Propyphenazon

Allgemeines

Propyphenazon wird heute fast ausschließlich in Kombination mit anderen Wirkstoffen verordnet. Es ist sehr gut gegen starke Schmerzen und Fieber wirksam. Sogar bei schweren Schmerzzuständen im Bereich von Magen und Darm kann Propyphenazon statt opioider Schmerzmittel eingesetzt werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Starke Schmerzen lindern
  • Fieber senken
  • Zahnschmerzen lindern
  • Regelschmerzen lindern
  • Kopfschmerzen lindern
  • Schmerzen im Magen-Darm-Bereich lindern.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Propyphenazon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Propyphenazon nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen ähnliche Wirkstoffe wie Pyrazolone darf Propyphenazon nicht eingenommen werden. Ebenso darf keine Anwendung erfolgen bei Stoffwechselerkrankungen wie der akuten intermittierenden Porphyrie und dem genetisch bedingten Mangel an bestimmten Enzymen, der so genannten Glucose-6-phosphat-Dehydrogenase.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf der Wirkstoff eingenommen werden von Patienten, die auf andere Schmerzmittel (Analgetika) mit allergischem Asthma oder Hautveränderungen reagieren.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Im ersten Drittel der Schwangerschaft und in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung darf der Wirkstoff nicht verwendet werden, da es zu einem vorzeitigem Verschluß des Ductus Botalli kommen kann. Außerdem könnten Störungen der Blutbildung und Reifung der Blutzellen im Knochenmark (Hämatopoese) beim Kind verursacht werden.

In der Stillzeit darf der Wirkstoff nicht verwendet werden, da er in die Muttermilch übergeht und dadurch beim Säugling Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen könnte.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Propyphenazon darf bei Kindern unter sieben Jahren nicht verwendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Propyphenazon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Propyphenazon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen wie Rötungen (Erytheme), Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht (Urtikaria), Blasenbildung.

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen (fixe Exantheme).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schwere allergische Sofortreaktionen mit Schocksymptomen.

Besonderheiten:
Nicht auszuschließen sind in seltenen Fällen schwere Hautreaktionen wie das Stevens-Johnson-Syndrom oder Lyell-Syndrom sowie in sehr seltenen Fällen Blutbildveränderungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Propyphenazon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei einer Therapie mit Warfarin führt die gleichzeitige Gabe von Propyphenazon zu einem beschleunigten Abbau von Warfarin. Dadurch wird die Blutgerinnungshemmung abgeschwächt und Blutungen können auftreten.

Bei gleichzeitiger längerfristiger Einnahme von Wirkstoffen, die zu einer so genannten Enzyminduktion in der Leber führen wie zum Beispiel Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate und Spironolacton ist die Wirkdauer von Propyphenazon verkürzt.

Bei gleichzeitiger Einnahme von magensäurehemmenden Wirkstoffen (Antiazida) wie Cimetidin oder Disulfiram sowie von Beta-Rezeptorenblockern (Wirkstoffgruppe, die hauptsächlich zur Behandlung von Herzerkrankungen eingesetzt wird), ferner bei Fieber ist die Ausscheidung von Propyphenazon verlangsamt und dadurch eine Wirkungsverstärkung möglich.

Allergische Reaktionen auf Medikamente

Manchmal lösen Arzneimittel allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion auf Propyphenazon wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.


So wirkt Propyphenazon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Propyphenazon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen nicht-opioide Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Schmerzmittel, zu welcher der Wirkstoff Propyphenazon gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Propyphenazon

Propyphenazon wird heute fast ausschließlich in Kombination mit anderen Wirkstoffen verordnet. Es ist sehr gut gegen starke Schmerzen und Fieber wirksam. Sogar bei schweren Schmerzzuständen im Bereich von Magen und Darm kann Propyphenazon statt opioider Schmerzmittel eingesetzt werden.

Aber auch leichte bis mäßig starke Schmerzen wie Zahnschmerzen, Regelschmerzen oder Kopfschmerzen können mit diesem Wirkstoff behandelt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Propyphenazon sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Propyphenazon

    Propyphenazon gehört zu den nicht-sauren fiebersenkenden Schmerzmitteln aus der Gruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel.

    Propyphenazon wirkt hemmend auf das Enzym Cyclooxygenase und bewirkt damit eine verminderte Prostaglandinproduktion. Prostaglandine Prostaglandine werden bei Entzündungen freigesetzt und verursachen die typischen Anzeichen wie Rötungen oder Schwellungen. Gleichzeitig reizen Prostaglandine die Nervenenden, sind aber auch an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt.

    Propyphenazon unterdrückt hauptsächlich die Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn. Daneben wirkt es auch schwach entzündungshemmend und schwach fiebersenkend. Die Wirkung von Propyphenazon ist damit ähnlich wie die der nichtsteroidalen Antirheumatika.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.