Pethidin

Allgemeines

Pethidin wird bei starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt. Das können zum Beispiel Schmerzen nach Operationen oder Unfällen sein.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Schmerzen (stark bis sehr stark) lindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Pethidin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Pethidin nicht verwendet werden?

Pethidin darf nicht angewendet werden bei.
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Einnahme von MAO-Hemmern (gegen Depressionen) während der letzten 14 Tage
  • Abhängigkeit von Alkohol und Opiaten (Drogensüchtigen)
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krankheitszuständen, bei denen eine Störung des Atemzentrums und der Atemfunktion vorliegt oder vermieden werden muss
  • Zuständen mit erhöhtem Hirndruck (beispielsweise durch Wasseransammlungen im Gehirn)
  • niedrigem Blutdruck durch zu geringe Blutmenge
  • eingeschränkter Nierenfunktion
  • epileptischen Anfällen in der Vorgeschichte.
Nur mit besonderer ärztlicher Vorsicht darf Pethidin eingesetzt werden bei
  • schweren Leberfunktionsstörungen wie Leberzirrhose
  • Schilddrüsenüberfunktion und Schilddrüsenunterfunktion
  • Störungen der Nebennierenrindenfunktion (Morbus Addison)
  • Erkrankungen der Vorsteherdrüse und der Harnröhre (Risiko einer Urinverhaltung oder Harnstauung)
  • älteren Patienten.


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Pethidin sollte in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten gar nicht angewendet werden, da seine Sicherheit in dieser Zeit bisher zu wenig erprobt ist. Bisher sind allerdings keine Anzeichen für ein erhöhtes Risiko von Mißbildungen beim Menschen gefunden worden. Eine dauerhafte Anwendung von Pethidin sollte während der gesamten Schwangerschaft vermieden werden, da sie beim Kind zur Gewöhnung und nach der Geburt zu Entzugserscheinungen führen kann. Einzelne Gaben des Wirkstoffs sind ab dem zweiten Schwangerschaftdrittel möglich, wenn sie der Arzt für unumgänglich hält.

Während der Geburt kann Pethidin zur Schmerzstillung gegeben werden, aber nur als Injektion in den Muskel und in der niedrigstmöglichen Dosis. Pethidin vermindert nicht die zur Geburt nötige Zusammenziehung der Gebärmutter, kann aber dosis- und auch zeitabhängig den Mutterkuchen durchdringen. Nach Gabe von Pethidin zur Geburt kann es daher beim Neugeborenen zu Atemproblemen kommen. Das Neugeborene ist deshalb so lange zu ärztlich überwachen, bis keine wesentliche Beeinträchtigung der Atmung mehr zu erwarten ist (mindestens für sechs Stunden). Bei starken oder zu lang andauernden Atemproblemen wird der Arzt dem Neugeborenen ein Gegenmittel wie zum Beispiel Naloxon geben.

Pethidin zur Geburt beeinträchtigt manchmal das Verhalten der Neugeborenen und ihre Gehirntätigkeit kann bis zu sechs Tage nach der Geburt verändert sein. Bei Risikokindern ist die Überlebensfähigkeit durch Pethidin-Gabe während der Geburt zusätzlich herabgesetzt.

Pethidin und sein Stoffwechselprodukt Norpethidin gehen in die Muttermilch über. Bei Anwendung von Pethidin bei der Mutter darf nicht gestillt werden, da es beim gestillten Säugling zu Nebenwirkungen kommen kann, die verzögert auftreten und Tage bis Wochen anhalten können.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Wirkung und Sicherheit der Anwendung einer Pethidin-Injektionslösung wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren bisher noch nicht ausreichend in Studien erforscht und sollte daher unterbleiben.

Pethidin-Zäpfchen sind auf Grund des üblichen hohen Wirkstoffgehalts für die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren ebenfalls nicht geeignet.

Tropfen mit Pethidin können unter ärztlicher Kontrolle schon bei Kindern ab vier Kilogramm Körpergewicht angewendet werden.

Welche Nebenwirkungen kann Pethidin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Pethidin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutdruckabfall, Herzrasen, Herschlagverlangsamung, Atemfunktionsstörung, Hirndrucksteigerung, Benommenheit, Schwindel, Verwirrung, Stimmungsveränderung (gehoben oder gedrückt), Entscheidungsschwäche Wahrnehmungsstörungen, Erregungszustände, Wahnvorstellungen.
Bei rascher Injektion in die Vene:
Bronchialkrämpfe, Pupillenverengung, Schluckauf, Übelkeit und Erbrechen
Bei längerer Anwendung:
Verstopfung, Blasenentleerungsstörungen

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Gallenwegskrämpfe, Krampfanfälle (insbesondere bei höherer Dosierung), Einschränkung der Nierenfunktion, durch Medikamente geförderte Krampfbereitschaft), allergische Überempfindlichkeitsreaktionen (unter Umständen bis zum lebensbedrohlichen Schock)

Besonderheiten:
Bei Injektion in die Vene können entlang des betroffenen Blutgefäßes Schmerzen und (rote) Quaddelbildung auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Pethidin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Kombination von Pethidin mit anderen stark wirkenden Schmerzmitteln, die Krampfbereitschaft erhöhenden Wirkstoffen und Neuroleptika vom Phenothiazin-Typ darf nur unter ständiger ärztlicher Kontrolle erfolgen.

Wird Pethidin mit Beruhigungs- oder Schlafmitteln, die das Gehirn abdämpfen, zusammen eingenommen oder wird gleichzeitig Alkohol getrunken, kommt es zu einer gegenseitigen Verstärkung und Verlängerung der Wirkungen wie Benommenheit und Atemproblemen.

Eine Vorbehandlung mit MAO-Hemmern (gegen Depressionen) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Pethidin-Einnahme kann lebensbedrohende Wechselwirkungen auf das Gehirn, die Atmungs- und Kreislauffunktion hervorrufen.

Wird ein Patienten dauerhaft mit Antiepileptika wie Phenobarbital oder Phenytoin behandelt, kann Pethidin schneller im Körper abgebaut werden. Dabei sind vermehrte Nebenwirkungen von Pethidin nicht auszuschließen.

Gleichzeitige Einnahme von Schmerzmitteln wie Pentazocin und Buprenorphin können die Wirkung von Pethidin abschwächen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung darf auf keinen Fall Alkohol konsumiert werden.
  • Bei wiederholter Gabe des Medikaments kann es zu physischer und/oder psychischer Abhängigkeit kommen.
  • Ältere Patienten mit geringem Körpergewicht und Menschen mit Kopfverletzungen und Hirntumoren müssen bei der Behandlung besonders sorgfältig ärztlich überwacht werden.
  • Der Wirkstoff unterliegt in Deutschland dem Betäubungsmittelgesetz und ist nur auf Verschreibung auf einem Betäubungsmittel (BTM)-Rezept verfügbar.
  • Bei Epilepsie oder Verdacht darauf ist das Medikament nur zusammen mit einem Antiepileptikum zu geben.
  • Bei Epilepsie-Neigung und Nierenfunktionsstörungen muss der Arzt die zeitlichen Einnahmeabstände verlängern, um Krampfanfälle zu verhindern.
  • Das Reaktionsvermögen wird durch diesen Wirkstoff derart beeinträchtigt, dass die aktive Teilnahme am Strassenverkehr und das Führen von Maschinen gefährlich sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Pethidin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Pethidin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Zäpfchen (Suppositorien)
Injektionslösung

So wirkt Pethidin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Pethidin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen opioide Schmerzmittel, Schmerzmittel, zu welcher der Wirkstoff Pethidin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Pethidin

Pethidin wird bei starken bis sehr starken Schmerzen eingesetzt. Das können zum Beispiel Schmerzen nach Operationen oder Unfällen sein.

Der Wirkstoff ist in Form von Tropfen, Zäpfchen und als Injektionslösung im Handel.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Pethidin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Pethidin

Pethidin gehört zur Gruppe der opioiden Schmerzmittel. Es entfaltet seine Wirkung an speziellen Bindungsstellen im Gehirn, den so genannten Opioid-Rezeptoren. Der Wirkstoff imitiert dabei körpereigene Botenstoffe, die durch Bindung an diese Rezeptoren eine Weiterleitung des Schmerzempfindens und die Schmerzwahrnehmung hemmen. Sogar starke Schmerzen werden durch Pethidin als weniger schwerwiegend empfunden. Pethidin wirkt damit im Prinzip auf die gleiche Weise wie der Hauptvertreter seiner Wirkstoffgruppe, das Morphin, allerdings etwa fünfmal schwächer. Auch die stimmungshebende Wirkung von Pethidin ist deutlich geringer als bei Morphin.

Durch die relativ niedrige Wirkstärke von Pethidin besteht daher bei der Anwendung im Vergleich zu anderen opioiden Schmerzmitteln ein geringeres Abhängigkeitsrisiko.

Pethidin besitzt prinzipiell die gleichen Nebenwirkungen wie Morphin, es dämpft ebenfalls das Hustenzentrum und führt zu Verstopfung. Allerdings sind wie diese Nebenwirkungen von Pethidin - wie die Wirkung - deutlich schwächer ausgeprägt als bei Morphin.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.