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Schuld am Schicksal des Bruder

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  • Schuld am Schicksal des Bruder

    Ich bin im Moment ziemlich fertig weil ich nicht weiss was ich machen soll, ob ich vielleicht Schuld an der Lebensweise und dem Elend meines Bruders bin.
    Er ist 19, hat vor 3 Jahren seinen Hauptschulabschluss gemacht und seit dem weder gearbeitet noch eine weiterführende Schule besucht.
    Mit 13 hat er mit Freunden zusammen Autos aufgebrochen, er klaut andauernd, beklaut Freunde, Familienmitglieder (auch mich), er dealt, nimmt Drogen (Marihuana, Metadon (Heroinersatz)), trinkt viel Alkohol, ist abgemagert weil er nur raucht aber kaum isst. Er hatte im Winter nicht mal ein Dach über dem Kopf (meine Mutter hat ihn letztes Jahr als er 18 wurde rausgeschmissen),schlief mal bei Freunden, mal auf der Strasse. Er will auch nicht arbeiten, alles was er angeboten bekommt lehnt er ab. Er hatte von der Stadt eine Bleibe, lässt aber jeden Penner drin schlafen.
    Ich bin ganz anders. Ich bin einige Jahre älter und musste schon früh auf ihn aufpassen, weil meine Mutter noch alleinerziehend war. Ich studiere und jobbe schon seit meiner frühen Schulzeit. Meine Mutter hat früher des öfteren getrunken, war tagelang weg und ich alleine mit meinem Bruder (da war ich ca. 9). Gleichzeitig bekam er immer alles, ich nichts. Nur aufpassen durfte ich und sauber machen.
    Als mein Bruder 7 war kam mein Stiefvater in die Familie und eine kleine Schwester kam. Sie ist jetzt 10, hat super Noten und hängt sehr an mir (sie nennt mich öfters Mama).
    Wenn mein Bruder mal Tobsuchtsanfälle hatte oder verzweifelt weinte, dann ging es immer um meine Mutter und meinen Stiefvater, der ihn nicht beachtete. Ich frage mich aber ob ich schuld an seinem Schicksal bin? Vielleicht war ich nicht nett genug zu ihm, weil ich des öfteren abwesend war (wenn ich mich in meine Traumwelt flüchtete und meine Ruhe haben wollte). Vielleicht war ich zu streng wenn ich versuchte der Rolle der Mutter gerecht zu werden. Ich lies ihn nie etwas sauber machen, nahm ihm immer alles ab, vielleicht war auch das falsch. Wenn er mal was kochte (vielleicht um Aufmerksamkeit zu erlangen) ass ich nichts (hab ne Esstörung). Vielleicht war ich auch manchmal eifersüchtig wenn meine Mutter ihn verwöhnte und ich nicht beachtet wurde (mein Vater starb als ich 2 war) oder sein Vater kam und ihn reich beschenkte während ich nichts bekam.
    Nahm ich ihm manchmal etwas weg weil ich dachte dass ich es auch verdiene? Ich weiss es nicht, ich suche verzweifelt nach Gründen.
    Ich habe schon viel mit ihm geredet wenn meine Mutter wegschaute, versuchte ihn zur Vernunft zu bringen, aber er will nicht. Von mir sah er doch diese Lebensweise nie. Ich war noch nicht mal betrunken. Ich habe für ihn gekocht wenn meine Mutter im Bett lag.
    Vielleicht habe ich zuviel sauber gemacht und das hat ein Schaden bei ihm angerichtet.
    Ich habe in letzter Zeit gemerkt dass es mir schwer fällt meine Schwester zu umarmen, ihr einen Kuss zu geben. Das tut ihr weh und mir auch weil ich es nicht kann. Vielleicht habe ich diesen Fehler auch bei meinem Bruder gemacht und er fühlte sich ungeliebt. Vieleicht habe ich ihm auch nie genug zugehört. Meist blocke ich ab weil ich eben andere Interessen habe (er redet nur über Drogen und so Zeug). Ist das falsch? Seit Januar habe ich nicht mehr mit ihm gesprochen da er mich wieder beklaut hat. Er entschuldigt sich nicht.


  • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


    wieso solltest Du Schuld sein??
    du kannst nichts dafür.
    Keiner kann anders als er ist, Verschaltungen im Gehirn legen uns fest, und die macht sich niemand selbst - wir sollten aufhören von Schuld zu sprechen.


    so etwas ist der helle Wahnsinn:

    Wo ist dein Bruder?
    Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?
    Er aber sprach: Was hast du getan?
    Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
    Und nun: Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.
    Wenn du den Acker bebauen wirst, soll er dir hinfort seinen Ertrag nicht geben. Unstet und flüchtig sollst du sein auf Erden.
    Kain aber sprach zu dem HERRN: Meine Strafe ist zu schwer, als daß ich sie tragen könnte.
    Siehe, du treibst mich heute vom Acker, und dich muß mich vor deinem Angesicht verbergen und muß unstet und flüchtig sein auf Erden.
    So wird mir's gehen, daß mich totschlägt, wer mich findet.
    Aber der HERR sprach zu ihm: Nein, sondern wer Kain totschlägt, das soll siebenfältig gerächt werden.
    Und der HERR machte ein Zeichen an Kain, daß ihn niemand erschlüge, der ihn fände.
    So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.

    Und Kain erkannte sein Weib;
    die ward schwanger und gebar den Henoch.
    Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.
    Henoch aber zeugte Irad, Irad zeugte Mehujaël, Mehujaël zeugte Metuschaël, Metuschaël zeugte Lamech.
    Lamech aber nahm zwei Frauen, eine hieß Ada, die andere Zilla.
    Und Ada gebar Jabal; von dem sind hergekommen, die in Zelten wohnen und Vieh halten.
    Und sein Bruder hieß Jubal; von dem sind hergekommen alle Zither- und Flötenspieler.
    Zilla aber gebar auch, nämlich den Tubal-Kain; von dem sind hergekommen alle Erz- und Eisenschmiede. Und die Schwester des Tubal-Kain war Naama.
    Und Lamech sprach zu seinen Frauen: Ada und Zilla, höret meine Rede, ihr Weiber Lamechs, merkt auf, was ich sage:
    Einen Mann erschlug ich für meine Wunde und einen Jüngling für meine Beule.
    Kain soll siebenmal gerächt werden, aber Lamech siebenundsiebzigmal.

    Adam erkannte abermals sein Weib, und sie gebar einen Sohn, den nannte sie Set; denn Gott hat mir, sprach sie, einen andern Sohn gegeben für Abel, den Kain erschlagen hat.
    Und Set zeugte auch einen Sohn und nannte ihn Enosch.
    Zu der Zeit fing man an, den Namen des HERRN anzurufen.




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    • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


      " und er fühlte sich ungeliebt "

      Hier liegt die Wurzel, sein negatives und auffälliges Verhalten schreit nach Liebe und Anerkennung.

      Aber es ist sicher nicht Deine Schuld oder Verantwortung, die hätte normalerweise Deine Mutter zu tragen.
      Sie hat Dir die Mutterrolle übertragen. Du fühlst Dich schuldig, für Fehler die eigentlich Deine Mutter zu verantworten hätte.

      Wie alt bist Du, wäre es nicht möglich auszuziehen und Dich an erster Stelle um Dein eigenes Leben zu kümmern, Du opferst Dich fast förmlich auf.

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      • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


        Ich bin schon ausgezogen, schon seid über einem Jahr. Trotzdem gehe ich noch regelmässig hin, weil meine Mutter die Mutterrolle und die Rolle der Ehefrau nicht hinbekommt. Ich mache dann 2-3 mal in der Woche sauber usw. Ich bin 26 und werde bald heiraten. Ausserdem ziehe ich bald ins Ausland und ich habe das Gefühl meinen Bruder seinem Schicksal zu überlassen. Er ist nicht dumm und es tut mir so weh das er sich kaputt macht. Er besucht oft meine Mutter oder ruft sie an. Ich muss sagen, dass es meiner Mutter sehr schwer fällt Liebe zu zeigen, sie zeigt sie nicht mal ihrem Ehemann. Ich habe dieses Problem auch, aber nur meiner Familie gegenüber. Meinem Freund bringe ich so viel Liebe entgegen, ich könnte ohne ihn gar nicht mehr leben. Wahrscheinlich liegt das daran, dass er mich auch liebt und mir das auch vorbehaltlos zeigt.
        Was mich bedrückt ist die Labilität meines Bruders. Er ging schliesslich durch das Gleiche wie ich aber ich bin so anders. Ich fühle mich schuldig weil ich ihn als Kind mal mit ner Wasserpistole vollgespritzt habe und es toll fand das er weinte. Wir hatten beide Pistolen aber seine war leer. 2 Minuten später packte ich ihn, trocknete ihn ab und zog ihm saubere Kleider an. Es tat mir weh dass ich so fühlte. Ich denke es lag daran, dass ich immer auf ihn aufpassen musste, abends alleine war mit ihm , er so viel Aufmerksamkeit und Geschenke bekam und ich nicht. Und als er 6 Jahre alt war und mich mit Tritten attakierte, da packte ich unbewusst seinen Fuss und er flog auf seinen Arm, der brach. Ich weiss dass es ein Unfall war, ich konnte tagelang nicht schlafen. Ich hatte nicht damit gerechnet das er fällt und sich den Arm bricht. Wir waren beide Kinder. Aber vielleicht sind das Gründe das er so ist. Vielleicht hasst er mich deswegen?
        Ich war immer da, habe ihm vorgesungen und Geschichten vorgelesen zum Einschlafen. Ich habe ihn nie geschlagen, egal was war (z.B. wenn er meine Sachen kaputt gemacht hat). Wir mussten ein Zimmer teilen, vielleicht habe ich ihm nicht genug Freiraum gelassen? Dadurch das ich älter bin musste ich lernen wenn er spielen musste. Vielleicht habe ich ihm zu oft gesagt dass er bitte ruhig sein soll oder den Fernseher ausmachen soll. Ich weiss es nicht.
        Ich habe ihm schon immer angeboten ihm zu helfen, in der Schule, Beruf etc.. Er will nicht.
        Ich glaube auch dass das wirkliche Problem meine Mutter ist und mein Stiefvater. Schliesslich macht er ihn immer schlecht, motzt meine Mutter an usw.. Wenn er über mich spricht, dann sagt er immer das er stolz auf mich sei. Und das tut mir dann noch mehr weh. Ich weiss nicht wie ich ihn retten soll.

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        • wurf - geworfen


          wo willst du da anfangen, lieber befraut, wo aufhören?
          bei der mutter der mutter oder derer mutter oder bei den unliebsamen vätern, die ihnen somit ungeliebte kinder zeugten, die sie dennoch gebärten - völlig überfordert mit der gesamten lebensbewältigung und - gestaltung.
          nein, lass das wort schuld weg, mancher von uns hat eben einfach nur pech gehabt, ist an den rand der normalverteilung geworfen,
          andere und die meisten in die mitte und manche eben an die spitze derselben geworfen


          Befraut :
          -------------------------------
          Aber es ist sicher nicht Deine Schuld oder Verantwortung, die hätte normalerweise Deine Mutter zu tragen.

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          • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


            es ist gut, dass du nicht mehr jedes detail erinnerst, aber deine schuld ist es nicht, keinesfalls...

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            • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


              Huch ich traue mich kaum noch Dir etwas zu schreiben, das tut ja fast schon weh zu lesen wie schuldig Du Dich fühlst, wer hat Dir so viele Schuldgefühle eingeredet? Ich kann Dir nur schreiben was ich an Deiner Stelle machen würde, ich würde zu meiner Mutter fahren, ihr sehr ruhig und deutlich sagen, dass ich ab sofort nicht mehr bereit bin ihre Rolle zu übernehmen.

              Könnte nicht auch das Jugendamt eine Anlaufstelle sein.

              Ich denke die kleinen Kämpfe unter Geschwister im Kindesalter sind normal, ich habe meine Schwester auch immer geärgert. Und heute ist sie das Vorbild einer Deutschen Familie. Daran kann es sicher nicht liegen.
              Ich denke mit dem Entschluss ins Ausland zu gehen hast Du eine sehr Weise Entscheidung getroffen, der beste Schritt in Dein eigenes Leben.

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              • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


                Ich weiss nicht warum ich mich so schuldig fühle. Mir geht es immer so.
                Meine Gedanken kreisen um meine Familie und ich versuche Gründe für ihr Versagen zu finden. Ich fühlte mich dort schon immer wie ein Fremdkörper.
                Ich habe meiner Mutter schon oft gesagt dass es wichtig ist meinen Bruder in den Arm zu nehmen und ihm zu sagen dass sie ihn liebt und stolz auf ihn ist, aber sie tut es nicht. Alle hacken auf ihm rum, weil er so lebt. Es tut allen weh und alle sind enttäuscht und irgendwie reden alle aneinander vorbei. Meine Mutter liebt "ihren einzigen Sohn", aber sie bringt es nicht rüber. Am Ende hockt sie dann mit ihm da und beide geben sich die Kanne. Das soll helfen.
                Alles was ich versuche zum Guten zu ändern scheitert. Ich habe sie auch schon des öfteren gefragt ob sie mit mir in Urlaub möchte weil sie ja immer rummotzt, sie kann es sich nicht leisten, sie sieht nichts in der Welt usw. Aber wenn ich sie frage sagt sie nein.
                Ich weiss auch nicht, ich sollte es aufgeben.

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                • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


                  Ich gehe mal davon aus das Deine Mutter es nie gelernt hat, in Ihrer eigenen Kindheit.

                  So hart es klingt, Du musst sie Ihrem Schicksal überlassen, egoistisch in Dein eigenes Leben gehen. Du kannst sehr froh sein einen netten Mann zu haben der Dir gezeigt hat wie sich Nähe anfühlt.

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                  • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


                    ...ich sollte es aufgeben.
                    ---------------

                    ja, aber es wird sehr schwer, weil du zu stark in diese richtung geprägt wurdest

                    ich habe heute noch meine liebe mühe damit, gelöst vom bruder zu bleiben, diesem riesengroßen *********, aber er kann nichts dafür, und käme er, mich um hilfe zu bitten, wie selbstverständlich würde ich sie ihm gewähren
                    das geht nicht ab, die kindheit klebt wie eine zähe masse an einem, zeitlebens bemüht man sich zwar es los zu werden, aber so richtig geht es nicht, nie, denke ich, wie denn auch, es ist der charakter

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                    • RE: Schuld am Schicksal des Bruder


                      mach dich nicht verantwortlich für das leben deines bruders, du hast ihm so viel gegeben, wie es dir möglich war.

                      wenn es dir gut tut, und ihm möglicherweise auch, dann schreib ihm doch einen brief. schreibe ihm, dass du ihn liebst, erzähle ihm von deinen schwierigkeiten dies auch körperlich auszudrücken und teile ihm deine trauer über seine art, mit sich und seinem leben umzugehen mit. gib ihm darin das gefühl, dass du es trotzdem als seine entscheidung respektierst, dich aber davon distanzierst.

                      du wirst deinen bruder nicht zu einem anderen lebenswandel drängen können, das muß er leider selber erkennen, aber du kannst ihn dadurch stützen, dass du ihm eben mitteilst, dass du ihn wertschätzt (als persönlichkeit), aber er selber auch damit anfangen könne, sich selbst wert zu schätzen und endlich zu leben.

                      liebe grüße und viel kraft für dich
                      nornen

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                      • RE: wurf - geworfen


                        Klasse.....wenn Du das so siehst, dann frag ich mich, warum Du Deine Mitmenschen ständig bis fast zum Erbrechen analysierst.

                        Nimm es doch einfach so hin

                        Keiner kann anders als er ist

                        Genesis :
                        -------------------------------
                        wo willst du da anfangen, lieber befraut, wo aufhören?
                        bei der mutter der mutter oder derer mutter oder bei den unliebsamen vätern, die ihnen somit ungeliebte kinder zeugten, die sie dennoch gebärten - völlig überfordert mit der gesamten lebensbewältigung und - gestaltung.
                        nein, lass das wort schuld weg, mancher von uns hat eben einfach nur pech gehabt, ist an den rand der normalverteilung geworfen,
                        andere und die meisten in die mitte und manche eben an die spitze derselben geworfen


                        Befraut :
                        -------------------------------
                        Aber es ist sicher nicht Deine Schuld oder Verantwortung, die hätte normalerweise Deine Mutter zu tragen.

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