Eine Frau hat ihre Schuhe ausgezogen und berührt ihre Ferse.
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Sollte man Blasen aufstechen oder nicht?

Eine lange Wanderung, neue Schuhe, stundenlanges Werkeln mit dem Schraubenzieher: Wer die Haut an Füßen oder Händen überstrapaziert, muss mit Blasen rechnen. Was ist dann besser: Nadel zücken oder lieber abwarten?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Sollte man Blasen aufstechen oder nicht?

Blasen entstehen, wenn sich die oberste Hautschicht (Epidermis) durch Druck oder starke Reibung von der darunterliegenden Lederhaut (Dermis) löst. Zwischen den beiden Hautschichten sammelt sich dann immer mehr Gewebeflüssigkeit und die Epidermis spannt sich, was – je nach Größe und Lage der Blase – ziemlich schmerzhaft sein kann. Die Versuchung, kurzen Prozess zu machen und die Blase durch einen Stich mit der Nadel zu entleeren, ist da verständlicherweise groß.

Nachgeben sollte man ihr lieber nicht: Die Hornschicht und die Epidermis dienen zum Schutz des darunterliegenden Gewebes. Werden sie beschädigt, können Fremdkörper und Keime eindringen und eine Entzündung verursachen.

Das heißt: Wenn möglich, sollte man eine Blase nicht aufstechen, sondern lieber abwarten, bis sie von selbst abheilt. Da die Haut über der Blase unter Spannung steht, kann sie allerdings leicht von selbst aufplatzen. Verhindern lässt sich das oft durch ein großes, gepolstertes Pflaster. Hat sich die Blase bereits geöffnet, ist es wichtig, sie sofort mit sauberen Händen zu reinigen und zu desinfizieren, damit sie sich nicht entzündet.

Und wenn es gar nicht anders geht?

Wer es nicht schafft, die Finger (bzw. Nadel) von der Blase zu lassen, sollte dabei wenigstens folgende Regeln beherzigen:

  1. Waschen Sie sich die Hände vorher gründlich mit Seife.
  2. Tragen Sie Desinfektionsmittel auf das betroffene Hautareal auf.
  3. Verwenden Sie eine feine, sterile Nadel.
  4. Stechen Sie die Blase nicht mittig ein, sondern platzieren Sie mehrere kleine Löcher am Rand der Blase. Die Haut, die die Blase bedeckt, sollte möglichst intakt bleiben.
  5. Wenn die Flüssigkeit abgelaufen ist, bedecken Sie die Blase mit antiseptischer Salbe und einem Verband.

Empfehlenswerter ist es, all das vom Hausarzt machen zu lassen.

Wichtig: Diabetiker mit einer entzündeten Blase am Fuß sollten zeitnah zum Arzt: Diabetes geht häufig mit Durchblutungsstörungen in den Füßen einher, sodass selbst kleine Verletzungen nur langsam heilen und sich zu schmerzhaften Geschwüren entwickeln können.