Frau mit Eierstockzyste wird von einer Ärztin mittels Ultraschall untersucht.
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Eierstockzyste: Anzeichen, Ursachen und Behandlung einer Ovarialzyste

Von: Jessica Rothberg (Medizinredakteurin)
Letzte Aktualisierung: 18.03.2026

Eine Eierstockzyste (auch Ovarialzyste) ist meist harmlos und bleibt oft lange unbemerkt. Denn die mit Flüssigkeit gefüllten Hohlräume bereiten nur selten Beschwerden und bilden sich häufig von selbst zurück. In manchen Fällen kann eine Zyste am Eierstock jedoch mit Symptomen einhergehen. Wann eine Eierstockzyste gefährlich werden kann, und eine operative Entfernung erfordert, erfahren Sie hier. 

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

FAQ: Fragen und Antworten zur Ovarialzyste

In der Regel sind Zysten am Eierstock harmlos, verschwinden von selbst und sind nicht gefährlich. Manchmal kann eine Eierstockzyste platzen, was mitunter Schmerzen verursacht. Selten kann es zu ernsthaften Komplikationen wie einer Stieldrehung kommen.

Die meisten Zysten am Eierstock sind gutartig und verschwinden von selbst. Jedoch ist es möglich, dass Eierstockzysten bösartig werden. Das betrifft meist Frauen im Alter von über 40 Jahren. Dann ist in der Regel eine operative Entfernung der Zyste notwendig, unter Umständen auch der Eierstöcke, Eileiter oder der Gebärmutter.

In den meisten Fällen bereiten Zysten am Eierstock keine oder nur geringe Beschwerden. Deshalb ist eine Operation nur selten nötig. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen sind wichtig, um das Wachstum zu überprüfen. Bildet sich die Zyste am Eierstock langfristig nicht zurück oder halten Beschwerden an, kann eine operative Entfernung notwendig sein.

Meist wachsen Zysten am Eierstock langsam und werden etwa 1 bis 3 Zentimeter groß. Selten erreichen sie eine Größe von 15 bis 30 Zentimetern. 

In den meisten Fällen müssen Betroffene nach einer Eierstockzysten-Operation etwa 1 bis 3 Tage im Krankenhaus bleiben. Nach einem ambulanten Eingriff können Patient*innen oft direkt nach Hause. Bei Komplikationen ist mitunter ein längerer Krankenhausaufenthalt erforderlich.

Was ist eine Eierstockzyste?

Eine Eierstockzyste, medizinisch Ovarialzyste, ist eine von einer Kapsel umgebene, sackartige Geschwulst am Eierstock. Sie ist mit einem dünn- oder dickflüssigen Inhalt gefüllt. 
Die meisten Eierstockzysten sind gutartige Veränderungen, die zum Beispiel durch einen Überschuss bestimmter Geschlechtshormone entstehen können. Diese sogenannten funktionellen Zysten verursachen überwiegend keine Schmerzen, bilden sich von selbst zurück und erfordern keine Therapie.

Dennoch ist es wichtig, die Ursache der Zyste medizinisch abklären zu lassen, um behandlungsbedürftige Erkrankungen wie das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) oder Endometriose auszuschließen.

Eierstockzyste: Diese Symptome sind möglich

Kleinere Eierstockzysten verursachen meist keine Symptome. Oftmals wird eine Ovarialzyste deshalb zufällig im Rahmen der gynäkologischen Ultraschalluntersuchung entdeckt. Erreicht eine Zyste am Eierstock eine gewisse Größe, kann sie auf die Nachbarorgane drücken.

Dann sind mitunter folgende Symptome möglich:

Symptome bei geplatzter Zyste am Eierstock

Ist eine Zyste am Eierstock geplatzt, macht sich das möglicherweise durch ausgeprägte Schmerzen bemerkbar. Oftmals ist eine solche Ruptur ungefährlich. Doch in einzelnen Fällen kann es zu Blutungen in den Bauchraum kommen, die umgehend operativ gestoppt werden müssen.

Stieldrehung: Wann eine Eierstockzyste gefährlich werden kann

Kommt es plötzlich zu starken Schmerzen im Unterleib, Übelkeit und Erbrechen, kann eine Stieldrehung vorliegen. Dabei dreht sich die Eierstockzyste um die eigene Achse. Schlimmstenfalls wird so die Blutzufuhr zum Eierstock unterbrochen, was Gewebe schädigen kann. Es sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden, da eine Stieldrehung operativ behandelt werden muss. 

Ursachen: Warum entsteht eine Zyste am Eierstock?

Eierstockzysten können zwar größer werden, wachsen aber nicht wie etwa Tumoren durch unkontrollierte Zellvermehrung. Sie entstehen durch eine Ansammlung von Flüssigkeit in einem Hohlraum. Es gibt verschiedene Arten von Eierstockzysten, mit unterschiedlichen Ursachen und Entstehungsmechanismen. Generell lassen sich Zysten am Eierstock in funktionelle Zysten und Retentionszysten einteilen.

Funktionelle Zysten am Eierstock

Die meisten Ovarialzysten entstehen im Zusammenhang mit dem Heranreifen von Eizellen beziehungsweise dem Eisprung. Diese Art bezeichnen Fachleute als funktionelle Zysten, die an einem oder beiden Eierstöcken gleichzeitig auftreten können. Vor allem während der Pubertät oder der Wechseljahre sind derartige Ovarialzysten möglich.

Zu den häufigsten funktionellen Zysten zählen: 

  • Follikelzysten (vor dem Eisprung): Bleibt die Regelblutung aus, kann es sein, dass sich der Follikel (Hülle der heranreifenden Eizelle im Eierstock) immer weiter mit Flüssigkeit füllt und wächst, ohne zu platzen. Diese Zyste am Eierstock bezeichnen Fachleute als Follikelzyste.

  • Corpus-luteum-Zysten (nach dem Eisprung): Bei der Corpus-luteum-Zyste kommt es zu einer Einblutung in den Gelbkörper (Gelbkörperzyste). Der Gelbkörper (Corpus luteum) entsteht nach dem Eisprung aus Resten des Follikels und bildet zudem die Geschlechtshormone Östrogen und Progesteron.

  • Luteinzysten: Luteinzysten entstehen meist an beiden Eierstöcken, wenn vermehrt bestimmte Hormone produziert werden, welche die Eizellenreifung anregen. Das kann zum Beispiel bei hormonellen Therapien oder Erkrankungen wie Eierstockkrebs der Fall sein.

  • Endometriosezysten: Bei einer Endometriose siedelt sich gebärmutterschleimhautähnliches Gewebe in anderen Organen an, teils auch im Eierstock. Während der Menstruation blutet dieses Gewebe ebenfalls. Allerdings kann das Blut nicht abfließen, sammelt sich an und führt so zu einer Zyste. Diese enthält typischerweise dunkelbraune, eingedickte Blutabbauprodukte und wird deshalb als Schokoladenzyste bezeichnet.

  • Zysten beim polyzystischen Ovarialsyndrom: PCOS ist eine hormonelle Störung, die zu einem Ausbleiben des Eisprungs führen kann. Betroffene weisen einen Überschuss an männlichen Hormonen auf. Dieser bewirkt, dass die Eibläschen nicht zu befruchtungsfähigen Eizellen heranwachsen. Stattdessen werden die Eibläschen zu kleinen Zysten, die sich perlenschnurartig im Randbereich der Eierstöcke aufreihen.

Was sind Retentionszysten?

Eine Retentionszyste entsteht, wenn sich Drüsenflüssigkeit staut. Normalerweise bilden Drüsen Flüssigkeit und geben sie über einen Gang ab. Ist dieser Abfluss gestört, sammelt sich vermehrt Sekret an – die Drüse schwillt an und eine Zyste entsteht. In der Regel sind Retentionszysten ungefährlich.

Diagnose: Wie wird eine Zyste am Eierstock festgestellt?

Zysten werden meist zufällig im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. Dabei tastet die*der Ärztin*Arzt den Unterleib der Patientin ab, wobei große Eierstockzysten in manchen Fällen festgestellt werden können.

Kleine Zysten fallen meist im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung auf. Zudem können auch Symptome wie Schmerzen oder Zyklusstörungen einen Hinweis auf Ovarialzysten geben.

In manchen Fällen ordnen Fachleute eine Blutuntersuchung oder seltener weitere Untersuchungsmethoden wie eine Computertomographie (CT) oder eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) an. 

Wie erfolgt die Behandlung bei einer Ovarialzyste?

Die Therapie richtet sich nach der Art und Größe der Zyste am Eierstock. Funktionelle Zysten erfordern meist keine Behandlung, da sie sich oft spontan zurückbilden und erst ab einer gewissen Größe Beschwerden verursachen. 

Ratsam ist jedoch, die Zyste regelmäßig kontrollieren zu lassen, um das Wachstum zu beobachten. Besonders wichtig ist dies bei Patientinnen nach der Menopause (letzte Regelblutung), da sie ein erhöhtes Risiko für krankhafte Veränderungen haben.

Ovarialzyste mit OP entfernen

Bleibt eine Zyste am Eierstock über mehrere Monatsblutungen hinweg bestehen, wächst oder bereitet Beschwerden, kann eine operative Entfernung mittels Bauchspiegelung notwendig werden. Bei dieser OP lassen sich Zysten genauer untersuchen und unter Umständen direkt entfernen. 

Entfernung der Eierstöcke

Bei ausgeprägten Beschwerden oder bestimmten Erkrankungen kann es manchmal erforderlich sein, die Eierstöcke komplett zu entfernen. So wird die Produktion von Geschlechtshormonen und etwa das Wachstum von Endometrioseherden und Endometriosezysten unterbunden. 

Dieser Eingriff ist mit starken Nebenwirkungen verbunden, da der plötzliche Wegfall dieser Hormone häufig starke Beschwerden hervorruft. Deshalb wird er nur in Ausnahmefällen in Betracht gezogen.

Behandlung einer Zyste am Eierstock mit Hormonen?

Manche Fachleute empfehlen eine Therapie mit Hormonen wie etwa der Antibabypille, um die Eierstockzyste zu behandeln. Jedoch gibt es bisher keine ausreichende Studienlage, die eine schnellere Rückbildung von Eierstockzysten bestätigt.

Verlauf und Prognose bei Eierstockzysten

Der Verlauf einer Zyste am Eierstock hängt vor allem von ihrer Art ab. Funktionelle Zysten sind meist nur wenige Zentimeter groß und bilden sich innerhalb weniger Wochen von selbst zurück. In seltenen Fällen wachsen sie auf bis zu 15 bis 30 Zentimeter an und verursachen Beschwerden.

Zyste am Eierstock: Welche Komplikationen sind möglich?

Schwerwiegende Komplikationen sind selten. Die Zyste kann platzen, was mitunter zu starken Schmerzen führt. Diese Ruptur ist aber in der Regel harmlos. In einzelnen Fällen kann es zu Blutungen in den Bauchraum kommen, die durch eine Operation gestoppt werden müssen.

Seltener dreht sich die Zyste um die eigene Achse. Diese sogenannte Stieldrehung kann die Blutversorgung des Eierstocks unterbrechen. Starke, plötzlich einsetzende Schmerzen sind ein Warnsignal, das umgehend ärztlich untersucht werden sollte. Eine Stieldrehung der Eierstockzyste erfordert eine rasche Behandlung.

Ovarialzyste: Ist das Risiko für Eierstockkrebs erhöht?

Die meisten Zysten am Eierstock sind gutartig und gehen nicht mit einem Krebsrisiko einher. Seltener können sich entartete Zystenzellen zu einem Tumor entwickeln. 

Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem bei neu auftretenden Zysten nach den Wechseljahren oder wenn sich bestehende Eierstockzysten im Verlauf verändern. In solchen Fällen sind weiterführende Untersuchungen wie eine Bauchspiegelung notwendig, um eine sichere Diagnose zu erhalten.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine bösartige Veränderung, ist möglicherweise eine Operation mit Entfernung der Eierstöcke, Eileiter sowie Gebärmutter notwendig. Solche Behandlungsmaßnahmen werden individuell besprochen und Nutzen und Risiken sorgfältig abgewogen.

Lässt sich einer Eierstockzyste vorbeugen?

Funktionelle Eierstockzysten bilden sich durch den Einfluss von Geschlechtshormonen. Theoretisch ließe sich die Produktion der Hormone mit Medikamenten hemmen. Allerdings ist das normalerweise weder sinnvoll noch notwendig: Viele funktionelle Ovarialzysten bilden sich spontan zurück und treten nicht wieder neu auf. Zudem geht eine Hemmung körpereigener Geschlechtshormone mit Nebenwirkungen einher und eignet sich etwa nicht für Frauen mit Kinderwunsch.

Anders verhält es sich beim polyzystischen Ovarialsyndrom. Dieser Erkrankung lässt sich möglicherweise vorbeugen. Zwar ist die Ursache von PCOS noch nicht abschließend geklärt. Jedoch gehen Fachleute davon aus, dass Übergewicht (Adipositas) und eine Vorstufe von Diabetes mellitus die Entwicklung von PCOS begünstigen. Mit einer gesunden Ernährung und ausreichend Sport lassen sich diese Risikofaktoren minimieren.