Ein älterer Mann neben einem Pedelec.
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E-Bikes: 5 Gesundheits-Tipps für Einsteiger

Elektrofahrräder können gefährlich sein – vor allem für Anfänger und Personen, die die Geschwindigkeit überschätzen. E-Bikes bieten aber auch eine Chance, denn sie verhelfen zu mehr Mobilität und Fitness. 5 Tipps, die Einsteiger beachten sollten.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

E-Bikes: 5 Gesundheits-Tipps für Einsteiger

E-Bikes sind für viele immer noch die "faule" Variante zum Fahrrad. Doch gerade für Senioren oder Personen mit körperlichen Einschränkungen kann sich die Investition lohnen. Das Elektrofahrrad steigert die persönliche Fitness und verhilft ein Stück weit zu mobiler Unabhängigkeit. Nicht zuletzt ist das E-Bike eine Bereicherung für Personen, die gern längere Strecken zurücklegen möchten oder die sich für das Fahrrad einfach nicht motivieren können. Für begeisterte und motivierte Fahrer kann ein E-Bike ebenso einen Beitrag zur körperlichen Fitness leisten wie ein herkömmliches Rad.

Auch wenn der konventionelle Drahtesel in Sachen Gesundheit nicht zu toppen ist: lieber ein Elektrofahrrad als gar kein Fahrrad! Und: lieber ein E-Bike als ein Auto.

Das landläufige E-Bike ist eigentlich ein Pedelec

Wenn von einem E-Bike die Rede ist, ist damit meist ein sogenanntes Pedelec gemeint. Pedelecs unterstützen den Fahrer während des Tretens bis zu einer Geschwindigkeit von 25km/h mit maximal 250 Watt. Echte E-Bikes hingegen unterstützen den Fahrer auch dann, wenn er nicht in die Pedale tritt – bis zu einer Geschwindigkeit von 20 km/h. Sie gelten rechtlich nicht als Fahrrad, sondern als Kleinkraftrad. Im Gegensatz zum Pedelec benötigen E-Bike-Besitzer eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen. Die überwiegende Mehrheit aller Elektrofahrräder sind Pedelecs und keine E-Bikes.

1. Lassen Sie sich vor dem Kauf beraten

Mal eben im Internet ein Pedelec ersteigern und direkt losradeln? Für Anfänger keine gute Idee. Wer noch nie oder nur testweise ein E-Bike gefahren ist, sollte sich vom Fachhändler ausgiebig beraten lassen – und selbst radeln: Machen Sie unbedingt eine Probefahrt, am besten mit unterschiedlichen Modellen. Testen Sie wichtige Funktionen wie Bremsen und Schalten. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, ob ein E-Bike für Sie infrage kommt und welches am besten zu Ihnen passt. Ebenso wichtig ist die richtige Einstellung von Sattel und Lenker.

Auch der finanzielle Aspekt spielt eine Rolle. Eine gute und gründliche Beratung ist nicht zuletzt wichtig, weil ein E-Bike im Vergleich zum herkömmlichen Fahrrad deutlich teurer ist. Bevor man also das Portemonnaie zückt, sollte man die Entscheidung gründlich überdenken. Nehmen Sie sich Zeit.

Tipp: Wer noch unentschlossen ist, ob ein E-Bike überhaupt das Richtige ist, kann sich zunächst eines leihen. Viele Fahrradhändler bieten einen E-Bike-Verleih.

2. Achten Sie auf geprüfte Qualität

Pedelecs müssen mit einem sogenannten CE-Zeichen versehen sein. Nur dann erfüllen sie die geltenden EU-Sicherheitsrichtlinien. Wer sein Elektrofahrrad im Fachhandel erwirbt, kann normalerweise davon ausgehen, dass es sich um ein sicheres Produkt mit CE-Zeichen handelt – denn ohne dieses Zeichen dürfen E-Bikes nicht verkauft werden. Räder ohne ein solches Zeichen sollten Sie nicht erwerben.

Auf manchen E-Bikes ist zusätzlich das GS-Siegel zu finden. Es steht für geprüfte Sicherheit und bedeutet, dass das Produkt (oder Teile davon, etwa Akku und Ladegerät) zusätzlich von einer unabhängigen Stelle getestet wurde. Pflicht ist ein solches Siegel jedoch nicht.

3. Vorsichtig eingewöhnen

Elektro- und herkömmliche Räder haben viele Gemeinsamkeiten, aber auch gewaltige Unterschiede. Daher sollten sich Anfänger gut mit ihrem neuen Gefährt vertraut machen, bevor sie sich auf die Straße wagen.

Ein Rad mit Elektroantrieb reagiert völlig anders als eines ohne. Gewöhnungsbedürftig sind etwa der plötzliche Antriebsschub beim Anfahren, die schnellere Beschleunigung und das Bremsen. Daher gilt: Langsam eingewöhnen, um ein Gefühl für das Fahren zu bekommen. Wählen Sie zu Beginn eine niedrige Unterstützungsstufe und gehen Sie es langsam an.

Für Senioren und/oder Ungeübte kann ein spezielles Sicherheitstraining hilfreich sein. Auf einer Teststrecke können sich die Radler unter Anleitung mit dem E-Bike vertraut machen. Sicherheitstrainings bieten zum Beispiel die Verkehrswacht, Ortsgruppen des ADFC oder manche Kreispolizei an.

4. Helm und auffällige Kleidung tragen

Pflicht ist der Fahrradhelm für Pedelecs zwar nicht, aber unbedingt zu empfehlen. Ob E-Bike oder Fahrrad: Ein Helm schützt im Fall der Fälle vor schweren Kopfverletzungen. Auf einem Elektrofahrrad werden leicht höhere Geschwindigkeiten erreicht – und damit steigt auch das Risiko, zu stürzen und sich ernsthaft zu verletzen. Aber auch schon im gemächlichen Tempo kann ein Sturz oder Zusammenprall ohne Helm gefährlich werden.

Ebenfalls wichtig ist auffällige, leuchtende Kleidung, zum Beispiel eine neonfarbene Jacke oder Reflektoren. So sinkt das Risiko, von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen zu werden.

5. Keine Tuning-Spielereien

Nur ein kleines bisschen schneller vorankommen, und das ohne zusätzliche Muskelkraft. Das klingt verlockend und ist mithilfe eines Tuninggeräts am Pedelec sogar ziemlich einfach. Mithilfe von kleinen Geräten, die den Geschwindigkeitssensor am Rad beeinflussen, lässt sich das Tempo auf das Doppelte erhöhen, also bis zu 50 km/h.

Dennoch sollte man vom Tuning lieber die Finger lassen. Aus gesundheitlichen und rechtlichen Gründen:

  • Ein Pedelec ist nicht auf höhere Geschwindigkeiten ausgerichtet. Auf Dauer nehmen daher wichtige Elemente des Rads Schaden, allen voran die Bremsen, der Rahmen, Gabel und Lenker. Die Unfallgefahr ist durch erhöht. So kann beispielsweise die Gabel brechen – bei hoher Geschwindigkeit eine sehr gefährliche Angelegenheit.
  • Wer mit getuntem Pedelec im Straßenverkehr unterwegs ist, verstößt gegen das Gesetz. Ein getuntes Elektrofahrrad wird rechtlich zum Mofa. Das bedeutet: Es bedarf einer Betriebserlaubnis, eines eigenen Kennzeichens, eines Führerscheis und einer gesonderten Haftpflichtversicherung. Bei einem Verstoß drohen Bußgelder, der Einzug des Fahrrads oder sogar Haftstrafen.
  • Die herkömmliche Haftpflichtversicherung kommt nicht für eventuelle Schäden auf, wenn das Pedelec getunt ist. Das kann unter Umständen sehr teuer werden.