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Symptome von AuDHS: Wenn Autismus auf ADHS trifft
Starke Reizempfindlichkeit, ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Routinen und klaren Abläufen – gleichzeitig innere Unruhe, Konzentrationsprobleme und eine geringe Impulskontrolle. Manche Menschen erleben genau diese Mischung und stoßen bei der Suche nach Erklärungen auf den Begriff AuDHS.
Gemeint ist damit das gleichzeitige Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Fachlich werden beide Störungsbilder getrennt diagnostiziert. Genetische Überschneidungen gelten als mögliche Erklärung dafür, dass Autismus und ADHS häufig gemeinsam auftreten.
Wer sowohl autistische als auch ADHS-Merkmale hat, erlebt häufig ein Spannungsfeld aus unterschiedlichen Bedürfnissen und Reaktionen. Das eigene Verhalten kann dadurch schwer erklärbar erscheinen – für die Betroffenen selbst ebenso wie für andere. Erfahren Sie hier, welche Symptome auf AuDHS hindeuten können.
Reizempfindlichkeit: Mögliches Symptom bei AuDHS
Eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, Licht, Gerüchen oder Berührungen ist besonders häufig bei Autismus zu beobachten. Bei ADHS zeigen sich dagegen oft Schwierigkeiten, Reize auszublenden oder die Aufmerksamkeit gezielt zu steuern. Treffen beide Störungsbilder aufeinander, werden sensorische Eindrücke mitunter als besonders intensiv erlebt. Alltägliche Situationen werden dadurch schneller als überwältigend empfunden.
AuDHS: Bedürfnis nach Routinen, aber Probleme bei der Umsetzung
Viele Menschen mit Autismus haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach klaren Abläufen und Vorhersehbarkeit. Veränderungen oder spontane Planwechsel können erheblichen Stress auslösen. Bei ADHS zeigen sich dagegen häufig Schwierigkeiten in Planung, Organisation und Handlungssteuerung. Wenn beide Störungsbilder vorliegen, kann ein innerer Konflikt entstehen: Das Bedürfnis nach Struktur ist stark, gleichzeitig erfordert es viel Energie, diese im Alltag umzusetzen.
AuDHS: Konzentrationsprobleme können Symptom sein
Konzentrationsprobleme gehören zu den Kernmerkmalen bei ADHS. Im Autismus-Spektrum kann der Fokus dagegen sehr stark auf bestimmte Inhalte gerichtet sein. Gleichzeitig fällt es oft schwer, flexibel zwischen Aufgaben zu wechseln. Betroffene von AuDHS können ihre Aufmerksamkeit kaum gezielt lenken: Sie beginnen eine Aufgabe und verlieren den Faden – oder bleiben so lange daran hängen, dass anderes liegen bleibt.
Lesetipp: ADHS – 12 Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung
Innere Unruhe kann Symptom für AuDHS sein
Innere Unruhe oder ein ständiges Gedankenkreisen sind typische Symptome einer ADHS. Bei Autismus kann Unruhe eher im Zusammenhang mit Überforderung oder Stress auftreten. Treffen beide Störungsbilder zusammen, berichten viele Betroffene von einer anhaltenden inneren Anspannung.
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Mögliches Symptom für AuDHS: Impulsivität
Vorschnelle Entscheidungen, spontane Handlungen oder das Gefühl, etwas sofort sagen oder tun zu müssen, gelten als zentrale Merkmale bei ADHS. Betroffenen fällt es schwer, innezuhalten und mögliche Konsequenzen abzuwägen. Im Autismus-Spektrum stehen Impulsdurchbrüche häufig im Zusammenhang mit starker Reizüberlastung oder emotionaler Überforderung. Liegen beide Störungsbilder vor, können spontane Reaktionen im Alltag noch schneller und intensiver auftreten.
AuDHS: Probleme mit Zeitmanagement sind Symptom
Viele Menschen mit ADHS haben Schwierigkeiten, Zeit realistisch einzuschätzen. Aufgaben dauern länger als gedacht oder werden so lange aufgeschoben, bis sie unter starkem Zeitdruck erledigt werden müssen. Auch im Autismus-Spektrum kann die zeitliche Strukturierung herausfordernd sein. Bei AuDHS entsteht entsprechend häufig ein hohes Maß an Stress durch Deadlines.
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Kommunikationsprobleme können Symptom für AuDHS sein
Menschen im Autismus-Spektrum fällt es häufig schwer, nonverbale Signale zu verstehen und zum Beispiel Gesichtsausdruck oder Tonfall richtig zu deuten. Bei ADHS entstehen soziale Schwierigkeiten eher durch Impulsivität oder Unaufmerksamkeit, etwa wenn Gespräche unterbrochen oder wichtige Details überhört werden. Bei AuDHS kommt es entsprechend schnell zu Missverständnissen. Die Folge: Soziale Situationen werden von Betroffenen oft als besonders anstrengend erlebt.
Hyperfokus: Mögliches Symptom für AuDHS
Menschen mit ADHS beschäftigen sich bei starkem Interesse oft über längere Zeit intensiv mit einer Tätigkeit. Dabei nehmen sie ihre Umgebung mitunter kaum wahr, andere Verpflichtungen geraten aus dem Blickfeld. Im Autismus-Spektrum stehen häufig ausgeprägte Spezialinteressen im Vordergrund, die über Jahre hinweg eine große Rolle spielen können. Liegen beide Störungsbilder in Form von AuDHS vor, kann die Beschäftigung mit einzelnen Themen besonders tiefgehend und zeitintensiv werden.
AuDHS: Starke Gefühlsreaktionen können Symptom sein
Sowohl Menschen mit ADHS als auch mit Autismus-Spektrum-Störung haben oft Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Gefühle werden mitunter besonders intensiv erlebt, und es fällt schwer, sie zu steuern oder abklingen zu lassen. Entsprechend ausgeprägt kann diese emotionale Intensität bei AuDHS sein – etwa durch schnelle Gereiztheit oder rasche Überforderung.
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Masking und Anpassung: Symptome für AuDHS
Viele Menschen mit Autismus passen ihr Verhalten bewusst an soziale Erwartungen an, um nicht aufzufallen. Im Rahmen von ADHS werden ähnliche Anpassungsstrategien beobachtet. Dieses Verhalten kostet häufig viel Energie. Mitunter ziehen sich Betroffene zurück und meiden soziale Interaktionen.
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Erschöpfung als Folge dauerhafter Belastung durch AuDHS
Reizverarbeitung, soziale Anforderungen und organisatorische Herausforderungen kosten Energie. Wenn mehrere dieser Faktoren gleichzeitig auftreten, berichten viele Betroffene über chronische Müdigkeit oder Erschöpfung. Dabei handelt es sich weniger um ein eigenes Symptom als um eine mögliche Folge der Doppelbelastung durch AuDHS.
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Starke Reizempfindlichkeit, ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Routinen und klaren Abläufen – gleichzeitig innere Unruhe, Konzentrationsprobleme und eine geringe Impulskontrolle. Manche Menschen erleben genau diese Mischung und stoßen bei der Suche nach Erklärungen auf den Begriff AuDHS.
Gemeint ist damit das gleichzeitige Vorliegen einer Autismus-Spektrum-Störung und einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Fachlich werden beide Störungsbilder getrennt diagnostiziert. Genetische Überschneidungen gelten als mögliche Erklärung dafür, dass Autismus und ADHS häufig gemeinsam auftreten.
Wer sowohl autistische als auch ADHS-Merkmale hat, erlebt häufig ein Spannungsfeld aus unterschiedlichen Bedürfnissen und Reaktionen. Das eigene Verhalten kann dadurch schwer erklärbar erscheinen – für die Betroffenen selbst ebenso wie für andere. Erfahren Sie hier, welche Symptome auf AuDHS hindeuten können.
- Online-Informationen von DocCheck: AuDHS: https://flexikon.doccheck.com/de/AuDHS (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der LVR-Klinik Bonn: Neurodivergenz: ADHS und Autismusspektrumstörung: https://klinik-bonn.lvr.de/de/nav_main/fachgebiete/besondere_angebote/neurodivergenz__adhs/neurodivergenz__adhs_und_autismusspektrumstoerungen.html (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen des Norddeutschen Rundfunks: ADHS und Autismus. Jedes Gehirn tickt anders: https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/neurodiversitaet-100.html (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen des Universitätsklinikums Köln: Aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen zu ADHS: https://www.zentrales-adhs-netz.de/fuer-therapeuten/literaturhinweise/aktuelle-wissenschaftliche-veroeffentlichungen/ (Abruf: 02/2026)
- Online-Informationen der AU-ADHS-Ambulanz: Autismus + ADHS: https://au-adhs-ambulanz.de/autismus-adhs/ (Abruf: 02/2026)
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