Tafamidis

Allgemeines

Tafamidis wird für eine spezielle Form einer Nervenkrankheit bei erwachsenen Patienten eingesetzt. Dies ist die Transthyretin-Amyloidose, die am ganzen Körper zu Störungen der Nervenfunktion (Polyneuropathie) führt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Zerfall von Thransthyretin hemmen
  • Ablagerung von Transthyretin-Bruchstücken verhindern
  • Nervenfunktion erhalten

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tafamidis im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Tafamidis nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Tafamidis nicht angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher liegen keine Erfahrungen mit der Anwendung von Tafamidis bei Schwangeren vor. Tierexperimente haben schädliche Auswirkungen auf die Nachkommen gezeigt. Daher müssen Frauen während der Einnahme des Wirkstoffs und bis einen Monat nach Ende der Behandlung eine Schwangerschaft wirksam verhüten.

Die zur Verfügung stehenden Erkenntnisse aus Tierstudien zeigen, dass Tafamidis in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Wirkstoff soll während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es gibt keinen Nutzen von Tafamidis bei Kindern und Jugendlichen, daher ist die Anwendung bei dieser Altersgruppe untersagt.

Welche Nebenwirkungen kann Tafamidis haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tafamidis. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Harnwegsinfektionen, Infektionen der Scheide, Durchfall, Oberbauchschmerzen.

Besonderes:
Die Nebenwirkungen sind im Allgemeinen leicht bis mittelschwer ausgeprägt.

Welche Wechselwirkungen zeigt Tafamidis?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher sind keine Wechselwirkungen mit anderen Substanzen bekannt.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Tafamidis wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


Welche Medikamente beinhalten Tafamidis?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tafamidis enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Tafamidis

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tafamidis. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Tafamidis gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Tafamidis

Tafamidis wird für eine spezielle Form einer Nervenkrankheit bei erwachsenen Patienten eingesetzt. Dies ist die Transthyretin-Amyloidose, die am ganzen Körper zu Störungen der Nervenfunktion (Polyneuropathie) führt.

Transthyretin dient im Blut als Transporteiweiß für das Schilddrüsenhormon Thyroxin und wird überwiegend in der Leber gebildet. Durch die Bindung von Thyroxin wird Transthyretin stabilisiert. Aber bereits in der unveränderten Form besitzt Transthyretin eine Tendenz zur Ablagerung im Gewebe. Bei Menschen mit speziellen Veränderungen des Erbgutes wird die Transthyretin-Struktur instabiler. Das begünstigt die Ablagerung von verändertem Transthyretin im Gewebe (Amyloidose) und führt in der Folge zu Funktionsstörungen.

Tafamidis kann die Krankheit nicht heilen, verzögert aber das Voranschreiten der Nervenfunktionsstörungen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tafamidis sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Tafamidis

    Damit das Schilddrüsenhormon Thyroxin an seine Wirkorte gelangen kann, muss es im Blut trasportierbar sein. Dazu dient Transthyretin, ein großes Eiweiß-Molekül, das sich aus vier Untereinheiten zusammensetzt. An zwei Stellen kann es Thyroxin binden und stellt so die Transportform für das Hormon dar.

    Bei entsprechender erblicher Veranlagung hat das große Eiweißmolekül Transthyretin die Neigung, in seine vier Untereinheiten zu zerfallen, die sich dann zu funktionslosen Eiweiß-Strukturen verbinden. Lagern sich diese Eiweiß-Strukturen an Nervenfasern an, können Taubheitsgefühle und Lähmungserscheinungen auftreten.

    Tafamidis bindet sich an die Bindungsstellen des noch unveränderten Transthyretin und verhindert so die Aufspaltung in die Untereinheiten. Die Hemmung der Spaltung bildet die Grundlage für die Anwendung von Tafamidis zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs. Tafamidis hat dabei jedoch keine Wirkung, die der des Schilddrüsenhormons entspräche.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.