KI in der Medizin: Diese Krankheiten lassen sich früh erkennen
Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Besonders groß ist ihr Potenzial in der Medizin: Schon heute können KI-Systeme dabei helfen, bestimmte Erkrankungen zu erkennen, bevor erste Beschwerden auftreten.
Noch sind jedoch nicht alle dieser Verfahren fester Bestandteil der medizinischen Routine. Zudem ersetzt künstliche Intelligenz keine medizinischen Fachleute: Die medizinische Entscheidung liegt weiterhin bei ihnen.
In dieser Bildergalerie erfahren Sie, bei welchen Erkrankungen künstliche Intelligenz bereits heute zur Früherkennung eingesetzt werden kann.
Hautkrebs mithilfe von künstlicher Intelligenz schon früh erkennen
KI kann Fotos von Muttermalen analysieren und mit tausenden Referenzbildern vergleichen.
So lassen sich verdächtige Veränderungen oft früh erkennen. Algorithmen können mit hoher Genauigkeit Muster in den Bildern erkennen, die dem menschlichen Auge entgehen.
KI kann auch andere Krebserkrankungen früh entdecken
Bei bestimmten Krebserkrankungen wertet KI medizinische Bilder und Blutdaten aus und gleicht sie mit großen Datenmengen ab. Studien zeigen, dass sich frühe Hinweise unter anderem bei Brust-, Lungen-, Prostata- oder Darmkrebs erkennen lassen. So analysieren KI-Systeme beispielsweise Mammographie-Bilder und markieren verdächtige Veränderungen. Dabei können mitunter Gewebeveränderungen sichtbar werden, die in frühen Stadien sonst leicht übersehen werden können.
Lesetipp: Kann man Krebs im Blut erkennen?
Herzkrankheiten: KI stellt früh Unregelmäßigkeiten fest
KI kann Daten des Elektrokardiogramms (EKG) auswerten und Muster erkennen, die auf ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen hindeuten. KI-Modelle zeigten etwa sehr hohe Trefferquoten bei der Vorhersage gefährlicher Herzrhythmusstörungen, lange bevor Symptome auftreten. Auch die Daten von Wearables wie Smartwatches kann die KI auswerten und so frühzeitig auf Risiken hinweisen.
Lesetipp: Herzrhythmusstörungen – diese Symptome sind Warnzeichen
Schlaganfall: KI verbessert Erkennung und Behandlung
Bei Bildgebungen des Gehirns kann KI kleinste Durchblutungsstörungen oder Gefäßveränderungen erkennen. So lässt sich ein erhöhtes Schlaganfallrisiko frühzeitig abschätzen. Auch die Behandlung eines Schlaganfalls kann KI verbessern, indem sie genau bestimmt, wann er stattgefunden hat. Das ist entscheidend, weil bestimmte Therapien nur in den ersten Stunden nach einem Schlaganfall sicher eingesetzt werden können.
Schlaganfall-Test: Wie hoch ist mein Risiko?
Diabetes Typ 2 frühzeitig erkennen mit KI
Anhand von Laborwerten, Gewichtsentwicklung und weiteren Gesundheitsdaten kann KI Muster erkennen, die auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko hindeuten, bevor der Blutzucker dauerhaft erhöht ist. Forschende untersuchen derzeit außerdem, ob KI aus kurzen Sprachaufnahmen Hinweise auf Typ-2-Diabetes ableiten kann. In einer Studie wurden dafür feste Sätze per Smartphone aufgenommen und akustische Merkmale ausgewertet. Die Methode ist noch Forschung, sie könnte aber künftig als Vorscreening oder zur Verlaufskontrolle dienen. Einen Blutzucker-Test ersetzt sie jedoch nicht.
Lesetipp: 7 Anzeichen für Diabetes Typ 2
Augenerkrankungen vorbeugen mithilfe künstlicher Intelligenz
KI kann Bilder der Netzhaut des Auges analysieren und dabei früh krankhafte Veränderungen feststellen. So lassen sich Erkrankungen wie die diabetische Retinopathie, ein Glaukom oder die altersbedingte Makuladegeneration erkennen, bevor Sehstörungen auftreten.
Lesetipp: Augenkrankheiten mit Bildern erkennen – harmlos oder bedenklich?
KI erkennt früh Alzheimer und Demenz
KI wird eingesetzt, um Bilder aus der Magnetresonanztomographie (MRT) und der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) auszuwerten oder Sprachmuster zu analysieren. So lassen sich frühe Veränderungen sichtbar machen, die zum Teil bereits vor dem Auftreten deutlicher Gedächtnisprobleme auftreten können. Zusätzlich kann KI Daten einer Elektroenzephalographie (EEG) des Gehirns analysieren, um verschiedene Demenzformen wie Alzheimer oder frontotemporale Demenz voneinander zu unterscheiden.
Lesetipp: Demenz – 5 frühe Anzeichen und Vorboten
KI: Hilfe bei der Diagnose psychischer Erkrankungen
Große Sprachmodelle analysieren die Formulierungen und Inhalte klinischer Fragebögen zu psychischen Erkrankungen. Sie erkennen Überschneidungen, Redundanzen und typische Symptomkombinationen, die in der Praxis häufig gemeinsam auftreten. So kann KI helfen, Fragebögen präziser und effizienter zu gestalten und die Diagnostik von Depressionen, bipolaren Störungen oder Psychoserisiken zu verbessern.
Künstliche Intelligenz (KI) ist aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Besonders groß ist ihr Potenzial in der Medizin: Schon heute können KI-Systeme dabei helfen, bestimmte Erkrankungen zu erkennen, bevor erste Beschwerden auftreten.
Noch sind jedoch nicht alle dieser Verfahren fester Bestandteil der medizinischen Routine. Zudem ersetzt künstliche Intelligenz keine medizinischen Fachleute: Die medizinische Entscheidung liegt weiterhin bei ihnen.
In dieser Bildergalerie erfahren Sie, bei welchen Erkrankungen künstliche Intelligenz bereits heute zur Früherkennung eingesetzt werden kann.
- Online-Informationen der Bundesärztekammer: KI in der Medizin: https://www.bundesaerztekammer.de/themen/aerzte/digitalisierung/ki-in-der-medizin (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e. V.: Künstliche Intelligenz erhellt die medizinische Diagnostik: https://www.mpg.de/24840269/ki-diagnostik-frueherkennung-volkskrankheit (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V.: Wie KI das Elektrokardiogramm neu definiert: https://herzmedizin.de/fuer-aerzte-und-fachpersonal/newsroom/herzerkrankungen/rhythmologie/esc-digital-ai-summit-2025-wie-ki-ekg-neu-definiert (Abruf: 01/2026)
- Kaufman, J. C., et al.: Acoustic Analysis and Prediction of Type 2 Diabetes Mellitus Using Smartphone-Recorded Voice Segments: https://www.mcpdigitalhealth.org/article/S2949-7612(23)00073-1/fulltext, MCP Digital Health Home, Volume 1, Issue 4, p. 534 ff. (Abruf: 01/2026/Stand:12/2023)
- Lehrmann, V. et al.: Listening to Hypoglycemia: Voice as a Biomarker for Detection of a Medical Emergency Using Machine Learning, Diabetes Care, Vol. 49, Iss. 1 (Abruf: 01/2026/Stand 01/2026)
- Online-Informationen der Augenärztlichen Akademie Deutschlands: Künstliche Intelligenz in der Augenheilkunde: https://www.augeninfo.de/offen/pressetext_aad.php?meldung=254 (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen der Gelben Liste Pharmaindex: Neue KI-Ansätze verbessern EEG-basierte Diagnostik bei Demenzen: https://www.gelbe-liste.de/neurologie/ki-eeg-diagnostik-demenzerkrankungen (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen Informationsdienst Wissenschaft e.V. (idw): Forschung: KI kann bei der Diagnose von Depressionen helfen: https://idw-online.de/de/news819447 (Abruf: 01/2026)
- Kambeitz, J.: The empirical structure of psychopathology is represented in large language models: https://www.nature.com/articles/s44220-025-00527-y Nat. Mental Health 3, pp. 1482 ff. (Abruf: 01/2026/Stand: 11/2025)