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Medikament Aricept

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  • Medikament Aricept

    Hat jemand Erfahrung mit dem medikament Aricept.? meinem Mann wurde es jetzt verordnet . Ich habe etwas bedenken, da sehr viele <Nebenwirkungen im beipackzettel stehen. Es ist schwach dosiert 5 mg. Dann bekommt er zur Nacht Mitha Lich
    1Tabl 45 mg. Die Näachte waren oft sehr unruhig. Um 2 Uhr stand
    er auf und dachte es wäre schon morgens .
    Ich wäre dankbar mal Erfahrungen von anderen betroffenen
    zu hören
    Gruß Wunneke

  • Re: Medikament Aricept


    Hallo Wunneke,

    meine Mutter (86, sie hat die Alzheimer-Krankheit Typ 1, mit spätem Beginn) bekommt seit August 2009 Aricept 5mg, vor dem Schlafengehen. Normalerweise wird es nach 4-6 Wochen auf die Höchstdosis 10mg gesteigert (unsere Neurologin hat da wohl eine eigene Strategie). Ich habe keine bedenklichen Nebenwirkungen festgestellt, es scheint gut verträglich (Meine Mutter ist aber auch nicht sehr empfindlich und hat einen guten Magen). Ich achte allerdings sehr auf abwechselungsreiche Ernährung (Demenzkranke mögen gerne immer etwas zwischendurch) und das TRINKEN. Morgens bekommt sie mind. eine halbe Banane als Basis zusätzlich zum Frühstück, damit der Magen gut auf den Tag vorbereitet ist.

    Habe die Erfahrung gemacht, wenn die Diagnose mal steht, wirken die verschiedenen Therapien miteinander: Also bei uns: Aricept und Citalopram (gegen Depression), dann ganz wichtig eine GUTE Ergotherapie (z.B. verstärkt Integrative Validation und/oder tiergestützte Therapie), Physiotherapie (weil viele Körperfunktionen vom Gehirn falsch gesteuert werden, wie z.B. das Gehen) und sehr entscheidend UNSERE Einstellung als Angehörige: Möglichst nicht korrigieren, keine Reizüberflutung (Besuch ist gut, aber lieber nur ein oder zwei Gäste, die auch nicht zu viele Themen hintereinander ansprechen), viel bestätigen, loben, Humor entwicklen. Je unverkrampfter wir sind, um so mehr spiegelt der Kranke diese guten Gefühle. Aber man sollte unbedingt ehrlich sein, denn Vorgespieltes wird schnell entlarvt. Die Gefühle sind bei Demenzpatienten sehr ausgeprägt, also ist es genau so wichtig, sich selbst als Betreuer etwas Gutes zu gönnen. Meine Mutter hat sich sehr verbessert. Es ist aber wohl so, dass meist die Besserung nach zirka 2 Jahren wieder nachlässt.

    Hier zitiert Petra_H aus dem Buch von Prof. Dr. Erich Grond "Pflege Demenzkranker". Ich finde das ist ein guter knapper Überblick über die übliochen Medikamente. Der Link:
    http://forum2.onmeda.de/read.html?26...62#msg-1509062

    Jetzt habe ich vielleicht schon zuviel geschrieben und Sie wissen das eventuell auch alles, doch es lesen ja auch andere mit. Ich bin überzeugt, die Medikamente entfalten ihre beste Wirkung nur im Zusammenspiel mit den anderen Faktoren. Der Mensch ist ja Körper, Seele und Geist.

    LG, Eva Franziska

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    • Re: Medikament Aricept


      Wunderbar, Eva Franziska - ich stimme Ihnen in allen Punkten zu und wünschte, es ginge jeder mit Ihrem Wissen und Ihrer Sichtweise der Dinge an die Krankheit heran.

      @Wunneke
      Ich würde den Cholinesterasehemmer Aricept unbedingt geben und auch darauf achten, dass das Medikament zügig hochdosiert wird, denn dann wirkt es am besten. Sie gewinnen wertvolle Zeit und so wie Eva Franziska es beschreibt: meist verbessern sich die Alltagskompetenzen im ersten Jahr noch einmal.

      Da man neuerdings den Glutamatantagonisten (Ebixa,Axura) die Wirkung abspricht und sie nicht mehr verordnet werden, bleiben uns ja nur noch die Cholinesterasehemmer (Aricept, Reminyl, Exelon), um die Demenz ein wenig zu mildern und aufzuhalten.

      Also zögern Sie nicht - neben einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend Flüssigkeit, einigen Nahrungsergänzungsmitteln (Folsäure, Vitamine der B-Gruppe, Lecithin, Vitamin E u.a.), Beschäftigung, Bewegungstherapie und Zuwendung, haben wir nichts, um gegen die Erkrankung anzugehen.

      Herzlichst Leona

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      • Re: Medikament Aricept


        Jetzt bin etwas beruhigter .Ich danke sehr herzlich für die beiträge.
        Mein Mann hat noch ein Lungenemphysem und seit einem Jahr
        an den Beinen eine Schuppenflechte. Ich habe inzwischen gelernt
        mit der Situation besser umzugehen. Seine Eltern hatte beide
        Alzheimer. Ich bin selber auch schon 79.und bin auch nicht mehr ganz gesund.
        Nochmals herzlichen Dank
        Wunneke

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        • Re: Medikament Aricept


          Liebe Wunneke,

          ich hoffe, Sie haben im Verwandten- und Freundeskreis etwas Unterstützung. Wenden Sie das Medikament getrost an - es kann ein wenig helfen. Schaffen Sie sich selbst immer einmal wieder Freiräume, damit Sie Kraft tanken können. Es ist sehr schwer, ich weiß, aber es ist wichtig, dass Sie sich auch selbst immer wieder einmal etwas Gutes tun.

          Mit den besten Wünschen für Sie und Ihren Mann - Kraft und Zuversicht! Ihre Leona

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          • Re: Medikament Aricept


            Hallo Wunneke

            Meine Schwiegermutter bekommt Aricept 10 mg jetzt schon 1 Jahr, ohne dass ich Nebenwirkungen festgestellt habe. Es geht ihr seitdem auch etwas besser, aber ich glaube, dass sie anfangs auch noch eine schwere Depression hatte.
            Gruß petmo

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