Podophyllotoxin

Allgemeines

Podophyllotoxin dient zur äußerlichen Behandlung von kleinen, umschriebenen, nicht entzündeten sogenannten Feigwarzen bei Männern und Frauen (spitze Kondylome – Condylomata acuminata) im äußeren Schambereich. Bei den Feigwarzen, auch Feuchtwarzen und Genitalwarzen genannt, handelt es sich um eine Viruserkrankung. Sie sind neben Herpes und Chlamydien eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zellteilung verhindern
  • Verdoppelung des Erbguts stören
  • Aufbau von Eiweißstrukturen hemmen, die zur Zellteilung wichtig sind

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Podophyllotoxin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Podophyllotoxin nicht verwendet werden?

Podophyllotoxin darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Vorliegen einer Schwäche der körpereigenen Abwehr
  • Neigung zu Zellentartungen (Morbus Bowen)
  • wiederholtem Herpes an den Geschlechtsorganen
  • entzündeten oder blutenden Feigwarzen
  • positivem Nachweis von Syphilis im Blut.
Hinweis:
Der Wirkstoff darf nicht in die Augen oder auf die Schleimhäute des Schambereichs, der Harnröhre, des Enddarms und der Scheide gelangen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher liegen nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Podophyllotoxin bei Schwangeren vor. Da es rein äußerlich angewendet wird, ist die Aufnahme in den Körper als sehr gering anzunehmen. Dennoch ist bei Hemmstoffen der Zellteilung wie Podophyllotoxin eine missbildende Wirkung auf Ungeborene bekannt. Während der Schwangerschaft und bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, wird die Anwendung von Podophyllotoxin daher nicht empfohlen.

In der Stillzeit wird der Arzt entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung mit Podophyllotoxin verzichtet werden soll, beziehungsweise die Behandlung mit dem Wirkstoff zu unterbrechen ist. Dabei wird er sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch den Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Podophyllotoxin bei Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren ist bisher noch nicht erwiesen.

Welche Nebenwirkungen kann Podophyllotoxin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Podophyllotoxin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Hautabschürfungen, Reizung am Auftragungsort (einschließlich Rötung, Juckreiz, brennendes Hautgefühl)

Seltene Nebenwirkungen:
Verätzung, Hautschäden, Wundnässen; am Auftragungsort
Überempfindlichkeitsreaktionen, Geschwüre, Wundschorf, Entfärbung der Haut, Blasen, trockene Haut, Schmerzen, Schwellung, Blutung

Besonderheiten:
Im Falle schwerer örtlicher Reaktionen auf der Haut (Blutung, Schwellung, starker Schmerz, Brennen oder Juckreiz) sollte Podophyllotoxin sofort gründlich mit Wasser und milder Seife abgespült und ein Arzt aufgesucht werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Podophyllotoxin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Der Konsum von Alkohol während der Therapie mit Podophyllotoxin kann unerwünschte Wirkungen heftig verstärken.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei starken örtlichen Überempfindlichkeitreaktionen ist die Behandlung mit dem Medikament abzubrechen und ein Arzt zu befragen.
  • Bei unabsichtlichem Augenkontakt sind die Augen gründlich zu spülen und es muss ein Arzt aufgesucht werden.
  • Während der Therapie mit dem Medikament darf kein Alkohol getrunken werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Podophyllotoxin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Podophyllotoxin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Lösung

So wirkt Podophyllotoxin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Podophyllotoxin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Podophyllotoxin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Podophyllotoxin

Podophyllotoxin dient zur äußerlichen Behandlung von kleinen, umschriebenen, nicht entzündeten sogenannten Feigwarzen bei Männern und Frauen (spitze Kondylome – Condylomata acuminata) im äußeren Schambereich. Bei den Feigwarzen, auch Feuchtwarzen und Genitalwarzen genannt, handelt es sich um eine Viruserkrankung. Sie sind neben Herpes und Chlamydien eine der häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Podophyllotoxin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Podophyllotoxin

Podophyllotoxin gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika.

Feigwarzen sind Hautwucherungen, die durch ein Virus hervorgerufen werden. Sie sind vor allem kosmetisch störend, doch können aus ihnen auch Krebsgeschwüre hervorgehen. Das rechtfertigt den Einsatz eines Krebsmittels wie Podophyllotoxin.

Der Wirkstoff greift an zwei Stellen in die Zellteilung ein. In geringeren Dosierungen verhindert es den Aufbau einer für die Zelle wichtigen Eiweißstruktur, der Mikrotubuli. Diese Fasern sind für das Auseinanderziehen der geteilten Zellen unentbehrlich. Eine Störung verhindert die korrekte Zellteilung und damit das Wachstum von entarteten Zellen.

Bei höheren Konzentrationen hemmt Podophyllotoxin auch den Transport von Erbgut-Bausteinen (Nukleosiden) durch die Zellwand. Es wird angenommen, dass die Wirkung von Podophyllotoxin das Ergebnis einer Wachstumshemmung ist, in Verbindung mit der Fähigkeit, in das Gewebe von Virus-infizierten Zellen einzudringen.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.