Dornwarzen: Wie sie entstehen und wie man sie entfernt

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (16. Januar 2018)

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Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) sind harmlos, können aber unangenehm sein. Sie bilden sich mit Vorliebe an der Fußsohle, insbesondere an Stellen, die viel Druck ausgesetzt sind. Dadurch können Dornwarzen beim Gehen oder Stehen große Schmerzen bereiten.

Was sind Dornwarzen?

Als Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen, fachlich: Verrucae plantares) bezeichnet man flache Hautveränderungen an den Fußsohlen.

Ursache dieser Warzen ist eine Infektion mit bestimmten Typen des humanen Papillomavirus. Zu einer Infektion kommt es, wenn die Viren über kleine Hautverletzungen in die Fußsohle eindringen.

Dornwarzen können

  • einzeln auftreten. Mediziner sprechen dann auch von sogenannten Myrmezien.
  • beetartig gehäuft auftreten. Diese sogenannten Mosaikwarzen bereiten in der Regel keine Schmerzen, da sie nicht in die Tiefe wachsen.

Man sieht eine Dornwarze am Fußballen. © Okapia

Dornwarzen sind flache Hautveränderungen mit grauer oder gelblich-brauner Farbe. Sie bilden sich gerne dort, wo der Fuß viel Druck ausgesetzt ist – wie etwa an Zehen, Ferse und Fußballen –, meist bedeckt von einer Hornhautschwiele.

Dornwarze: Das sind die Ursachen

Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) entstehen durch eine Infektion mit bestimmten humanen Papillomaviren (HPV). Die Viren werden durch Kontakt- und Schmierinfektionen übertragen.

Kommen die Fußsohlen in Kontakt mit den Viren, bedeutet das jedoch nicht automatisch, dass sich Dornwarzen bilden. Erstmal müssen die Viren in den Körper gelangen. Mögliche Eintrittsstellen sind zum Beispiel:

  • Risse in trockener, rauer Haut,
  • kleine Schnitte oder Kratzer oder
  • aufgeweichte, wellige Haut (durch Feuchtigkeit, etwa nach einem langen Bad).

Danach hängt es zum einen davon ab, wie fit das Immunsystem zum Zeitpunkt der Infektion ist. Zum anderen sind jene HPV-Typen, die zu Dornwarzen führen, nicht sehr ansteckend (sog. "low-risk"-HPV). Ein direkter Hautkontakt ist deshalb nicht zwangsläufig ansteckend, sondern erst, wenn verschiedene Faktoren zusammentreffen. Bis sich nach einer Ansteckung Dornwarzen bilden, können dann Wochen bis Monate vergehen.

Wissenswertes:

Nur einige wenige HPV-Typen verursachen Warzen an den Füßen (vor allem Typ 1, 2, 4, 60 oder 63). Andere Typen der humanen Papillomaviren verursachen dagegen eher Warzen an anderen Haut- oder Schleimhautbereichen (z.B. Feigwarzen). Insgesamt gibt es über 110 HPV-Typen.

Wo man Dornwarzen-Viren besonders oft findet

Dornwarzen-Viren überleben besonders gut in feuchtwarmer Umgebung, also zum Beispiel auf Fußböden in

  • Duschräumen,
  • Umkleideräumen oder
  • Schwimmbädern.

Wer hier barfuß geht, hat deshalb ein höheres Risiko für Dornwarzen. Schweißfüße können die Entstehung von Dornwarzen begünstigen.

Häufigkeit

Dornwarzen können bei jedem entstehen. Besonders häufig sind jedoch Kinder und Jugendliche sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem betroffen.

Dornwarzen: Eine Frau schlüpft in Badelatschen, die am Rand des Schwimmbeckens liegen. © Jupiterimages/Creatas Images

Badelatschen können vor Dornwarzen schützen.

Dornwarzen: Mögliche Symptome

Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) sind meist alleinstehende, flache Hautveränderungen mit grauer oder gelblich-brauner Farbe, die an den Fußsohlen auftreten. Sie bilden sich gerne dort, wo die Fußsohle einer hohen Druckbelastung ausgesetzt ist, also an Zehen, Ferse und Fußballen, meist unterhalb einer Hornhautschwiele.

Ist die Hornhautschwiele nicht zu dick, erkennt man zudem manchmal dunkle Pünktchen in der veränderten Hautstelle. Diese sind Folge von kleinen Einblutungen in die Haut.

Stechwarzen müssen nicht zwangsläufig Beschwerden bereiten. Bei tiefgehenden Dornwarzen reichen die Ausläufer allerdings oft bis in die Lederhaut oder das in der Unterhaut gelegene Fett- und Bindegewebe. Reichen die Fortsätze dabei bis in die Nähe von Nervenenden, können Dornwarzen beim Auftreten beziehungsweise bei Druck starke, stechende Schmerzen bereiten – ähnlich wie beim Tritt in einen Dorn.

Dornwarzen können auch als sogenannte Mosaikwarzen oberflächlich wachsen und beetartig gehäuft auftreten. Solche Mosaikwarzen treten also nicht einzeln, sondern in großer Zahl auf. Sie haben einen kleineren Durchmesser als einzelständige Dornwarzen und sind oft nur stecknadelkopfgroß.

Dornwarzen: Man sieht Plantarwarzen auf den Fußsohlen. © Jupiterimages/iStockphoto

Ist die Hornhaut über der Dornwarze nicht zu dick, erkennt man typischerweise kleine Pünktchen.

Dornwarzen: Diagnose

Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) erkennt der Arzt in der Regel schon durch bloßes Draufschauen. Falls doch Zweifel bestehen, können zusätzliche Untersuchungen bei der Diagnose helfen:

  • Schabt man mit dem Skalpell etwas Hornhaut von der verdächtigen Hautstelle ab, zeigen sich bei Dornwarzen typischerweise dunkle Pünktchen.
  • Eine näher untersuchte Hautprobe (Biopsie) der betroffenen Stelle kann letzte Zweifel beseitigen.

Dornwarzen: Behandlung

Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) benötigen nicht zwangsläufig eine Therapie. Oft verschwinden sie nach durchschnittlich zwei Jahren von allein. Solch eine Spontanheilung ist vor allem bei Kindern häufig zu beobachten, meist mit dem Beginn der Pubertät.

Verursachen die Stechwarzen jedoch Beschwerden oder breiten sie sich stark aus, sollte man sie entfernen. Dornwarzen sind allerdings oft hartnäckig. Eine Behandlung ist dadurch meist langwierig und kann sich über mehrere Wochen erstrecken (je nach Methode bis zu zwölf Wochen).  Betroffene müssen daher etwas Geduld aufbringen und sollten die Behandlung nicht zu früh abbrechen.

Dornwarzen entfernen

Wer sich sicher ist, dass es sich um eine Dornwarze handelt und diese entfernen will, kann es zunächst einmal mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke versuchen. Eine Selbstbehandlung funktioniert dabei im Allgemeinen umso besser, je kleiner die Warze ist.

Wenn Sie unsicher sind, ob es sich um Dornwarzen oder etwas anderes handelt, lassen Sie die Hautveränderung ärztlich abklären, ehe Sie selbst Hand anlegen.

Unter bestimmten Bedingungen ist eine Selbstbehandlung nicht zu empfehlen:

Halten Sie in solchen Fällen vor einer Selbstbehandlung unbedingt Rücksprache mit dem Arzt – das gilt insbesondere für Diabetiker.

Diabetiker mit Dornwarzen sollten keine eigenen Therapie-Versuche unternehmen. Bei Diabetes können Nervenschäden im Fußbereich und ein geschwächtes Immunsystem vorliegen. Eine Behandlung der Dornwarzen sollte deshalb unter ärztlicher Beobachtung erfolgen.

Was Sie selbst tun können

In der Apotheke erhalten Sie verschiedene freiverkäufliche Mittel, die Ihnen dabei helfen können, Dornwarzen zu entfernen, so zum Beispiel:

  • Mittel mit Salicylsäure: Produkte dieser Art erhalten Sie meist als Pflaster oder als Lösung zum Auftragen. Die Salicylsäure löst die Hornhaut an, sodass sie sich an der betroffenen Stelle nach und nach entfernen lässt, ähnlich wie bei einem Hühnerauge. Flüssige Mittel mit Salicylsäure wendet man in der Regel über mehrere Wochen (meist sechs bis zwölf) täglich an, Pflaster können einige Tage auf der Dornwarze bleiben.
  • Mittel mit Monochloressigsäure: Mittel mit Monochloressigsäure lösen ebenfalls die Hornhaut an, haben aber den Vorteil, dass sie nur einmal pro Woche aufgetragen werden.
  • Kältebehandlung: Verschiedene Hersteller bieten Produkte an, die die Dornwarze und ihre Fortsätze auf bis zu minus 57 Grad Celsius vereisen und dadurch das betroffene Gewebe absterben lassen. Nach einigen Tagen fällt die Warze dann ab, darunter sind bereits neue Hautschichten entstanden.
    Dornwarzen sind oft von Hornhaut bedeckt. Damit eine Heim-Kältebehandlung funktioniert, sollten Sie die Hornhaut vor dem Vereisen entfernen. Bei Dornwarzen können zudem ein bis drei Vereisungs-Behandlungen notwendig sein. Lassen Sie zwischen den Behandlungen etwa 14 Tage Pause.
    Das Prinzip der Kältebehandlung funktioniert ähnlich wie beim Arzt – mit dem Unterschied, dass bei den freiverkäuflichen Mitteln kein flüssiger Stickstoff zum Vereisen zum Einsatz kommt. Bei einer Kältebehandlung beim Arzt können deutlich niedrigere Temperaturen erreicht werden (bis minus 196 Grad Celsius).

Wirkt die Selbstbehandlung bei den Dornwarzen nicht, ist allerdings ein Arztbesuch zu empfehlen. Dem Arzt stehen noch andere Methoden zur Verfügung, um Dornwarzen zu entfernen, etwa die Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff, die Lasertherapie oder chirurgische Maßnahmen.

Behandlung durch den Arzt

Der Arzt wendet meist eine der folgenden Methoden (einzeln oder kombiniert) an, um Dornwarzen zu entfernen:

  • lokale Behandlung der Warze, zum Beispiel mit:
    • Salicylsäure, etwa in Form eines Pflasters oder einer Tinktur, um die Hornhaut an der Stelle aufzulösen.
    • 5-Fluoruracil, einem Wirkstoff, der hemmend auf die Dornwarzen-Viren wirkt. Die verschreibungspflichtige Lösung trägt der Betroffene dreimal täglich auf. Sie bildet eine Art Schicht, die vor dem erneuten Auftragen wieder entfernt wird. Damit das umliegende Gewebe nicht durch den Wirkstoff beeinträchtigt wird, kann man um die Dornwarze herum Vaseline oder Zinkpaste auftragen.
    • Imiquimod, einem Wirkstoff, der das Immunsystem zur Freisetzung von Zytokinen anregt. Diese stimulieren das Immunsystem, gegen die Viren vorzugehen.
  • Kältetherapie (Kryotherapie): Hierbei bringt der Arzt flüssigen Stickstoff auf die Dornwarze auf, der die Warze bis zu ihren Ausläufern vereist, eine Entzündungsreaktion auslöst und das Gewebe zum Absterben bringt. Nach einigen Tagen löst sich das tote Gewebe von selbst und fällt ab.
  • Laser-Abtragung: Der Arzt bestrahlt die Dornwarze mit einem Laser und zerstört so die betroffenen Hautzellen, die sich dann entfernen lassen.
  • Kürettage: Bei dieser Methode schabt der Arzt die betroffene, örtlich betäubte Stelle mit einem "chirurgischen Löffel" aus. Je nach Größe der Dornwarze können mehrere Sitzungen nötig sein.

Dornwarzen: Verlauf

Oft heilen Dornwarzen (Stechwarzen, Plantarwarzen) innerhalb von etwa zwei Jahren spontan von selbst ab – dies ist insbesondere bei Kindern der Fall. Eine Therapie ist zu empfehlen, wenn die Warzen Schmerzen bereiten oder sich vermehren. Eine Behandlung ist jedoch oft sehr langwierig und erfordert vom Betroffenen Geduld. Zudem treten bei vielen Betroffenen nach einer Behandlung erneut Dornwarzen auf.

Dornwarzen: Vorbeugen

Leichter als Dornwarzen zu behandeln, ist es, ihnen vorzubeugen. Damit sich Dornwarzen möglichst gar nicht erst bilden beziehungsweise vorhandene Warzen nicht vermehren, sollten Sie auf folgende Punkte achten:

  • Vermeiden Sie direkten Hautkontakt zu Dornwarzen.
  • Halten Sie Ihre Füße sauber und trocken.
  • Cremen Sie Ihre Füße regelmäßig ein.
  • Gehen Sie in Schwimmbädern, Duschräumen, Umkleideräumen etc. nicht barfuß. Badelatschen können das Ansteckungsrisiko senken.
  • Kratzen Sie nicht an Dornwarzen, dadurch können Sie die Viren verbreiten.
  • Waschen Sie sich die Hände, wenn Sie Dornwarzen angefasst haben.

Dornwarzen: Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Dornwarzen (Plantarwarzen)":

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Warzen

Quellen:

Verrucae plantares. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 17.7.2017)

Darai, G., et al.: Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer Verlag, Berlin Heidelberg 2012

Sterry, W.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

Warzen – Leben undercover. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: 2011)

Sterry, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

Rassner, G., et al.: Dermatologie. Urban & Fischer, München 2009

Warzen – Behandlung mit Säure, Kälte oder Schnecken. Online-Informationen der Pharmazeutischen Zeitung: www.pharmazeutische-zeitung.de (Stand: Februar 2007)

Fleischner, G.: Podologische Orthopädie. Neuer Merkur Verlag, München 2003

Aktualisiert: 16. Januar 2018

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