Lomir 2,5mg Tabletten

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 29.10.2007
Hersteller: Novartis Pharma GmbH
Wirkstoff: Isradipin
Darreichnungsform: Tablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Lomir 2,5mg Tabletten enthalten den Wirkstoff Isradipin.

Isradipin wird angewandt bei der Behandlung des Bluthochdrucks, der keine organischen Ursachen hat (essentieller Bluthochdruck).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Isradipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Isradipin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Bluthochdruck

Dosierung

Morgens und abends wird je eine Tablette eingenommen. Reicht die Wirkung nicht aus, so kann nach vier Wochen eine Erhöhung der Dosis vorgenommen werden. Es werden dann zwei Tabletten jeweils morgens und abends eingenommen.

Ältere Patienten oder Patienten mit Nierenfunktionsstörungen, Kreatinin- Clearance muss größer als 30 ml pro Minute sein, beginnen mit einer halben Tablette jeweils morgens und abends.
Bei gleichzeitiger Einnahme von Cimetidin muss die Dosis halbiert werden.

Die Tabletten werden unzerkaut mit etwas Flüssigkeit eingenommen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Lactose 1H2O
  • Maisstärke
  • Magnesiumstearat
  • Nariumdodecylsulfat
  • Povidon

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Hautrötungen und Wärmegefühl (Flush), Kopfschmerzen, Knöchelschwellungen, Unterschenkelschwellungen, Wasseransammlungen insbesondere in den Beinen und Knöcheln (Ödeme).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen wie Rötungen (Erytheme), Juckreiz (Pruritus), Nesselsucht Urtikaria), makulopapulöse Exantheme oder Erythromelalgien, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit, Völlegefühl, Durchfall (Diarrhö), Gewichtszunahme, Leberfunktionsstörungen wie beispielsweise die Erhöhung der leberspezifischen Enzyme, Potenzstörungen, Herzklopfen (Palpitationen) und Herzrasen (Tachykardie, krampfartige Verengung der Bronchien (Bronchospasmus), Angina Pectoris-Anfälle, Brustbeschwerden, Brustenge, Blutdruckabfall, Blutbildungsstörungen wie Verminderung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie), Agranulozytose, Verminderung der roten Blutkörperchen (Anämie), Verminderung der Blutplättchen (Thrombozytopenie).

Seltene Nebenwirkungen:
Gelenkschmerzen, Appetitlosigkeit, Nervosität, Unruhe.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Zahnfleischwucherungen (Gingivahyperplasie), Schwitzen.

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Gelbsucht (Hepatitis), Blutzuckerwerteanstieg (Hyperglykämie), Verkrampfung der Bronchialmuskulatur bis zu lebensbedrohlicher Atemnot, Entwicklung einer Herzmuskelschwäche oder Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche.

Besonderheiten:
Bei Langzeitbehandlung kann es in seltenen Fällen bei älteren Patienten zu Brustwachstum (Gynäkomastie) kommen.

Wechselwirkungen

Blutdrucksenkende Wirkstoffe wie Antihypertensiva, Entwässerungsmittel (Diuretika), trizyklische Antidepressiva und gefäßerweiternde Mittel wie Vasodilatatoren verstärken den blutdrucksenkenden Effekt von Isradipin.

Betablocker wie beispielsweise Propranolol führen ebenfalls zu einer verstärkten Blutdrucksenkung, gelegentlich sogar zur Ausbildung einer Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Hier ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Bei gleichzeitiger Gabe von Digoxin, Theophyllin oder Cyclosporin erhöhen sich die Plasmaspiegel im Blut und damit der blutdrucksenkende Effekt dieser Wirkstoffe.

Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin senken die Herzschlagkraft und werden in ihrer schädigenden Wirkung durch Isradipin verstärkt.

Magensäurehemmende Wirkstoffe (Antiazida) wie Cimetidin oder Ranitidin verstärken die Isradipin-Wirkung und können zu starkem Blutdruckabfall führen.

Rifampicin fördert den Enzymabbau von Isradipin und schwächt dessen Wirkung ab.

Die Dauertherapie mit Antikonvulsiva oder Antiepileptika wie Phenytoin und Carbamazepin verringert die Isradipin-Wirkung.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Fentanyl oder anderen Narkotika tritt gelegentlich ein niedriger Blutdruck auf.

Wird zur Behandlung von Pilzinfektionen Itraconazol eingesetzt, wird die Wirkung von Isradipin möglicherweise erhöht. Hierfür sprechen die Beobachtungen bei anderen Dihydropyridinen.

Nitrate verstärken ebenfalls die blutdrucksenkende Wirkung von Isradipin und können zudem die Herzfrequenz erhöhen.

Isradipin sollte nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Grapefruitsaft verhindert den Abbau von Isradipin im Körper und verstärkt die blutdrucksenkende Wirkung.

Gegenanzeigen

Isradipin darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder gegen andere Dihydropyridine, bei Patienten mit einem Herz-Kreislauf-Schock, akutem Herzinfarkt (Myokardinfarkt innerhalb der ersten vier Wochen), Leberfunktionsstörungen, Leberentzündungen (Hepatitis), primären Lebererkrankungen, einer Herzenge in Ruhe (Ruheangina, (instabile Angina Pectoris), schweren Nierenerkrankungen und Dialysepatienten.

Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung ist erforderlich bei Patienten mit höhergradiger Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) und Herzrhythmusstörungen, die ihren Ursprung im Sinusknoten haben (Sick-Sinus-Syndrom), solange kein Herzschrittmacher eingesetzt ist. Gleiches gilt für Patienten mit Herzschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) und wenn bereits ein erheblich erniedrigter Blutdruck (Hypotonie) mit einem Systolenwert unter 90 mmHg vorliegt.

Mittel gegen Pilzerkrankungen wie Itraconazol und Ketoconazol sollten während der Therapie mit Isradipin nicht gleichzeitig eingenommen werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Rifampicin sowie die gleichzeitige Einnahme von Grapefruitsaft sind nicht erlaubt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft und während der Stillzeit darf Isradipin nicht angewendet werden. Isradipin geht in die Muttermilch über. Deshalb sollte abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Isradipin notwendig ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Isradipin sollte bei Kindern nicht angewendet werden, weil die Wirkungen bei dieser Patientengruppe noch nicht ausreichend erforscht sind.

Warnhinweise

  • Durch den Wirkstoff kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigt werden.
  • Die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen kann gering bis mäßig beeinträchtigt sein. Dies ist besonders bei Behandlungsbeginn, bei einer Dosiserhöhung oder im Zusammenwirken mit Alkohol zu beachten.
  • Bei eingeschränkter Leberfunktion kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen.
  • Die Leberwerte sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Tabletten)
100 Stück Tabletten
2,5 Milligramm Isradipin

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Lomir 2,5mg Tabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Isradipin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.