Insulin degludec

Allgemeines

Der Wirkstoff dient der Behandlung des Diabetes mellitus vom Typ 1 bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem Alter von einem Jahr.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Blutzuckergehalt senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Insulin degludec im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Insulin degludec nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Insulin degludec nicht verwendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ganz allgemein wird der Arzt zuckerkranke Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind, regelmäßig überwachen und die Blutzuckerkontrolle verstärken. Im ersten Schwangerschaftsdrittel nimmt gewöhnlich der Insulinbedarf ab, steigt aber ab dem vierten Monat wieder an. Nach der Entbindung kehrt der Insulinbedarf gewöhnlich schnell wieder auf das Niveau vor der Schwangerschaft zurück.

Der Wirkstoff hat keinen Einfluss auf das Stillen. Behandlung und Stillen können gleichzeitig erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff kann bereits bei Kindern ab einem Jahr angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Insulin degludec haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Insulin degludec. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Unterzuckerung

Häufige Nebenwirkungen:
Reaktionen an der Injektionsstelle

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Fettverteilungsstörungen im Körper,Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Besonderheiten:
Das Auslassen einer Mahlzeit oder ungeplante, anstrengende körperliche Aktivität können zu einer Unterzuckerung führen. Besonders bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass die Insulindosis mit der Nahrungsaufnahme und den körperlichen Aktivitäten abgestimmt ist. Anzeichen einer Unterzuckerung können sein: Schwitzen, Herzrasen, Blässe um Mund und Nase, Heißhunger, weite Pupillen, Zittern, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Aggressivität, Sprach- und Sehstörungen.

Eine unzureichende Dosierung und/oder das Unterbrechen der Therapie kann bei Patienten, die Insulin benötigen, zum Blutzuckerüberschuss und möglicherweise zu diabetischer Ketoazidose (Körperübersäuerung) führen. Darüber hinaus können auch Begleiterkrankungen, insbesondere Infektionen, zu Blutzuckerüberschuss führen und dadurch einen erhöhten Insulinbedarf bewirken. Die ersten Anzeichen eines Blutzuckerüberschusses entwickeln sich gewöhnlich allmählich über Stunden oder Tage. Dazu gehören Durstgefühl, verstärkter Harndrang, Übelkeit und Erbrechen, Benommenheit, gerötete trockene Haut, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit sowie nach Aceton (Nagellackentferner) riechender Atem.

Welche Wechselwirkungen zeigt Insulin degludec?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Von etlichen Wirkstoffen ist bekannt, dass sie den Glukose-Stoffwechsel beeinflussen.

Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf senken:
  • orale Antidiabetika und Injektionen von Exenatid oder Lixisenatid
  • Antidepressiva wie die MAO-Hemmer
  • Blutdrucksenker wie Betablocker und ACE-Hemmer
  • Entzündungshemmer wie Salicylate und spezielle Glukokortikoide (Anabolika)
  • Antibiotika aus der Wirkstoffgruppe der Sulfonamide.
Die folgenden Substanzen können den Insulinbedarf erhöhen:
  • Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung (Antibabypille)
  • Entwässerungsmittel (Diuretika) aus der Gruppe der Thiazide
  • Glucocorticoide
  • Schilddrüsenhormone
  • Beta-2-Sympathomimetika
  • Wachstumshormon
  • Danazol (gegen Endometriose; in Deutschland nicht mehr erhältlich).
Betablocker können die Anzeichen einer Unterzuckerung verschleiern.

Wird das orale Antidiabetikum Pioglitazon in Kombination mit Insulin insbesondere bei Patienten mit Risikofaktoren für eine Herzmuskelschwäche angewendet, kann sich eine solche entwickeln oder verschlimmern.

Octreotid und Lanreotid (zur Nachahmung von Hypothalamushormonen) können den Insulinbedarf sowohl senken als auch erhöhen.

Alkohol kann die blutzuckersenkende Wirkung von Insulin verstärken oder verringern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei den Injektionen ist stets die Hautstelle zu wechseln, um einer Fettumverteilung vorzubeugen.
  • Eine Unterzuckerung kann fahr- und reaktionsuntüchtig machen. Es ist also in jedem Fall einer Unterzuckerung vorzubeugen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Insulin degludec?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Insulin degludec enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Insulin degludec

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Insulin degludec. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Insuline, zu welcher der Wirkstoff Insulin degludec gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Insulin degludec

Der Wirkstoff dient der Behandlung des Diabetes mellitus vom Typ 1 bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern ab dem Alter von einem Jahr.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Insulin degludec sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Insulin degludec

Insulin degludec gehört zur Wirkstoffgruppe der Insuline. Es bindet ganz gezielt an den menschlichen Insulin-Rezeptor und führt zur selben Wirkung wie menschliches, natürliches Insulin.

Insulin reguliert den Energiehaushalt des Körpers, indem es Glukose (Traubenzucker) entweder in die Muskelzellen zur Verbrennung oder in die Fettzellen zur Speicherung leitet. Dazu tragen Rezeptoren auf den Oberflächen der Zellen bei: Sobald sich daran Insulin bindet, nehmen die Zellen Glukose auf. Außerdem hemmt Insulin die Freisetzung von Glukose aus einem weiteren großen Speicher, der Leber.

Alle drei Wirkungen tragen dazu bei, dass die Konzentration an Glukose im Blut absinkt.

Insulin degludec wird gentechnisch in Hefepilzen (Saccharomyces cerevisiae) hergestellt. Der Vorteil gegenüber natürlichem Insulin besteht darin, dass es sich nach der Injektion unter die Haut zu löslichen Komplexen aus sechs Molekülen zusammenlagert. Dadurch entsteht ein Vorrat, aus dem langsam und gleichmäßig Insulin degludec in den Blutkreislauf aufgenommen wird. So kommt eine stabile blutzuckersenkende Wirkung ohne Schwankungen zustande.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.