Kindergarten

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (30. November 2016)

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Nach dem Kinderförderungsgesetz (KiföG) haben in Deutschland alle Kinder ab dem ersten Geburtstag ein Anrecht auf einen Betreuungsplatz. Viele Kindertagesstätten nehmen außerdem bereits Kinder unter einem Jahr in speziellen Gruppen (Krippe oder Kinderkrippe) auf.

Anders als bei Schulkindern gibt es keine formelle Kindergartenpflicht. Deshalb müssen Eltern sich in vielen Regionen an der Finanzierung des Kindergartens beteiligen.

Stehen verschiedene Kindergärten zur Auswahl, kann eine Reihe von Überlegungen eine Rolle bei der Entscheidung spielen, in welchem Ihr Kind am besten aufgehoben ist:

  • Mittel- und langfristig ist es von Vorteil, wenn Ihr Kind den Kindergarten gut zu Fuß erreichen kann.
  • Wenn Sie mit dem Kindergarteneintritt Ihres Kindes wieder arbeiten gehen, ist es wichtig zu wissen, wann Sie Ihr Kind frühestens bringen und spätestens abholen können. Es gibt immer noch Kindertagesstätten, die keine Übermittagsbetreuung anbieten.
  • Die meisten Kinder freuen sich zwar, wenn sie in den Kindergarten kommen. Mit anderen, ihnen bereits bekannten Kindern denselben Kindergarten zu besuchen, vermindert jedoch das bange Gefühl, das mit dem Kindergarteneintritt trotzdem verbunden sein kann.
  • In einigen Fällen gibt die weltanschauliche Ausrichtung der infrage kommenden Kita den Ausschlag. In unserer multikulturellen Gesellschaft zeigen sich allerdings auch konfessionell gebundene Einrichtungen im Allgemeinen grundsätzlich offen für alle Kinder, gleich welcher Herkunft und Glaubensrichtung.

Eingewöhnung im Kiga

Die meisten Kinder freuen sich darauf, in den Kindergarten zu kommen. Bedeutet es doch einen wichtigen Sprung auf der kindlichen Reifeskala: "Jetzt bin ich ein Kindergartenkind".

Gleichwohl kann ein Dreijähriges nicht im Voraus absehen, wie vielen neuen, spannenden und gelegentlich auch Bange machenden Dingen es begegnen wird. Auch für viele Eltern stellt der Kindergarteneintritt ihres Kindes durchaus eine Herausforderung dar: Sie müssen lernen loszulassen.

Tipps

Es empfiehlt sich, Ihrem Kind und auch sich selbst genügend Zeit zu geben, diesen bedeutsamen Schritt in den neben der Familie fortan wichtigsten Lebensraum Ihres Kindes zu tun. Darum gehen viele Kindertagesstätten nach dem sogenannten Berliner Model oder ähnlichen Modulen vor, nach dem das Kind ganz allmählich mit intensiver Unterstützung der Eltern an den Kindergarten gewöhnt wird:

  • Besuchen Sie den Kiga mit Ihrem Kind vor dem eigentlichen Eintrittsdatum für ein paar Stunden zur Probe. Viele Kindertagesstätten bieten hierfür nach der Anmeldung einen Schnuppertag an.
  • Sprechen Sie mit den Erzieherinnen, wenn Sie unsicher sind oder Fragen zum Vorgehen haben. Am besten wird die Eingewöhnung individuell auf Ihr Kind abgestimmt.
  • Kinder haben ein unterschiedliches Temperament und tun sich mit dem Einstieg in den Kindergarten auch unterschiedlich leicht oder schwer. Lassen Sie Ihrem Kind sein eigenes Tempo, aber binden Sie es auch nicht zu eng an sich. Oft haben die Eltern mehr Probleme, sich zu lösen, als die Kinder – und übertragen die Trennungsangst unbewusst auf das Kind.
  • Gewöhnlich begleitet ein Elternteil das Kind täglich über ein ein bis zwei Wochen für immer kürzere Zeitintervalle und zieht sich dann nach und nach zurück.

Nach spätestens drei bis vier Wochen fühlen sich die meisten Kinder sicher genug, um auch ohne Mutter oder Vater im Kindergarten zu sein. Gelegentlich wird es Rückschläge geben, und Ihr Kind wird Sie nicht gehen lassen wollen. Das ist normal und gibt sich mit der Zeit.

Welche Kita-Modelle gibt es?

In der Kinderbetreuung stehen die unterschiedlichesten Modelle zur Verfügung, je nach Bundesland, Region und Bedarf. So gibt es in einigen Gegenden Deutschlands Kindertagesstätten, die für Kinder von Eltern in Schichtarbeit eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung anbieten. Andere haben festgelegte Öffnungszeiten und schließen über die Mittagszeit. Ferienzeiten müssen von den Eltern in vielen Fällen selbstständig überbrückt werden, in einigen Fällen aber sind Kindergärten das ganze Jahr geöffnet.

Je nach Bedarf und Verfügbarkeit gibt es außerdem unterschiedliche Platzangebote: Von Teilzeitplätzen (gewöhnlich 25 oder 35 Stunden die Woche) über Mittagsplätze (die Kinder müssen vor dem Mittagessen abgeholt werden) bis hin zu Ganztagesplätzen (gewöhnlich 45 Stunden die Woche).

Wer aufgrund seiner Arbeitszeiten eine spezielle Kinderbetreuung benötigt, kann daher auf der Suche nach dem richtigen Kindergarten schnell an seine Grenzen stoßen.

Kindergartenbeiträge

Auch bei den Kindergartengebühren gibt es unzählige Varianten. Der monatliche Kindergartenbeitrag staffelt sich in vielen Bundesländern nach dem Einkommen der Eltern beziehungsweise nach dem Einkommen des Elternteils, bei dem das Kind wohnt (bei Alleinerziehenden). Unterhalb einer bestimmten Einkommensgrenze ist der Kindergartenbesuch kostenfrei, Eltern mit hohem Einkommen zahlen entsprechend hohe Beiträge. In anderen Regionen müssen Eltern unabhängig vom Einkommen gar keinen Zuschuss zu den Kindergartenkosten zahlen.

Welchen Zuschuss Sie zur Betreuung Ihres Kindes leisten müssen, erfragen Sie am besten beim zuständigen Jugendamt Ihrer Region oder direkt beim Wunschkindergarten. Bedenken Sie, dass zu den monatlichen Kindergartenkosten weitere Gebühren hinzukommen können, wie beispielsweise:

  • Essensbeitrag,
  • musikalische Früherziehung,
  • Einzahlungen in die Gruppenkasse u.a.

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