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Soziale Phobie

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  • Soziale Phobie

    Ich bin vor kurzem 28 Jahre alt geworden und bin mehr oder weniger durch Selbstdiagnose zu dem Schluss gekommen, dass ich an einer sozialen Phobie leide. Schon als Kind war ich schüchtern, bin auf Empfehlung eines Schulpsychologen erst mit 7 Jahren eingeschult worden aufgrund meiner Schüchternheit. Dennoch hatte ich bis zur Pubertät immer relativ viele soziale Kontakte mit Gleichaltrigen, solange immer jemand den ersten Schritt gemacht hatte. Irgendwann als Teenager, ich weiß nicht, wo genau der Wechsel passiert ist, hat sich meine Schüchternheit in eine soziale Phobie entwickelt, was mir aber selbst bis vor kurzem nie klar war. Ich dachte einfach immer, ich sei nur extrem schüchtern und introvertiert. Von Lehrern gab es ständig die Rückmeldung, dass ich viel zu still im Unterricht sei, was schade wegen meiner guten schriftlichen Noten war. Immer dann, wenn es darum ging, etwas vor der ganzen Klasse vorzutragen, hatte ich körperliche Angstsymptome, die andere nicht hatten, auch wenn sie nervös waren. Ich habe mich immer mental/physisch gehemmt gefühlt, einfach meine Gedanken frei zu äußern, die Angst vor der "Beurteilung" anderer war immer zu groß. Vor allem im Gesicht verspüre ich teilweise einen Kontrollverlust über meine Bewegungen, wenn ich soziale Angst empfinde. Ich glaube, dass ich immer sehr unzufrieden war mit meinem Gesicht und mich damit unwohl gefühlt habe, ich habe ziemlich abstehende Ohren, mit denen ich mich schon als Kind immer "anders" gefühlt habe, als die anderen, obwohl ich deshalb glücklicherweise nie wirklich gehänselt wurde. In der 10. Klasse hatte mich mein Klassenlehrer mal zu einer Beratungslehrerin geschickt, die mir aber auch nicht wirklich weiterhelfen konnte. Rückblickend finde ich es schon sehr verwunderlich, dass nie einer meiner Lehrer, die ja beruflich nichts anderes machen, als ständig mit jungen Leuten zu tun zu haben, mal auf die Idee gekommen ist, dass ich nicht schüchtern bin sondern eine soziale Phobie habe, die sich wohl am häufigsten im Jugendalter entwickelt. Ich hatte es trotzdem irgendwie geschafft, vor allem in der Oberstufe, Vorträge zu halten (meistens nur durch Hilfe von Ablesen) und auch meine mündliche Abiturprüfung abzulegen. Meine Eltern hatten mich mit 17 zu einem Psychologen geschickt, da ich mich sozial immer mehr isoliert hatte, und der ist auch nie auf die Idee gekommen, dass meine Schüchternheit eine krankhafte Angst vor der Beurteilung anderer Menschen ist. Ich habe mit 20 angefangen in einem Coffee Shop zu arbeiten, da ich meine Schüchternheit endlich überwinden wollte. Und tatsächlich war ich nach zunächst sehr unsicherem Umgang mit Kunden nach ein paar Monaten nicht mehr schüchtern. Die soziale Phobie aber blieb, da es zwei voneinander unabhängige Dinge sind. Ich fühlte mich immer noch körperlich unwohl mit Fremden Menschen zu interagieren, auch wenn meine real erlebten positiven Erfahrungen mir die (rationale) Angst vor einer ungewissen, potentiell negativen Situation genommen hatten, die (irrationale) Angst vor sozialem Kontakt hat ein Teil meines Gehirns einfach als Bedrohung verinnerlicht. Ich habe drei Studien abgebrochen, warum genau, kann ich nicht sagen, aber neben Zweifel an den Inhalten selbst, hatte ich auch Selbstzweifel, wie ich das Studium ohne möglichst sozialen Kontakt bewältigen sollte. Ich kann praktisch nicht in der Öffentlichkeit essen, und wenn ich mich doch ein paar Male überwunden habe, dann bin ich extrem verkrampft und bewege mich unnatürlich. Komischerweise habe ich das Problem nicht, wenn ich mit meiner Familie oder anderen Menschen, denen ich vertraue, in der Öffentlichkeit esse. Wenn ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, dann setze ich mich nie hin, da ich es unangenehm finde, vor oder neben einer Fremden Person zu sitzen. Meistens schaue ich auch auf mein Handy, um mich von dem (irrationalen) Gedanken abzulenken, dass mich andere Leute beobachten/beurteilen, auch wenn ich ganz genau weiß, dass es nicht so ist. Mich mit neuen Menschen anzufreunden schaffe ich auch schon lange nicht mehr (es sei denn, über das Internet), ich wirke einfach immer sehr distanziert und verschlossen, trotzdem immer freundlich und hilfsbereit. Da ich aber von Natur aus sehr introvertiert bin (was wiederum nicht gleichzusetzen ist mit Schüchternheit/sozialer Phobie)) und durchaus gerne Zeit alleine verbringe, ist das weniger ein Problem für mich, vor allem, da mein Freund gleichzeitig mein bester Freund ist und ich mich auch mit "Internet-Freunden" ab und zu austauschen kann.

    Meine Frage ist, wie soll ich jetzt am besten vorgehen? Bestimmt ist es etwas anderes, eine soziale Phobie mit 28 zu behandeln, als mit 18. Zu was für eine Art von Arzt sollte ich gehen, um erst mal eine offizielle Diagnose stellen zu lassen?


  • Re: Soziale Phobie

    eine krankhafte Angst vor der Beurteilung anderer Menschen ist.
    Im Prinzip kann es auch eine Angststörung sein, die sich zwar wie eine Sozialphobie äußert, aber nicht unbedingt eine sein muss.
    Symptome überlappen sich oft, da ist es manchmal schwer eine Diagnose zu stellen und Selbstdiagnosen sind dahingehend schwierig, weil man selber nicht alle infrage kommenden Ursachen samt Symptomen kennt.
    Aber natürlich ist eine soziale Phobie auch nicht abwegig, die Frage ist dann nur was geändert werden müsste oder wegfallen müsste, damit es besser wird.
    Die Angst vor Beurteilung, da wäre dann das Selbstbewusstsein gefragt, Angst vor Menschen im Allgemeinen, da gäbe es spezielle Übungen, Angst vor der Angst, auch da gibt es Möglichkeiten.

    Du kannst zu einem Psychiater gehen, der eine Diagnose stellen kann aber es ist immer besser da auch eine Weile in Behandlung zu sein, denn manchmal kommen erst über die Zeit Dinge zur Sprache die das dann nochmal in ein neues Licht rücken.
    Von daher wäre auch eine Psychotherapie wichtig, auch Psychotherapeuten können Diagnosen stellen, aber vor allem können sie dir dabei helfen Wege zu finden und Strategien zu entwickeln, so dass du mit den Auswirkungen umgehen kannst und zufrieden bist.
    Da ist am Ende die Diagnose nur noch zweitrangig da der Umgang mit den "Macken" im Fördergrund steht und das ist ja auch das allerwichtigste dass du ein Ziel vor Augen hast und dich jemand dabei kompetent unterstützt.

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    • Re: Soziale Phobie

      Hi AngelofDarkness

      Ich versteh das nicht, ich begreif das nicht. Du bist eben so und siehe selbst, dennoch ist dir ein bester Freund gegeben, eine nette Familie und die Gabe, dich ganz klar und intelligent auszudrücken können. Musst du unbedingt die ganze Welt umarmend rumlaufen?

      Ist dein geschützter Bereich und Rahmen, in dem du dich befindest, echt zu klein für dich? Das fühlt sich doch auch stimmig an, dein Wesen, zurückhaltend zu sein, still, introvertiert, ganz bei dir daheim zu sein, ohne das Bedürfnis zu haben, dauernd bei fremden Menschen rumzugraben, was die von dir halten mögen und was die so haben und sind.

      Brauchst du das echt anders? Geht es nicht so auch gut?

      Was hättest du davon, wenn man zu dir sagt, nee, das geht gar nicht, man darf so nicht sein, das muss man ändern..... mir scheint, solche Kinder müssen auch sein dürfen in Gottes Garten. Mein Neffe ist so, ich finde den total okay und freu mich, weil er einen ungewöhnlichen und einzigartigen Weg gehen wird sicher, ganz anders, als die Masse. Ich bin sehr neugierig, womit er uns alle überraschen wird mit seinem SO sein. Garantiert zeigt er uns etwas, worüber wir alle staunen werden.
      Es ist alles toll geregelt, da gibt es Formen von Authismus zum Beispiel, wo man Fähigkeiten hat, die ein "Normalo" niemals entwickeln könnte, die nur deshalb gegeben sind, weil eine Seite zugeklebt ist, die andere dafür extrem ausgeprägt. Vielleicht ist das auch bei dir so?

      Bist du sicher, du hast etwas falsch abgekriegt? Vielleicht bist du prädistiniert für etwas großartiges, sehr seltenes?

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      • Re: Soziale Phobie

        Meine Freundin hat sich immer anhören müssen, viel zu still zu sein. Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen- was gehts die anderen an, wie man ist???

        Hast du schon einmal überlegt, wie es wäre, wenn du anders wärst? Was wär da besonders netter? Ich habe endlich erreicht, ein stilles, sehr heimliches und privates Refugium zu schaffen, dafür hat es Jahrzehnte gebraucht, nun ist es da. Richtig luxurös ist so ein Dasein, ohne fremde Beurteilungen über mich und wie ich leb und was ich mag. Echt toll einfach, ausgeklammert zu haben, was eh nicht wirklich wichtig ist.
        Die, die mit mir in Liebe verbunden sind, die sind eh keine, die man fürchtet, die andern sollen fernbleiben und fremd bleiben, sie sind weder Feind, noch Freund. Haben mit meiner Welt nichts zu tun. Das ist doch völlig gesund so!

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        • Re: Soziale Phobie


          Im Prinzip kann es auch eine Angststörung sein, die sich zwar wie eine Sozialphobie äußert, aber nicht unbedingt eine sein muss.
          Symptome überlappen sich oft, da ist es manchmal schwer eine Diagnose zu stellen und Selbstdiagnosen sind dahingehend schwierig, weil man selber nicht alle infrage kommenden Ursachen samt Symptomen kennt.
          Aber natürlich ist eine soziale Phobie auch nicht abwegig, die Frage ist dann nur was geändert werden müsste oder wegfallen müsste, damit es besser wird.
          Die Angst vor Beurteilung, da wäre dann das Selbstbewusstsein gefragt, Angst vor Menschen im Allgemeinen, da gäbe es spezielle Übungen, Angst vor der Angst, auch da gibt es Möglichkeiten.

          Du kannst zu einem Psychiater gehen, der eine Diagnose stellen kann aber es ist immer besser da auch eine Weile in Behandlung zu sein, denn manchmal kommen erst über die Zeit Dinge zur Sprache die das dann nochmal in ein neues Licht rücken.
          Von daher wäre auch eine Psychotherapie wichtig, auch Psychotherapeuten können Diagnosen stellen, aber vor allem können sie dir dabei helfen Wege zu finden und Strategien zu entwickeln, so dass du mit den Auswirkungen umgehen kannst und zufrieden bist.
          Da ist am Ende die Diagnose nur noch zweitrangig da der Umgang mit den "Macken" im Fördergrund steht und das ist ja auch das allerwichtigste dass du ein Ziel vor Augen hast und dich jemand dabei kompetent unterstützt.
          Was wäre, wenn er das alles nicht durchmacht, sondern lernt, zu akzeptieren, dass er ein stiller, scheuer, introvertierter, zurückhaltender Mann ist?
          Ich fühle mich zu solchen Naturen sehr hingezogen, sie sind mir äußerst sympathisch und weit angenehmer, als die Exrovertierten, die ja auch nicht zum Arzt gehen, weil sie so sind.

          Woran liegts, dass ein Leidensdruck da ist? Einsamkeit kanns nicht sein, die ist ja nicht da.

          DarkAngel, bis raus ist, welcher Arzt nun für dich zuständig sein kann, kann man ja plaudern, wie du gern wärst, wenn am Ende die Behandlung erfolgreich war, was wäre dann gegeben?
          Wie würdest du am liebsten dann leben??

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          • Re: Soziale Phobie

            Was wäre, wenn er das alles nicht durchmacht, sondern lernt, zu akzeptieren, dass er ein stiller, scheuer, introvertierter, zurückhaltender Mann ist?
            Darum geht es ja auch in einer Therapie, herauszufinden wie man es gerne hätte und zu schauen ob und wie das zu machen wäre.

            Es ist nichts verkehrt daran so zu sein wie man ist, nur wenn es sich für einen selber verkehrt anfühlt und man drunter leidet, dann sollte man schauen was man tun kann, damit es einem besser geht aber nicht damit andere es besser finden.

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            • Re: Soziale Phobie

              Hi AngelofDarkness

              Ich versteh das nicht, ich begreif das nicht. Du bist eben so und siehe selbst, dennoch ist dir ein bester Freund gegeben, eine nette Familie und die Gabe, dich ganz klar und intelligent auszudrücken können. Musst du unbedingt die ganze Welt umarmend rumlaufen?

              Ist dein geschützter Bereich und Rahmen, in dem du dich befindest, echt zu klein für dich? Das fühlt sich doch auch stimmig an, dein Wesen, zurückhaltend zu sein, still, introvertiert, ganz bei dir daheim zu sein, ohne das Bedürfnis zu haben, dauernd bei fremden Menschen rumzugraben, was die von dir halten mögen und was die so haben und sind.

              Brauchst du das echt anders? Geht es nicht so auch gut?

              Was hättest du davon, wenn man zu dir sagt, nee, das geht gar nicht, man darf so nicht sein, das muss man ändern..... mir scheint, solche Kinder müssen auch sein dürfen in Gottes Garten. Mein Neffe ist so, ich finde den total okay und freu mich, weil er einen ungewöhnlichen und einzigartigen Weg gehen wird sicher, ganz anders, als die Masse. Ich bin sehr neugierig, womit er uns alle überraschen wird mit seinem SO sein. Garantiert zeigt er uns etwas, worüber wir alle staunen werden.
              Es ist alles toll geregelt, da gibt es Formen von Authismus zum Beispiel, wo man Fähigkeiten hat, die ein "Normalo" niemals entwickeln könnte, die nur deshalb gegeben sind, weil eine Seite zugeklebt ist, die andere dafür extrem ausgeprägt. Vielleicht ist das auch bei dir so?

              Bist du sicher, du hast etwas falsch abgekriegt? Vielleicht bist du prädistiniert für etwas großartiges, sehr seltenes?


              Hallo Elektra,


              danke für deine Antwort. Ich glaube, ich sollte erst mal klarstellen, dass ich weiblich bin, was ich in meinem Beitrag nicht erwähnt hatte. Ich finde deine Einstellung einerseits sehr verwirrend, andererseits auch faszinierend. Wie genau begründest du die Tatsache, dass man eine Angst, die das Leben stark einschränkt, einfach akzeptieren soll? Autismus ist übrigens ein permanenter genetischer Defekt und nicht heilbar, niemand mit Autismus hat eine Wahl, seine gestörte soziale Interaktion bzw. Kommunikation zu “heilen”. Soziale Phobie ist eine psychische Erkrankung, die geheilt werden kann. Findest du es akzeptabel, dass du zum Friseur gehen willst und dir eine neue Frisur schneiden lassen willst, aber zu große Angst vor sozialer Interaktion hast und dein ganzes Leben lang nicht mehr zum Friseur gehen wirst? Findest du es akzeptabel, hungrig zu sein aber zu große Angst zu haben in der Öffentlichkeit zu essen und dich mit Hungergefühlen zu quälen bis du alleine sein und dich unbeobachtet fühlen kannst? Findest du es akzeptabel, vor alltäglichen Dingen aus Angst ständig wegzurennen und persönlich, beruflich und/oder zwischenmenschlich nicht voran kommst im Leben wegen sozialer Angst?

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              • Re: Soziale Phobie

                "Soziale Phobie ist eine psychische Erkrankung, die geheilt werden kann."

                Mit dieser Erkenntnis ist der erste Schritt getan.
                Den zweiten müssen Sie aber auch selbst gehen: Psychotherapie.

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                • Re: Soziale Phobie

                  ....... und durchaus gerne Zeit alleine verbringe, ist das weniger ein Problem für mich, vor allem, da mein Freund gleichzeitig mein bester Freund ist und ich mich auch mit "Internet-Freunden" ab und zu austauschen kann.

                  Wie ich das gelesen hab, da nahm ich natürlich an, du kannst es, aber halt nicht bei jedem und überall. Die Fähigkeit ist gegeben, nur offensichtlich in manche Richtungen hin nicht machbar. Drauf fragte ich, MUSS das sein? Geht auch so zu leben, oder net??

                  Bei der Auslegung deiner Geschichte hab ichan meinen Neffen gedacht, dem geht es fast gleich und mir läge es fern, ihn dazu zu bringen, kontaktfähiger zu sein, wenn er das nicht möchte. Für mich ist er total okay, bloß nicht wie die Mehrheit- eher wie ein scheues Rehlein. Darf auch sein, warum nicht?

                  Du sagst, ich will das nicht, ich möchte da etwas ändern, für mich ist das Krank. Mein erster Eindruck hat sich nicht gedeckt mit dem, was tatsächlich zutrifft. Entschuldige bitte.

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                  • Re: Soziale Phobie

                    Du bist aber recht zurückhaltend mit deinem Feedback, Angel

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                    • Re: Soziale Phobie

                      Meine Kinder hatten Glück, ihr Lehrer war versiert in einem Fach, das in England angeblich fix im Unterricht verankert ist, es nennt sich "Schulspiel". Ein Freigegenstand, also freiwillige Teilnahme war das damals und zielte genau auf diese Sache ab: die Scheu verlieren, sich trauen, sich sicherer machen, selbstbewusster, freier, mutiger werden.
                      Leider ist der Freigegenstand nur bei diesem einen Lehrer und nur in dieser einen Schule möglich gewesen und der ist inzwischen in Pension.
                      Da mussten, bzw. durften die Kinder alles sagen, wonach ihnen war, sie mussten da z.B. auf der Straße nach dem Weg fragen, um ein Glas Wasser bitten, laut Au rufen, oder jemanden kritisieren usw. nichts weiter eben, als eben das machen, was man so macht, wenn man frei heraus ist und nicht gehemmt.
                      Wie unter Anleitung und größtem Verständnis und größter Behutsamkeit trainieren, was man brauchen kann im Umgang mit Menschen. Das war klasse, das war unvorstellbar toll.
                      Ich konnte via Aufzeichnung mitverfolgen, wie die Kids unter der Hand dieses Lehrers alle gewachsen sind.
                      Was da sicher von Vorteil war, sie kannten sich, sie waren sich vertraut, sie trafen sich ja dauernd auch sonst und den Lehrer ebenso.
                      Kann ein Therapeut je so eine Lustigkeit aufbringen, wo man praktisch spielerisch, als Jux und Gaude solche Sachen beigebracht kriegt? Der Effekt trat ja deshalb ein, weil der Scherz dabei war, Humor und Freud an der Sache.

                      Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen, die therapiert werden gegen Ängste, je Erfolg haben werden, wenn man ernst ist und diejnigen ganz krank angesehen werden, statt einfach bloß "noch nicht locker" und das übt man halt, bis es geht, dort, wo es auch Übungsbeispiele gibt- nicht im Zimmer eines Therapeuten, sondern mit Freunden, auf der Straße.

                      Dafür wären Freunde ja da!!!

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                      • Re: Soziale Phobie

                        Für mich ist das keine Krankheit, es ist ein falscher Blick auf die Sache, eine Art Reifeprüfung, die man nachholen kann, wenn man das unbedingt möchte. ""Wie gehts?""" ..."" Schlecht, ich kann immer noch nicht kauen, wenn jemand herschaut""". Dann übe es, bis du es kannst. Finde dich halt damit nicht ab!
                        Mut ist, wenn man TROTZ Angst nicht aufgibt, oder nicht?
                        Man kann auch sagen, ich bin jetzt 28 und kann immer noch nicht Schnürsenkel binden. Bin ich krank?? Nee, ich denk, ausgesprochen desinteressiert an Fortschritt und üben dran, bis man es kann. Da gibt es keine Pille dafür, sich dem Leben zu stellen. Das glaub ich nicht, dass du wirklich willst, dass ich das ändert DarkAngel, sowie ich nicht wirklich mit dem Rauchen aufhören will und immer wieder abblocke, wenn ich zu gewissen Leuten gehen sollte. Ich mag nicht, nicht, ich kann nicht. DIE mag ich nich, also geh ich denen aus dem Weg.

                        Das könnte man ändern, indem man die, die man nicht mag mal näher betrachtet und fair ist beim Hinsehen. Das sind keine Feinde, die macht man aus ihnen, indem man sich über jene etwas ausmalt und ausdenkt. DAS lässt sich mittels Therapie sicher besprechen mal genau.

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                        • Re: Soziale Phobie

                          Also wenn ich es richtig verstehe, bist du trotz der Tatsache, dass Experten wie Psychologen und Psychotherapeuten einen klaren Unterschied zwischen krankhafter und gesunder Schüchternheit definieren, der Meinung, dass dies nicht der Realität entspricht? Das ist dein gutes Recht, aber dann wird es nicht viel bringen, darüber zu diskutieren, da ich ein sehr rationaler Mensch bin. Ich frage mich, was du von Suchtkranken hältst? Würdest du ihnen auch einfach sagen, um nicht mehr suchtkrank zu sein, sollen sie doch einfach aufhören das Suchtmittel zu konsumieren? Wieso verlieren Menschen ihren Job, ihre Familie, ihr Geld, betrügen und belügen ihre Familie und Freunde, nur damit sie ihre Sucht befriedigen können? Weil sich das Gehirn bei solchen Menschen nun mal ‘falsch’ entwickelt hat. Der Teil unseres Gehirns, der unsere biologischen Instinkte kontrolliert, sieht das Suchtmittel fälschlicherweise als notwendig zum Überleben an, deshalb ist Suchtkranken alles andere egal. Du hast bestimmt schon mal ein Stück Kuchen gegessen, obwohl du lieber darauf verzichtet hättest, trotzdem würdest du wohl nicht behaupten, Kuchen-suchtkrank zu sein, weil du mental immer noch in der Lage bist, abzuwägen, was moralisch oder für dich persönlich richtig ist. Diese falsche neuronale Entwicklung ist aber reversibel, und auch bei Menschen mit sozialer Phobie kann eine falsche Entwicklung bestimmter Regionen im Gehirn zu irrationaler Angst vor sozialen Situationen führen. Als ich mit 8 Jahren zum ersten Mal vom 5 Meter Brett springen wollte, hatte ich Herzklopfen und zittrige Knie vor Angst, dann habe ich meine Angst überwunden und bin noch 10 Mal vom Brett gesprungen, weil meine positive Erfahrung mich gelehrt hat, dass ich keine Angst haben muss. So etwas nennt man gesunde Angst. Ich habe explizit in meinem Beitrag geschrieben, dass ich 1 Jahr lang im Service gearbeitet habe, wo ich jeden Tag 50 Mal mit Menschen interagieren musste und mit meiner Angst konfrontiert wurde, und absolut nichts hat sich an meiner Angst geändert. Weil der Teil meines Gehirns, der natürlicherweise Angst steuert, mit falschen, krankhaften Gedanken verknüpft ist, das Problem ist in meinem Kopf, das Problem sind nicht die anderen Menschen/Situationen, die mir Angst machen, und die ich nur einmal überwinden muss, um diese Angst zu besiegen. Dafür gibt es Ärzte, die sich mit psychischer Gesundheit auseinandersetzen, Medikamente, kognitive Verhaltenstherapien etc. Ich frage mich, was du in diesem Bereich des Forums machst, wenn du nicht an psychische Krankheiten glaubst?

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                          • Re: Soziale Phobie

                            Das macht aber keinen Spaß, so ganz ohne Rückmeldung........als wäre der Fokus ausschließlich auf die negativ als empfundenen Beiträge gerichtet?

                            Kommentar


                            • Re: Soziale Phobie

                              Das macht aber keinen Spaß, so ganz ohne Rückmeldung........als wäre der Fokus ausschließlich auf die negativ als empfundenen Beiträge gerichtet?
                              Hallo Tired,tut mir Leid, ich habe nicht mit Absicht deinen Beitrag ignoriert. Ich hatte nur nicht das Bedürfnis eine Rückmeldung dazu zu geben. Ich habe deine persönliche Einschätzung zur Kenntnis genommen und der Tatsache, dass nur ein Facharzt eine Diagnose stellen kann, ist aus meiner Sicht nichts weiteres hinzuzufügen. Gibt es etwas konkretes, wozu ich mich äußern soll?

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                              • Re: Soziale Phobie

                                Nein, nichts konkretes.
                                Es ist halt etwas fade wenn kein Wort dazu kommt, man bekommt das Gefühl dass man es sich hätte auch sparen können.
                                Wenn du verstehst was ich meine.

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                                • Re: Soziale Phobie

                                  Hi Angel,
                                  was du da schilderst, hab ich auch erlebt, immer wieder, bis ich 30 war. Meine Schulnoten wurden immer um 30% schlechter gewertet, weil ich mich nicht überwinden konnte zur mündlichen Teilnahme. Habe mir hinterher auch die Diagnose "soziale Phobie" gestellt.
                                  Bei mir hat sich das von selber gelegt, als ich Aufgaben im Leben gefunden habe, die meinen Talenten entsprachen. Dazwischen kamen dann durchaus auch mal wieder Krisen, aber diese fürchterliche Angst vor anderen Menschen ist mittlerweile einer großen Neugier auf sie gewichen. Ob ich gut frei reden kann, ist bei mir ein bißchen themen- und tagesformabhängig, aber ich kann es, ohne vorher tagelang Panik zu schieben.
                                  Ich hab diese ziemlich lange Lebensphase ohne Therapie überwunden, kann aber nicht beurteilen, ob eine Therapie diese Phase bei mir verkürzt hätte. Ich hätte mir allerdings auch nicht vorstellen können, die Zeit dafür in meinem Leben zu finden. Aber wenn ich heute in der Situation wäre, würde ich versuchen, Therapie in Anspruch zu nehmen. Gerade jetzt in diesen seltsamen Pandemie-Zeiten braucht man Menschen, mit denen man sprechen kann, und ein Therapeut MUSS dir zuhören, egal was. Also warum nicht? Zumal du ja offen dafür zu sein scheinst!

                                  Alles Gute dir! Du bist schon "richtig" (weil reflektiert), du wirst den richtigen Weg finden!
                                  GLG, V


                                  .

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