Illustration von der Bakterienart Legionella pneumophila.
© GettyImages/ROGER HARRIS/SCIENCE PHOTO LIBRARY

Legionella pneumophila

Die Bakterienart Legionella pneumophila kommt fast überall in der Umwelt in allen natürlichen und künstlichen Wassersystemen vor, wie etwa in Warm- und Kaltwassersystemen, Wasserleitungen, Wasserhähnen, fließenden und stehenden Gewässern, Abwässern, Kühltürmen, Luftbefeuchtern von Klimaanlagen und Whirlpools.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Bakterien der Art Legionella pneumophila sind stäbchenförmig, mit einem dicken, länglichen Aussehen. Der ideale Temperaturbereich, um sich zu vermehren, liegt für die Bakterien zwischen 25 und 50 Grad Celsius, stehendes Wasser fördert die Vermehrung. Legionella pneumophila findet man auch in kühleren Gewässern bei Wassertemperaturen von 5 bis 25 Grad Celsius, hier können sich die Bakterien jedoch nicht vermehren. Ab Temperaturen über 60 Grad Celsius oder durch die Zugabe von Chlor ins Wasser sterben sie ab.

Bei abwehrgeschwächten Personen kann das Einatmen von legionellenhaltigen Wassertröpfchen (z.B. aus kontaminierten Warmwasserleitungen beim Duschen) zur Entstehung von zwei unterschiedlichen Legionellosen führen: der Legionärskrankheit, einer schweren Form der Lungenentzündung (Pneumonie), oder dem Pontiac-Fieber. Das Pontiac-Fieber verläuft ohne Pneumonie – in der Regel treten dabei keine Komplikationen auf und das Fieber klingt von allein wieder ab. Selten gelangt Legionella pneumophila über Staubpartikel in den menschlichen Körper.

Nachdem die Erreger in die Lunge eingedrungen sind, vermehren sie sich in den Lungenbläschen (Alveolen). Hier löst Legionella pneumophila eine Entzündungsreaktion aus und schädigt so das Lungengewebe.

Die Inkubationszeit von Legionella pneumophila beträgt beim Pontiac-Fieber fünf Stunden bis hin zu zwei Tagen. Das Pontiac-Fieber verläuft in der Regel gutartig. Bei der Legionärskrankheit beträgt die Inkubationszeit zwei bis zehn Tage. Damit der Körper die Bakterien erfolgreich bekämpfen kann, muss er in der Lage sein, den Krankheitserreger direkt anzugreifen. Bei manchen Menschen, zum Beispiel im Alter oder unter Kortison-Therapie, ist die körpereigene Abwehr geschwächt, sodass die Krankheit einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen kann.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt. Eine Infektion mit Legionella pneumophila ist meldepflichtig.

Krankheiten

Das Einatmen von Legionella pneumophila-Bakterien über Wassertröpfchen (in seltenen Fällen auch über Staubpartikel) kann zur Entstehung einer sogenannten Legionellose führen, die in zwei Formen auftreten kann: der Legionärskrankheit und dem Pontiac-Fieber.

Bei der Legionärskrankheit treten zwei bis zehn Tage nach der Infektion die ersten Krankheitszeichen wie Fieber und Kopfschmerzen auf, die sich zu einer Lungenentzündung (sog. Legionellen-Pneumonie) weiterentwickeln. Zum Teil sind die Erkrankten desorientiert, verwirrt und lethargisch. Hin und wieder treten auch Durchfälle auf. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Erkrankte mit bestehender Herz-Lungen-Erkrankung beziehungsweise generell Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Rauchen gilt bei der Entstehung der Legionärskrankheit als Risikofaktor. Unbehandelt verläuft die Legionärskrankheit in 5 bis 15 Prozent der Fälle einer Infektion mit Legionella pneumophila tödlich.

Die ersten Symptome des Pontiac-Fiebers treten nach fünf Stunden bis zwei Tagen auf und äußern sich in einer fieberhaften Erkrankung ohne Beteiligung der Lungen mit Schnupfen, Husten und Kratzen im Hals. Häufig kommt es auch zu Schwindel, einer Lichtscheu (Photophobie), Verwirrtheit oder Muskelschmerzen. Das Pontiac-Fieber heilt in der Regel nach zwei bis fünf Tagen von selbst aus.

Vorbeugen

Da die Bakterienart Legionella pneumophila fast überall in der Umwelt vorkommt, kann man einer Infektion nur bedingt vorbeugen. Um Infektionsquellen und damit legionellenhaltige Aerosole weitestgehend zu vermeiden, ist es sinnvoll eine geeignete Wasserversorgung einzurichten sowie Leitungssysteme und Klimaanlagen fachgerecht zu installieren und zu warten.

Legionellen sind sehr hitzebeständig und können im Wasser problemlos bei Temperaturen bis 50 Grad Celsius überleben. Nach einer kurzen Erhitzung auf 60 bis 70 Grad Celsius sterben die Bakterien ab. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht wahrscheinlich.