Eine junges Paar sitzt auf einem Bett, wobei sich die Frau von hinten an den Mann drückt.
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Spirale danach

Pille vergessen, Kondom gerissen … Nach solchen Verhütungspannen greifen viele Frauen zur Pille danach. Die wenigsten wissen wohl, dass es eine hormonfreie Alternative gibt: die Spirale danach. Wir haben die wichtigsten Infos darüber zusammengestellt.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Funktionsweise & Kosten

Bei der Spirale danach handelt es sich um dieselbe Kupferspirale, die auch zur langfristigen Verhütung zum Einsatz kommt. Sowohl zur Notfall- als auch zur langfristigen Verhütung legt eine Frauenärztin oder ein Frauenarzt die Spirale in die Gebärmutter ein. Entsprechend nennt man die Kupferspirale auch Intrauterinpessar (IUP):

  • intra = in etwas hinein
  • Uterus = Gebärmutter

Im Unterschied zur Kupferspirale eignet sich die Hormonspirale nicht zur Notfallverhütung.

Wie funktioniert die Spirale danach?

Die Spirale danach wirkt ohne Hormone. Stattdessen beeinflusst das Kupfer in der Spirale das Milieu in der Gebärmutter und in den Eileitern. Diese Veränderungen …

  • … beeinträchtigen die Beweglichkeit der Spermien und erschweren so die Befruchtung der Eizelle.
  • … verhindern die Einnistung einer befruchteten Eizelle in der Gebärmutter.

Wann muss ich die Spirale danach spätestens einsetzen lassen?

Sie müssen sich die Spirale danach innerhalb von 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr einsetzen lassen – also spätestens am fünften Tag danach. Somit können Sie sich mit Ihrer Entscheidung ein wenig Zeit lassen.

Wenn es etwa gegen Ende der Woche zu einer Verhütungspanne kommt und Sie sich für die Spirale danach entscheiden, können Sie das Wochenende in Ruhe abwarten und am Wochenbeginn Ihre Frauenärztin oder Ihren Frauenarzt aufsuchen.

Was kostet die Spirale danach?

Zwischen 130 und 180 Euro werden für die Spirale danach fällig. Die Kosten für die Kupferspirale zur Notfallverhütung, für das Einlegen und für die erste Ultraschalluntersuchung zur Lagekontrolle übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen – allerdings nur bei Frauen bis zum vollendeten 22. Lebensjahr.

Wirksamkeit & weitere Vorteile

Nach einer Verhütungspanne verhindert die Spirale danach eine Schwangerschaft mit fast 100-prozentiger Sicherheit: Ihr Pearl-Index liegt bei 0,09 Prozent, in Situationen mit hohem Schwangerschaftsrisiko bei etwa 2 Prozent. (Ein Pearl-Index von 2 bedeutet, dass von 100 Frauen, die ein Jahr lang mit dieser Methode verhüten, zwei Frauen ungewollt schwanger werden.)

Damit verhütet die Spirale danach eine Schwangerschaft nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr sicherer als die Pille danach. Denn die Wirksamkeit der Pille danach kann zwischen 59 und 98 Prozent schwanken – je nachdem,

  • wie viel Zeit zwischen Verhütungspanne und Einnahme der Pille vergangen ist und
  • zu welchem Zeitpunkt im Menstruationszyklus sich die Frau befindet.

Zudem kann die Wirksamkeit der Pille danach vermindert sein, wenn die Frau übergewichtig ist. Bei der Spirale danach hat der Body-Mass-Index (BMI) hingegen keinen Einfluss auf die Sicherheit.

Die Spirale danach ist die sicherste Methode, um eine Schwangerschaft nach einer Verhütungspanne zu verhindern.

Anders als die Pille danach kann die Spirale danach auch nach dem Eisprung noch eine Schwangerschaft verhindern, wenn die Frau in zeitlicher Nähe zum Eisprung ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Damit ist die Spirale danach nach dem Eisprung die einzige wirksame Notfallverhütung.

Wie lange kann die Spirale danach im Körper bleiben?

Wenn Sie sich die Spirale danach einlegen lassen, können Sie sie anschließend einfach als reguläre Verhütungsmethode weiterverwenden. Je nach Modell kann die Spirale dann drei bis fünf Jahre in der Gebärmutter bleiben.

Die Spirale danach schützt also sofort auch langfristig vor einer Schwangerschaft. Anders die Pille danach: Hat eine Frau nach deren Einnahme während des restlichen Zyklus erneut ungeschützter Geschlechtsverkehr, kann sie schwanger werden.

Welche weiteren Vorteile hat die Spirale danach?

Die Spirale danach hat keine Wechselwirkungen mit Medikamenten. Anders die Pille danach, die es in zwei Varianten gibt (die eine enthält das Hormon Levonorgestrel, die andere den Wirkstoff Ulipristalacetat): Beide können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben. Beispiele:

  • Manche Medikamente (wie Johanniskraut oder bestimmte Antipilzmittel, Antiepileptika, HIV- und Tuberkulosemittel) mindern die Wirkung der Pille danach.
  • Die gleichzeitige Anwendung von hormonellen Verhütungsmitteln kann Ulipristalacetat womöglich unwirksam machen.

Zudem ist die Spirale danach auch in der Stillzeit geeignet. Hingegen sollten stillende Frauen nach Einnahme der Pille danach

  • 8 Tage lang (bei der Variante mit Ulipristalacetat) bzw.
  • 8 bis 24 Stunden (bei der Variante mit Levonorgestrel)

die Milch abpumpen und verwerfen, damit sichergestellt ist, dass der Wirkstoff nicht über die Milch zum Kind übergeht.

Nebenwirkungen & Gegenanzeigen

Egal, ob die Kupferspirale als langfristige Verhütungsmethode oder als Spirale danach zum Einsatz kommt – Nebenwirkungen und Risiken sind dieselben:

  • Häufigste Nebenwirkung ist eine verstärkte, verlängerte und/oder schmerzhaftere Regelblutung (v. a. in den ersten Monaten nach dem Einsetzen der Spirale).
  • Daneben können Zwischenblutungen auftreten (v. a. in der Anfangszeit).
  • Selten entwickelt sich eine Unterleibsentzündung, die ohne ausreichende Behandlung zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Welche Nachteile hat die Spirale danach noch?

Um die Spirale danach einzusetzen, ist ein kleiner Eingriff in die Gebärmutter nötig. Als langfristige Verhütungsmethode setzt man die Kupferspirale üblicherweise während der Regelblutung ein, wenn der Muttermund geöffnet ist. Beim Einsetzen der Spirale danach ist der Muttermund jedoch geschlossen, weshalb einige Frauen beim oder kurz nach dem Eingriff krampfartige Schmerzen verspüren.

Wann kommt die Spirale danach nicht infrage?

Die Spirale danach ist vor allem dann nicht für Sie geeignet, wenn:

  • Sie bereits schwanger sind,
  • Sie eine Unterleibsentzündung haben oder in der Vergangenheit schon mehrere Unterleibsentzündungen hatten,
  • Ihre Gebärmutter eine Fehlbildung aufweist oder
  • Ihre Gebärmutter zu klein ist.