Circadin 2mg Retardtabletten

Hersteller: MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG
Wirkstoff: Melatonin
Darreichnungsform: Retardtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Circadin 2mg Retardtabletten enthält den Wirkstoff Melatonin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Circadin 2mg Retardtabletten.

Melatonin wird als Einzelmedikament eingesetzt zur kurzzeitigen Behandlung von Schlafstörungen bei Patienten ab 55 Jahren. Diese Schlafstörungen dürfen keine organische Ursache haben und müssen durch eine schlechte Schlafqualität gekennzeichnet sein.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Melatonin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • nicht organisch bedingte Schlafstörungen mit schlechter Schlafqualität bei Patienten ab 55 Jahren - zur alleinigen Behandlung

Dosierung

Die empfohlene Dosis des Medikaments beträgt eine Tablette einmal
täglich, eine bis zwei Stunden vor dem Zubettgehen und nach der letzten Mahlzeit. Diese Dosierung kann bis zu 13 Wochen beibehalten werden.

Die Tabletten sind im Ganzen zu schlucken und dürfen nicht zerkaut, geteilt oder zerrieben werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Magnesiumstearat
  • Talkum
  • Ammoniummethacrylat-Copolymer (Typ B)
  • Calciumhydrogenphosphat-Dihydrat
  • Lactose-Monohydrat

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Reizbarkeit, Nervosität, Rastlosigkeit, Schlaflosigkeit, unnormale Träume, Angst, Migräne, Antriebslosigkeit, seelische Überaktivität, Benommenheit, Schläfrigkeit, Bluthochdruck, Bauchschmerzen, Oberbauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Mundgeschwür, Mundtrockenheit, Überschuss an Bilirubin im Blut, Hautentzündung, nächtliches Schwitzen, Juckreiz (auch allgemein), Hautausschlag, trockene Haut, Schmerzen in Armen und Beinen, Wechseljahresbeschwerden, Schwäche, Schmerzen im Brustraum, Zucker im Urin, Eiweiß im Urin, unnormale Leberfunktionswerte, Gewichtszunahme.

Seltene Nebenwirkungen:
Gürtelrose, Mangel an weißen Blutkörperchen, Mangel an Blutplättchen, Angina pectoris, Herzklopfen, Überschuss an Triglyceriden im Blut, Calciummangel im Blut, Natriummangel im Blut, veränderte Stimmungslage, Aggression, Aufregung, Weinerlichkeit, Stresssymptome, fehlende Orientierung, frühmorgendliches Erwachen, gesteigerte Libido, gedrückte Stimmung, Depression, Ohnmacht, Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung, Aufmerksamkeitsstörung, Verträumtheit, Syndrom der ruhelosen Beine (Restless-Legs-Syndrome), schlechter Schlaf, Missempfindungen in Armen und Beinen, verminderte Sehschärfe, Verschwommensehen, vermehrter Tränenfluss, lageabhängiger Schwindel, Schwindel, Hitzewallungen, Sodbrennen (gastroösophageale Refluxkrankheit), Magen-Darm-Störung, Blasen an der Mundschleimhaut, Zungengeschwür, Verdauungsstörung, Erbrechen, auffällige Darmgeräusche, Blähungen, übermäßiger Speichelfluss, Mundgeruch, Bauchbeschwerden, Magenerkrankung, Magenschleimhautentzündung, Ekzeme, Hautrötung, Hautentzündung an der Hand, Schuppenflechte, Hautausschlag (allgemein, juckend), Nagelerkrankungen, Gelenkentzündung, Muskelkrämpfe, Nackenschmerzen, nächtliche Krämpfe, Dauererektionen, Entzündungen der Vorsteherdrüse, Abgeschlagenheit, Schmerzen, Durst, vermehrte Harnausscheidung, Blut im Urin, nächtliches Wasserlassen, Anstieg von Leberenzymen, unnormale Mineralkonzentrationen im Blut, abweichende Labortests.

Besonderheiten:
Die häufigsten Nebenwirkungen waren Kopfschmerzen, Nasen-Rachen-Entzündungen, Rückenschmerzen und Gelenkschmerzen. Allerdings traten diese ebenso oft in der Placebo-Gruppe der Studien auf. Die oben aufgeführten Nebenwirkungen beziehen sich nur auf die Gruppe mit Melatonin.

Wechselwirkungen

Melatonin kann, besonders wenn es in Überdosis eingenommen wird, die Wirkung bestimmter anderer Substanzen abschwächen. Dazu gehören Makrolid-Antibiotika, Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel), Calciumkanalblocker (Blutdrucksenker), H1-Antihistaminika, Statine (außer Pravastatin und Rosuvastatin) und viele andere.

Vorsicht ist geboten bei Patienten, die mit dem Psychopharmakon Fluvoxamin behandelt werden. Es erhöht die Melatoninkonzentration durch Hemmung des Abbaus so stark, dass die Kombination vermieden werden muss.

Bei Patienten, die 5- oder 8-Methoxypsoralen gegen ihre Schuppenflechte, den Immunmodulator Tacrolimus oder Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Gyrasehemmer erhalten, kann sich bei Kombination der Melatoninspiegel erhöhen. Gleiches gilt für die Kombination von Melatonin mit dem Magenmittel Cimetidin oder der gleichzeitigen Verabreichung von Östrogenen ("Pille" oder Hormonersatztherapie).

Zigarettenrauchen kann die Melatonin-Konzentration aufgrund eines beschleunigten Abbaus senken. Gleiches gilt für Carbamazepin (Antiepileptikum) oder Rifampicin (Tuberkulose-Mittel).

Melatonin darf nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden, da dieser die Wirkung auf den Schlaf herabsetzt.

Die beruhigenden Eigenschaften von Benzodiazepinen und von nicht-Benzodiazepin-ähnlichen Schlafmitteln wie Zaleplon, Zolpidem und Zopiclon können durch Melatonin verstärkt werden. Es kommt zu einer vermehrten Beeinträchtigung der Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Koordination.

Gemeinsame Verabreichung von Melatonin mit den Psychopharmaka Imipramin und Thioridazin führt zu einer übermäßigen Ruhigstellung und zu Schwierigkeiten in der Bewältigung von Aufgaben beziehungsweise zu einer vermehrten Benommenheit.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Melatonin nicht angewendet werden.

Bei Einschränkung der Leberfunktion kann es zu deutlich erhöhten Melatoninkonzentrationen während des Tages kommen, da der Wirkstoff weniger schnell abgebaut wird. Daher sollte die Anwendung von Circadin bei Patienten mit Leberfunktionseinschränkung unterbleiben.

Melatonin kann Schläfrigkeit hervorrufen. Daher ist der Wirkstoff mit Vorsicht anzuwenden, wenn die Auswirkungen von Schläfrigkeit ein Sicherheitsrisiko darstellen könnten (beispielsweise bei Autofahrten und dem Bedienen von Maschinen).

Melatonin wurde nicht an Personen mit Autoimmunerkrankungen (beispielsweise Lupus erythematodes) erprobt. Daher wird die Anwendung bei diesen Patienten nicht empfohlen.

Der Einfluss von Nierenfunktionsstörungen unterschiedlicher Ausprägung auf die Wirkung von Melatonin wurde nicht in klinischen Studien untersucht. Daher hat die Anwendung des Wirkstoffs bei solchen Patienten mit Vorsicht zu erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher wurden keine Schwangeren mit Melatonin behandelt. Tierexperimente lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Ungeborenen, Geburt oder Entwicklung von Neugeborenen schließen. Dennoch wird die Anwendung bei schwangeren Frauen und Frauen, die beabsichtigen, schwanger zu werden, nicht empfohlen.

Körpereigenes Melatonin wurde beim Menschen in der Muttermilch nachgewiesen, so dass wahrscheinlich auch von außen zugeführtes Melatonin in die Muttermilch übergehen wird. Außerdem weiß man aus Tierexperimenten mit Nagern, Schafen, Rindern und Affen, dass Melatonin über den Mutterkuchen oder die Milch von der Mutter auf das Un- und Neugeborene übergeht. Daher wird Frauen nicht empfohlen, während der Behandlung mit Melatonin zu stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit von Melatonin bei Kindern im Alter von bis 18 Jahren ist nicht nachgewiesen. Daher darf der Wirkstoff bei ihnen nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Das Medikament kann Schläfrigkeit hervorrufen, was beim Autofahren und der Bedienung von Maschinen gefährlich ist.
  • Das Medikament ist nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren geeignet.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Retardtablette)
20 Stück Retardtabletten
2 Milligramm Melatonin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Circadin 2mg Retardtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Melatonin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.