Vitamin K1

Allgemeines

Das pflanzliche Vitamin K1 muss bei einem entsprechenden Mangel an körpereigenem Vitamin K2 zugeführt werden. Im Darm erfolgt dann die Umwandlung von K1 in K2.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Produktion von Gerinnungsfaktoren fördern
  • Blutungen verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Vitamin K1 im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Vitamin K1 nicht verwendet werden?

Vitamin K1 darf nicht angewendet werden, wenn eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besteht.

Patienten mit Blutungsneigung (erhöhtem INR-Wert) dürfen wegen der Gefahr ausgedehnter Blutergüsse kein Vitamin K1 in die Muskeln gespritzt bekommen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Vitamin K1 kann den Mutterkuchen nur in geringem Maße durchdringen, geht aber in die Muttermilch über.

Bisherige Erfahrungen bei der Anwendung von Vitamin K1 in der üblichen Dosierung bei schwangeren und stillenden Frauen haben keine schädigende Wirkung auf das Ungeborene oder Neugeborene gezeigt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

In entsprechender Dosierung kann Vitamin K1 auch an Kinder vom Neugeborenenalter an gegeben werden.

Welche Nebenwirkungen kann Vitamin K1 haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Vitamin K1. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr seltene Nebenwirkungen nach Gabe in die Vene:
Venenreizung oder -entzündung, allergischer Schock.

Vereinzelte Nebenwirkungen:
4 bis 16 Tage nach der Injektion Verhärtungen und Verfärbungen an der Injektionsstelle, örtliche oder allgemeine Rötungen, Unterhautblutungen oder Nesselsucht (nach Gabe in den Muskel, insbesondere bei Lebererkrankungen).

In extrem seltenen Fällen kann auch bei Einnahme eine Überempfindlichkeit gegen Vitamin K1 auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Vitamin K1?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Acetylsalicylsäure und andere Salizylate sowie bestimmte Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine wie Cefazolin und Cefamandol können die Vitamin-K-Wirkung mindern oder aufheben. Gleiches gilt für Antikoagulanzien, deren Wirkung ihrerseits durch Vitamin K1 gemindert wird, was zu Thrombosen führen kann.

Antiepileptika wie Phenobarbital und Diphenylhydantoin sowie die Tuberkulosemittel Isoniazid und Rifampicin können bei Neugeborenen, deren Mütter diese Medikamente während der Schwangerschaft eingenommen haben, am ersten Lebenstag Blutungen durch Vitamin-K-Mangel verursachen. Der genaue Mechanismus ist noch ungeklärt.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Vitamin K1 wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


Welche Medikamente beinhalten Vitamin K1?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Vitamin K1 enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Ampullen
Ampullen

So wirkt Vitamin K1

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Vitamin K1. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Vitamine, zu welcher der Wirkstoff Vitamin K1 gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Vitamin K1

Das pflanzliche Vitamin K1 muss bei einem entsprechenden Mangel an körpereigenem Vitamin K2 zugeführt werden. Im Darm erfolgt dann die Umwandlung von K1 in K2.

Ein Vitamin-K-Mangel ist selten, so lange das mit der Nahrung zugeführte Vitamin in den Körper aufgenommen werden kann. Da Vitamin K, wie einige anderen Vitamine auch, fettlöslich ist, ist diese Aufnahme an einen reibungslosen Fettstoffwechsel gebunden. Fette aber können aus dem Darm nur aufgenommen werden, wenn sie zunächst durch Gallensäuren wasserlöslich gemacht wurden. Funktioniert die Absonderung der Gallensäuren nicht oder ist sie durch Hindernisse im Gallengang verringert, kommt es zum Vitamin-K-Mangel. Dies ist beispielsweise der Fall bei Gallengangsverschluss (beispielsweise durch Steine oder Narben), bei Gallenblasenentzündung oder Gallenstau.

Vitamin-K-Mangelzustände mit der Gefahr von Hirnblutungen können auch bei Neugeborenen auftreten, wenn die Mutter nicht ausreichend mit diesem Vitamin versorgt war.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Vitamin K1 sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Vitamin K1

Die Gerinnung des Blutes ist ein gestufter Prozeß, bei dem nacheinander verschiedene Eiweiße (Gerinnungsfaktoren) wirksam werden. Fehlt es an diesen Eiweißen, kommt es auch bei kleinen Verletzungen zu Blutungen, die lebensbedrohlich sein können. Dies ist beispielsweise der Fall bei der Bluterkrankheit (Hämophilie).

Für die Herstellung der Blutgerinnungsfaktoren II, VII, IX und X ist Vitamin K unerläßlich. Dieses Vitamin ist in den Leberzellen der Helfer (Kofaktor) eines Enzyms, das zentrale Bedeutung für die Produktion der Gerinnungsfaktoren hat. Fehlt es an Vitamin K, können die Gerinnungsfaktoren nur in unzureichender Menge hergestellt werden und es kommt zu Blutungen.

Das eigentliche Vitamin K ist Menachinon (Vitamin K2). Es kann durch Phytomenadion (Vitamin K1), das in grünen Pflanzenteilen vorkommt, ersetzt werden. Im Darm verwandeln Bakterien das pflanzliche Vitamin K dann teilweise in seine körpereigene Wirkform um.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.