auch bei Patienten eingesetzt, die auf eine Blutwäsche (Dialyse) angewiesen sind und künstliche Teile ("Prothesen") in die Blutgefäße implantiert bekommen haben. An diesen Fremdkörpern lagern sich bevorzugt Blutplättchen ab, so dass sich leicht Blutgerinnsel bilden können, die die Blutgefäße verstopfen.

Ticlopidin sollte nur dann verwendet werden, wenn Acetylsalicylsäure als Thrombozytenaggregationshemmer nicht vertragen wird.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ticlopidin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Thrombozytenaggregationshemmer, zu welcher der Wirkstoff Ticlopidin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung vor durchblutungsbedingtem Hirninfarkt bei Patienten nach vorübergehenden Durchblutungsstörungen im Gehirn oder rückgängig zu machenden Nervenstörungen aufgrund von Durchblutungsstörungen, wenn eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure nicht vertretbar ist
  • Vorbeugung bei Patienten, die einen durchblutungsbedingten Hirninfarkt durchgemacht haben, wenn eine Behandlung mit Acetylsalicylsäure nicht vertretbar ist
  • Blutverdünnung bei Patienten mit Shuntkomplikationen (Komplikationen, die durch die eingesetzte künstliche Verbindung zwischen Gefäßen entstehen) bei der Blutwäsche, wenn eine Unverträglichkeit gegen Acetylsalicylsäure-haltige Präparate besteht

Dosierung

Zweimal täglich nimmt man eine Filmtablette zu den Hauptmahlzeiten ein.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Citronensäure
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • Maisstärke
  • mikrokrist. Cellulose
  • Povidon (Konstante K=30)
  • Titandioxid (E 171)
  • Macrogol 8000
  • Stearinsäure

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall; Übelkeit und Erbrechen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutbildveränderungen; Blutungen; Nasenbluten; Hautblutungen; Blut im Urin; Magen-Darm-Blutungen; Schwindel; Kopfschmerzen; andere Schmerzen; Schwäche; Appetitlosigkeit; allergische Hautreaktionen; Rötungen; Juckreiz; Schwellungen.

Seltene Nebenwirkunen:
Funktionsstörungen des Knochenmarks; Verlust an Blutplättchen; Blutarmut; Leberfunktionsstörungen; Gelbsucht; Befindlichkeitsstörungen; Unwohlsein; Benommenheit; Ohrgeräusche; Herzklopfen; Nervosität; Schlaflosigkeit; Schwitzen; Empfindungsstörungen; Veränderung der Geschmacksempfindung; depressive Verstimmung.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
Fieber; thrombotisch-thrombozytopenische Purpura; schwerer Durchfall; Darmentzündung; starke Hautausschläge; Hautentzündungen; Blasenbildung; immunologische Reaktionen; Hautschwellungen; Blutgefäßentzündungen; allergischer Schock; Gelenkschmerzen; allergische Lungenerkrankungen; Nierenentzündung.

Besonderes:
Die Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride) können bei einer Langzeitbehandlung erhöht sein. Besonders nach einer Operation ist die Blutungsneigung verstärkt, auch für gefährliche Hirnblutungen.

Wechselwirkungen

Die Wirkung von anderen blutverdünnenden Arzneimitteln wird erhöht. Dazu zählen Antikoagulanzien wie Warfarin und Heparin, Acetylsalicylsäure und nicht-steroidale Antirheumatika.

Die dauerhafte Einnahme von Cimetidin erhöht die Ticlopidinblutkonzentration und damit seine Wirkung.

Umgekehrt verstärkt Ticlopidin die Konzentration und Wirkung von Theophyllin (Asthmamittel), Phenazon (leichteres Schmerzmittel) und von bestimmten Schlafmitteln.

Die gleichzeitige Einnahme von säurebindenden Mitteln (Antazida) bei Sodbrennen verringert die Ticlopidinblutkonzentration und senkt so die Wirkung des Arzneimittels.

Wird neben Ticlopidin auch Ciclosporin (nach Organtransplantationen) eingenommen, so kann dessen Blutkonzentration und Wirkung vermindert werden.

Die gleichzeitige Gabe von Digoxin (Herzglykosid), Propranolol (Blutdruckmittel) oder Phenytoin (Antiepileptikum) sollte unter strenger ärztlicher Kontrolle erfolgen, da eine gegenseitige Beeinflussung vermutet wird.

Gegenanzeigen

Auf die Einnahme von Ticlopidin sollte verzichtet werden, wenn der Patient an einer Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff leidet.

Bei bestehenden Blutungen oder erhöhter Blutungsgefahr (zum Beispiel bei Magen-Darm-Geschwüren) darf Ticlopidin ebenfalls nicht angewendet werden. Patienten mit Blutbildungs- oder Blutgerinnungsstörungen sollten diesen Wirkstoff ebenfalls nur mit Vorsicht unter strenger ärztlicher Kontrolle verwenden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt noch keine ausreichenden Untersuchungen darüber, ob Ticlopidin dem ungeborenen Kind Schaden zufügt. Im Tierversuch wurde jedoch bisher keine Schädigung des Ungeborenen festgestellt. Dennoch sollte Ticlopidin während der Schwangerschaft nicht eingenommen werden.

Ticlopidin geht in die Muttermilch über. Zwar wurden bisher noch keine Schädigungen des Säuglings beobachtet, dennoch ist es ratsam, abzustillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Ticlopidin darf bei Kindern nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen ist eingeschränkt.
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt werden.
  • Bei Fieber, Halsentzündungen oder Mundgeschwüren ist sofort ein Arzt aufzusuchen.
  • Vor Beginn und während der ersten drei Monate der Behandlung sind zum frühzeitigen Erkennen einer beginnenden Blutbildveränderung Kontrollen des Differentialblutbilds und der Thrombozytenzahl in 14-tägigen Abständen erforderlich. Das Arzneimittel ist abzusetzen bei Vorliegen einer Neutropenie (unter 1500 neutrophilen Granulozyten pro Kubikmillimeter) oder Thrombopenie (unter 100 000 Thrombozyten pro Kubikmillimeter). Eine Woche vor Operationen (auch Zahnextraktionen) absetzen.
  • Die Gabe von Desmopressin oder der Transfusion von Thrombozyten kann ebenfalls zur Aufhebung des Effekts von Ticlopidin im Falle einer Blutung beitragen. Ticlopidin ist nicht dialysierbar.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Filmtablette)
20 Stück Filmtabletten
219,6 Milligramm Ticlopidin
100 Stück Filmtabletten
219,6 Milligramm Ticlopidin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Tiklyd sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ticlopidin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Filmtabletten

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.