Das Bild zeigt eine Patientin, die sich mti einem Arzt unterhält.
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Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte)

Die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) ist eine harmlose, aber kosmetisch störende oberflächliche Pilzerkrankung der Haut. Ihr Verursacher ist der Hefepilz Malassezia furfur.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Der Erreger der Pityriasis versicolor findet sich bei vielen gesunden Menschen – hauptsächlich auf der Kopfhaut. Die Ursache dafür, dass sich der Hautpilz bei manchen Menschen plötzlich übermäßig vermehrt und zur Kleienpilzflechte führt, ist nicht bekannt. Allerdings fördern folgende Faktoren den Ausbruch der Pilzkrankheit:

Die typischen Symptome der Pityriasis versicolor sind bis zu münzgroße, kreisförmige, dunklere oder hellere (bzw. über- oder unterpigmentierte) Flecken auf der Haut.

Die Pityriasis versicolor zeigt sich verstärkt in den mit Schweiß- beziehungsweise Talgdrüsen besetzten Bereichen wie Rücken und Brust. Die Veränderungen sind nicht schmerzhaft, können jedoch jucken. Durch leichtes Kratzen kommt es zu oberflächlicher Schuppung. Obwohl der behaarte Kopf das natürliche Reservoir für die Erreger der Kleienpilzflechte bildet, ist er selbst nicht befallen.

Um die Pityriasis versicolor zu diagnostizieren, genügt oft eine Untersuchung der Haut: Hierbei kann eine spezielle Untersuchungslampe zum Einsatz kommen, die vornehmlich Schwarzlicht (d.h. Ultraviolettstrahlen mit einer Wellenlänge von 365 nm) abgibt. Um die Diagnose der Kleienpilzflechte zu sichern, ist eine durch sogenannten Tesafilmabriss gewonnene Hautprobe geeignet, die der Arzt nach ihrer Einfärbung mikroskopisch auf Anzeichen für den Pilzbefall untersuchen kann.

Gegen die Pityriasis versicolor hilft eine Behandlung durch Antipilzmittel (sog. Antimykotika). Örtlich anzuwendende Mittel gegen Kleienpilzflechte stehen als Shampoo, Spray, Creme, Lotion oder Waschgel zur Verfügung. In seltenen und sehr hartnäckigen Fällen kann eine Therapie mit Antipilzmitteln in Tablettenform nötig sein.

Die Prognose der Pityriasis versicolor ist gut. Die Pigmentierung der betroffenen Hautstellen gleicht sich allmählich wieder der umliegenden Haut an, was jedoch einige Zeit dauern kann. Allerdings kehrt die Kleienpilzflechte nach erfolgreicher Behandlung häufig wieder.

Definition

Der Begriff Pityriasis versicolor oder Kleienpilzflechte bezeichnet per Definition eine Infektion der Haut mit dem Hefepilz Malassezia furfur. Dabei entstehen auf der Haut – meist von Brust und Rücken – kreisförmige Stellen, die über- oder unterpigmentiert sind (d.h. dunkler oder heller als die übrige Haut):

  • Bei einer gebräunten Haut sind die betroffenen Hautstellen eher zu schwach pigmentiert (Pityriasis versicolor alba).
  • Bei blassen Menschen erscheinen sie eher als bräunliche Flecken (Pityriasis versicolor rubra).

Die Bezeichnung Pityriasis versicolor (lat. versicolor = bunt, mehrfarbig) leitet sich von diesen Veränderungen in der Pigmentierung ab. Durch leichtes Kratzen der betroffenen Stellen lösen sich oberflächlich kleieähnliche Schuppen ab, was dem Erreger Malassezia furfur den Beinamen Kleienpilz einbrachte. Nach erfolgreicher Behandlung tritt die Pilzinfektion oft erneut auf. Die Kleienpilzflechte ist jedoch nicht ansteckend.

Häufigkeit

Da Wärme und feuchte Haut die Pityriasis versicolor begünstigen, ist ihre Häufigkeit klimaabhängig: Während in Regionen mit gemäßigtem Klima schätzungsweise 1 bis 4 Prozent der Bevölkerung eine Hautinfektion durch Malassezia furfur haben, sind es in tropischen Klimazonen etwa 30 bis 40 Prozent. Dabei ist die Kleienpilzflechte überwiegend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu beobachten.

Ursachen

Die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) hat ihre Ursachen in einer Infektion mit dem Hautpilz Malassezia furfur: Dieser Hefepilz stellt die krankhafte Form der normalerweise auf der Haut vertretenen Hefepilze Pityrosporon orbiculare und Pityrosporon ovale dar. Er ist fettliebend und vermehrt sich wie alle Hefen bevorzugt in feucht-warmem Milieu.

Malassezia furfur findet sich bei vielen gesunden Menschen, wobei die Kopfhaut das hauptsächliche Reservoir für den Erreger darstellt. Warum sich der Hautpilz bei manchen Menschen plötzlich übermäßig vermehrt und zum Ausbruch der Pityriasis versicolor führt, ist unbekannt. Allerdings sind einige Risikofaktoren für das Auftreten der Kleienpilzflechte bekannt:

  • So begünstigen – entsprechend den Erregereigenschaften – ein feucht-warmes Klima, starkes Schwitzen, fettsäurehaltige Cremes und eine vermehrte Produktion von Talg als idealer Nährboden den Ausbruch der Pityriasis versicolor.
  • Daneben sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder bestimmten Grunderkrankungen (wie Diabetes mellitus) gehäuft von der Pityriasis versicolor betroffen.
  • Außerdem können bestimmte Medikamente (wie Kortikosteroide, die Antibabypille und auch Antibiotika) eine Kleienpilzflechte auslösen.

Selbst enge körperliche Kontakte zu Menschen mit Pityriasis versicolor sind jedoch kein Problem: Die Kleienpilzflechte ist nicht ansteckend!

Ursache für die Hautveränderungen bei der Pityriasis versicolor ist eine gestörte Bildung und Verteilung des Hautpigments Melanin. Diese Störung entsteht unter dem Einfluss des Pilzes: Durch seine plötzliche und starke Vermehrung bildet der Kleienpilz einen dichten kreisförmigen Teppich. Dieser filtert zum einen die Sonnenstrahlen und unterdrückt zum anderen die Melaninbildung der Haut. Gleichzeitig bildet der Pilz aber eigene Pigmente. Die Folge: Auf brauner Haut verursacht die Kleienpilzflechte eher unterpigmentierte (d.h. hellere) flecken, während auf heller Haut rötlich-bräunlich überpigmentierte (d.h. dunklere) Stellen entstehen können.

Symptome

Die für eine Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) typischen Symptome sind schmerzlose, kreisförmige Flecken auf der Haut in der Größe von Linsen bis Fünf-Cent-Münzen. Die Farbe dieser Hautflecken kann variieren (daher die Bezeichnung der Pilzkrankheit: lat. versicolor = mehrfarbig, bunt):

  • Auf gebräunter Haut sind die befallenen Stellen eher zu schwach pigmentiert, also heller als die restliche Haut. Der Pigmentschwund in der Oberhaut hält oft lange an. Dies bezeichnet man dann als Albatyp der Kleienpilzflechte oder Pityriasis versicolor alba (lat. alba = bleich, weiß).
  • Bei hellhäutigen oder nicht gebräunten Menschen sind die betroffenen Stellen hingegen eher überpigmentiert und erscheinen als rötlich-bräunliche Flecken: In dem Fall liegt eine Pityriasis versicolor rubra vor (lat. rubra = rot).

Manchmal sind die bei der Pityriasis versicolor auftretenden Flecken über das Hautniveau erhaben. Wenn man die befallene Haut kratzt, lösen sich typischerweise oberflächlich kleieähnliche Schuppen. Ein eher seltenes Symptom ist bei der Kleienpilzflechte ein leichter Juckreiz.

Dabei ist nicht die gesamte Haut gleichermaßen von der Pityriasis versicolor befallen: Die Symptome der Pilzerkrankung treten meist auf der Haut von Brust und Rücken auf, seltener am Hals, an den Oberarmen und im Gesicht. Hingegen ist die Kopfhaut in der Regel nicht von der Kleienpilzflechte betroffen.

Bei einigen Menschen befällt der für die Pityriasis versicolor verantwortliche Pilz Malassezia furfur die Haarwurzeln auf Brust und Rücken. Dieses auch als Pityrosporum-Follikulitis bezeichnete Krankheitsbild der Kleienpilzflechte ähnelt einer Akne und ist mit Juckreiz verbunden. Es betrifft besonders Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren.

Diagnose

Bei der Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) ergibt sich die Diagnose häufig schon anhand der Hautsymptome. Allerdings haben manche Erkrankungen ein ähnliches Erscheinungsbild – Beispiele:

  • Die Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) geht mit Hautaufhellungen einher, die einer Pityriasis versicolor auf gebräunter Haut ähneln.
  • Andere Pilzerkrankungen oder bakterielle Infektionen – wie die durch Corynebacterium minutissimum verursachte schuppige Hautinfektion (Erythrasma) oder die Schuppenflechte (Psoriasis) – können bräunliche Hautverfärbungen verursachen, die einer Pityriasis versicolor auf heller Haut ähneln.

Eine Verwechslung mit der Pityriasis versicolor ist bei der Diagnose jedoch durch einfache Untersuchungen zu vermeiden.

Um die Pityriasis versicolor sicher zu diagnostizieren, raut der Arzt die Haut mit einem Holzspatel auf und fertigt anschließend ein Abrisspräparat von den befallenen Hautstellen an – das geht so:

  1. Zuerst mit einem durchsichtigen Zellophan-Klebestreifen Material von der Hautoberfläche abziehen ("Tesafilmabriss"),
  2. dann das gewonnene Hautmaterial einfärben, um es mikroskopisch zu untersuchen.

Liegt eine Pityriasis versicolor vor, sind unter dem Mikroskop zwischen länglichen Pilzgeflechtsträngen (Myzel) rundliche Sporen zu erkennen. Dieses Bild trägt die Bezeichnung Spaghetti mit Hackfleisch.

Außerdem ist bei der Pityriasis versicolor eine Untersuchung im sogenannten Wood-Licht zur Diagnose geeignet: Diese spezielle Untersuchungslampe gibt vornehmlich Ultraviolettstrahlen mit einer Wellenlänge von 365 Nanometern ab (sog. Schwarzlicht). Verschiedene Pilzarten kann man anhand ihrer Fluoreszenz identifizieren – das heißt, die Pilze leuchten unter Strahleneinwirkung unterschiedlich auf. Die Kleienpilzflechte leuchtet unter Einwirkung von Wood-Licht zumeist gold-gelb auf.

Therapie

Gegen die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) kommen zur Therapie in der Regel Antipilzmittel (sog. Antimykotika) zum Einsatz, die Sie äußerlich anwenden können: So können Sie die Pityriasis versicolor mit einem Shampoo, einer Waschemulsion oder Creme behandeln.

Wichtig ist bei der Pityriasis versicolor, dass Sie den Kopf bei der Behandlung miteinbeziehen, denn: Der behaarte Kopf gilt als Erregerreservoir für den Verursacher der Kleienpilzflechte. Für die Haut sind Sprays, Emulsionen und Lösungen zum Einreiben sehr gut geeignet.

Massieren Sie die Mittel immer gut ein, damit sie optimal gegen die Pityriasis versicolor wirken können. Üblicherweise reicht es, wenn Sie die Mittel ein- bis zweimal täglich weitflächig auf die betroffene Haut auftragen, wobei die Gesamtdauer der Therapie mindestens zwei Wochen beträgt. Zusätzlich kommen bei der Kleienpilzflechte zur örtlichen Behandlung Hausmittel infrage – zum Beispiel Molke oder Essigwasser.

Spricht die Pityriasis versicolor nicht auf die äußerliche Therapie an oder haben Sie eine Pityrosporum-Follikulitis (d.h., die Haarwurzeln auf Brust und Rücken sind befallen und das Krankheitsbild ähnelt einer Akne mit Juckreiz), kommt eine innere Anwendung der Antipilzmittel mit Tabletten in Betracht: Hierzu stehen die Wirkstoffe Ketoconazol, Fluconazol oder Itraconazol zur Verfügung. Die Wirksamkeit dieser Behandlung Ihrer Kleienpilzflechte können Sie steigern, indem Sie sich etwa eine Stunde nach Einnahme der Medikamente sportlich betätigen: Dann kann der Wirkstoff durch den Schweiß vermehrt zu den betroffenen Hautpartien gelangen.

Bei der inneren Anwendung der Medikamente gegen Pityriasis versicolor kann es jedoch zu unerwünschten Wechselwirkungen mit einer Vielzahl von Medikamenten sowie zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Zu den möglichen Folgen der Therapie einer Kleienpilzflechte mit Tabletten gehören:

Bei geschädigter Leber oder Niere sowie in Schwangerschaft und Stillzeit ist es nicht möglich, gegen die Pityriasis versicolor mit einer Therapie in Form von Tabletten vorzugehen.

Verlauf

Die Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) zeigt meist einen günstigen Verlauf: Die Pilzerkrankung der Haut spricht gut auf die Behandlung mit Antipilzmitteln (sog. Antimykotika) an und die Beschwerden verschwinden in der Regel nach einiger Zeit.

Auch die bei der Pityriasis versicolor dunkler oder heller gefärbten (über- oder unterpigmentierten) Hautstellen gleichen sich nach der Therapie wieder der normalen Farbe an. Allerdings können helle Hautflecken mehrere Monate lang sichtbar bleiben, bis sich die Haut vollständig erneuert hat. Außerdem tritt die Kleienpilzflechte sehr häufig trotz erfolgreicher Behandlung nach einiger Zeit erneut auf.

Unbehandelt nimmt die Pityriasis versicolor einen chronischen Verlauf, wobei sie vor allem in den Sommermonaten wiederholt akut ausbricht.

Vorbeugen

Sie können einer Pityriasis versicolor (Kleienpilzflechte) nur bedingt vorbeugen, da die genaue Ursache für den Ausbruch der Pilzerkrankung nicht bekannt ist.

Wie bei anderen Pilzinfektionen ist es zur Prophylaxe der Pityriasis versicolor ratsam, die Haut sauber und trocken zu halten!

Der Grund: Schweiß, Talg und hohe Temperaturen bilden eine optimale Vermehrungsgrundlage für Pilze und begünstigen somit die Entstehung der Pityriasis versicolor. Im Sommer beziehungsweise in warmen Klimazonen ist es daher empfehlenswert, locker sitzende, luftdurchlässige Kleidung zu tragen und sich täglich mit einer milden Waschlotion zu waschen, um die Haut von überschüssigem Talg und Schweißrückständen zu befreien. Dies gilt auch dann, wenn Sie vermehrt schwitzen (z.B. durch Leistungssport) oder zu einer starken Talgproduktion neigen (wie z.B. Teenager). Für Wäsche, die Sie nicht bei hohen Temperaturen reinigen können, stehen spezielle Produkte zur Desinfektion (Hygienespülung) zur Verfügung.

Vor allem wenn Sie bereits eine Kleienpilzflechte hatten, deren Behandlung erfolgreich war, ist in den Folgejahren eine Prophylaxe ratsam, da die Pilzerkrankung dazu neigt, wiederholt auszubrechen. Dass Sie einem erneuten Ausbruch der Pityriasis versicolor vorbeugen, ist vor allem dann zu empfehlen, wenn bei Ihnen begünstigende Faktoren vorliegen (wenn Sie z.B. Diabetes mellitus haben, mit der Antibabypille verhüten oder Ihr Immunsystem geschwächt ist). Dann ist es gerade in den Frühjahrs- und Sommermonaten ratsam, vorbeugend zweimal wöchentlich entsprechend wirkende Mittel äußerlich anzuwenden (in Form von Seife oder Shampoo).

Die Kleienpilzflechte ist nicht ansteckend. Daher müssen Sie – auch bei akuter Pityriasis versicolor – keine besonderen Maßnahmen zum Vorbeugen einer Übertragung der Pilzinfektion auf andere Menschen treffen.