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Erhöhte Leberwerte im Blut: Welche sind gefährlich?
Erhöhte Leberwerte werden häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt, bevor überhaupt Beschwerden auftreten. Sie geben Aufschluss über Zustand und Funktion der Leber und können ein Warnzeichen dafür sein, dass die Leber bereits geschädigt ist und ihre wichtigen Aufgaben im Stoffwechsel und bei der Entgiftung nicht mehr vollständig erfüllt.
Doch welche Werte sind besonders wichtig, worauf können sie hinweisen und ab wann wird es gefährlich? Das zeigt diese Bildergalerie.
Hinweis: Einzelne Leberwerte erlauben meist keine eindeutige Diagnose. Erst im Zusammenspiel mit anderen Werten und weiteren Untersuchungen lässt sich die Ursache sicher einordnen.
Gamma-GT zu hoch: Ab wann wird es gefährlich?
Gamma-Glutamyltransferase (Gamma-GT) hilft der Leber beim Abbau und Transport bestimmter Stoffe. Ist die Leber belastet, steigt dieser wichtige Wert an. Er reagiert besonders empfindlich auf Alkohol und ist daher bei übermäßigem Konsum oft hoch. Aber auch Übergewicht, Leberentzündungen wie Hepatitis, Gallenstau oder Nebenwirkungen von Medikamenten kommen als Ursachen für hohe Werte infrage. Gamma-GT gilt als erhöht, wenn er bei Frauen höher als 40 Internationale Einheiten (U/l) und bei Männern höher als 60 U/l ist. Eine 5- bis 10-fache Erhöhung kann auf eine schwere Lebererkrankung wie eine Leberzirrhose hinweisen.
GPT-Wert im Blut: Früher Hinweis auf Leberschäden
Das Enzym Glutamat-Pyruvat-Transaminase (GPT), auch als Alanin-Aminotransferase (ALAT) bezeichnet, kommt vor allem in Leberzellen vor. Sterben diese ab, gelangt es in größerer Menge ins Blut. Ist der Blutwert höher als 35 U/l bei Frauen und 45 U/l bei Männern, kann das auf eine Leberschädigung hindeuten. Während eine geringe Erhöhung um das 2- bis 3-Fache eher auf eine Fettleber durch Alkohol oder Übergewicht sowie bestimmte Medikamente hindeutet, lassen stärker erhöhte Werte auf eine akute Leberentzündung oder Vergiftung schließen.
GOT-Wert erhöht: Auch Muskeln können dahinterstecken
Das Enzym Glutamat-Oxalacetat-Transaminase (GOT), auch als Aspartat-Aminotransferase (AST) bezeichnet, kommt nicht nur in der Leber, sondern auch in der Herz- und Skelettmuskulatur vor. Ein erhöhter Wert, bei Frauen über etwa 35 U/l und bei Männern über etwa 50 U/l, kann daher auf eine Schädigung der Leber hinweisen, ist aber nicht spezifisch. Deshalb wird GOT immer zusammen mit anderen Leberwerten beurteilt. Mögliche Ursachen für erhöhte Werte sind Lebererkrankungen wie Fettleber oder Hepatitis, aber auch Muskelverletzungen, starke körperliche Belastung oder bestimmte Medikamente.
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Leberwerte zu hoch? Bilirubin kann die Haut gelb färben
Bilirubin entsteht, wenn alte rote Blutkörperchen abgebaut werden. Normalerweise wird es über die Leber ausgeschieden. Der Wert liegt bei gesunden Menschen unter 1,2 Milligramm pro Deziliter Blut (mg/dl). Ist er erhöht, kann das darauf hinweisen, dass die Leber das Abbauprodukt nicht ausreichend verarbeitet oder die Galle nicht richtig abfließt. Das zeigt sich oft auch äußerlich durch eine Gelbfärbung der Haut oder Augen (Gelbsucht). Zu hohe Werte können durch Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Fettleber, einen Gallenstau oder einen verstärkten Abbau roter Blutkörperchen durch bestimmte Erkrankungen hervorgerufen werden.
Erhöhter AP-Wert: Häufig steckt ein Gallenstau dahinter
Die alkalische Phosphatase (AP) ist ein Enzym, das vor allem in der Leber und in den Gallenwegen vorkommt, aber auch in den Knochen gebildet wird. Ein erhöhter AP-Wert kann ein Hinweis darauf sein, dass die Galle nicht richtig abfließt. Häufig steckt ein Gallenstau dahinter, etwa durch Gallensteine. Der Normwert liegt bei Erwachsenen zwischen 35 und 105 U/l. Da AP auch in den Knochen vorkommt, ist der Wert jedoch nicht ausschließlich leberspezifisch.
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Erhöhte Leberwerte: Alkohol als Ursache
Alkohol gehört zu den häufigsten Ursachen für erhöhte Leberwerte. Schon nach kurzfristig erhöhtem Alkoholkonsum können die Leberwerte vorübergehend ansteigen. Bei Verzicht normalisieren sie sich jedoch schnell wieder. Bereits eine Woche ohne Alkohol kann sich positiv auf die Leberwerte auswirken. Wird jedoch über längere Zeit regelmäßig zu viel Alkohol getrunken, bleiben sie dauerhaft erhöht, weil die Leber zunehmend geschädigt wird. Das kann zu einer Fettleber und im weiteren Verlauf zu chronischen Leberschäden wie einer Leberzirrhose führen.
Erhöhte Leberwerte werden häufig zufällig bei einer Blutuntersuchung entdeckt, bevor überhaupt Beschwerden auftreten. Sie geben Aufschluss über Zustand und Funktion der Leber und können ein Warnzeichen dafür sein, dass die Leber bereits geschädigt ist und ihre wichtigen Aufgaben im Stoffwechsel und bei der Entgiftung nicht mehr vollständig erfüllt.
Doch welche Werte sind besonders wichtig, worauf können sie hinweisen und ab wann wird es gefährlich? Das zeigt diese Bildergalerie.
Hinweis: Einzelne Leberwerte erlauben meist keine eindeutige Diagnose. Erst im Zusammenspiel mit anderen Werten und weiteren Untersuchungen lässt sich die Ursache sicher einordnen.
- Online-Informationen der Deutschen Leberhilfe e. V.: Leberwerte und ihre Bedeutung: https://www.leberhilfe.org/wp-content/uploads/2023/10/Leberwerte-Bedeutung_online.pdf (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): https://www.gesundheitsinformation.de/gamma-gt-ggt.html (Abruf: 04/2026)
- Online-Informationen von Deximed: Erhöhte Leberwerte: https://deximed.de/premium/home/klinische-themen/magen-darm-trakt/symptome/leberwerte-erhoehte (Abruf: 04/2026)