Fibromyalgie – das steckt dahinter

Veröffentlicht von: Sandra von dem Hagen (06. Februar 2018)

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Fibromyalgie ist eine schwer greifbare Krankheit, die überwiegend Frauen betrifft. Die Krankheit kann sich lange Zeit im Hintergrund halten und dann ohne Vorankündigung zuschlagen. Die Ursachen bleiben meist unklar und die Schmerzen können sich durch Physiotherapie mal bessern, mal verschlechtern.

Fibromyalgie: Was genau ist das?

Unter Fibromyalgie oder dem Fibromyalgiesyndrom versteht man Faser-Muskel-Schmerzen in mindestens drei Körperregionen und mindestens elf Schmerzdruckpunkten. Konkret bedeutet das, dass Sehnen und Muskeln im ganzen Körper wehtun können.

Typisch für die Fibromyalgie ist, dass die Betroffenen empfindlicher sind gegenüber Kälte, Wärme und grellem Licht. Stress und körperliche Belastung können die Beschwerden verstärken. Oft fühlen sich die schmerzenden Regionen geschwollen an.

Mit der Zeit kommen weitere Beschwerden hinzu, wie

Auffällig ist außerdem, dass Fibromyalgie-Patienten nach Belastungen (körperlich sowie geistig und emotional) deutlich länger als Gesunde brauchen, um sich zu erholen.

Was ist ein Fibromyalgie-Schub?

Das Kommen und Gehen der Beschwerden wird als Schub bezeichnet. Zu Beginn der Fibromyalgie sind Schübe einfach zu erkennen, da sie durch beschwerdefreie Zeiten unterbrochen werden.

Mit der Zeit kommen aber immer mehr Symptome dazu, die auch zwischen den Schüben bestehen bleiben können, wie extreme Müdigkeit und Erschöpfung, sodass die Schübe schwerer zu erkennen sind.

Gewöhnlich beginnt ein Schub aber mit einem starken Krankheitsgefühl ähnlich einer Grippe. Über mehrere Tage oder sogar Wochen steigern sich die Beschwerden, bis sie allmählich wieder abklingen und der Schub nach und nach endet.

Ist Fibromyalgie heilbar?

Nein, Fibromyalgie ist nicht heilbar. Mit der Zeit gewöhnen sich viele Betroffene jedoch an die Beschwerden. Über 60-Jährige berichten häufig, dass sich die Symptome verbessern.

Muss man bei Fibromyalgie auf die Ernährung achten?

Bisher konnte nicht nachgewiesen werden, dass eine bestimmte Ernährung die Fibromyalgie bessert oder gar heilt – auch wenn vielerorts versucht wird, Betroffenen mit Fibromyalgie-Diäten oder bestimmten Nahrungsergänzungsmitteln das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Wie kann man mit Fibromyalgie leben?

Die gute Nachricht: Fibromyalgie ist zwar nicht heilbar. Sie zerstört aber keine Organe oder Gewebe und ist auch nicht lebensbedrohlich.

Es ist wichtig, den eigenen Weg mit der Fibromyalgie zu finden, am besten in enger Absprache mit dem Arzt. So ist es in vielen Fällen hilfreich, das Herz-Kreislauf-System mit Ausdauertraining zu stärken.

Antidepressiva und eine Psychotherapie können gegen die depressive Komponente helfen, die häufig mit dem Fibromyalgiesyndrom einhergeht.

Schmerzmittel sollten nur eingenommen werden, wenn die Schmerzen während eines Schubs zu stark werden.

Wie erkennt man Fibromyalgie?

Folgende Punkte führen zur Diagnose einer Fibromyalgie:

  • In mindestens drei Körperregionen treten länger als drei Monate Schmerzen auf.
  • Ein spezieller Fragebogen zur Fibromyalgie hilfte dem Arzt, das Beschwerdebild zu beurteilen.
  • Mindestens 11 der 18 Tenderpoints reagieren schmerzhaft auf Druck.
  • Laborwerte sind unauffällig.
  • Es bestehen keine organischen Veränderungen.

Wo genau verursacht die Fibromyalgie Schmerzen?

Die Schmerzen in Sehen und Muskeln können im ganzen Körper auftreten. Welcher Art die Schmerzen sind, ist individuell unterschiedlich und reicht von dumpf, brennend, bohrend und schneidend bis hin zu großflächig fließend.

Steht mir mit Fibromyalgie ein Nachteilsausgleich zu?

Es ist grundsätzlich möglich, mit Fibromyalgie einen Nachteilsausgleich zu erhalten. Wem dieser genau zusteht und woraus er genau besteht, hängt davon ab, wie stark die Beschwerden sind und wie sehr die Fibromyalgie den Alltag beeinflusst. Der individuelle Fall wird vom zuständigen Versorgungsamt anhand der Versorgungsmedizin-Verordnung beurteilt.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, wie er Ihren Fall einschätzt und beantragen Sie anschließend den Nachteilsausgleich beim zuständigen Versorgungsamt.

Weitere Informationen

Linktipps

Deutsche Fibromyalgie Vereinigung (DFV)

Onmeda-Lesetipps:

Schwerbehindertenausweis – wer kann ihn beantragen?

Quellen:

Online-Informationen der Deutschen Fibromyalgie-Vereinigung (DFV) e.V: www.fibromyalgie-fms.de (Abrufdatum: 5.2.2018)

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 5.2.2018)

Online-Informationen des Bundesministeriums für Justiz und Verbraucherschutz: www.gesetzte-in-internet.de (Abrufdatum: 5.2.2018)

Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie des Fibromyalgiesyndroms. AWMF-Leitlinien- Register Nr. 145/004 (Stand: 7.3.2017)



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