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Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio

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  • Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio

    Mit der letzten Überarbeitung des HBA1c soll vor allem der Typ2 ja in Zukunft nicht mehr per Nüchternwert oder OGTT bestimmt werden, sondern per angeblich nun standardisierterem HBA1c-Wert, und zwar ab 6,5%.

    Und nun soll nächsten Monat auf einer Diabetologentagung in Liverpool eine Studie präsentiert werden, die mit 9.500 Patienten verglichen hat, wie viele nach der jeweiligen Methode zu Diabetikern ernannt würden.
    Per OGTT 344, und davon hatten 103 einen HBA1c-Wert unter 6,5.
    Per HBA1c 591!

    Und nun soll wohl diskutiert werden, wie man die Ärzte vor dem neuen Ansturm schützt ;-(


  • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


    Hallo Jürgen,
    sicher kennst du noch mein Drama bis ich endlich eine ansprechende Therapie erfahren habe(ehemaliges Forum @Rammstein). Es hatte Jahre gebraucht ehe man erkannt hatte, das Insulin der beste Begleiter für mich ist. Meine Ausfflüge in die Welt der Tabletten brachte für mich nur noch ein Mehr an Gewicht.
    Jetzt unter ICT geht es nicht nur mir besser, sondern verliere sogar an Gewicht. Meine Empfehlung an meinen Vater auch mit Insulin zu beginnen, hatte zur Folge das er nun weniger an Unterzuckerungen leidet. Für ihn ein Plus am Leben.
    Leider(!) gehen nunmal dei BZ-Spitzen nicht unbedingt in den HbA1c ein, doch wenn jemand einen Wert über 6,5 hat sollte sich ernsthaft mit dem Thema Diabetes auseinandersetzen. Nicht das es ihm so geht wie mir ... diabet.Nephropathie und Neuropathie.

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    • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


      Moin Rammstein oder Labersack,

      die Forenwelt erweist sich immer wieder als erstaunlich überschaubar ;-)

      Dass man seinen Blutzucker nach Möglichkeit schon früh an die gesund kurze Leine legen sollte, ist eine Erfahrung, die selten vor dem Eintritt einer Folgekrankheit gemacht und befolgt wird. Und anschließend sagt mancher, dass es eh nicht mehr lohnt - oder auch nie gelohnt hätte (fachoffizielle Erklärung), weil Diabetes eh eine progrediente, also eine sich mit der Zeit eben selbst verschlimmernde Krankheit sei.

      Erstaunlich finde ich dabei immer wieder, dass die wichtigsten Hinweise auf den Nutzen einer möglichst gesunden BZ-Führung nicht von den Diabetologen kommen, sondern z.B. von Nephrologen. Die wissen schon lange, dass der zu hohe bzw. zu weiträumig schwankende BZ die Nieren schädigt und nicht etwa zu viel Eiweiß im Essen, wie uns die Diabetologie seit Jahrzehnten einredet.
      Und Kardiologen haben längst X-fach beobachtet, dass das Herzkreislaufrisiko mit dem HBA1c ab 5,5 deutlich zählbar zunehmend ansteigt, während uns die Diabetologie traditionell bis 7 und neu bis 6,5 als völlig gesund verkauft.

      Bisdann, Jürgen

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      • "Die Diabetologie"


        .."Die Diabetologie" nimmt sehr wohl Studienergebnisse zur Nieren und Herzerkrankungen wahr...allerdings heißt Risikoerhöhung nicht gleich Therapieziel, denn bei einer Therapie müssen die Risiken in die Bewertung mit einbezogen werden...

        Kommentar



        • Re: "Die Diabetologie"


          da brauche ich vielleicht Verständnis-Nachhilfe:

          Und zwar verstehe ich, dass da z.B. mit höherem BZ-Verlauf Herkreislauf- und Nieren-Risiken zunehmen und dass für mich logisch halt der BZ gesund niedrig zu steuern ist, um diese Risiken weitestgehend auszuschalten.

          Wo hab ich da den Knoten in meiner Denke?

          Kommentar


          • Re: "Die Diabetologie"


            ..die Risiken einer Therapie (zB Unterzucker) und der Aufwand (zB BZ messen, Verzicht auf Genussmittel) muss berücksichtigt werden...außerdem haben aktuelle Studien (ACCORD, VDAT) gezeigt, dass eine BZ.-Senkung das Risiko für Herzkreislauferkrankung nicht in jedem Fall senkt

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            • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


              Leider sind die Ursachen nicht bekannt, die aussagekräftig genug sind, um zu bescheinigen das eine Senkung des HbA1c in Richtung gesund eher kontraproduktiv zu sehen seien. Das Problem bei Studien ist doch immer das man nie genau die Vorerkrankungen kennt bzw. welche im Verlauf sich entwickeln(einen Herzkasper kann auch niemand vorhersehen). Der andere Punkt ist doch jener, was bereits im Vorfeld klar jemand(Geldgeber) als Endergebnis gerne sehen möchte. In dieser Gesellschaft wo Geld und Eigennutz an erster Stelle steht glaube ich an keine reelle Studie mehr. In Studien geht es doch nicht ernsthaft um einen wissenschaftlichen Inhalt. Hier geht es doch darum Medikamente solide am Markt zu platzieren oder um Gelder (siehe Meßstreifen!) einzusparen.
              Doch letztendlich muss jeder selbst entscheiden wieviel er einer Studie glaubt, die wie so oft von Experten erstellt wurden. Als Student wird einem doch auch nur das "Meisterwerk" des Professors als einzig Wahres mit auf den Weg gegeben.
              Eine schöne Woche
              Heiko

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              • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                ich persönlich halte von der accord studie überhaupt nichts ,
                dfa sie typisch amerikanisch gestrickt ist,
                und auch überhaupt keine wirklichen aussagen zuläßt.
                da sollte mit egal welchen mitteln, egal welcher menge,
                alles nach unten gedrückt werden.
                3-4 verschieden pillen gleichzeitg, ev noch insulin drauf, völlig ohne sinnvolle kontrolle.
                dazu statine in massen, bd senker in massen.
                in dem einen arm der stucie sind 200, im abgebrochenen arm der studie 240 gestorben. "absolut niemand kann definitiv festellen"
                daß wenn die patienten ausgetauscht wären, ob nicht im ersten arm die höhere todeszahl stattgefunden hätte.
                auch die hilfserklärung der ddg daß dort mehr hypos vorgekommen wären ist "nur" geraten und nirgendwo festgestellt.
                viel wahrscheinlicher sind die patienten an einem völlig überdimensionierten und in seiner wechselwirkung nicht geprüften
                (denn dann wäre die studie da doppelt verblindet, ungültig) medikamentencoktail, an der
                kombination der kreuz und nebenwirkungen, gestorben.
                die "wesentlich" besser aufgebaute und besser kontrollierte advance studie kommt nämlich zu dem "eindeutigen" ergebnis daß mit besserer bz-fahrweise die risiken für hk-ereignisse "abnehmen".
                mfg. klaus
                accord war eine typisch us amerikanische menschen versuchs/provokationsstudie, daß daran überhaupt "vorgeschädigte" risikopatienten teilgenommen haben, kann ich mir nur an dem abstrusen dortigen gesundheitssystem erklären.

                Kommentar


                • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                  Moinmoin,

                  ein gut Teil der Ursachen für die offenbar erhöhten Risiken ist schon bekannt. Denn ALLE Studien, die erhöhte Herzkreislaufrisiken ausweisen, wenn bei den Betroffenen der BZ Richtung gesund gesenkt wird, sind ausschließlich mit Hochrisiko-Herzkreislauf-TeilnehmerInnen gelaufen, allen voran ACCORD, die schon 10 und mehr Jahre mit Pillen auf HBA1c 8-10 gehalten worden waren. Und mit diesen tollen Voraussetzungen wurde die Medikation zum Senken des BZ in allen Fällen in einer Weise erweitert und erhöht, wie sie nach Aussage der jeweiligen Studiendesigner in der realen Patientenwirklichkeit nie vorkommen würde. - Idealer weise werden diese Ergebnisse nun auch dazu benutzt, neu diagnosereifen Typ2ern den völlig gesunden BZ auszureden, den sie noch auf Jahre mit etwas passender Verhaltens-Systematik und mit etwas Metformin oder häufig sogar völlig ohne Medis erreichen könnten :-(

                  Das ist zwar absolut abartig, aber so abartig funktioniert das System, das in all den Jahren um die extrem hohen Diagnose-Schwellen des Typ2-Diabetes gewachsen ist. Denn noch zu seiner ersten Definition Ende der 70ger Jahre des vorigen Jahrhunderts galt auch Diagnose Diabetes Typ2 generell als Todesurteil mit qualvoller Verzögerung. Daran konnte nach damaligem Wissensstand eine frühzeitigere Diagnose nicht das geringste ändern. Deswegen sind damals die Typ2 Diagnose-Schwellen so hoch angesetzt worden, weil die Betroffenen mit ihrer möglichst langen aktiven Teilhabe am normalen Leben ihren Angehörigen und der Gemeinschaft dann eben weniger lange zur Last fielen.

                  Alle Behandlung ist in der Folge seitdem darauf ausgerichtet, die Überlebenszeit zu verlängern und die Zunahme der Beschwerden hinauszuschieben und zu mildern. Und alle kleinen Absenkungen der Diagnose-Schwellen in dieser Zeit sind auf das Betreiben der Fachdisziplinen zurück zu führen, die für die Folgekrankheiten zuständig sind, hinter denen die diabetologischen Interventions-Schwellen im Rahmen der Behandlungen traditionell weit hinterher hinken. Daher bedeutet ja auch die aktuelle Absenkung der Diagnose-Schwelle auf HBA1c 6,5 keineswegs, dass die Diabetologie es als ihre Aufgabe sieht, neu diagnostizierten Patienten regelhalft zu ermöglichen, per Behandlung wieder deutlich unter 6,5 zu kommen. Das hätte im diabetologischen Gesamtrahmen auch keine Funktion, denn der wird nach wie vor vom Typ1 bestimmt, und eine regelhafte ICT-Einstellung kommt ja praktisch selten unter HBA1c 7 und nie unter 6,5 :-(

                  Im wahrsten Sinne Leidtragende in diesem System sind diejenigen unter den späteren Typ2, die bei rechtzeitiger Information und Anleitung ihre Blutzucker-Ausflüge schon dann gesund begrenzen würden, wenn die nur leicht erhöht wären. Und das wäre immerhin für viele Jahre bis vielleicht sogar für immer mit nur äußerst geringem Aufwand möglich und würde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit viele Jahre Medis und Folgekrankheiten ersparen. Stattdessen werden sie heute zunächst mit Beruhigung beschissen - leicht erhöhter BZ, noch lange kein Diabetes - und dann mit Rudel-Prävention - 3mal die Woche Sport + gesund=KH-lastig Essen lernen - und kriegen beim Vorrücken auf Diagnose Diabetes schließlich bestenfalls gesagt, dass das mit dem Diabetes eben so sei. Wenn ihnen nicht die alles entscheidenden 10 Pfund im BMI-25-Wege stehen, die sie einfach nicht abräumen wollten :-(

                  Bisdann, Jürgen

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                  • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                    ..ups, jetzt sind mitten in der Studiendiskussion...ich gebe Klaus in der Interpretation der Studien Recht, zweifelsohne ist das ADVANCE-Design besser als das ACCORD-Design, nur das auch ADVANCE keine sichere Senkung der kardiovaskulären Endpunkte nachweisen konnte

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                    • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                      ..eine solch pauschale Kritik an Studien ist nicht gerechtfertigt, und Unterstellungen (ohne Nachweise) helfen nicht weiter...wenn Wissenschaftlern (pauschal) nicht geglaubt wird, dann kann sich wieder jeder hinstellen und irgendetwas ungestraft behaupten (wie z.B. ein Dr. Rath, der Vitamine gegen Krebs teuer verkauft)

                      Kommentar


                      • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                        Zitat: "Und alle kleinen Absenkungen der Diagnose-Schwellen in dieser Zeit sind auf das Betreiben der Fachdisziplinen zurück zu führen, die für die Folgekrankheiten zuständig sind, hinter denen die diabetologischen Interventions-Schwellen im Rahmen der Behandlungen traditionell weit hinterher hinken. Daher bedeutet ja auch die aktuelle Absenkung der Diagnose-Schwelle auf HBA1c 6,5 keineswegs, dass die Diabetologie es als ihre Aufgabe sieht, neu diagnostizierten Patienten regelhalft zu ermöglichen, per Behandlung wieder deutlich unter 6,5 zu kommen."
                        ...Nephrologen und Kardiologen als Retter der Typ-2-Diabetiker?!, während sich Diabetologie (damit ist wohl Diabetologen gemeint?) nur um ICT und Typ-1-Diabetiker kümmern (weil da werden die Ziele ja sowieso nicht erreicht) ... woher haben Sie denn dieses Bild eines nichtstaugenden Diabetologen?

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                        • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                          "Stattdessen werden sie heute zunächst mit Beruhigung beschissen - leicht erhöhter BZ, noch lange kein Diabetes - und dann mit Rudel-Prävention - 3mal die Woche Sport + gesund=KH-lastig Essen lernen - und kriegen beim Vorrücken auf Diagnose Diabetes schließlich bestenfalls gesagt, dass das mit dem Diabetes eben so sei." Wen zitieren Sie denn da? Diabetologen? Ich (so wie viele meiner Kollegen) bieten neben Diabetesschulungen Präventionskurse (www.doc-aktiv.de) und Therapieprogramme (www.mobilis-programm.de; Doc Weight) an, andere Arztgruppen sind viel seltener vertreten

                          Kommentar


                          • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                            ...UKPDS-Nachbeobachtung zeigt einen Vorteil einer intensiven BZ-Senkung direkt nach Diagnose, und Diabetologen setzen das auch in der Praxis um!!!!...mir scheint bei der (wirklich unübersichtlichen) Studienlage sind Aussagen von Diabetologen missverstanden worden

                            Kommentar


                            • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                              [quote Dr. Keuthage]..eine solch pauschale Kritik an Studien ist nicht gerechtfertigt, und Unterstellungen (ohne Nachweise) helfen nicht weiter...wenn Wissenschaftlern (pauschal) nicht geglaubt wird, dann kann sich wieder jeder hinstellen und irgendetwas ungestraft behaupten (wie z.B. ein Dr. Rath, der Vitamine gegen Krebs teuer verkauft)[/quote]

                              Leider ist es doch Realität ... wenn man sich schon sehr lange im Bereich von Betriebswirtschaft, Marketing und PR bewegt kent man den Inhalt von Studien. Stellt man die Parität zur Medizin her kennt jeder Arzt die Sprache der Vertreter. Hier hat jeder das Beste an Medizin und da auch kommen "Studien" mit 2000 Patienten zum Vorschein, die ach so toll den Vorteil der Innovation darstellen. Wie bereits in einem Beitag geschrieben sollte man vorsichtig sein mit Aussagen der Wissenschaftler. Auch diese irren sich, und das nicht selten. In einer Gesellschaft wo sich jeder selbst der Nächste ist, ist ein Geldgeber auch der Nächste des Wissenschaftlers. Blickt man auf die neuen Errungenschaften der Behandlung des Diabetes(Gliptide) so möchte ich keine Unruhe in Sicht auf weitere Wirkungen stiften. Doch kennt man die weitere Wirkung auf den menschl. Organismus wenn man in diesen hormonellen Regelkreis eingreift? Klar und deutlich - NEIN. Dennoch werden diese Mittel als das Non-plus-ultra angepriesen. Stellt sich darum die Frage weshalb kritische Diabetologen diese Mittel nicht gerne verordnen, auch aus deren Erfahrung das diese Mittel nicht dauerhaft wirken.
                              Selbst habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass meine angebliche Insulinresistens mit Actos(Glitazon) behandelt, zu einer massiven Gewichtszunahme durch Fetteinlagerungen am Bauch führte. Auch hier habe die "Wissenschaftler" den CA der Klinik vom Vorteil des Medis überzeugen können ....
                              Übrigens habe ich meinen Job gewechselt, ich konnte einfach nicht mehr lügen ....

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                              • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                                NEIN, ich glaube nicht an dumme Diabetologen. Ich sehe nur verschiedene und aus ihrer jeweiligen Sicht völlig legitime Standpunkte. Mein Standpunkt ist in dieser Menge der des Betroffenen mit Typ2-Diabetes. Wenn ich mich in der Position beschissen fühle, schiebe ich die Verantwortung dafür nicht nur keiner anderen Position zu, sondern gehe davon aus, dass sich jede andere in diesem Zusammenhang mit ähnlicher Berechtigung ebenso beschissen fühlen kann.

                                Aus meiner Position sehe ich gesund eine geniale BZ-Automatik am Werk, die alltäglich bei minimal (max um 70mg/dl) schwankend flachem & niedrigem BZ JEDE erforderliche Menge Zucker aufnehmen und im Organismus verteilen kann. In dieser Automatik wirken mehrere Organe und Regelkreise so super zusammen, dass Störungen und Defekte jederzeit in erstaunlich weitem Umfang ohne jede noch so kleine BZ-Auffälligkeit ausgeglichen werden. Wenn dann der BZ trotzdem teilweise bis ganz messbar über gesund anzusteigen beginnt, ist das nicht der Start eines Defektes, sondern dann besteht die Defektwirkung - Schadwirkungen schon zu dieser Zeit nicht ausgeschlossen - schon länger und überschreitet endlich alle Ausgleichsmöglichkeiten.
                                Und genau das wäre die ordentliche Meldung an die Betroffenen! Die Erläuterung dieser gesunden Grafik und die einfache Info und Anleitung dazu, wie die Betroffenen selbst mit Hilfe von ein paar Tests am Tag in der Lernphase ihre BZs mit Essen und Bewegung von da an gewissermaßen manuell im gesunden Rahmen halten können, wäre der logische Nicht-Beschiss. Denn damit könnten die Betroffenen selbst und mit minimalem Aufwand am zuverlässigsten jede diabetische Weiterentwicklung stoppen.

                                ABER in diesem Stadium werden die wenigsten auf die auffälligen Ausflüge ihrer BZs hingewiesen, weil nach inhaltlich veralteter Medizin-Definition auch gesunde Menschen nach dem Essen BZs an 200 haben können.
                                ABER auch mit der weiteren Verstärkung der diabetischen Defekte mit immer höher verlaufenden BZ-Kurven und schließlich bei und nach Erreichen der jeweils geltenden Diabetes Diagnosereife ist fachoffiziell von der gesunden Blutzucker-Kurve als Vergleich und Ziel nie auch nur die geringste Information. Der Zucker- oder der Insulinspiegel oder beide seien zu hoch, heißt es meistens und trägt damit direkt zur weiteren Desinformation der Betroffenen bei. Denn ein Spiegel wird im allgemeinen Sprachgebrauch als statisch und allenfalls langfristig und nicht alltäglich mehrfach völlig veränderlich wahrgenommen, während an einem alltäglichen Blutzucker- oder Insulinverlauf absolut NICHTS statisch ist.
                                UND genau so spiegelmäßig werden auch alle Therapiean- und vorgaben gehandelt, allen voran der Blutzucker, der eingestellt wird - selbst bei völlig gesundem Verlauf eine sprachlich absolut unzutreffende und irreführende Formulierung.

                                Diese absolute Unstimmigkeit des Systems gipfelt in einem irrsinnig verwissenschaftlichten grundlegenden methodischen Widerspruch: Da wird uns Betroffenen auf der einen Seite von überall jeden Tag vorgehalten, dass wir mit Diabetes für unsere Behandlung selbst verantwortlich und unsere eigenen Ärzte sein müssen - und auf der anderen Seite werden unsere Behandlungsmöglichkeiten am liebsten doppelt blind beurteilt und bewertet, also mit voller Absicht ohne jede Chance für uns Betroffene, die von uns erwartete Behandlungsverantwortung auch nur im Ansatz einbringen zu können. Und alle Studien, denen auch nur der Geruch anhaftet, dass sich die User wie beim Insulin etwa nach dessen Wirkverlauf gerichtet hätten, womöglich noch nach dessen personalisiertem (normaler Alltag für alle Insuliner mit einigermaßen gesundem BZ-Verlauf und unregelmäßigerem Tagewerk und lebensnotwendig für Insuliner, die Sport treiben) werden von vornherein als kasuistisch verfälscht abgelehnt.

                                Das ist aus meiner Typ2-Betroffenensicht tatsächlich völlige Sinnbefreiung, die wie ein Pilzgeflecht wahrscheinlich nicht nur den Fachbereich Diabetologie durchzieht.

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                                • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                                  Zitat: "...sondern gehe davon aus, dass sich jede andere in diesem Zusammenhang mit ähnlicher Berechtigung ebenso beschissen fühlen kann...", Sie gehen davon aus, dass Ihre Meinung/Einstellung übertragbar ist, ich dagegen sehe Ihr Engagement für Ihre Gesundheit als etwas besonderes, ich sehe Patienten die Schulung ablehnen, BZ-Messen ablehnen, Medikamente nicht nehmen, man sollte sich hüten Menschen in Schubladen zu stecken (das gilt für Patienten wie auch für Ärzte)

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                                  • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                                    Zitat: "Wenn dann der BZ trotzdem teilweise bis ganz messbar über gesund anzusteigen beginnt, ist das nicht der Start eines Defektes, sondern dann besteht die Defektwirkung - Schadwirkungen schon zu dieser Zeit nicht ausgeschlossen - schon länger und überschreitet endlich alle Ausgleichsmöglichkeiten.".....da geben ich und vermutlich alle Diabetologen Ihnen Recht...sollte sich der HbA1c als Diagnose durchsetzen ist übrigens mit mehr Diagnose Diabetes zu rechnen (und wir könnten also früher mit Schulung und Aufklärung - wie von Ihnen zu Recht gefordert - beginnen), nur weiß ich schon jetzt, dass dann viele aufschreien werden und sagen, Ärzte (womöglich unterwandert durch die Industrie) wollten ja nur die Gesellschaft künstlich als krank definieren

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                                    • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                                      Blickt man auf die neuen Errungenschaften der Behandlung des Zitat: "Diabetes(Gliptide) so möchte ich keine Unruhe in Sicht auf weitere Wirkungen stiften. Doch kennt man die weitere Wirkung auf den menschl. Organismus wenn man in diesen hormonellen Regelkreis eingreift? Klar und deutlich - NEIN. Dennoch werden diese Mittel als das Non-plus-ultra angepriesen. Stellt sich darum die Frage weshalb kritische Diabetologen diese Mittel nicht gerne verordnen, auch aus deren Erfahrung das diese Mittel nicht dauerhaft wirken.
                                      Selbst habe ich die Erfahrung machen dürfen, dass meine angebliche Insulinresistens mit Actos(Glitazon) behandelt, zu einer massiven Gewichtszunahme durch Fetteinlagerungen am Bauch führte. Auch hier habe die "Wissenschaftler" den CA der Klinik vom Vorteil des Medis überzeugen können .."

                                      ...viele (neue) Medikamente haben sich als überlegen zu bekannten Alternativen erwiesen, nicht alle (Pioglitazon ist ein Bespiel, dass die Überlegenheit bis heute nicht eindeutig belegt ist, wir es also nicht genau wissen)...insofern ist es nicht verkehrt, bei Innovationen (neuen Medikamenten) auch mit (zu Beginn nicht bekannten) Nebenwirkungen zu rechnen...warnen Sie auch die Menschen, die GLP-1-Analoga (teilweise ohne ausreichende Indikation) einnehmen???...schließlich haben wir auch dazu noch keine Langzeitstudien...hier im Forum hat man bisweilen den Eindruck, ein Arzt der kein Victoza oder Byetta verordnet macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar...

                                      Kommentar


                                      • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Definitio


                                        ...warnen Sie auch die Menschen, die GLP-1-Analoga (teilweise ohne ausreichende Indikation) einnehmen???...
                                        Ja das tue ich, vor allem dann wenn ich weiß das zusätzliche Risikofaktoren(Leber,Niere) bei dem Patienten vorhanden sind. Allgemein bin ich der Meinung das man es versuchen kann, doch man sollte gerade dahingehend immer daran denken das es ein neues und noch recht unerforschtes Gebiet umfasst. Gerade hinsichtlich der Wechselwirkungen sollte/muss man vorsichtig sein.

                                        ...hier im Forum hat man bisweilen den Eindruck, ein Arzt der kein Victoza oder Byetta verordnet macht sich der unterlassenen Hilfeleistung strafbar...
                                        Ich kenne einige denen Byetta und Co. zuerst, man kann es schon wahnsinnig nennen, geholfen hat. Leider ist nach recht kurzer Zeit die Wirksamkeit verloren gegangen. Stimmig finde ich die Aussage von Dr. Keuthage, diese Mittel werden fast heilig gesprochen und manch einer denkt das man damit ohne Probleme seine Erkrankung in den Griff bekommt. Doch man sollte hinsichtlich der Verordnung dem Arzt die Auswahl der Medis vordergründig überlassen. Und nicht enttäuscht sein wenn man nicht das Mittel "seiner Wahl" bekommt. Es ist nicht immer nur das Budget was die Auswahl bestimmt.

                                        Eine weiterhin sonnige und warme Woche
                                        Heiko

                                        Kommentar


                                        • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                                          NEIN, ich hatte nicht an andere Diabetiker gedacht, sondern an weitere Positionen im Gesundheitsspiel. So gehe ich davon aus, dass auch der engagierte Facharzt sich in diesem Zusammenhang wie ich beschissen fühlen kann.

                                          Fangen wir doch einfach, wie Sie ja auch schreiben, bei der neuen Diabetes-Diagnosedefinition an, mit der ich diesen Fred aufgemacht hatte: HBA1c 6,5.
                                          Sie haben recht: Es wird mehr als einen Aufschrei geben, weil gesunde Menschen, denen ja absolut nichts fehlt, wie jeder sehen kann, krank diagnostiziert werden.
                                          UND 7-8 gilt nach Meinung von IQWiG (mir hat Prof. Sawicki meine 5 schon mal persönlich als völlig unnötig ausreden wollen) und G-BA und einem guten Teil Ihrer konservativeren Fachkollegen als völlig ausreichend. Und damit de facto auch bei GKVen und KVen.

                                          Wie muss sich denn da der Arzt fühlen, der die 6,5 wirklich ernst nehmen will, aber praktisch nur Metformin verordnen und keine Zeit investieren kann? Der zwar in Sportmaßnahmen vermitteln kann, in denen der HBA1c während der Dauer der Teilnahme vielleicht um 0,5 Punkte sinkt, während er sieht, dass ohne teures zusätzliches Angebot und mit individuellem Einpassen, das er aber nicht bezahlt kriegt, wie bei der Hunde-Oma dauerhaft 1,5 oder wie beim Drucker Frank noch mehr Punkte drin sind?

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                                          • Hund für BZ-Managment


                                            Moin Jürgen,

                                            ich vermute, das Hundeoma-Posting ging in die Richtung, dass der Hund dazu führt, dass man sich bewegt.

                                            Darf ich mal eine persönliche Meinung zum Hund äußern bitte. Ist nur meine Meinung und muss nicht geteilt werden..Vom Prinzip her hast du Recht. ABER:

                                            Mich stört an der Therapie sehr, dass hier ein Hund angeschafft werden soll, der mutmaßlich 20 Jahre alt wwerden kann (Das ist heute nicht unüblich, dieses Alter.)

                                            Ich erlebe in meinem Job tagtäglich den Teufelskreis zwischen:

                                            Tier anschaffen, keine Kohle für eine ordentliche Haltung, kein Geld für vorgeschriebene Impfungen und Behandlungen, Billigstfutter-Tier erkankt, Patientenbesitzer hat kein Geld für Behandlung usw. usw..

                                            Und das gilt auch für den Oma-Hund.

                                            Wenn du sagst, die Omas sollen in die Tierheime als Gassigeher gehen, meinetwegen täglich, super. Aber sich deswegen einen eigenen Hund zuzulegen: eindeutiges NEIN von meiner Seite.
                                            Das musst ich mal loswerden...

                                            Du könntest argumentieren, holt man sich einen Hund aus dem Tierheim...der kostet so zwischen 220 und 250 Euro und bei einer Pflichtimpfung ist die Oma dann auch gleich mal mit 60Euro dabei.
                                            Viele TA-Praxen behandeln nur noch gegen Cash, keine Raten, keine Karte. Und das mit Recht und aus gutem Grund.

                                            Ich denk nur, auch das sollte man wissen..

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                                            • Re: Hund für BZ-Managment


                                              nix Neuanschaffung, sondern einfach passender Einsatz von dem, was schon da ist :-)

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                                              • Re: Hund für BZ-Managment


                                                [quote hjt_Jürgen]nix Neuanschaffung, sondern einfach passender Einsatz von dem, was schon da ist :-) [/quote]

                                                DAS beruhigt mich.. das hatte ich noch nicht gelesen...:-)

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                                                • Re: Das Kreuz mit den Diabetes-Diagnose-Defin


                                                  Ein paar Typ1 Vorurteile in der Diabetologie?

                                                  - hoher BZ für Typ2 sehr viel unschädlicher als für Typ1 - weil Typ2 später bis gar nicht zur Ketoazidose kommt, und die Gefahr wird traditionell zuerst an Akutsymptomen festgemacht.
                                                  ABER die Schadwirkung durch Druckschwankungen und Verzuckerungen vor allem von Eiweißen sind bei allen Typen genau die gleichen :-(

                                                  - Ketone schädlich für Diabetiker - wg der Ketoazidose.
                                                  ABER auch beim Typ1 führt eine ketogene Stoffwechsellage nur bei sehr unzureichender Insulinversorgung zur Ketoazidose. Und eine so unzureichende Insulinversorgung gibt es beim Typ2 erst in einem sehr fortgeschrittenen Zustand, so dass der Typ2 sehr gesund ketogen abnehmen kann. Ihm Angst vor ner Keto zu machen ist daher ebenso unbegründet und kontraproduktiv, wie die Angst vor ner Hypo bei Unterschreiten von 100mg/dl :-(

                                                  - BZ muss mindestens 100mg/dl sein, vor allem vor dem Schlafengehen -
                                                  ABER so lange noch eigenes Insulin produziert wird, hält der hohe BZ die Eigenausgabe beständig auf viel zu hohem Niveau, und damit selbstverständlich auch den Anteil des intakten Proinsulins :-(

                                                  - der BZ steigt postprandial stark an - wg der IR, sagt Typ1,
                                                  ABER wg mangelndem Inkretin-Effekt gibt es gar kein Insulin, dem resistiert werden könnte :-(

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