Schnuller: ja oder nein?

Veröffentlicht von: Onmeda-Redaktion (26. August 2016)

© iStock

Saugen beruhigt, entspannt und tröstet. Aus diesem Grund geben viele Eltern ihrem Kind einen Schnuller. Schreit das Baby und lässt es sich nicht auf andere Weise beruhigen, erweist sich ein Schnuller oft als letzte und meist effiziente Lösung. Das Baby kommt zur Ruhe, und die Eltern können durchatmen. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden.

Außerdem kann das Nuckeln am Schnuller gegen Blähungen helfen, da es die Speichelsekretion anregt. In einigen Fällen wird der Schnuller auch aus medizinischen Gründen eingesetzt, etwa um eine Therapie bei Frühchen zu ergänzen, die Probleme beim Saugen oder Schlucken haben (Mundtherapie).

Dennoch haben Schnuller keinen sonderlich guten Ruf. Der Grund: Kinder, die lange Jahre und sehr viel schnullern, zeigen mitunter später Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen. In der Folge treten auch häufiger Probleme in der Sprachentwicklung auf.

Andererseits ist nicht jedes Schnullerkind von Kieferverformungen und Zahnfehlstellungen betroffen. Zudem weicht so manches Kind auf den Daumen aus, wenn es keinen Schnuller bekommt oder er ihm früh wieder genommen wird. Und das Daumennuckeln ist nicht nur ebenso schlecht für die Kiefer- und Zahnentwicklung, sondern erfahrungsgemäß auch deutlich langlebiger als die Liebe zum Schnuller.

Schnuller – ab wann?

Wenn Sie stillen und der Meinung sind, Ihr Baby bräuchte einen Schnuller, dann sollte Ihr Kind sich bereits an das Stillen gewöhnt haben und gut damit zurecht kommen. Ansonsten kann sich eine Saugverwirrung einstellen.

Tipps für den richtigen Umgang mit dem Schnuller

  • Geben Sie Ihrem Kind nur einen Schnuller, wenn Sie davon überzeugt sind, dass es ihn braucht oder wenn es beginnt, am Daumen zu lutschen.
  • Schnullerpflege: Neue Schnuller sollten Sie immer erst gut auskochen. Im weiteren Gebrauch reicht es, den Schnuller immer mal wieder unter fließendem Wasser abzuwaschen und hin und wieder erneut auszukochen.
  • Schnullerketten: Eine Schnullerkette ist praktisch, damit der Schnuller, wenn er aus dem Mund fällt, nicht verloren geht oder auf den Boden fällt. Achten Sie aber darauf, dass die Schnullerkette nicht so lang ist, dass sie sich um den Hals des Babys wickeln kann und dass keine Verletzungsgefahr besteht.
  • Lutschen Sie den Schnuller niemals ab! Sie können damit Keime übertragen, die z.B. Mundsoor verursachen können.
  • Finger weg von Sirup, Honig und anderen Substanzen, in die man früher gerne den Schnuller getaucht hat! Neben dem Karies-Risiko können diese Dinge grundsätzlich im ersten Jahr ungeeignet für Säuglinge sein.
  • Geben Sie den Schnuller vornehmlich als Einschlafhilfe. Schläft Ihr Kind, ziehen Sie den Schnuller vorsichtig aus seinem Mund heraus, damit es im Schlaf nicht weiter nuckelt.
  • Kein Schnuller für wache, aktive Kinder! Babys möchten Ihre Umgebung mit allen Sinnen erleben – der Schnuller im Mund hindert sie daran, Gegenstände mit dem Mund zu erkunden und hemmt die natürliche Entwicklung der Lautäußerung.
  • Kinder, die sprechen möchten, sollten vorher den Schnuller aus dem Mund nehmen.
  • Bedenken Sie, dass sich das natürliche Saugbedürfnis Ihres Kinds bei besonderen Unruhezuständen und im Krankheitsfall verstärken kann.
  • Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind beginnt, den Schnullerentzug mit Daumenlutschen zu beantworten, ist es mitunter besser, ihm den Schnuller zu überlassen.
  • Wenn spätestens im dritten Lebensjahr die Schnullerfee kommt, um den Nuckel gegen ein kleines Geschenk einzutauschen, sind im Allgemeinen keine bleibenden Kieferprobleme zu befürchten. Wenn Sie sich dennoch Sorgen machen, sprechen Sie am besten mit dem Kinderarzt.

Wie lange wurde Ihr Kind gestillt?