Schwarzer Knoblauch
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Bye-bye Knobifahne: Was schwarzer Knoblauch kann – und was nicht

Schwarzer Knoblauch gilt nicht nur als kussfreundlich, er soll auch besonders gesund sein. Was ist dran am Hype um den Black Garlic? Wie schmeckt die schwarze Knolle? Und: Wo kann man sie kaufen?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Bye-bye Knobifahne: Was schwarzer Knoblauch kann – und was nicht

Knoblauch verleiht dem Essen das gewisse Etwas. Wenn da nur nicht diese lästige Fahne wäre. Feinschmecker haben da eine Lösung: Schwarzer Knoblauch. Wer ihn verzehrt, kann am nächsten Morgen bedenkenlos auf Tuchfühlung gehen. Er muss aber auch in Kauf nehmen, dass der Black Garlic geschmacklich kaum etwas mit dem weißen Knobi zu tun hat.

Schwarzer Knoblauch ist weißer Knoblauch. Nur anders.

Der Black Garlic ist nicht etwa eine eigene Knoblauchsorte. Schwarzer Knoblauch ist nichts anderes als weißer Knoblauch, deren Knollen durch einen speziellen Prozess fermentiert wurden.

So wird aus weißem schwarzer Knoblauch:

  • Nach der Ernte werden die gesäuberten weißen Knollen in einer Kammer aufbewahrt.
  • In der Kammer ist es sehr heiß (ca. 60-90 Grad) und feucht. Zudem kann keine Luft nach außen oder innen gelangen.
  • Mikroorganismen und Enzyme aus den Knollen setzen den Fermentierungsprozess in Gang. Dabei werden bestimmte organische Pflanzenteile in andere Stoffe umgewandelt.
  • Über mehrere Wochen bis Monate hinweg verändern sich die Knollen. Durch die Fermentierung erhält der Black Garlic seine Konsistenz und Färbung.

Wie schmeckt schwarzer Knoblauch?

Kaum zu glauben: Schwarzer Knoblauch hat geschmacklich mit der weißen Variante so gut wie nichts mehr zu tun. Der typische Knoblauchgeschmack ist nur noch ganz leicht vorhanden – und auch die anschließende "Ausdünstung" bleibt aus. Der Grund: Durch die Fermentation werden die flüchtigen Schwefelverbindungen (Allicin), die für den charakteristischen Geschmack zuständig sind, abgebaut und in andere Stoffe umgewandelt. Black Garlic können Sie also bedenkenlos vor einem Geschäftsessen oder dem nächsten Date genießen.

Und auch die Konsistenz ist nach der Fermentation eine völlig andere. Im Gegensatz zum weißen Knoblauch sind die Knollen des Black Garlic deutlich kleiner und weicher – so weich und leicht klebrig, dass sie an Gelee erinnern.

Fazit: Black Garlic schmeckt nicht scharf, sondern überraschend süß. Sein Aroma könnte als pflaumen- oder lakritzartig beschrieben werden.

Wo kann man schwarzen Knoblauch kaufen?

Noch vor einigen Jahren konnte man den Black Garlic lediglich im Feinkostladen oder im Internet kaufen. Mittlerweile setzen auch größere Supermärkte auf die schwarzen Knollen.

Zu kaufen gibt es schwarzen Knoblauch

  • als ganze Knolle,
  • geschält in Gläsern oder
  • gemahlen als würzendes Pulver.

Und auch als Nahrungsergänzungsmittel können Sie schwarzen Knoblauchextrakt erwerben. Wer hoch konzentrierten Knoblauch in dieser Form einnehmen möchte, sollte – wie auch bei Nahrungsergänzungsmitteln mit weißen Knoblauch – vorher ärztlichen Rat einholen.

Ganz billig ist der Black Garlic nicht. Er ist deutlich teurer als gewöhnlicher Knoblauch. Die Preise variieren von Anbieter zu Anbieter teils stark. Zwei Knollen schwarzen Knoblauch kann man im Internet zum Beispiel für rund 8 Euro bekommen.

Wie gesund ist schwarzer Knoblauch?

Herkömmlichem Knoblauch werden gleich mehrere positive Effekte zugeschrieben. Wird er regelmäßig verzehrt, soll er zum Beispiel vor altersbedingten Gefäßveränderungen schützen, den Blutdruck senken, Entzündungen hemmen und die Blutgerinnung beeinflussen.

Außerdem hat weißer Knoblauch eine antioxidative Wirkung. Antioxidantien können freie Radikale im Körper abfangen. Freie Radikale sind vereinfacht gesagt aggressive Sauerstoffverbindungen, die körpereigenen Zellen schaden können.

Und schwarzer Knoblauch? Sein Verzehr ist vermutlich mindestens ebenso gesund wie die weiße Variante – wenn nicht gar gesünder, wie vielfach behauptet wird. Unter anderem enthält Black Garlic mehr Antioxidantien als weißer Knoblauch. Die Erklärung: Während der Fermentation wandeln sich Schwefelverbindungen in antioxidative Verbindungen um. Inwieweit dies aber im Vergleich zum weißen Knoblauch tatsächlich von Vorteil ist, ist noch unbekannt.

Fest steht: Die genauen Effekte des Black Garlic sind noch nicht abschließend untersucht. Zudem ist es auch eine Frage der Dosierung, ob und welche Wirkungen zu erwarten sind.

Nachteile Vorteile
deutlich teurer als weißer Knoblauch keine "Knobifahne"
schwerer zu bekommen gilt als verträglicher
für manche ein Nachteil: Der typische Knoblauchgeschmack und die Konsistenz gehen verloren. für manche ein Vorteil: Black Garlic schmeckt süßlich.

Fazit: Ausprobieren!

Ist Black Garlic nun besser oder schlechter als weißer Knobi? Der Vergleich zwischen schwarzem und weißem Knoblauch ist in etwa so wie der zwischen Apfel und Birne – zumindest, wenn man Geschmack und Konsistenz unter die Lupe nimmt. Durch den Fermentationsprozess wird aus dem weißen Knoblauch ein völlig neues Lebensmittel mit einem ganz eigenen Geschmack und anderen Zubereitungsmöglichkeiten.

Im Endeffekt hilft bei der Entscheidungshilfe nur eins: Probieren Sie es aus!