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Leberwerte erhöht: Diese 9 Ursachen stecken häufig dahinter
Erhöhte Leberwerte betreffen viele Menschen. Die meisten von ihnen haben noch gar keine Beschwerden, bevor sie ein solches Ergebnis einer Blutuntersuchung erhalten. Woher kommen zu hohe Leberwerte?
Welche Ursachen hinter erhöhten Leberwerten stecken können, zeigt diese Bildergalerie.
Ursache für erhöhte Leberwerte: Fettleber
Viele Menschen haben eine Fettleber, ohne es zu wissen. Bei einer Fettleber hat sich zu viel Fett in den Leberzellen eingelagert. Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte oder eine Insulinresistenz können ebenso zu ihrer Entstehung beitragen wie übermäßiger Alkoholkonsum. Zunächst verursacht eine Fettleber meist keine Beschwerden. Werden Ernährung, Alkoholkonsum oder eine Grunderkrankung wie Diabetes angepasst oder behandelt, kann sie sich wieder zurückbilden. Ansonsten sind langfristig Leberentzündung (Fettleberhepatitis), Vernarbung (Leberfibrose) oder schlimmstenfalls eine Leberzirrhose mögliche Folgen.
Alkohol ist eine häufige Ursache für zu hohe Leberwerte
Schon gelegentlicher Alkoholkonsum kann die Leber belasten – und das oft früher, als vielen Menschen bewusst ist. Denn Alkohol ist für den Körper ein Giftstoff und wird vor allem in der Leber abgebaut. Dieser Vorgang stört den Fettstoffwechsel in der Leber, sodass Fettsäuren schlechter abgebaut und stattdessen vermehrt eingelagert werden. Gleichzeitig hemmt Alkohol den Abtransport von Fett, sodass es sich in den Leberzellen ansammelt. Besonders die Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT) reagiert empfindlich auf Alkohol und kann schon bei einmaligem Konsum vorübergehend ansteigen.
Übergewicht kann zu erhöhten Leberwerten führen
Übergewicht kann zu einer nicht-alkoholischen Fettleber (NAFLD) und damit zu erhöhten Leberwerten führen. Vor allem viszerales Fett am Bauch setzt vermehrt Fettsäuren frei. Diese lagern sich in den Leberzellen ein. Dieses Fett liegt tief im Bauchraum und ist von außen gar nicht immer sichtbar, kann die Leber aber dennoch belasten.
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Auch gängige Medikamente können die Leber belasten
Auch einige Medikamente werden in der Leber verstoffwechselt und können sie belasten. Dazu gehören beispielsweise Schmerzmittel wie Paracetamol oder Diclofenac sowie bestimmte Antibiotika. In der Folge können Leberwerte im Blut ansteigen. Diese Veränderungen sind jedoch meist vorübergehend und bilden sich nach Absetzen der Mittel wieder zurück. Einige dauerhaft angewendete Arzneimittel wie bestimmte Antiepileptika erfordern eine regelmäßige Kontrolle der Leberwerte.
Einige Virusinfektionen erhöhen die Leberwerte
Vor allem Hepatitisviren, aber auch andere Infektionen wie das Epstein-Barr-Virus oder SARS-CoV-2 (Covid-19) können die Leber betreffen. Typischerweise führt dies zu erhöhten Transaminasen (GPT, GOT) im Blut. In vielen Fällen ist die Leberschädigung reversibel und die Werte normalisieren sich wieder. Bei chronischen Verläufen, etwa bei Hepatitis C, kann es jedoch zu dauerhaften Schäden wie einer Leberzirrhose kommen.
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Erhöhte Leberwerte durch Diabetes-Typ-2
Bei Typ-2-Diabetes geraten der Zucker- und der Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht. Die Leber bildet vermehrt Fett und baut es schlechter ab. In der Folge lagert es sich in den Leberzellen ein. So entsteht häufig unbemerkt eine Fettleber, die die Leberwerte ansteigen lässt. Auch seltenere Stoffwechselerkrankungen wie die Hämochromatose (Eisenüberladung) oder Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) können die Leber belasten und zu erhöhten Werten führen, weil sich schädliche Stoffe im Organ ansammeln.
Gallenprobleme können Ursache für zu hohe Leberwerte sein
Erhöhte Leberwerte können auch auf Gallenprobleme zurückzuführen sein. Gallensteine, Entzündungen der Gallenwege oder Gallenblase, Verengungen oder selten Tumoren sind mögliche Ursachen. Denn Galle wird in der Leber gebildet und über die Gallenwege abgeleitet. Wird dieser Abfluss gestört, staut sie sich zurück und belastet die Leber. Dadurch steigen bestimmte Leberwerte an. Gallenprobleme zeigen sich allerdings schneller als Leberprobleme durch Schmerzen im rechten Oberbauch.
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Autoimmunerkrankungen als Ursache erhöhter Leberwerte
Auch Autoimmunerkrankungen können die Leber betreffen und die Werte ansteigen lassen. Bei der Autoimmunhepatitis etwa greift das Immunsystem direkt die Leberzellen an. Erkrankungen der Gallenwege wie die primär biliäre Cholangitis (PBC) oder die primär sklerosierende Cholangitis (PSC) können ebenfalls zu einem gestörten Gallefluss, Entzündungen und schlechten Leberwerten führen.
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Erhöhte Leberwerte durch zu wenig Trinken – ist das möglich?
Zu wenig Trinken führt nicht direkt dazu, dass Leberwerte konzentrierter erscheinen und deshalb fälschlicherweise erhöht sind. Flüssigkeitsmangel ist also kein direkter Auslöser erhöhter Leberwerte. Wer dauerhaft zu wenig Flüssigkeit zu sich nimmt, kann die Leber aber dennoch langfristig dadurch belasten, vor allem, wenn weitere Risikofaktoren hinzukommen.
Erhöhte Leberwerte betreffen viele Menschen. Die meisten von ihnen haben noch gar keine Beschwerden, bevor sie ein solches Ergebnis einer Blutuntersuchung erhalten. Woher kommen zu hohe Leberwerte?
Welche Ursachen hinter erhöhten Leberwerten stecken können, zeigt diese Bildergalerie.
- Online-Informationen der Deutschen Leberhilfe e. V.: Fettleber. Was ist das? https://www.leberhilfe.org/lebererkrankungen/fettleber/ (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen von Deximed: Erhöhte Leberwerte: https://deximed.de/premium/home/klinische-themen/magen-darm-trakt/symptome/leberwerte-erhoehte (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen der Bundesärztekammer: Erhöhte Leberwerte – was bedeutet das? https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/_old-files/downloads/pdf-Ordner/Patienteninformationen/lebererkrankungen.pdf (Abruf: 04/2026)