Man sieht eine Frau mit einem Fieberthermometer.
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Pneumocystis jirovecii

Pneumocystis jirovecii ist ein einzelliger Erreger, der zu den Pilzen gehört. Er verursacht vor allem bei Menschen mit Immunschwäche (z.B. Frühgeborene, bei HIV-Erkrankung oder Organtransplantationen) eine Lungenentzündung, die die Bindegewebsschicht zwischen Lungenbläschen und Blutgefäßen betrifft (interstitielle Pneumonie, Pneumocystis–Pneumonie, Oneumozystiose). Früher wurde der Erreger irrtümlich als Pneumocystis carinii bezeichnet; mittlerweile weiß man jedoch, dass dieser nur bei Ratten vorkommt. Der Name Pneumocystis jirovecii geht auf seinen Entdecker Otto Jirovec zurück.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Überblick

Bisher ist über den Erreger wenig bekannt. Es gibt die Trophozoiten und die Zysten aus denen sich vermutlich ebenfalls Trophozoiten entwickeln können. Die Trophozoiten finden sich in der Alveolarwand (Lungenbläschen) der Lunge.

Die Übertragung des Erregers erfolgt wahrscheinlich über die Atemwege. Vermutlich ist Pneumocystiis jirovecii normalerweise nur ein harmloser Erreger in der Lunge. Beim gesunden Menschen werden Erreger durch Zellen des Immunsystems (Makrophagen) aufgenommen und beseitigt.

Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie zum Beispiel bei einer HIV-Infektion oder in seltenen Fällen auch bei unterentwickelten Frühgeborenen greift dieser Abwehrmechanismus nicht, sodass die Krankheitserreger in der Überzahl sind. Es kommt zu einer massenhaften Vermehrung der Parasiten in der Lunge, was zu einer Zerstörung der Alveolarzellen führt.

Typische Symptome sind Fieber und trockener, schleimloser (unproduktiver) Husten. Durch die Schädigung des Alveolenpithels entsteht schließlich eine schwere Lungenentzündung mit lebensbedrohlichen Atembeschwerden.

Beim Ausbruch der Erkrankung kommt es zu einer massenhaften Erregervermehrung, Die Erreger kommen weltweit und sowohl bei Tieren als auch beim Menschen vor. Wichtig bei einer Infektion mit Pneumocystis jirovecii ist vor allem eine frühzeitige Diagnose und eine rechtzeitig einsetzende Therapie mit Chemotherapeutika – dann ist die Prognose gut.

Diagnose

Bei einer Infektion mit Pneumocystiis jirovecii erfolgt die Diagnose mikroskopisch nach Färbung von Proben mit der Giemsa-Färbung oder der Silberfärbung nach Grocott. Die Materialgewinnung erfolgt endoskopisch mit einem Bronchioskop (Bronchiallavage).

Einen wichtigen indirekten Hinweis gibt auch das Röntgenbild des Thorax. Hier zeigen sich milchglasartige Verschattungen. Da die Erkrankung zunächst schleichend verläuft müssen gefährdete Personen überwacht werden.

Therapie

Bei einer Infektion mit Pneumocystiis jirovecii kommen zur Therapie Chemotherapeutika zum Einsatz. Bevorzugt werden Cotrimoxazol und Pentamidine verabreicht.

Prognose

Bei frühzeitiger Erkennung einer Infektion mit Pneumocystiis jirovecii ist die Prognose gut, unbehandelt endet die Infektion oft tödlich. Mit einem Wiederaufflammen der Erkrankung muss aber gerechnet werden. Bei gefährdeten Patienten kann daher eine Chemoprophylaxe sinnvoll sein.