Lanadelumab

Allgemeines

Der Wirkstoff wird bei Patienten ab zwölf Jahren zur regelmäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden Anfällen des hereditären Angioödems angewendet.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Lanadelumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Lanadelumab nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Lanadelumab nicht verwendet werden. Auch ist der Wirkstoff nicht zur Behandlung akuter Anfälle des Angioödems vorgesehen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine oder nur sehr wenige Erfahrungen mit der Anwendung von Lanadelumab in der Schwangerschaft. In Tierexperimenten ergaben sich keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen auf die Nachkommen. Aus Vorsicht wird der Arzt dennoch eine Anwendung von Lanadelumab während der Schwangerschaft vermeiden.

Es ist nicht bekannt, ob Lanadelumab in die Muttermilch übergeht. Allerdings sind natürliche Antikörper bekanntermaßen während der ersten Tage nach der Geburt in der Muttermilch zu finden. Ihre Konzentration sinkt dann kurz danach bis auf geringe Spuren ab. Während dieses kurzen Zeitraums kann ein Risiko durch den Wirkstoff für das gestillte Kind nicht ausgeschlossen werden. Anschließend kann Lanadelumab während der Stillzeit angewendet werden, wenn es der Arzt für nötig hält.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Lanadelumab bei Kindern unter zwölf Jahren ist nicht erwiesen. Einen Anwendung in dieser Altersgruppe liegt im Ermessen des Arztes.

Welche Nebenwirkungen kann Lanadelumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Lanadelumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Reaktionen an der Injektionsstelle

Häufige Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeit, Schwindelgefühl, fleckig-pusteliger Ausschlag, Muskelschmerzen, erhöhte Leberwerte (ALAT, ASAT)

Welche Wechselwirkungen zeigt Lanadelumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei Lanadelumab als monoklonalem Antikörper sind keine Wechselwirkungen mit gleichzeitig angewendeten anderen Wirkstoffen zu erwarten.

Wie erwartet führt die gleichzeitige Anwendung des biologischen Medikaments C1-Esterase-Inhibitor (gegen akute Angioödem-Anfälle) zu einer Verstärkung der Lanadelumab-Wirkung.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament sollte nur durch einen Arzt begonnen werden, der Erfahrung mit der Therapie des hereditären Angioödems hat.
  • Das Medikament kann in Bluttests die Zeit bis zur Gerinnung verzögern und so zu verfälschten Ergebnissen führen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Lanadelumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Lanadelumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Lanadelumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Lanadelumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Lanadelumab gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Lanadelumab

Der Wirkstoff wird bei Patienten ab zwölf Jahren zur regelmäßigen Vorbeugung von wiederkehrenden Anfällen des hereditären Angioödems angewendet.

Es handelt sich dabei um eine seltene Erbkrankheit, die in einem Viertel der Fälle spontan entstehen kann. Bei der Krankheit kommt es zu immer wiederkehrenden Schwellungen der Haut, Schleimhäute und an inneren Organen, die unter Umständen lebensbedrohlich sein können. Schätzungsweise ist etwa einer unter 10.000 bis 50.000 Menschen betroffen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Lanadelumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Lanadelumab

    Lanadelumab gehört zur Wirkstoffgruppe der monoklonalen Antikörper.

    Der Antikörper richtet sich gegen das Enzym Kallikrein, das Eiweiße zerstört. Eine erhöhte Kallikrein-Aktivität führt bei Patienten mit hereditärem Angioödem zu den typischen Gewebsschwellungen. Kallikrein spaltet nämlich ein anderes großes Eiweiß, das Kininogen. Dabei entsteht unter anderem der Entzündungsfaktor Bradykinin, welcher Blutgefäße durchlässiger macht und Plasma in das Gewebe austreten lässt.

    Lanadelumab steuert nachhaltig die Aktivität von Kallikrein. Dadurch wird die Bildung von Bradykinin weitgehend unterdrückt und es kommt nicht zu den typischen Angioödem-Schwellungen.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.