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- Kann Leukämie Metastasen bilden?
Blutkrebs: Diese Organe kann Leukämie befallen
Leukämie (Blutkrebs) kann sich im Vergleich zu anderen Krebsarten besonders rasch im Körper ausbreiten. Denn während sich etwa bei Brust- oder Lungenkrebs die Krebszellen erst von einem festen Tumor lösen und dann manchmal über Blut- oder Lymphgefäße im Körper verteilen, zirkulieren die Krebszellen bei Leukämie von Anfang an im Blut.
Blutkrebs kann deshalb über den Blutkreislauf auf das zentrale Nervensystem oder bestimmte Organe übergehen. Die Krebszellen stören so die Organfunktion, ohne dass ein neuer Tumor entsteht. Fachleute sprechen daher nicht von Metastasen (Tochtergeschwülsten) wie bei anderen Krebsarten, sondern von "extramedullärer Leukämie" oder Infiltraten.
Diese Bildergalerie zeigt, wie sich Leukämie im Körper ausbreitet, welche Organe betroffen sein können und welche Symptome darauf hinweisen.
Leukämie verbreitet sich über das Blut
Leukämie entsteht im Knochenmark, wo Blutzellen gebildet werden. Bei Blutkrebs entarten je nach Leukämieform verschiedene Blutzellen und vermehren sich unkontrolliert. Sie verdrängen dabei nach und nach gesunde Blutzellen und stören die normale Blutbildung. Über den Blutkreislauf gelangen die Leukämiezellen in alle Bereiche des Körpers. Dadurch können sie sich besonders schnell verteilen und verschiedene Organe erreichen.
Lesetipp: Kann man Krebs im Blut feststellen?
Gehirn kann bei Leukämie befallen sein
Über Blut oder Hirnflüssigkeit können Leukämiezellen beispielsweise ins zentrale Nervensystem gelangen. Dort sammeln sie sich vor allem in den Hirnhäuten und stören die Signalverarbeitung im Nervensystem. Kopfschmerzen, Übelkeit, Sehstörungen und Schwindel sind typische Hinweise auf eine Beteiligung des Gehirns. Besonders die akute lymphatische Leukämie (ALL) kann sich schon früh auf das Gehirn ausbreiten. Weil die Tumorzellen dort durch die Blut-Hirn-Schranke vor den Krebsmedikamenten geschützt sind, erschwert dies die Behandlung. Diese Schranke sorgt eigentlich dafür, dass Schadstoffe von außen nicht das Gehirn erreichen können.
Leukämie: Ausbreitung in die Lymphknoten
Gelangen Leukämiezellen in die Lymphknoten, reichern sie sich dort an. Sie verdrängen normale Immunzellen, wodurch sich die Lymphknoten schmerzlos vergrößern. Betroffene einer Leukämie sind ohnehin besonders anfällig für Infekte, was durch den Befall der Lymphknoten zusätzlich verstärkt werden kann.
Lesetipp: Typische Symptome von Lymphdrüsenkrebs
Bei Leukämie häufig befallen: Die Milz
In der Milz werden normalerweise alte Blutzellen abgebaut. Leukämiezellen sammeln sich dort besonders häufig an. Dadurch vergrößert sich die Milz (Splenomegalie). Bemerkbar macht sich dies zum Beispiel durch ein Druck- oder Völlegefühl im linken Oberbauch und ein schnelles Sättigungsgefühl beim Essen. Die Tumorzellen stören die Filterfunktion des Organs. Dadurch werden auch gesunde Blutzellen vermehrt abgebaut und die Immunabwehr geschwächt.
Leber kann bei Leukämie betroffen sein
Erreichen Leukämiezellen die Leber, können sie sich im Gewebe einlagern. Dadurch wird die normale Stoffwechsel- und Entgiftungsfunktion des Organs beeinträchtigt. Die Leber vergrößert sich, was sich durch ein Druckgefühl im rechten Oberbauch bemerkbar machen kann. Wenn ihre Entgiftung gestört ist, kann es zu Gelbfärbung der Haut und Augen (Gelbsucht) kommen.
Lesetipp: Gelbe Haut und Augen – typische Symptome bei Gelbsucht
Leukämiezellen können sich in Hoden sammeln
Erreichen Leukämiezellen die Hoden, können sie sich dort ansammeln und zu einer schmerzlosen Vergrößerung führen. Wie auch im Gehirn sind die Tumorzellen in den Hoden durch die sogenannte Blut-Hoden-Schranke nur eingeschränkt für Medikamente erreichbar. Diese Schranke sorgt dafür, dass die Spermien besonders vor Schadstoffen geschützt sind.
Leukämie: Infiltration der Haut
Leukämiezellen können in die Haut einwandern und sich dort in kleinen Herden ansammeln. Fachleute bezeichnen das als Leukaemia cutis. Sie zeigen sich als rötliche, bräunliche oder bläuliche Papeln. Mitunter jucken oder schmerzen sie.
Lesetipp: Sind rote Punkte auf der Haut ein Warnsignal oder harmlos?
Leukämie kann manchmal die Nieren betreffen
Gelangen Leukämiezellen in die Nieren, können sie sich im Gewebe ablagern und die Filterfunktion beeinflussen. Mögliche Folgen sind Wassereinlagerungen, eine verminderte Urinmenge sowie Veränderungen wie Eiweiß oder Blut im Urin.
Lesetipp: Häufige Metastasen bei Nierenkrebs
Leukämie (Blutkrebs) kann sich im Vergleich zu anderen Krebsarten besonders rasch im Körper ausbreiten. Denn während sich etwa bei Brust- oder Lungenkrebs die Krebszellen erst von einem festen Tumor lösen und dann manchmal über Blut- oder Lymphgefäße im Körper verteilen, zirkulieren die Krebszellen bei Leukämie von Anfang an im Blut.
Blutkrebs kann deshalb über den Blutkreislauf auf das zentrale Nervensystem oder bestimmte Organe übergehen. Die Krebszellen stören so die Organfunktion, ohne dass ein neuer Tumor entsteht. Fachleute sprechen daher nicht von Metastasen (Tochtergeschwülsten) wie bei anderen Krebsarten, sondern von "extramedullärer Leukämie" oder Infiltraten.
Diese Bildergalerie zeigt, wie sich Leukämie im Körper ausbreitet, welche Organe betroffen sein können und welche Symptome darauf hinweisen.
- Online-Informationen der DIGIMED Verlag GmbH: Erkrankungsverlauf bei Leukämie: https://www.onko-portal.de/basis-informationen-krebs/krebsarten/leukaemie/erkrankungsverlauf.html (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft mbH: Transit ins Gehirn: https://www.spektrum.de/magazin/wie-leukaemie-ins-gehirn-eindringt/1622020 (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen der Springer Medizin Verlag GmbH: Hautveränderungen bei Leukämien: https://www.springermedizin.de/emedpedia/detail/braun-falcos-dermatologie-venerologie-und-allergologie/hautveraenderungen-bei-leukaemien?epediaDoi=10.1007%2F978-3-662-49546-9_110 (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen von MSD Manual: Leukämie im Überblick: https://www.msdmanuals.com/de/profi/h%C3%A4matologie-und-onkologie/leuk%C3%A4mien/leuk%C3%A4mie-im-%C3%BCberblick (Abruf: 04/2026)
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