Eine Frau misst ihren Blutdruck am Oberarm.
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Typische Fehler beim Blutdruckmessen und wie Sie sie vermeiden

Vor allem Menschen mit Bluthochdruck raten Ärzte oft dazu, den Blutdruck zu Hause selbst zu überwachen. Das ist jedoch gar nicht so einfach. Wer nicht aufpasst, macht schnell etwas falsch – und verfälscht dadurch möglicherweise seine Messwerte.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Prinzipielles zum Blutdruckmessen

Moderne Blutdruckmessgeräte für den Oberarm oder das Handgelenk ermöglichen es auch Laien, den Blutdruck im Auge zu behalten. Um zuverlässige Werte zu bekommen, sollte man sich jedoch vorher zeigen lassen, wie das Messen funktioniert, sowie die Anleitung des Geräts gut durchlesen und alle Tipps berücksichtigen. Sonst kann man beim Blutdruckmessen leicht Fehler machen, wodurch die Messung unbrauchbar wird.

Das kann durchaus Folgen haben. Zum Beispiel wenn fälschlicherweise der Eindruck entsteht, dass der Blutdruck viel zu hoch ist – und der Arzt oder die Ärztin so möglicherweise unnötig die Medikamenten-Dosis erhöht. Wir haben die häufigsten Fehler beim Blutdruckmessen für Sie zusammengetragen und sagen Ihnen, wie man Sie verhindert.

Häufige Fehler beim Anlegen der Manschette am Oberarm

Häufig wird der Blutdruck am Oberarm gemessen. Hierbei kommt es vor allem darauf an, dass die Manschette richtig angelegt ist. Ohne ärztliche Aufsicht kann es aber schnell zu Messfehlern kommen.

Messen am falschen Arm

Wer seinen Blutdruck regelmäßig kontrollieren möchte, sollte dafür immer denselben Arm nehmen. Meist messen Rechtshänder am linken Arm. Das kann auch in Ordnung sein – manchmal aber fälschlicherweise zu niedrige oder zu hohe Werte ergeben. Denn der Blutdruck kann je nach Arm etwas abweichen.

Um sicherzugehen, dass Sie den richtigen Arm wählen, sollten Sie deshalb anfangs einige Tage an beiden Armen messen. Für den Fall, dass der Blutdruck bei einem Arm immer etwas höher ist, sollten Sie in Zukunft immer diesen für die Messung nehmen. Messen Sie außerdem immer zweimal hintereinander (im Abstand von ein bis zwei Minuten) und nehmen Sie den niedrigeren Wert.

Die Manschette ist nicht richtig angelegt

Beim Anlegen der Blutdruckmanschette kann man einiges falsch machen. Sitzt sie zu eng oder zu locker, kann das die Messwerte verfälschen. Manche Betroffene legen die Manschette bei Messungen am Oberarm zudem zu hoch an, was die Werte ebenfalls verändern kann. Richtig sitzt die Manschette, wenn der Sensor an der Innenseite des Oberarms liegt und der untere Manschettenrand sich etwa 2,5 Zentimeter über der Ellenbeuge befindet. Bei Messungen am Handgelenk muss der Sensor auf der Innenseite des Handgelenks liegen.

Manschette über zu dicker Kleidung

Für Messungen am Handgelenk sollte die Manschette am besten immer direkt auf der Haut liegen. Falls Sie dafür den Ärmel hochgeschoben haben, achten Sie darauf, dass die Kleidung den Arm nicht einschnürt. Für Messungen am Oberarm dürfen Sie die Manschette ruhig über dünner Kleidung (wie Bluse, Hemd oder Shirt) anlegen. Nicht jedoch über dickerer Kleidung, wie zum Beispiel einem Pullover.

Zu kleine Manschette

Wer einen etwas größeren Armumfang hat, benötigt unter Umständen beim Blutdruckmessen auch eine größere Manschette. Bei vielen Standardgeräten sind die Manschetten für Menschen mit dickeren Armen zu klein. Das kann zu Messfehlern führen. Lassen Sie sich im Zweifel in der Apotheke oder im Sanitätshaus beraten.

Falsche Position beim Messen

Beim Messen sollten Sie immer dieselbe Position einnehmen. Am besten setzen Sie sich dazu aufrecht auf einen Stuhl mit Rückenlehne, lehnen sich an und bewegen sich möglichst wenig. Wer sitzt, ohne sich dabei anzulehnen, die Beine übereinanderschlägt oder höher sitzt und die Beine baumeln lässt, muss mit veränderten Messwerten rechnen.

Beim Blutdruckmessen sollte sich die Manschette außerdem auf Herzhöhe befinden und der Arm entspannt liegen. Wer am Oberarm misst, kann sich dafür einfach auf einen Stuhl setzen und den Unterarm auf dem Tisch ablegen. Für Messungen am Handgelenk muss der Unterarm in der Regel etwas höher gelagert werden, etwa auf einem dickeren Kissen oder Buch.

Störfaktoren bei der Blutdruckmessung

Bestimmte Faktoren können die Blutdruckwerte beeinflussen. Daher sollten Sie den Zeitpunkt der Messung gut berücksichtigen.

Einnahme von Blutdrucksenkern

Falls Sie Blutdrucksenker einnehmen, messen Sie am besten kurz vor der Einnahme der Tabletten.

Genuss koffeinhaltigen Getränke

Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee, Cola-Limonaden, Energydrinks, schwarzer oder grüner Tee können die Messwerte verfälschen. Nehmen Sie Blutdruckmessungen deshalb am besten mit einem Abstand von mindestens einer Stunde vor.

Konsum von Alkohol

Auch Alkohol verändert die Blutdruckwerte. Messen Sie deshalb möglichst vor dem Konsum von alkoholischen Getränken.

Nicht direkt nach dem Essen

Wer den Blutdruck messen will, sollte das immer vor einer Mahlzeit tun. Nach dem Essen können die Werte abweichen.

Volle Blase

Wenn die Blase drückt, kann das die Blutdruckwerte erhöhen. Am besten statten Sie deshalb vor dem Messen noch der Toilette einen Besuch ab.

Verhalten während der Messung

Auch während des Messens kommt es häufig zu Fehlern. Deshalb sollten folgende Ratschläge befolgt werden.

Nicht Sprechen während der Blutdruckmessung

Während der Blutdruckmessung sollten Sie nicht telefonieren oder sich mit jemandem unterhalten, denn das kann sich auf die Messwerte auswirken.

Aufregung und Anspannung vermeiden

Einfach schnell hinsetzen und Blutdruck messen? Besser nicht, wenn Sie verlässliche Werte wollen. Lassen Sie sich nach dem Hinsetzen lieber drei bis fünf Minuten Zeit, um zur Ruhe zu kommen, und messen Sie dann.

Tipp: Nehmen Sie Ihr Blutdruckmessgerät einmal mit zu Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt und vergleichen Sie, inwieweit die Werte Ihres Geräts von denen abweichen, die in der Praxis gemessenen wurden.