Das Bild zeigt einen Barista mit einer Tasse Kaffee.
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Die 9 größten Kaffee-Mythen, die Sie getrost vergessen können

Rund um Kaffee ranken sich viele Mythen. Kaffee mache süchtig, sagen die einen. Andere wiederum behaupten, Kaffee könne beim Abnehmen helfen. Aber was stimmt wirklich? Wir verraten die Wahrheit über die neun größten Kaffee-Mythen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Die 9 größten Kaffee-Mythen, die Sie getrost vergessen können

1. Kaffee macht nüchtern

Zu viel getrunken? Es gibt den Mythos, eine Tasse Kaffee würde schneller wieder nüchtern machen. Die Wahrheit sieht allerdings anders aus: Kaffee hat keinen Einfluss auf den Alkoholabbau im Körper.

2. Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Von diesem Mythos haben wahrscheinlich viele schon mal gehört. Stimmt aber nicht, sagen Experten! Koffein wirkt zwar harntreibend, aber nur kurzzeitig. Der Wasserverlust durch Kaffee ist deshalb nahezu identisch mit dem von anderen Getränken.

3. Espresso hat mehr Koffein als Filterkaffee

Espresso enthält zwar tatsächlich etwas mehr Koffein als Filterkaffee – allerdings nur, wenn man den Koffeingehalt pro Milliliter berechnet. Fakt ist: In einer kleinen Tasse Espresso stecken 45 Milligramm Koffein, eine Tasse Filterkaffee enthält etwa 100 Milligramm.

4. Kaffee hemmt bei Jugendlichen das Wachstum

Auch dieser Mythos stimmt nicht. Wissenschaftlich konnte man bislang keinen Zusammenhang zwischen der Körpergröße und dem Kaffeekonsum im Jugendalter nachweisen. Wer als Teenie schon Kaffee mag, darf hin und wieder also bedenkenlos eine Tasse trinken.

5. Kaffee macht süchtig

Haben Sie schon mal versucht, auf Kaffee zu verzichten? Das mag vielen schwerfallen, da sich der Körper an die regelmäßige Koffeinzufuhr gewöhnt hat. Es kommt sogar oftmals zu Entzugssymptomen wie Kopfschmerzen. Eine Sucht im medizinischen Sinne ist das aber noch lange nicht.

6. Dunkel geröstete Kaffeebohnen enthalten mehr Koffein

Dunkel geröstete Kaffeebohnen gelten gemeinhin als stärker und koffeinhaltiger als hell geröstete. Stimmt aber nicht! Ganz im Gegenteil: Je länger der Kaffee geröstet wird, desto mehr Koffein löst sich unter der Hitze aus der Bohne.

7. Schwangere dürfen keinen Kaffee trinken

In der Schwangerschaft ist Kaffee nicht gänzlich verboten. Auf die Menge kommt es an! Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung gelten zwei Tassen Kaffee pro Tag als unbedenklich.

8. Kaffee kann Krebs oder andere Krankheiten verursachen

Falsch! Nach heutigem Kenntnisstand kann man davon ausgehen, dass drei bis vier Tassen Kaffee täglich unbedenklich, wenn nicht sogar gesundheitsfördernd sind. Übermäßiger Koffeinkonsum jedoch wird mit Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht.

9. Kaffee fördert die Fettverbrennung und hilft beim Abnehmen

Die Inhaltsstoffe des Kaffees aktivieren das sympathische Nervensystem und können so die Freisetzung von Fettsäuren aus dem Depotfett fördern. Toll. Aber: Bei diesem Prozess verbrennt der Körper noch kein Fett, sondern spaltet es nur auf. Die Pfunde purzeln erst, wenn Sie auch Sport treiben!

Kaffee beeinflusst den Blutdruck nur kaum

Kaffeekonsum wirkt anregend – so kann er beispielsweise helfen, sich besser zu konzentrieren, die Leistungsfähigkeit zu steigern und wach zu bleiben. Diese Wirkung verdankt Kaffee vor allem dem Inhaltsstoff Koffein.

Wer zu viel Kaffee trinkt, der muss allerdings mit ungewünschten Nebenwirkungen rechnen, beispielsweise Nervosität, Herzrasen oder Schlaflosigkeit.

Auch der Blutdruck wird durch Koffein beeinflusst: Kaffee lässt den Blutdruck ansteigen. Allerdings nur leicht und kurzfristig. Nach spätestens einer halben Stunde liegen die Blutdruckwerte in der Regel wieder im selben Bereich wie vor dem Kaffeekonsum.

Ist heißer Kaffee ein Krebsrisiko?

Forscher vermuten, dass das Trinken von sehr heißen Getränken das Risiko von Speiseröhrenkrebs erhöhen kann. Was bedeutet das für die morgendliche Tasse Kaffee? Sollte man lieber warten, bis sich das leckere Kaffeegetränk in lauwarme Plörre gewandelt hat oder – noch besser – direkt auf Eiskaffee zurückgreifen?

Die gute Nachricht vorweg: Nein, niemand muss deswegen auf seinen Kaffee verzichten!

Als krebserregend gelten Getränke erst ab einer Temperatur von etwa 65 Grad Celsius. Die allermeisten Menschen trinken ihren Tee, Kaffee oder andere anregende Getränke nicht so heiß.