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Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....

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  • Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....

    .........wir sind ziemlich ratlos was die beste Pflege unserer demenzkranke Mutter angeht. Sie bräuchte in der Regel 24 Stunden Betreuung / Begleitung. Wir beschäftigen uns diesbezüglich zeit Monate und kommen überhaupt nicht weiter. Ihr Sohn (mein Mann) und ich sind ziemlich unterschiedlicher Meinung. Wer kann uns beraten? Meine Meinung ist Oma zu Hause zu pflegen- im Sinne von begleiten, bekochen usw. Sie ist nicht aggressive und ich habe vormittags Zeit wenn die Kinder in der Schule sind.
    Nachmittags/abends/nachts werden Betreuerinnen organisiert. Sonntags können wir Tagsüber übernehmen. Mein Mann dagegen will sie ins Pflegeheim schicken. Er ist der Meinung, dass eine Hauspflege zu teuer und kompliziert wird. An wem könnten wir uns wenden? Wer kann uns objektiv beraten? Hat einer von Euch Erfahrungen/ Vergleich gemacht?

    Liebste Grüße aus Bonn,
    ilena

  • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


    Ich würde mich an eine Alzheimerberatung wenden. Gibts in den meisten Großstädten.
    Viel Glück und alles Liebe wünscht Mareike

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    • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


      Hallo Ilena,

      diese Frage zu beantworten ist nicht einfach. Grundsätzlich gibt es natürlich Beratungsstellen. Sie kommen aus Bonn - haben Sie schon einmal bei der hiesigen Alzheimergesellschaft ein Beratungsgespräch geführt? Auch Selbsthilfegruppen, die es mittlerweile fast überall gibt, können da weiterhelfen. Meist bieten auch die kirchlichen Träger Beratungen an.

      Die Alzheimer Gesellschaft hat ihre Geschäftstelle in der Friesdorfer Straße 91, 53173 Bonn, und ist telefonisch unter der Rufnummer 386 28 53 dienstags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs von 13.30 bis 15 Uhr zu erreichen.
      Hier finden Sie weitere Adressen zu Beratungsstellen in Bonn:
      http://www.alzheimerforum.de/2/9/1/plz5.html

      Zunächst stelle ich fest, daß Sie die Betreuung ja schon sehr gut, auch mit fremder Hilfe, organisiert haben. Hat Ihr Mann dennoch das Gefühl, daß Sie zu stark eingespannt sind und er bzw. die Familie dabei zu kurz kommen? Die Kosten alleine können es eigentlich nicht sein; denn auch ein Pflegeheimplatz ist sehr teuer. Hat Ihre Schwiegermutter denn eine Pflegestufe? Wie aufwendig ist die Pflege? Weshalb können Sie sie nicht alleine lassen? Ist sie sturzgefährdet oder reagiert sie mit Panik, wenn sie alleine ist? Würde sie die Wohnung verlassen und umherirren?

      Hier einmal ganz grob die Kosten für ein durchschnittliches Pflegeheim in Stuttgart (dort lebe ich; die Preise können durchaus noch höher sein):

      Kosten Pflegeplatz Zuschuß Pflegeversicherung Verbleibender Eigenanteil
      1.800 0,00 1.800 (Pflegestufe 0)
      2.500 1.023 1.477 (Pflegestufe 1)
      2.800 1.278 1.522 (Pflegestufe 2)
      3.200 1.432 1.768 (Pflegestufe 3)

      Ausgehend von dem, was ich bislang selbst erfahren habe bzw. was erfahrene Berater mir geraten haben:

      Für einen Umzug ins Heim sprechen folgende Punkte:
      Ihre Schwiegermutter erkennt selbst nächste Angehörige oft nicht mehr oder es kommt auch in der eigenen Wohnung immer häufiger vor, dass sie diese als fremd und unbekannt wahrnimmt. In diesem Fall hat das vertraute Umfeld nicht mehr die zentrale Bedeutung. Dann kann es sogar sein, dass ein Demenzkranker den Umzug ins Pflegeheim kaum als bedeutsamen Einschnitt oder Veränderung in seinem Leben wahrnimmt.
      Ihre Schwiegermutter ist noch anpassungsfähig und kann sich gut auf eine neue Situation und Umgebung einstellen.
      Sie sind mit der Pflege überfordert. Es kommt in der Familie zu Spannungen und Konflikten, auch dem Kranken gegenüber. Hilfen von außen (Pflegedienste, Helferkreise, Betreuungsgruppen, Tagespflege) können nicht erweitert werden oder können die Überforderungssituation nicht wesentlich abmildern.
      Verhaltensweisen wie nächtliche Unruhe, Aggressivität, Kotschmieren stellen eine zunehmende Belastung für die Angehörigen dar und Medikamente wie auch betreuende Hilfe bringen keine wirksame Entlastung.
      Ihre Schwiegermutter hat einen hohen Bewegungsdrang und fühlt sich in der Wohnung oft eingesperrt. Eine Begleitung beim Spaziergang kann nicht oft genug ermöglicht werden.

      Gegen einen Umzug ins Heim spricht:
      Grundsätzlich kann jede größere Veränderung der Lebensbedingungen für einen demenzkranken Menschen zu einem vorübergehenden oder auch dauerhaften Einbruch der Fähigkeiten führen. Deshalb ist es wichtig, sich klarzumachen, inwieweit ein demenzkranker Mensch solche Chancen in einem neuen Umfeld noch nutzen kann und ob eine bestimmte Pflegeeinrichtung aufgrund des dort vorhandenen Milieus, der Atmosphäre und des Betreuungskonzepts diese Chancen auch bieten kann.
      Ihre Schwiegermutter ist misstrauisch und lehnt Kontakte zu neuen Personen oft ab, auch wenn diese bemüht sind, sich auf sie einzustellen. Sie war über viele Jahre gewohnt, allein und unabhängig zu leben und fühlte sich dabei auch wohl.
      Sie fühlt sich in ihrem sozialen Umfeld zu Hause sehr gut betreut und versorgt. Sie hängt sehr an den Menschen, die sie betreuen. Dann würde der Umzug ins Heim einen schwerwiegenden Bruch in ihrem Leben darstellen, der u.U. einen Demenzschub und eine bleibende Verschlechterung ihres Zustandes auslösen kann.


      Die Grenzen der häuslichen Betreuung sind meist erreicht, wenn trotz qualifizierter medikamentöser Unterstützung und qualifizierter Hilfen bei der Betreuung das Verhalten des Kranken bereits bei geringfügigen Anlässen oder unvorhersehbar in Zorn, Wut oder gar Tätlichkeiten umschwenkt. Auch wenn der Erkrankte die Angehörigen rund um die Uhr auf Trab hält und die Nachtruhe erheblich gestört wird oder wenn der Kranke trotz Versorgung mit Inkontinenzhilfsmitteln beispielsweise laufend in der Wohnung uriniert oder mit Kot schmiert, ist die Betreuung zu Hause meist nicht mehr möglich.
      Die Angehörigen reagieren dann häufig sehr gereizt auch auf kleinere Schwierigkeiten im Umgang mit dem Demenzkranken, fühlen sich angespannt, haben erhebliche Schlafstörungen, leiden häufig unter Weinkrämpfen oder werden depressiv oder antriebslos. Aber auch, wenn der Kranke keine herausfordernden Verhaltensweisen zeigt, können Angehörige durch die Mehrfachbelastung Pflege/Beruf/Familie in Gefahr geraten, psychisch und gesundheitlich Schaden zu nehmen.
      In solchen Fällen kann eine Beratung bei einer qualifizierten Beratungsstelle oder der Kontakt zu einer Angehörigengruppe helfen. Wenn auch das nicht hilft, kann das Heim ein Ausweg sein.

      Achten Sie aber bei der Auswahl des Heims unbedingt darauf, daß man dort möglichst eine eigene Dementenstation hat, auf der die Kranken therapeutisch gut behandelt werden und zum Beispiel ihren Bewegungsdrang ausleben können. Die Atmosphäre sollte insgesamt „heimelich“ und familiär sein. Nicht trist und krankenhausähnlich, steril und übermäßig ordentlich. Man sollte die Bewohner tolerant behandeln und nicht willkürlich in die Heimordnung zwingen. Lässt man sie z.B. Gegenstände in der Einrichtung umherräumen und wird flexibel auf ihre gewohnten Aufsteh- und Schlafenszeiten eingegangen? Ist man bemüht, ihre Selbständigkeit zu erhalten und animiert sie, sich bei Aktivitäten zu beteiligen ohne sie zu überfordern (aktivierende Pflege!!!!)? Wird gelassen und tolerant damit umgegangen, wenn sie etwas nicht wollen wie z.B. die tägliche Körperpflege, sich ankleiden lassen oder sich rasieren oder kämmen? Gibt es feste Bezugspersonen für jeden Heimbewohner, der seine Bedürfnisse genau kennt und diese im Blick behält, auch wenn er gerade keinen Schichtdienst hat?

      Ganz wichtig - ob Sie sich für häusliche oder stationäre Pflege entscheiden - ist aber, daß Sie sich mit Ihrem Mann einigen. Denn die Spannungen zwischen Ihnen können sich auf die Pflegesituation übertragen und das wird Ihrer Schwiegermutter nicht entgehen. Demenzerkrankte sind hochsensibel für Stimmungen.

      Ich wünsche Ihnen Kraft und Mut für die richtige Entscheidung!

      Liebe Grüße,
      Petra H.

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      • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


        Liebe Ilena,
        bevor Sie sich entscheiden, lesen Sie bitte in meinem Beitrag "Pflegeheime und Demenz - Erfahrungen", Sie finden ihn noch hier bei den Themen auf der ersten Seite. Wenn Sie unsere Geschichte ein wenig verfolgen, finden Sie die katastrophale Odyssee eines kranken, alten Mannes und die Verzweiflung seiner Tochter (das bin ich).Es ist schwer, ein wirklich gutes Heim zu finden und der Zustand des/der Kranken wird sich auf jeden Fall dort schneller verschlechtern, als in der heimischen Umgebung. Die Betreuung zu Hause war oft anstrengend und schlimm - aber was ich im Heim erlebt habe, war um ein Vielfaches schlimmer.

        Zur Zeit lebt mein Vater in einer Wohngemeinschaft -leider von seiner Heimzeit schwer und irreparabel gezeichnet. Schauen Sie unbedingt genau hin, wenn Sie sich Heime ansehen, unbedingt die Pflegeabteilung zeigen lassen und auch mal in den frühen Abendstunden kommen, wenn zu Abend gegessen wird und anschließen für's Bett fertig gemacht wird...

        Ich wünsche Ihnen die richige Entscheidung.
        Gruß Leona

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        • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


          Hallo,
          diese Geschichte kommt mir bekannt vor...
          Ich habe selber in so einem Heim gearbeitet...
          Ein grauen ohne gleichen...
          Keine Schwestern aufgrund Einsparungsmaßnahmen...
          Genervtes Personal.. keine Zeit... unhöflich, gemein zu den Patienten..
          Nachdem ich all´das Seelisch nicht mehr ausgehalten habe , habe ich Gekündigt.
          Und zudem auch das gesamte (12 Leute) Küchenpersonal, nachdem sogar Suppen bis hin zum verlust jeglichen Geschmackes gestreckt wurden....
          Brot wurde den Menschen weggenommen, Demenzkranke liefen aus dem heim , ohne das jemand etwas merkte..
          Ich kenne noch viel Schlimmere Sachen, die ich aus Scham hier nicht beschreiben will...
          Mein Vater war nach einem Schlaganfall 6 Jahre ans Bett gefesselt.. keine Sprache, keine Kontrolle über den Körper, aber der Kopf war klar.
          Wer einmal nur in die Augen eines solch Hilflosen Menschen schaut, weiß was er denkt...
          Das geht auch ohne Worte...
          Meine Familie, vorallem aber meine Mutter hat meinen Vater mit all´ihrer Kraft bis ans Ende gepflegt! ´
          Mit Liebe, Geduld und manchmal auch bis ans Ende dessen, was ein Mensch überhaupt aushalten kann, ohne dabei selbst zu Grunde zu gehen..
          Keiner hat meinem Vater gezeigt , wieviel Mühe es manchmal war, das alles auszuhalten.
          Er sollte seinen " weg" in Ruhe und mit Würde zu Ende gehen dürfen, und unserer Begleitung... Sofern er sie wollte..
          Die ganze Familie hat geholfen, er hat sich in einem Karankenhaus von allen unbemerkt von uns verabschiedet und Starb dann am frühen Morgen...
          Vielleicht in einer der Minuten wo mal Ruhe war um ihn herum... Aber so wollte er es...
          Wir haben nie ein Wort über ein Heim verloren, aber auch , weil ich immer von den miesen Umständen in dem Heim erzählt habe.. Und ich kenne nicht nur dieses Heim!!
          Profitgier an alten Menschen...
          Desinteresse, Teilnahmslosigkeit, Pflegemüde...
          Zum Glück sind nicht alle Heime so! Aber die Gro und das ist eine Tatsache die geändert werden muss!
          Ich wünsche allen Angehörigen viel Kraft und einen Menschen an ihrer Seite um diese Schweren Zeiten durchzustehen...
          Lg,
          Nesty

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          • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


            Liebe Nesty,
            herzlichen Dank für Ihren offenen Beitrag - wie haben Sie das alles nur so lange durchstehen können? Ihre Mutter und die gesamte Familie hat großes geleistet, indem sie den Vater bis zum Schluss begleitet hat. Leider bin ich allein - geschieden, ohne Geschwister und die Eltern (bei 83 Jahre) auch noch seit 30 Jahren geschieden. Ich kann es alleine einfach nicht schaffen, sonst hätte ich Vater auch selbst gepflegt. Aber als Einzelperson ist es fast ausgeschlossen, weder zeitlich noch körperlich. Also muss man einen Kompromiss finden - leider!
            Danke, dass Sie uns allen Mut machen und herzlichen Gruß, Leona

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            • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


              Hallo,
              vielen Dank erstmal für das Interesse!
              Ich denke, irgendwie geht es immer, auch wenn man manchmal am liebsten alles " hinschmeissen" möchte, weil nichts mehr geht...
              Ich bin übrigens 35 Jahre alt, mein Sohn war damals gerade 2,5 Jahre alt, als mein Vater den Schlaganfall hatte... mit kleinen Kindern steht man nochmehr unter " Dampf"
              Irgendwie geht es dann aber doch, und man fragt sich woher man diese Kraft nimmt..
              Aber trotzdem ist es keine " Schande" , wenn man einen Menschen in eine gut Ausgesuchte Einrichtung gibt!
              Gerade, wenn man wie Sie alleine ist, fühlt man sich umsomehr "alleinegelassen" mit all´diesen Problemen.
              Einerseits liebt man diesen Menschen, andererseits kann man ihm nicht die nötige Hilfe geben und Unterstützung, die derjenige braucht...
              Das ist ein Teufelskreis, und egal was man tut, man hat immer das Gefühl etwas nicht "richtig" zu machen..
              Zumindest ging es mir so...
              Gerade Angehörige brauchen dann mal eine "Rückzugsmöglichkeit"... ( Kurzzeitpflege des zu Pflegenden)
              Aber auch da fängt es schon an...
              Ein Angehöriger im Heim wird von der Kasse bis zur " Höchstgrenze " ( ca. 1800.- €) bezahlt, aber der der Pflegt wird bei Pflegestufe 3 mit knapp über 600.- € " abgeklatscht"....
              Wenn er den jenigen zu Hause Pflegt...
              Wo ist die Menschlichkeit ? Die Logik ??
              Naja, die gint es nicht wenn es um Geld geht, da ist mein Mensch der Krank ist , auch nichts mehr Wert in dieser Gesellschaft...
              Ich könnte Heulen bei dem Gedanken daran, wieviele Familien zerbrechen an dieser Aufgabe des Pflegens eines Menschen...
              Keiner sollte sich " Rechtfertigen" müssen, weil er nicht die Kraft und das " Fachwissen" besitzt, für einen zu Pflegenden Menschen, aber wenn der jenige in eine Pflege-Altersheim kommt, sollte er dort alles bekommen was er verdient!
              Liebe, fürsorge, eine Würdevolle Pflege und Essen was ihm Schmeckt, denn was haben diese Menschen denn dort noch ??
              Nichts! Es ist immer ein Spagat zwischen der eigenen Familie zu Hause und dem Menschen der im Heim lebt.
              Jeder muß für sich versuchen das " richtige" zu tun , und sich nicht von den " möchtegern" Profis und " Hobbypsychologen" reinreden lassen....
              Ich würde jederzeit wieder Pflegen, aber es ist auch eine unsagbare Last damit verbunden...
              Meine Schwiegermutter wäre somit die nächste, die es zu Pflegen gilt, das tun mein Mann und ich schon seit ein paar Jahren schon, aber noch nicht in " vollem" Ausmaß... Und ich hoffe, das sie auch weiterhin im "zustand" der Leichten Pflege bleibt und damit noch einigermaßen Fit und Agil .... Wir werden es sehen....
              Was kommt, das kommt...
              Lieben gruß an alle,
              Eure Nesty

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              • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                Hallo Nesty,

                ich wollte mich für Ihre Beiträge bedanken! Sie sprechen mir aus der Seele.Ich habe Anfang Juli meinen Vater nach 2. jähriger Pflege bei mir zu hause, davon war er zum Schluss 1 Monat im Heim und 3 Monate im KH verloren.
                Ich habe auch gleichzeitig meine Mutter gepflegt.. deren Gesundheitszustand verschlechterte sich aber so drastisch, dass ich mich entscheiden musste. So viel die Entscheidung letzten Jahres im August auf ein Pflegeheim.
                Warum ich das Alles schreibe? Weil ich fertig bin und ich würde nie mehr eine Pflege zu hause übernehmen! Ich habe meine Kräfte dermassend überschätzt...und heute bin ich selbst gesundheitlich so angeschlagen, dass ich krank bin und keinen Job habe!
                Meine Erlebnisse die nur indirekt mit meiner täglichen Pflege der Eltern in Zusammenhang standen, sprich "Pflegedienste" ect.
                waren so schlecht...es ging nur ums Geld!!! Jeder wollte sich eine "goldene Nase" verdienen und ein wirkliches Interesse an alten, kranken Menschen bestand zu keiner Zeit!
                Die Alternative ist leider dann oft ein Pflegeheim...dazu kann man hier im Forum einige Meinungen lesen...es gibt Gute....aber die haben Seltenheitswert!
                Wie man sich drehen und wenden will, es ist und bleibt sehr schwierig....ich wünsche allen die Kraft der richtigen Entscheidung ein Patentrezept gibt es leider nicht!

                Herzlichen Gruss
                Rosenmädchen

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                • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                  Hallo Nesty,
                  meine geschwister und ich haben die Mama lange begleitet.
                  Nun ist sie auf einer Dementenwohngruppe; sie hat 24 Std. Begleitung. Das konnten wir nicht mehr leisten,aus beruflichen und privaten Gründen. Ich selber bin Pflegefachkraft,ich weiss also , worum es geht. Ich weiss meine Mamma gut versorgt, kann jederzeit bei ihr nach dem rechten schauen. Die Mitarbeiter im Bereich machen gute Arbeit, es gibt gut und reichlich zu essen und zu trinken, es wird viel unternommen.Und alle pflegerischen Maßnahmen werden mit mir besprochen.Also,es gibt durchaus gute Pflegeheime,manchmal muss man sie allderdings suchen.

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                  • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                    Hallo,
                    ja, ich höre immer wieder dasselbe....
                    Angehörige die Leiden.. und Menschen die gepflegt werden müssen, ohne es je gewollt zu haben...
                    Keiner sucht sich sein Schicksal aus... Dann würde vieles anders..
                    Zu Pflegen bringt einen an die Grenze dessen, was man im Stande ist zu Leisten, oder man denkt es zumindest...und geht doch oft geht man sogar darüber hinaus... Man gibt sich fast völlig auf, man hört auf selbst zu Existieren, es dreht sich alles nur noch um den zu Pflegenden Menschen.. Stimmt´s ??
                    Aber vielen Menschen ergeht es so wie Ihnen, sie Pflegen, geben sich der Aufgabe hin, weil sie meinen es dem Menschen " Schuldig" zu sein... Sei´es so oder auch nicht...
                    Aber als die Eltern einen zu einem Menschen "herangezogen" haben, hat keiner daran je gedacht, das es einmal umgekehrt kommen könnte...
                    Auf einmal ist man selber der Erwachsene, und muss wieder für einen Menschen da sein.. Doch diesmal ist es nicht das eigene Kind, sondern die Eltern oder Großeltern...
                    Das allerdings ist eine ganz andere Aufgabe! Und das merkt man Recht schnell...
                    Man versucht sich um einen Menschen zu kümmern, der vielleicht viel mehr Hilfe braucht als die eines Kindes... doch wie soll man diese schwere Aufgabe lösen ??
                    Der eine macht einfach " Stoisch " seine Aufgabe ohne zu merken wie das ganze ihn auffrisst, der andere aber hingegen macht sich immer wieder Gedanken, ist vor lauter Pflege schon wie " ausgesaugt" und geht schneller vor der Last der Aufgabe in die Knie!!
                    Es ist immer wichtig sich Hilfe zu holen!
                    Aus der Familie... Alle müssen dann helfen, ob sie wollen oder nicht.. !!!
                    Jeder kann eine kleinigkeit machen..
                    Anders sieht es aus wenn man alleine ist...
                    Man rennt los, stellt Anträge. ( und die dauern.....!!!). muß sich erst zurechtfinden bei den " Amtsschimmeln".. ( Die meinen wirklich , alles ist so toll, und soooo einfach!!)
                    Und schon alleine das kostet Kraft..zuviel Kraft...
                    Es werden einem immer wieder " Steine" in den weg gelegt, nach dem Motto:
                    " Ist doch alt, leistet nix, schnallt nichts mehr, Kostet nur Kohle, also ?? Weg damit!!"
                    Früher gab´es noch Familien, da wohnten alle unter einem Dach..
                    Aber diese Art des zusammenlebens ist heute kaum noch möglich .. wo jeder zusehen muss, das er im Arbeitsalltag nicht den Überblick verliert und wo kaum noch Zeit für Ehemann/ Partner ist...geschweige denn Kinder, die am besten gar nicht mehr auf die Welt kommen sollten ( laut mancher Menschen...) oder gleich morgens um 6 Uhr in den Kindergarten müssen, weil es leider nicht mehr anders geht...
                    Und dann noch einen Menschen " Nebenbei " Pflegen?
                    Eine schier unlösbare Aufgabe, will man nicht beim Sozialamt landen, weil man für das Pflegen eines Angehörigen auch noch mit Jobverlust und Hartz4 rechnen muss...
                    Da kann man doch nachvollziehen, das Angehörige beim Arzt landen mit Depressionen oder mit dem " Burn Out" Syndrom....( oder noch Schlimmeres...)
                    Man muss aufpassen sich nicht selber zu " verlieren"... nur noch ein " Pflegendes Etwas " zu werden...
                    Jede Hilfe die einem in die Hände kommt sollte man annehmen..
                    Aber man sollte sie auch annehmen!!!
                    Zugeben, das Vater/ Mutter oder wen man auch gerade Pflegt, einen an die Grenzen bringen, man nicht mehr kann!
                    Man darf auch mal richtig schimpfen über die Last ( ..aber bitte nicht den zu Pflegenden..!!)
                    sagen, das man am ende ist! Es auch zeigen!!!
                    Und vor allem Rechte fordern !!
                    Man hat das Recht auf Ruhe ! Man hat das Recht auf SICH selbst ! Auf ein paar Tage ohne alles !!
                    Es ist so schwer einem das richtige zu sagen..
                    Es gibt kein Patentrezept...
                    Leider!
                    Würde es das geben?? Ich würde es wirklich jedem von Ihnen verraten! Versprochen!
                    Alles gute und eine große Portion Kraft Ihnen allen!!
                    Eure
                    Nesty....

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                    • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                      Hallo,
                      ich habe auch nicht sagen wollen das es GAR KEINE guten Pflegeeinrichtungen gibt, sondern das es für einen Laien doch wirklich schwer ist ( ohne Kenntnisse..) ein gutes Heim zu erkennen !
                      Man möchte seinen Angehörigen doch in seiner Nähe wissen, ohne erst 100 km zu fahren um ihn zu besuchen...
                      Es halt schwer, das meinte ich.. aber ich weiß auch aus meiner Erfahrung das es oft mehr " Schein" als " Sein" ist , wenn man erstmals eine Pflegeeinrichtung betritt...
                      Beispiel :
                      Riecht es nach Urin ?? Laufen Pflegebedürftige " Wirr" umher ? Sieht man Personal ?
                      Wie sieht ein gutes Pflegeheim für einen Laien aus ??
                      Können die Menschen in einen Garten? Ist dieser eingezäunt um weglaufen zu verhíndern ?
                      Gibt es Therapeuten im Haus??
                      Und so weiter, und so weiter....
                      Das KANN ein Laie nicht wissen...
                      Und es gibt leider noch keine Heime wo schon an der Tür steht, wie mit Pflegenden umgegangen wird..
                      Denn Gepflegt zu werden ist fast schwerer als zu Pflegen...
                      Ich wünsche allen Angehörigen so eine schöne Einrichtung wie Ihre Mutter es hat, sie ist zu beneiden...
                      Ihnen und der Mutter alles von Herzen gute!
                      Alles gute,
                      Nesty

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                      • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                        Liebe Nesty,
                        Sie haben die Situation auf den Punkt gebracht - ich könnte jedes Wort unterschreiben.
                        Vielen Dank für Ihren Beitrag und auch Ihnen Kraft und Durchhaltevermögen!
                        Gruß Leona

                        Kommentar


                        • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitt


                          Hallo,
                          von Herzen gerne geschehen, jederzeit wieder!!
                          Lieben gruß an alle..
                          Eure Nesty

                          Kommentar


                          • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


                            Lies dir mal den Beitrag bzgl. mehr Pflege für Demenzkranke durch, super hilfreich!

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                            • Re: Demenz - Heim oder Pflege zu Hause?? Bitte um Rat.....


                              Hallo, ilena,
                              was würde sich Oma denn wünschen?

                              Habt ihr euch mal in einem Pflegeheim umgesehen? Vielleicht fiele speziell deinem Mann dann die Entscheidung leichter?
                              Vermutlich befürchtet er, dass die Belastung durch die Pflege für dich zu viel wäre (und dass eure Ehe darunter leiden würde, was durchaus realistisch ist).

                              Wie sieht es mit der Finanzierung aus? Welche Pflegestufe hat Oma?

                              Wie wäre es, wenn ihr eine ausländische 24-h-Betreuerin engagiert? Das kostet nicht viel mehr als Heimunterbringung oder ist sogar günstiger. Ich habe eine und bin sehr zufrieden.
                              Herzlichen Gruß, Louisanne

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