Vigabatrin

Allgemeines

Als alleiniger Wirkstoff kommt Vigabatrin bei Kindern im Alter ab einem Monat bis unter sieben Jahre zum Einsatz, wenn bei ihnen eine spezielle Form von Epilepsie vorliegt (das sog. West-Syndrom).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • das Enzym GABA-Transaminase gezielt hemmen
  • die Konzentration an GABA im Gehirn erhöhen
  • epileptische Anfälle verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Vigabatrin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Vigabatrin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Vigabatrin nicht eingesetzt werden.

Nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf der Wirkstoff angewendet werden
  • bei Patienten mit bereits vorhandenen deutlichen Gesichtsfeldeinschränkungen. Er kann auch bei sonst Gesunden das Gesichtfeld verschlechtern.
  • bei Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance unter 60 Milliliter/Minute). Solche Patienten sind anfälliger für Nervenschädigungen durch den Wirkstoff, die sich in unwillkürlichen Bewegungen, Verwirrung, Benommenheit und Bluthochdruck äußern können.
  • bei Psychosen, Depressionen oder Verhaltensproblemen in der Vorgeschichte, weil sie sich verstärken, beziehungsweise neu auftreten können.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Der Wirkstoff nicht für die Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter oder bei stillenden Frauen vorgesehen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Medikament kann in entsprechender Dosierung an Kinder ab einem Körpergewicht von drei Kilogramm gegeben werden. Es ist für die Behandlung von Kindern ab einem Alter von einem Monat bis sieben Jahre zugelassen.

Welche Nebenwirkungen kann Vigabatrin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Vigabatrin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit, Ermüdung, Gesichtsfeldeinengung, Gelenkschmerzen

Häufige Nebenwirkungen:
Aufregung, Aggression, Nervosität, Depression, Verfolgungswahn, Sprachstörung, Kopfschmerz, Schwindel, Missempfindungen, Aufmerksamkeitsstörung, Einschränkung des Erinnerungsvermögens, Denkstörungen, Zittern, verschwommenes Sehen, Doppeltsehen, Augapfelzittern, Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerz, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), Reizbarkeit, Gewichtszunahme

Gelegentliche Nebenwirkungen:
mehr oder weniger ausgeprägte Stimmungsübersteigerung (Manie, Hypomanie), Psychosen, Bewegungsstörungen, Ausschlag

Seltene Nebenwirkungen:
Selbstmordversuche, krankhafte Gehirnveränderungen, Netzhauterkrankungen, Gesichtsschwellung, Nesselsucht

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Wahnvorstellungen, Entzündung des Sehnervs, Abbau des Sehnervs, Leberentzündung

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Auffälligkeiten im Gehirn-MRT, Bewegungsstörungen (einschließlich Schlaffheit, unwillkürliche Bewegungen und Bluthochdruck, entweder allein oder in Verbindung mit Auffälligkeiten im MRT)

Besonderheiten:
Der Arzt wird während der gesamten Behandlungsdauer in Abständen von sechs Monaten Gesichtsfeldtests durchführen. Auch nach Therapie-Ende müssen diese Untersuchungen sechs bis zwölf Monate lang fortgesetzt werden.

Treten während der Behandlung mit Vigabatrin neue Bewegungsstörungen auf, wird der Arzt eine Dosisverminderung oder ein langsames Ausschleichen der Behandlung in Erwägung ziehen.

Alle Patienten sind auf Anzeichen von Selbstmordgedanken und entsprechendes Verhalten zu überwachen. Bei solchen Anzeichen ist unverzüglich ärztlicher Rat einholen.

Vigabatrin kann zu einer Abnahme der Leberwerte ALAT und ASAT führen. Daher ist die Bestimmung dieser Leberwerte bei Patienten, die Vigabatrin erhalten, möglicherweise unzuverlässig.

Der Wirkstoff kann den Aminosäure-Gehalt im Urin erhöhen. Damit ergeben sich möglicherweise falsch positiven Tests auf bestimmte seltene, erblich bedingte Stoffwechselerkrankungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Vigabatrin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Vigabatrin wird weder verstoffwechselt, noch im Blut an Eiweiße gebunden. Es beeinflusst auch nicht die Enzyme, die am Medikamententstoffwechsel beteiligt sind. Daher sind Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen unwahrscheinlich und bisher auch nicht bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Selbstmordgedanken und entsprechendem Verhalten müssen Patienten sowie ihre Pflegepersonen unverzüglich ärztlichen Rat einholen.
  • Treten während der Behandlung mit dem Medikament neue Bewegungsstörungen auf, wird der Arzt eine Dosisverminderung oder ein langsames Ausschleichen in Erwägung ziehen.
  • Der Arzt wird während der gesamten Behandlungsdauer in Abständen von sechs Monaten Gesichtsfeldtests durchführen. Auch nach Therapie-Ende müssen diese Untersuchungen sechs bis zwölf Monate lang fortgesetzt werden.
  • Zur Beendigung der Therapie muss das Medikament mit langsam verminderter Dosierung ausgeschlichen werden, um das Wiederauftreten epileptischer Anfälle zu vermeiden.
  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur von einem Facharzt im Bereich Epilepsie, Nervenleiden oder einem spezialisierten Kinderarzt begonnen und überwacht werden.
  • Das Medikament bedingt möglicherweise falsch positive Tests auf bestimmte seltene, erblich bedingte Stoffwechselerkrankungen.
  • Die Messung von Leberwerten kann durch die Behandlung mit dem Medikament fälschlicherweise zu niedrig ausfallen.
  • Benommenheit, Seh- und Denkstörungen können Sport, Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Vigabatrin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Vigabatrin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Vigabatrin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Vigabatrin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiepileptika, zu welcher der Wirkstoff Vigabatrin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Vigabatrin

Als alleiniger Wirkstoff kommt Vigabatrin bei Kindern im Alter ab einem Monat bis unter sieben Jahre zum Einsatz, wenn bei ihnen eine spezielle Form von Epilepsie vorliegt (das sog. West-Syndrom).

In Kombination mit anderen Antiepileptika dient Vigabatrin der Behandlung von Kindern im obengenannten Alterszeitraum mit Anfällen partieller Epilepsie(fokalen Anfällen) mit oder ohne Generalisierung. Voraussetzung ist allerdings, dass alle anderen bei Epilepsie geeigneten Kombinationen gebräuchlicher Medikamente sich als unzureichend wirksam erwiesen haben oder nicht vertragen wurden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vigabatrin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Vigabatrin

Vigabatrin gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiepileptika.

Der Wirkstoff hemmt dauerhaft und gezielt das Enzym GABA-Transaminase, welches für den Abbau des Nervenbotenstoffs Gamma-Aminobuttersäure (GABA) verantwortlich ist. Dadurch führt Vigabatrin zu einer Erhöhung der GABA-Konzentration im Gehirn und verhindert epileptische Anfälle.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.