Situs inversus: Wenn Organe spiegelverkehrt im Körper liegen
Situs inversus ist eine seltene anatomische Besonderheit, bei der die inneren Organe spiegelverkehrt im Körper angeordnet sind. Zuletzt rückte sie durch den Tod der Schauspielerin Catherine O’Hara in den öffentlichen Fokus. Doch wie kommt es zu Situs inversus und inwiefern beeinflusst die besondere Organanordnung Gesundheit und Lebenserwartung?
FAQ: Häufige Fragen und Antworten zu Situs inversus
Situs inversus bezeichnet eine angeborene Besonderheit, bei der die inneren Organe spiegelverkehrt im Körper angeordnet sind, etwa Herz, Leber oder Milz.
Situs inversus ist in der Regel nicht gefährlich. Die meisten Betroffenen haben keine Beschwerden und eine normale Lebenserwartung. Gesundheitsprobleme treten meist nur dann auf, wenn zusätzlich angeborene Fehlbildungen, etwa am Herzen, oder bestimmte Begleiterkrankungen vorliegen.
Die Diagnose erfolgt häufig zufällig, etwa im Rahmen von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Röntgen- oder CT-Untersuchungen.
In den meisten Fällen verursacht Situs inversus keine Beschwerden und muss nicht behandelt werden. Wichtig ist vor allem, dass die besondere Organlage bekannt ist, etwa bei Operationen oder medizinischen Notfällen.
Was ist Situs inversus?
Die inneren Organe des menschlichen Körpers sind normalerweise in einer festen Anordnung angelegt. So befindet sich das Herz überwiegend auf der linken Seite des Brustkorbs, die Leber auf der rechten Seite des Bauchraums und die Milz im linken Oberbauch unterhalb des Rippenbogens.
Bei einigen Menschen ist diese Anordnung aller oder einiger Organe jedoch spiegelverkehrt. Dann liegen einzelne oder mehrere Organe auf der jeweils gegenüberliegenden Körperseite. Fachleute sprechen in diesem Fall von einem Situs inversus.
Situs inversus ist selten
Situs inverus ist eine angeborene anatomische Besonderheit und nicht primär eine Erkrankung. Ingesamt handelt es sich um ein seltenes Phänomen. Schätzungen zufolge sind etwa 1 von 8.000 bis 25.000 Menschen betroffen.
Die Ausprägung des Situs inversus kann dabei sehr unterschiedlich sein. Während bei manchen Menschen alle inneren Organe spiegelverkehrt angeordnet sind, betrifft die Lageanomalie bei anderen nur einzelne Organe, etwa das Herz oder bestimmte Organe im Bauchraum.
Wie kommt es zu Situs inversus?
Situs inversus entsteht bereits in der frühen Embryonalentwicklung. In den ersten Wochen der Schwangerschaft wird festgelegt, wie die innere Links-Rechts-Ausrichtung des Körpers angelegt ist und auf welcher Seite sich die einzelnen Organe entwickeln.
Kommt es in dieser Phase zu einer Störung, kann sich die Organlage spiegelverkehrt ausbilden. Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt. Fachleute gehen davon aus, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen.
Situs inversus: Oft ein Zufallsbefund
In den meisten Fällen verursacht Situs inversus keine Beschwerden. Das ist auch der Grund, warum die ungewöhnliche Organlage in vielen Fällen zufällig entdeckt wird.
Die Diagnose erfolgt meist im Rahmen von bildgebenden Untersuchungen, etwa durch Ultraschall, Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT).
In manchen Fällen liefert auch ein ungewöhnliches EKG-Bild Hinweise auf eine spiegelverkehrte Lage des Herzens.
Situs inversus: Medizinische Bedeutung und Behandlungsbedarf
Situs inversus ist in der Regel nicht gefährlich und erfordert keine Behandlung. In den meisten Fällen sind die Organe normal aufgebaut und gesund.
In seltenen Fällen tritt Situs inversus im Zusammenhang mit anderen angeborenen Erkrankungen auf. Ein Beispiel ist das Kartagener-Syndrom, bei dem eine Funktionsstörung der Flimmerhärchen in den Atemwegen vorliegt. Diese sogenannte primäre ciliäre Dyskinesie kann zu chronischen Atemwegsinfektionen führen.
Eine Behandlung ist daher nicht wegen des Situs inversus selbst notwendig, sondern richtet sich nach möglichen Begleiterkrankungen. Dazu zählen neben Störungen der Atemwege auch angeborene Fehlbildungen, etwa am Herzen.
Warum die Diagnose wichtig sein kann
Medizinische Bedeutung hat Situs inversus vor allem im medizinischen Alltag, etwa bei Untersuchungen oder Operationen. Durch die spiegelverkehrte Organlage treten typische Beschwerden teils an ungewohnter Stelle auf. So zeigt sich der Schmerz bei einer Blinddarmentzündung nicht wie üblich im rechten, sondern im linken Unterbauch.
Wichtig ist daher, dass die besondere Organlage bei medizinischen Behandlungen bekannt ist. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen entsprechenden Hinweis in medizinischen Unterlagen oder einen Notfallausweis mitzuführen.
Leben mit Situs inversus
Die meisten Betroffenen mit Situs inversus bemerken von ihrer anatomischen Besonderheit im Alltag nichts und leben beschwerdefrei.
In der Regel ist die Lebenserwartung nicht eingeschränkt, sofern keine begleitenden Erkrankungen vorliegen.