Ursofalk Filmtabletten

Hersteller: Falk (Dr. Falk Pharma GmbH)
Wirkstoff: Ursodeoxycholsäure
Darreichnungsform: Filmtablette
Rezeptpflichtig

Wirkung

Ursofalk Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Ursodeoxycholsäure. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Ursofalk Filmtabletten.

Ursodeoxycholsäure dient zum Auflösen von Cholesterin-Gallensteinen. Voraussetzung für die Therapie ist, dass die Steine nicht größer als 15 Millimeter sind und auf dem Röntgenbild keine Schatten geben, ferner muss die Gallenblase funktionsfähig sein.

Weiterhin kann Ursodeoxycholsäure das Fortschreiten einer Leberzirrhose verhindern, wenn diese auf eine chronische Entzündung der Gallenwege und einen Rückstau der in den Leberzellen gebildeten Gallenflüssigkeit zurückzuführen ist (primäre biläre Zirrhose).

Auch bei der Behandlung einer besonderen Form der Magenschleimhautentzündung kann Ursodeoxycholsäure eingesetzt werden. Bei dieser Erkrankung ist die Entzündungsreaktion wesentlich auf den Rückfluss von Verdauungssäften aus dem Zwölffingerdarm in den Magen zurückzuführen (Gallenrefluxgastritis).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ursodeoxycholsäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe gallenwirksame Mittel, zu welcher der Wirkstoff Ursodeoxycholsäure gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Auflösung von Gallensteinen aus Cholesterin (im Röntgenbild nicht sichtbar), so lange die Gallenblase einwandfrei arbeitet
  • gallenbedingte Leberzirrhose, so lange diese nicht fortschreitet

Dosierung

Die tägliche Dosis des Medikaments richtet sich nach dem Anwendungsgebiet und dem Körpergewicht der Patienten.

Auflösung von Cholesterin-Gallensteinen
Patienten bis 60 Kilogramm Körpergewicht erhalten eine Tablette
Patienten von 61 bis 80 Kilogramm erhalten 1,5 Tabletten
Patienten von 81 bis 100 Kilogramm erhalten zwei Tabletten
Patienten über 100 Kilogramm erhalten 2,5 Tabletten.

Nehmen Sie die tägliche Dosis abends vor dem Schlafengehen mit reichlich Flüssigkeit ein.

Die Einnahme muss regelmäßig erfolgen. Die Dauer der Gallensteinauflösung beträgt im Allgemeinen sechs Monate bis zwei Jahre. Der Erfolg der Behandlung sollte im Ultraschall oder durch Röntgenbild alle sechs Monate vom Arzt überprüft werden. Falls nach einem Jahr keine Verkleinerung der Gallensteine oder sogar eine Verkalkung eingetreten ist, sollte die Therapie nicht weitergeführt werden.

Gallenbedingte Leberzirrhose
Die Tagesdosis ist abhängig vom Körpergewicht und liegt zwischen 1,5 und 3,5 Tabletten. Während der ersten drei Behandlungsmonate wird folgendes Einnahmeschema empfohlen:
Patienten von 47 bis 62 Kilogramm erhalten je eine halbe Tablette morgens, mittags und abends
Patienten von 63 bis 78 Kilogramm erhalten je eine halbe Tablette morgens und mittags, eine Tablette abends
Patienten von 79 bis 93 Kilogramm erhalten eine halbe Tablette morgens, je eine Tablette mittags und abends
Patienten von 94 bis 109 Kilogramm erhalten eine Tablette morgens, mittags und abends
Patienten über 110 Kilogramm erhalten je eine Tablette morgens und mittags, eineinhalb Tabletten abends.

Mit Verbesserung der Leberwerte kann die Tagesdosis einmal täglich (abends) verabreicht werden:
Patienten von 47 bis 62 Kilogramm erhalten 1,5 Tabletten
Patienten von 63 bis 78 Kilogramm erhalten zwei Tabletten
Patienten von 79 bis 93 Kilogramm erhalten 2,5 Tabletten
Patienten von 94 bis 109 Kilogramm erhalten drei Tabletten
Patienten über 110 Kilogramm erhalten 3,5 Tabletten.

Bei Patienten mit gallenbedingter Leberzirrhose kann in seltenen Fällen zu Beginn der Behandlung eine Verstärkung des zirrhosebedingten Juckreizes auftreten. Sollte es dazu kommen, ist die Therapie zunächst mit einer halben Tablette täglich weiterzuführen und die Dosis dann einschleichend zu erhöhen (wöchentliche Steigerung der täglichen Dosis um eine halbe Tablette) bis die im jeweiligen Dosierschema vorgesehene Dosis wieder erreicht wird.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hypromellose
  • Magnesiumstearat
  • mikrokristalline Cellulose
  • Povidon
  • Talkum
  • Crospovidon
  • Macrogol 6000
  • Polysorbat 80

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Durchfall, breiiger Stuhl.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Nesselsucht, Verkalkung der Gallensteine, schwere Schmerzen im rechten Oberbauch (bei Behandlung der primären biliären Leberzirrhose).

Besonderheiten:
Bei der Therapie der gallenbedingten Leberzirrhose im fortgeschrittenen Krankheitsstadium kann in sehr seltenen Fällen eine Verschlechterung der Leberzirrhose eintreten. Diese bildet sich nach Absetzen der Therapie zumeist zurück.

Wechselwirkungen

Gallensäuren-bindende Mittel wie Colestyramin oder Colestipol, säurebindende Mittel, Aluminum-Salze und Tonerde können die Aufnahme von Ursodeoxycholsäure aus dem Darm mindern, daher sollte deren Einnahme zeitversetzt (mindestens zwei Stunden) erfolgen.

Ursodeoxycholsäure kann die Wirkung von Ciclosporin verstärken, die des Antibiotikums Ciprofloxacin sowie die des Kalziumkanalblockers Nitrendipin hingegen abschwächen. In einem Einzelfall kam es zu Wechselwirkungen mit dem Lepra-Mittel Dapson. Das lässt vermuten, dass Ursodeoxycholsäure allgemein mit Wirkstoffen, die vom gleichen Enzym (CYP450 34A) abgebaut werden, in Wechselwirkung tritt. So könnte der Wirkstoff durch Grapefruitsaft, das Magenmittel Cimetidin und das Antibiotikum Erythromycin in Wirkung und Nebenwirkungen verstärkt, durch das Epilepsie-Mittel Carbamazepin, das Tuberkulose-Mittel Rifampicin und Johanniskraut abgeschwächt werden.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei:
  • Überempfindlichkeit gegen Ursodeoxycholsäure,
  • akuten Entzündungen der Gallenblase und der Gallenwege,
  • akuter oder chronischer Leberentzündung (Hepatitis),
  • einem Verschluss der Gallenwege,
  • einer im Röntgenbild nicht darstellbaren Gallenblase,
  • kalziumhaltigen Gallensteinen (diese geben einen Schatten im Röntgenbild),
  • einer verminderten Funktionsfähigkeit der Gallenblase,
  • häufigen Gallenkoliken (krampfartige Schmerzen in der Lebergegend, oft begleitet von Übelkeit und Erbrechen).



Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ursodeoxycholsäure sollte während der Schwangerschaft nicht eingesetzt werden, weil das Kind Schaden nehmen kann. Vor Therapiebeginn ist eine Schwangerschaft auszuschließen. Frauen im gebärfähigen Alter wird empfohlen, während der Therapie empfängnisverhütende Maßnahmen zu treffen.

Ob Ursodeoxycholsäure in die Muttermilch übergeht, wurde nicht ausreichend untersucht. Daher ist die Einnahme in der Stillzeit verboten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendungsgebiete für Ursodeoxycholsäure kommen bei Kindern und Jugendlichen nur äusserst selten vor. Allerdings können schon Kinder ab sechs und Jugendliche unter 18 Jahren mit Gallenstau mit dem Wirkstoff behandelt werden. Die Dosierungen lagen hierbei zwischen fünf und 30 Milligramm Ursodeoxycholsäure pro Kilogramm Körpergewicht.

Warnhinweise

  • Besonders zu Beginn der Behandlung mit dem Medikament ist die regelmäßige ärztliche Kontrolle der Leberenzym-Werte im Blut notwendig.
  • Während der Einnahme sollte der Arzt von Zeit zu Zeit die Gallenblase mit Ultraschall untersuchen.
  • Die Therapie sollte abgebrochen werden, wenn sich die Gallensteine spätestens nach einem Jahr nicht verkleinert oder sogar verkalkt haben.
  • Tritt bei der Behandlung von Leberzirrhose verstärkt Juckreiz auf, ist die Dosis des Medikaments zunächst zu vermindern, dann langsam wieder zu steigern.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Filmtablette Filmtabletten)
50 Filmtablette Filmtabletten
500 Ursodeoxycholsäure
100 Filmtablette Filmtabletten
500 Ursodeoxycholsäure

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Ursofalk Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Ursodeoxycholsäure (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Filmtabletten
Suspension

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.