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Depression ?

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  • Depression ?

    Hallo,

    ich ( 23, M ) versuche mich möglichst kurz zu fassen, wird mir aber vermutlich nicht gelingen.

    Alles hat vor ca. 3 Monaten angefangen, als ich mit meiner Freundin nach Ägypten geflogen bin. Die ersten zwei Tagen waren schön, bis ich einen Sonnenstich bekommen habe und den darauffolgenden Tag ausschließlich im Bett verbringen musste.
    Meine Freundin erzählte mir, dass im Nachbarhotel am Tag vorher zwei Leute verstorben sind. Für mich, der schon immer Angst vor Krankheiten hatte und bis dato noch nie einen Sonnenstich hatte, dachte dass dies mein letzter Tag auf dieser Welt war. Der Sonnenstich war schlimm genug, aber dann noch die Tatsache zu hören, dass jemand zuvor an den Nachwirkungen des Essens gestorben war, bereitete mir natürlich noch viel mehr Angst.
    Also "googelte" ich den ganzen Tag nach Krankheiten, welche ich hätte haben können.

    Ich bildete mir ständig ein, einen Darmverschluss zu haben, auch weil ich natürlich Verstopfungen, Durchfall etc. hatte. Als nach 2-3 Tagen diese Phase vorbei war, verspürte ich ein leichtes Gefühl der Benommenheit, war tagsüber relativ normal/ gut drauf, aber abends musste ich sehr oft weinen und war sehr ängstlich aber vor allem traurig. In der Zeit war ich leider sehr viel mit Krankheitsrecherche im Internet beschäftigt und kam sehr schnell auf die Krankheit Schizophrenie. Ich bildete mir ständig ein, diese Krankheit zu haben bzw. hatte unendlich Angst davor.

    Den Urlaub musste ich fortsetzen, weil meine Freundin mir verboten hat Heim zu fliegen. Ich wurde, obwohl es mir wirklich jeden Abend schlechter ging, gegen meinen Willen in Ägypten festgehalten.

    Daheim angekommen, verschlechterte sich die Lage zunehmend, da ich leider nicht aufhören konnte zu googlen. Ich war jeden Tag unendlich traurig und musste sehr oft und sehr viel weinen. Ich war ständig benommen/ daneben und dachte, dass das die Prodromalphase der Schizophrenie ist.
    Ich suchte mir sehr schnell einen Arzt, welcher mich mit Verdacht auf Depressionen zu einem Psychotherapeuten überwies. Ich hatte Glück, dass ich binnen zwei Wochen einen Termin bekam und dem Therapeuten alles erzählen konnte. Zu 99% war jedoch die Angst an Schizophrenie zu erkranken im Vordergrund.
    Der Therapeut konnte mir relativ schnell eine generalisierte Angststörung mit hypochondrischen Zügen diagnostizieren. Ich war fürs Erste beruhigt, sodass ich nach 5 Sitzungen die Therapie als Privatpatient fortsetzen wollte ( Der Grund dafür wäre einen angehende Verbeamtung gewesen ).
    Da ich mir aber nicht sicher war, ob die Probleme wiederkommen würden, teilte ich ihm mit, dass ich ein wenig Zeit brauchen würde, um mir alles in Ruhe zu überlegen.

    Die ersten 2 Wochen waren fast wieder normal und ich konnte wieder alles machen, was ich vorher auch machen konnte.
    Nach der 3. Woche bin ich allerdings eines Tages aufgewacht und war den ganzen Tag einfach nur traurig. Ich hatte so ein ähnliches Gefühl vor 3 Jahren schon mal nur schenkte ich dem Gefühl damals kaum Beachtung und es verschwand von alleine. Ich war an diesem Tag nicht in der Arbeit, das lag aber daran, dass ich erkältet war. Dieses Gefühl der Traurigkeit entstand erst nach dem Aufstehen. Seit diesem Tag sind die Gefühle der Angst natürlich wiedergekommen und es entwickelten sich leider sogar Zwangsgedanken, welche ich bis heute habe.

    Ich teilte dem Therapeuten mit, dass ich mich doch für die Therapie über Kasse entscheide, da mein Gesundheitszustand sich dramatisch verschlechterte, obwohl das zur Folge hatte, meinen absoluten Traumberuf aufzugeben. Ich hatte am Anfang der Sitzungen schon mal einen Depressionstest gemacht, wobei ich aber unter der Grenze einer Depression lag. Den selben Test habe ich vor ca. 2 Wochen nochmal gemacht, wo exakt das selbe Ergebnis vorlag.

    Nun zum eigentlichen Problem:

    Ich merke nun seit Tagen, dass ich für ein paar Minuten oder Stunden ein tiefes Gefühl der Traurigkeit entwickelt habe. Dieses Gefühl kommt aus dem Nichts. D.h, ich sitze bspw. mit meiner Familie am Tisch unterhalte mich und ich merke, dass sich von jetzt auf sofort irgendwas ändert und ich einfach nur weinen könnte. Ich gehe dann meistens raus oder weine kurz. Wenn ich mich dann wieder einigermaßen ok fühle, stoße ich wieder zu meiner Familie oder zu Freundin und das Gefühl verschwindet wieder. Auch als ich neulich im Club war und ich endlich mal meine Ängste/ Zwangsgedanken einigermaßen vergessen konnte, habe ich gemerkt, als wir ins Taxi stiegen, dass ich auf den kompletten Heimweg auf einmal wieder eine tiefe Traurigkeit empfand. Diese verschwand nach ca. 30 min wieder aber ich kann mir absolut nicht erklären, woher dieses Gefühl kommt.
    Der Vater meiner Freundin ist exakt vor einem Jahr, an Weihnachten an einem Herzinfarkt gestorben, sodass natürlich gerade eine etwas traurigere, melancholische Zeit vorherrscht.

    Meinen Therapeuten habe ich darauf auch schon mal angesprochen, als dieses Traurigkeitsgefühl nur 1x/ Woche kam und er meinte, dass wenn dann eine reaktive Depression vorliegen würde, welche nach erfolgreicher Therapie wieder verschwindet.
    Nur merke ich, dass diese Traurigkeitsphasen sich vermehren, evtl. auch weil ich aktuell überhaupt nicht gerne alleine sein möchte, aber ich meiner Freundin auch Freiraum zum Trauern mit der Familie einräumen möchte.

    Mein Leben ist aktuell natürlich nicht gut, da ich den Beruf, welchen ich seit Jahren machen möchte ( inkl. Zusage ), natürlich nicht mehr machen kann, weil ich mir dachte, dass die Gesundheit vorgeht ! Ich bin auch am überlegen, ein schwaches Medikament zu nehmen, da mein Therapeut meinte, dass er dies schon fast empfehlen würde. Er sagt ich habe keine Depression, sondern allerhöchstens Angst, eine Depression zu entwickeln, aber ich merke, dass ich seit Tagen wirklich schlechter drauf bin, weniger Appetit habe und mich allgemein zu weniger motivieren kann.

    Ist dies nur eine temporäre Phase oder muss ich damit rechnen, wirklich eine Depression zu entwickeln? Die Therapie geht gleich Anfang Januar los und ich hoffe, dass es besser wird. Nur weiß ich nicht, ob ich "nur" eine Angststörung habe, oder ob sich da evtl. noch eine Depression versteckt.
    Ich versuche aktuell mein Leben wieder zu ändern, ein Studium anzufangen. Den Beruf habe ich schon gewechselt, bis ich NC-bedingt das studieren kann, was ich studieren möchte. Den Beruf vorher hatte ich 2 Jahre als Überbrückung, da ich noch in kieferorthopädischer Behandlung war und damit nicht eingestellt werden hätte können. Dieser Beruf war wirklich äußerst unschön und hat mir auch, bis an manchen seltenen Tagen keinen Spaß gemacht. Aber ich war nie traurig oder sonst etwas, habe mich eher gefreut, dass ich in Zukunft einen umso schöneren Beruf ausüben kann.

    Natürlich bin ich auch extrem traurig, dass ich diesen Beruf nicht ausüben kann, welchen ich seitdem ich denken kann machen wollte. Bloß geht es mir gesundheitlich aktuell so schlecht, dass ich lieber die Therapie anfange und das Geld, diese zu bezahlen habe ich natürlich nicht.

    Falls jemand Ähnliches durchgemacht hat oder evtl. etwas dazu beitragen kann, wäre es schön wenn ihr die Lage ein bisschen einschätzen könntet. Vielen Dank


  • Re: Depression ?

    Ich denke hier kennen so ziemlich alle ähnliches und sicher wirst du dazu auch noch einige Beiträge bekommen.

    Ich habe das Gefühl dass sich deine ZG nun in Richtung Depression orientieren, von wegen dass die ganz schlimm wird und nicht mehr vergeht.

    Es ist aber in den meisten Fällen so, dass jede depressive Phase vorüber geht, egal ob mit oder ohne Therapie.
    Dazu kommt ja noch der Zusammenhang mit der Angststörung, wenn du die besser im Griff hast wird es kommen wie dein Therapeut gesagt hat, die depressiven Stimmungen werden auch vergehen.

    Du solltest dir nicht zu viele Gedanken darüber machen, schau wenn es geht was du vielleicht in deinem Leben, in deinem Alltag machen und verändern kannst, damit es dir besser geht.
    Es geht dir ja auch schon besser, das solltest du in den Fokus rücken und Kraft daraus ziehen.

    Und lass das Googlen sein, solange nach Erkrankungen gegooglet wird ist jede Selbsthilfe und auch jede Therapie machtlos gegen die Ängste, weil sie dadurch oft erst entstehen und in jedem Fall immer weiter intensiviert werden.

    Kommentar


    • Re: Depression ?

      Ja ich habe mittlerweile akzeptiert, dass ich eine generl. Angststörung mit Zwangsgedanken haben.. Und ich hätte auch niemals gedachte, dass es sich wirklich so extrem anfühlen kann.
      Mit meinem Therapeuten hatte ich E-mail-Kontankt und ich werde mit hoher Wahrscheinlichkeit im neuen Jahr ein SSRI ausprobieren, welches die Therapie hoffentlich positiv unterstützen wird.
      Die Angst vor Schizophrenie ist eigentlich so gut wie weg, aber jetzt habe ich Angst vor meinen Zwangsgedanken und je mehr ich mich reinsteigere, um so intensiver werden diese.

      Meine Freundin akzeptiert und unterstützt mich leider nicht, da sie immer noch denkt, dass ich etwas harmloses habe, was nach der Zeit wieder verschwinden wird. Ich hätte mir von ihr eigentlich mehr erhofft in Hinblick auf Rückhalt, Unterstützung usw., aber das ist wieder mal ein anderes Thema..

      Ich hoffe, dass ich diese Zwangsgedanken wieder wegbekomme. Das "lustige" an den Zwangsgedanken ist, dass sie sich nach 2 Wochen auf ein anderes Thema verschoben haben. Erst hatte ich Zwangsgedanken, wie wohl einer denken würde, der schizophren ist, nun habe ich die Zwangsgedanken permanent über die Realität/ Wirklichkeit usw.
      Immer das, was mir am meisten Angst macht. Ich dachte schon, dass es bei den letzten Zwangsgedanken schon eigentlich nicht schlimmer geht, aber die neuen Zwangsgedanken sind nochmal schlimmer und intensiver. Mal schauen was da noch kommt..
      Ach ja Tired , ich hoffe du hattest ein schönes Weihnachten und schöne Feiertage :-)

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      • Re: Depression ?


        "Ich hoffe, dass ich diese Zwangsgedanken wieder wegbekomme."

        Die Chancen sind gut.

        Es gibt eine Hypothese, die besagt, dass psychopathologische Symptome eine günstigere Prognose haben, wenn sie durch einen organischen Impuls ausgelöst werden - im Vergleich zu einer langen neurotischen Entstehung.

        Wenn ich es richtig verstanden habe, ist Ihre Symptomatik nicht schleichend, sondern relativ akut nach dem Sonnenstich in Ägypten entstanden (?).

        Ein richtiger Sonnenstich ist in seinem Charakter mit einer meningoenzephalitischen Entzündung vergleichbar. Es kommt auch stets zu einem leichten Hirnödem.

        Das Ganze ist zwar i.d.R. von kurzer Dauer, kann aber quasi der Startschuss zu einem psychopathologischen Folgegeschehen sein.
        Aber nochmal: Die Prognose ist günstig.

        Einen Tipp, Respekta, googlen Sie nun nicht nach Menigoenzephalitis, Hirnödem u.a.
        Es würde Sie völlig durcheinander bringen.

        Glauben Sie nur an die Botschaft der günstigen Prognose!

        Kommentar



        • Re: Depression ?

          Vielen Dank für die rasche Antwort :-)

          Ja korrekt, nach dem Sonnenstich fingen die Problem an! Davor hatte ich keine Probleme in der Ausrichtung/ Intensität.
          Und ja, das "googlen" werde ich lassen in Zukunft!

          Kommentar


          • Re: Depression ?

            Die Angst vor Schizophrenie ist wirklich viel weniger geworden, aber leider haben sich ja diese Zwangsgedanken gebildet..
            Nur wenn ich mich stark konzentriere, z.B beim Schach spielen oder unter Alkoholkonsum verschwinden diese. Wobei ich weiß, dass weder Alkohol, noch Schach ( da ich nach einer Stunde komplett unkonzentriert bin aktuell ) mir auf Dauer helfen werden.
            Am 10.01. habe ich trotzdem meinen Termin in einem Früherkennungszentrum für Psychosen und die Therapie fängt am 9.01 an.

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            • Re: Depression ?

              Ich dachte schon, dass es bei den letzten Zwangsgedanken schon eigentlich nicht schlimmer geht, aber die neuen Zwangsgedanken sind nochmal schlimmer und intensiver.
              Ja, geht mir auch so.
              Man denkt "Schlimmer gehts nimmer" aber es geht immer nochmal schlimmer.
              Hat aber auch was positives, solange es noch schlimmer geht, ist man nicht am Ende angelangt.:-)

              Das mit deiner Freundin solltest du gelassen nehmen.
              Psychische Erkrankungen haben nur in der Theorie eine Akzeptanz, wenn jemand das nicht von sich kennt und plötzlich damit konfrontiert ist, dann kann er es nicht nachvollziehen, es geht einfach nicht.
              Dann entstehen so Sprüche wie: Reiß dich mal zusammen, es wird schon wieder, kannst du nicht mal an was anderes denken", Ne, eben nicht.

              Übel darf man das nicht nehmen, wie sollte sie das auch verstehen?
              Sie hat sicher weder Hintergrundwissen noch praktische Erlebnisse in diese Richtung, so ist so eine Erkrankung nicht greifbar und in ihrem Denken vielleicht sogar selber gemacht.
              Du solltest versuchen sie so wenig wie möglich damit zu konfrontieren, behalte dein Leiden weitestgehend für dich, nur wenn sie mal fragt dann kannst du ja versuchen es ihr zu erklären.
              Übrigens wird es dir auch helfen, wenn du versuchst nicht so viel drüber zu reden, denn wenn das übertrieben wird bleiben die Gedanken natürlich erst recht im Kopf.

              Du kannst auch Informationsmaterial ausdrucken, möglichst gut erklärt und in der Kurzfassung, denn die mangelnde Information darüber dass Angststörungen keine Charakterfrage oder ein Aufmerksamkeitsdefizite die man füllen will sind, sondern eine schwere Erkrankung die auch mit körperlichen Prozessen in Verbindung steht, wie eine organische Erkrankung und gegen die man selber meist erst einmal machtlos ist und das jeden treffen kann.
              Wenn das verstanden wird dass es keine Absicht oder mangelnde Kontrolle ist und niemand was für kann, dann können die Leute oft auch gelassener damit umgehen, selbst wenn sie es nicht verstehen können hilft dieses Verständnis der Informationen und das es einfach eine Krankheit ist weiter.
              Du darfst sie aber nicht überfordern, wenn du ihr immer wieder von deinen Ängste berichtest und über sie Versicherungen suchst die dich beruhigen, dann erträgt sie das nicht auf Dauer.
              Ich würde mich in der Weise auch nicht ertragen und habe diese Erfahrungen schon ausgiebig gemacht dass andere es eben auch nicht können, das weiß ich auch weil ich andere mit ähnlichen Störungen kenne und die auch nicht lange aushalte, obwohl ich mit den Ursachen gut vertraut bin.

              Das ist keine Frage ob sie dich genug liebt, sondern eine Frage dessen wie belastbar sie ist und da ist sie mit einer Situation konfrontiert in der sie nichts tun kann, wo es ständig wieder von vorne los geht.
              Überforderung pur und dann will man das nicht mehr mit anhören, weil man damit nichts anfangen und auch nicht helfen kann.

              Ja, Alllohol, schade dass er so ungesund ist.........

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              • Re: Depression ?

                Danke für die ausführliche Antwort!
                Ja mit dem was du sagst hast du auch Recht; wäre mir vor 3 Monaten jemand mit Angsterkrankung begegnet, hätte ich vermutlich auch wenig Empathie gehabt, aus mangelndem Einfühlungsvermögen.
                Womit ich mich aber nicht richtig anfreunden kann, ist der Begriff " schwere Krankheit "..
                Ich weiß, dass eine Angststörung eine Krankheit ist und auch behandelt werden sollte aber für mich sind eher Psychosen schwere Krankheiten. Laut einer Studie waren 15 Prozent der Deutschen wegen krankhafter Angst beim Arzt.
                Vielleicht ist es eine schwere Krankheit, ich weiß auch wie verdammt schlimm sich diese Krankheit anfühlen kann, aber der Begriff "schwere Krankheit" nimmt einem irgendwie so ein wenig die Hoffnung. Evtl. auch weil ich unter "schwerer Krankheit" schon ein wenig Hoffnungslosigkeit deute, wie bspw. bei Krebs oder eben HIV.

                Ich hoffe einfach nur, dass ich ansatzweise wieder so leben kann wie früher, aber irgendwie zweifle ich daran, leider.

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                • Re: Depression ?

                  HIV ist für mich eher eine unheilbare Krankheit, unheilbar wird aber nicht an der Schwere der Symptome gemessen.
                  Angststörungen haben in meinem Verständnis einen schweren Verlauf, für den Betroffenen, mit Krisen und allem was dazu gehört.
                  Ich verwende den Begriff auch meist, weil die Betroffenen eine popelige Angststörung für zu lapidar ansehen, als dass sie die Ursache sein könnte (auch die Betroffenen haben Vorurteile und messen organischen Leiden mehr Wert zu) und gerade die Schwere der Symptome lässt sie in andere Richtungen denken, eben weil psychische Störungen nicht als schwer eingestuft werden.
                  Das ist so aber nicht richtig, ganz im Gegenteil, der Leidensdruck bestimmt hier die Schwere der Erkrankung.

                  Sicher ist nicht jede Angststörung eine schwere Erkrankung, aber wenn man bedenkt dass diese bei vielen einen so großen Einfluss hat dass ein normales Leben nicht möglich ist, es sich auf einen selber, die Familie, die Partner und das Umfeld sehr negativ auswirken kann und einen regelrecht überrollt, das würde ich schon unter schwer verstehen, es ist schwer damit zu leben, für sich selber und dazu noch für alle anderen mit denen man enge ist.

                  Das sagt aber nichts über die Chancen einer Behandlung aus. die sind gut, genau wie bei einer schweren Grippe die dann doch die meisten hierzulande überleben ,obwohl sie schwer war.;-)
                  Der Begriff sagt nichts über die Prognose aus, nur über den aktuellen Zustand.

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                  • Re: Depression ?

                    Ich hoffe einfach nur, dass ich ansatzweise wieder so leben kann wie früher, aber irgendwie zweifle ich daran, leider.
                    Nein, du wirst daran wachsen und die Welt hier und da mit anderen, weiseren, Augen sehen.
                    Nach so einer Krankheit verändert sich immer was, das gehört aber zum Leben dazu und durch die Lehren die du daraus ziehst wird es natürlich nicht mehr genauso wie früher sein, aber vielleicht noch besser.

                    Hoffnungslosigkeit, das ist ein Teil der Erkrankung, gerade weil sie so viel Raum einnimmt, das wird aber wieder sobald die Therapien greifen.

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                    • Re: Depression ?

                      " die Familie, die Partner und das Umfeld sehr negativ auswirken kann "

                      Ich hoffe, dass genau diese Personen solange an meiner Seite sind, solange die Erkrankung besteht. Diese ungewisse Prognose macht halt irgendwie Angst und ich will mir wegen dieser Krankheit weder die Zukunft verbauen noch möchte ich meinen Partner verlieren.
                      Die Krankheit ist ja wirklich schlimm genug, aber die Dinge um die Krankheit herum, sprich Partnerschaft/ Familie, sind leider auch mit betroffen. Das wäre aber auch bei einer somatischen Krankheit der Fall. Bei jeder Krankheit eigentlich.
                      Mein Therapeut meinte, dass die Prognose gut steht aber welcher Therapeut würde auch sagen, dass die Prognose eher schlecht ist
                      Naja dann muss ich mich leider gedulden, was bei solch einer Krankheit aber schwierig ist.

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                      • Re: Depression ?

                        Die Prognose ist auch gut.
                        Davon solltest du auch ausgehen, von nichts anderem.
                        Gerade weil du dir ziemlich schnell Hilfe gesucht hast, ist die Prognose was die Dauer angeht, noch wesentlich besser als bei den meisten anderen, da die meisten sich erst Hilfe suchen nachdem sie sehr lange versucht haben selber damit klar zu kommen.
                        Was die Dauer der Erkrankung und Therapien und manchmal auch die langfristige Prognose, negativ beeinflussen kann.
                        Bei dir ist alles super gelaufen, schnell Hilfe gesucht, die Krankheit besteht noch nicht so lange, die Umstände sind auch günstig, alles gut soweit.

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                        • Re: Depression ?

                          "aber für mich sind eher Psychosen schwere Krankheiten."

                          Das stimmt nur in seltenen Fällen. Die Psychosen haben nur den schlechtesten Ruf.

                          Wenn man "schwere Krankheit" definieren will, dann sollten die Behandelbarkeit und die Prognose als wesentliche Kriterien gelten.

                          Da kommen die meisten Psychosen recht gut weg.
                          Auch die von vielen "gefürchtete" paranoid-halluzinatorische Schizophrenie.

                          Besonders die akuten Formen sind so gut behandelbar, dass manche Patienten nach 4 Wochen stationärer Behandlung symptomfrei wieder nach Hause gehen. Nur wer weiß das?


                          Eine Persönlichkeitsstörung mit Krankheitswert z.B. braucht meist Jahre lange Psychotherapie und wird trotzdem oft nicht symptomfrei.

                          Kommentar


                          • Re: Depression ?

                            Dann brauch ich gar keine Angst in dem Sinne von einer Psychose zu haben..
                            Naja, die Angst ist jetzt sowieso so gut wie weg, jetzt muss ich nur noch meine Zwangsgedanken wegbekommen und dann sollte es eigentlich wieder besser gehen.
                            Wenn ich wirklich konzentriert und abgelenkt bin, dann habe ich nicht mal die Zwangsgedanken oder nur extrem selten..
                            Nur wenn ich alleine bin oder lange Zeit alleine war, nimmt die Intensität der Zwangsgedanken echt zu.. Hoffe das ist gut therapierbar :-)

                            Kommentar


                            • Re: Depression ?

                              ZG werden auch oft schlimmer wenn man viel Stress hat, je weniger desto besser.
                              Es ist einfach eine Reaktion, sei es weil du in dem Moment alleine bist und dich deshalb nicht sicher fühlst, oder weil du Stress in irgendeiner Form hast.
                              Es hat immer eine Ursache und gegen die kann man angehen.

                              Kommentar


                              • Re: Depression ?

                                Ja das ist mir auch schon aufgefallen, wenn ich unter Stress bin sind die ZG viel stärker.
                                Ich bin mal gespannt, wie diese therapiert werden und wie die Chancen sind.
                                Die Angst vor Schizophrenie ist langsam wieder weggegangen und zwar immer noch präsent aber trotzdem auf ein minimum reduziert.
                                Hätte ich diese ZG nicht dann würde ich mich tatsächlich wieder genauso fühlen, wie vor dem Urlaub.
                                Die DP/ DR ist auch schon wieder fast weg; und wenn ich wirklich extrem abgelenkt bin und mit der Familie etwas unternehmen, dann habe ich wirklich Stunden, wo es mir so gut geht wie früher!
                                Ich hoffe, dass das ein gutes Zeichen ist.

                                Kommentar


                                • Re: Depression ?

                                  Das ist ein sehr gutes Zeichen, wenn etwas für Stunden verschwinden kann, dann funktioniert das auch auf Dauer.

                                  Kommentar


                                  • Re: Depression ?

                                    Ja hoffe, dass du damit recht hast :-)
                                    Ich merke schon gerade, wie die Angst versucht sich neue Wege zu suchen, dass mir wieder schlechter geht !
                                    Den Kreislauf muss ich da irgendwie unterbinden, denke dass das auch Gegenstand der Therapie sein wird;
                                    Sind Zwangsgedanken eigentlich ein eigenständiges Krankheitsbild oder ist das nur ein Resultat meiner Ängste?
                                    Ich merke nur, dass die Zwangsgedanken mir Ängste machen bzw. Angst in mir auslösen..
                                    Müssen die ZG seperat therapiert werden oder ist das verknüpft mit der Angststörung?

                                    Kommentar


                                    • Re: Depression ?

                                      Ich denke mal, da sich eine Angststörung auch immer über die Gedanken breit macht, werden auch die Gedanken im Vordergrund stehen und wie du sie umleiten kannst.
                                      Keine ängstlichen Gedanken, bedeutet ja auch keine Angst und eine Angsterkrankung ist meiner Meinung nach sehr eng mit den ZG verknüpft, dürfte auch beides zu den Neurosen gehören, also ähnliche, wenn nicht sogar identische Voraussetzungen und Ansätze in der Therapie haben.
                                      Irgendwo sind solche Sachen doch immer verknüpft.

                                      Darüber solltest du dir aber keinen Kopf machen, der Therapeut weiß genau wie das zu handhaben ist.

                                      Kommentar


                                      • Re: Depression ?

                                        Ich glaube ich hab dieses Thema schon mal kurz angerissen aber aktuell lässt es mich einfach nicht los. Ich versuche es so Allgemein wie möglich zu fassen:

                                        Und zwar bin, als ich dieses Unwirklichkeitsgefühl hatte, auf den Begriff "Solipsismus" gestoßen. Ich hatte schon öfter mal philosophische Gedanken, welchen ich aber nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, so dass diese auch relativ schnell wieder verschwunden sind. Nur diesmal lässt mich dieser Gedanken einfach nicht los. Ich habe mir (leider) so viel über dieses Thema durchgelesen und habe natürlich wieder Angst, dass ich irgendwann auch so denken werde. Ich will mir nicht einbilden, dass ich der einzige Mensch auf der Erde bin und sich alles nur in Gedanken abspielt. Dieser Gedanke macht mir so unendlich Angst.

                                        Ich möchte nicht daran denken, aber dieser Gedanke kommt einfach die ganze Zeit wieder. Ich hatte gestern, als ich unterwegs war nur einmal für 2-3h Ruhe von diesem Gedanken. Auch wenn ich zu 100% konzentriert bin, wie bspw. beim Schach, habe ich diese Gedanken nicht. Der Schlaf funktioniert überraschenderweise gut und ich habe auch ganz "normale" Träume.
                                        Diesen "Gedanken" aber habe ich nun seit ca. 2 Wochen. Davor hatte ich andere Zwangsgedanken, welche aber durch diese Gedanken hier abgelöst wurden. Das Problem an der Sache ist, dass es einfach nicht zu beweisen ist und somit aber auch nicht nicht zu beweisen ist ( vice versa ).
                                        Ich bin mir nicht mal sicher, ob das noch Zwangsgedanken sind oder ob ich langsam einfach aus der Realität abdrifte.

                                        Ich habe schon einige Leute in Foren getroffen, welche genau die selben Gedanken hatten. Das beruhigt mich immer ein wenig, aber nicht wirklich lange. Ich habe meinem Therapeuten schon bescheid gegeben, nur ist halt leider zZ Urlaubszeit, weswegen ich noch 1,5 Wochen auf die nächste Stunde warten muss.
                                        Diese Gedanken, dass alles nur eingebildet sein könnte usw. lassen mich einfach nicht los. Ich weiß ja, dass ich eine generl. Angststörung habe
                                        Aber können diese Gedanken wirklich "nur" durch Ängste ausgelöst werden oder steckt da mehr dahinter?

                                        Ich weiß auch, dass ich hier viel zu viel poste und ich finde es auch wirklich übertrieben nett, dass mir hier immer so rasch und schnell geantwortet wird.
                                        Aber leider ist es aktuell eine sehr schwere Zeit für mich und ich nehme jede Hilfe, die ich bekommen kann.

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                                        • Re: Depression ?

                                          Das sind die ZG, die aus normalen Gedanken ein Problem machen.

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                                          • Re: Depression ?

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                                            • Re: Depression ?

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