Das Bild zeigt den nackten Unterkörper einer Frau, auf der ein Kondom liegt.
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Trichomonas vaginalis

Der Parasit Trichomonas vaginalis kann beim Menschen zu einer Infektion der Harnwege und der Geschlechtsorgane führen – zur sogenannten Trichomoniasis. Trichomonas vaginalis wird hauptsächlich beim Geschlechtsverkehr übertragen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Die Trichomoniasis ist eine weltweit vorkommende, häufig auftretende Geschlechtskrankheit. Ihr Verursacher, der Erreger Trichomonas vaginalis, besiedelt die Schleimhäute des Harn- und Geschlechtsapparats (Urogenitaltrakt) und vermehrt sich dort durch Zweiteilung. Bei infizierten Männern treten nur selten Beschwerden auf, sodass sie oft Überträger sind, ohne davon zu wissen.

Trichomonas vaginalis ist sehr temperaturempfindlich und braucht eine feuchte Umgebung. Außerhalb des Menschen stirbt er rasch ab – daher wird der Erreger fast immer von Mensch zu Mensch übertragen. Eine Infektion durch feuchte Schwämme oder Badekleidung ist theoretisch möglich, aber unwahrscheinlich. In der Regel gelangt Trichomonas vaginalis beim Geschlechtsverkehr in den menschlichen Körper. Während der Schwangerschaft kann eine infizierte Mutter Trichomonas vaginalis zudem auf das Baby übertragen.

Das Risiko, sich mit Trichomonas vaginalis zu infizieren, steigt dabei mit der Zahl der Partner und mit nachlässiger Körperhygiene.

Einer Infektion mit Trichomonas vaginalis können Sie leicht vorbeugen: Wenn Sie beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden, sind Sie auf der sicheren Seite.

Wie sieht Trichomonas vaginalis aus?

Die Protozoen-Art Trichomonas vaginalis besitzt eine ovale, birnenähnliche Gestalt. Vom vorderen Ende gehen jeweils vier nach vorn ausgerichtete Geißeln und vom hinteren Ende eine nach hinten ausgerichtete aus. Am vorderen Ende der Zelle liegt auch der Zellkern (Nukleus). Eine kurze bewegliche Membran läuft am Zellkörper entlang. Am hinteren Ende der Zelle von Trichomonas vaginalis tritt ein Achsenstab (Axostyle) aus der Zelle hervor.

Trichomoniasis

Der Krankheitserreger Trichomonas vaginalis führt zur Trichomoniasis, einer Infektion der Harnwege und Geschlechtsorgane.

Trichomonas vaginalis besiedelt die Schleimhäute des Urogenitaltrakts. Etwa 5 bis 28 Tage nach der Ansteckung kommt es bei der Frau zu einer akuten Entzündung der Scheide (Kolpitis). Die Kolpitis macht sich durch übelriechenden, gelblich-grünen, schaumigen Ausfluss bemerkbar. Zyklusabhängig treten – am stärksten kurz vor der Monatsblutung – brennende Schmerzen in der Scheide und Juckreiz im Genitalbereich (Pruritus genitalis) auf. Unbehandelt wird eine Trichomoniasis nach einer bis vier Wochen chronisch. Bei etwa 20 bis 40 Prozent der Frauen treten jedoch keine Beschwerden auf, sodass die Infektion oft übersehen wird.

Bei 90 Prozent der Männer läuft eine Infektion mit Trichomonas vaginalis beschwerdefrei und dadurch unbemerkt ab, wodurch sie häufig zu Überträgern der Trichomoniasis werden. In seltenen Fällen lösen Trichomonaden bei Männern Entzündungen aus, vor allem an der Eichel und der Vorhaut. Über die Harnröhre kann die Trichomoniasis auf die Harnblase, die Prostata sowie die Nebenhoden übergreifen. Es kann zu Schmerzen beim Wasserlassen und nach dem Samenerguss (Ejakulation) kommen.

Bei der Therapie der Trichomoniasis ist es wichtig, auch den Partner oder die Partnerin mitzubehandeln. Dabei setzt der Arzt Antibiotika mit Wirkstoffen wie Metronidazol, Tinidazol oder Ornidazol ein. Frauen können die Medikamente als Zäpfchen direkt in die Scheide einbringen oder als Tabletten einnehmen.