MOVICOL flüssig Orange

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 23.04.2016

Hersteller: Norgine GmbH
Wirkstoffkombination: Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid
Darreichnungsform: Konzentrat

Rezeptfrei

Wirkung

MOVICOL flüssig Orange enthält die Wirkstoffkombination Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid.

 

Die Kombination dient zur Behandlung der chronischen Verstopfung bei Kindern im Alter von zwei bis elf Jahren. Sie wird auch eingesetzt, um bei Kindern ab fünf Jahren einen Kotstau zu beseitigen. Darunter versteht man eine nicht anders behandelbare Verstopfung mit verhärteten Stuhlansammlungen im Enddarm und/oder Dickdarm.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Abführmittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • akute und chronische Verstopfung bei Jugendlichen und Erwachsenen

Dosierung

Öffnen Sie die Flasche und messen Sie 25 Milliliter oder fünf Teelöffel-Füllungen (zu je fünf Milliliter) ab. Geben Sie die Flüssigkeit in ein Glas und fügen Sie etwa 100 Milliliter (ungefähr ein halbes Glas) Wasser hinzu. Rühren Sie so lange, bis sich die Flüssigkeit gleichmäßig vermischt hat und die Lösung klar ist. Nun können Sie die Lösung trinken. Bitte spülen Sie die Dosierhilfe nach Gebrauch aus und setzen Sie sie wieder auf die Flasche.

Entsprechend der Schwere der Verstopfung nehmen Sie die gebrauchsfertige Lösung ein- bis dreimal täglich zu jeder beliebigen Zeit und unabhängig von der Aufnahme von Nahrungsmitteln und Getränken ein.

Die Behandlung dauert üblicherweise etwa zwei Wochen. Wenn Sie die Lösung über einen längeren Zeitraum einnehmen müssen, sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt. Wenn Ihre Verstopfung von einer Krankheit wie beispielsweise Parkinson oder Multiple Sklerose (MS) verursacht wird oder wenn Sie Arzneimittel einnehmen, die Verstopfung verursachen, kann Ihr Arzt Ihnen empfehlen, Movicol flüssig Orange länger als zwei Wochen einzunehmen.
Üblicherweise beträgt die wirksame Dosis bei der Langzeitbehandlung
eine oder zwei Dosen pro Tag.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Acesulfam-Kalium
  • Benzylalkohol
  • Ethyl-4-hydroxybenzoat
  • gereinigtes Wasser
  • Methyl-4-hydroxybenzoat
  • Orangenaroma
  • Sucralose

Nebenwirkungen

 

Häufigkeit und Art der Nebenwirkungen sind vom Anwendungsgebiet abhängig:

Chronische Verstopfung
Sehr häufige Nebenwirkung:
Bauchschmerzen, Darmgeräusche, Durchfall, weicher Stuhl.

Häufige Nebenwirkung:
Übelkeit, leichtes Erbrechen, Blähbauch, Blähungen, Entzündungen und Reizerscheinungen am After.

Seltene Nebenwirkung:
allergische Reaktionen, einschließlich allergischer Schock.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Juckreiz, Nesselsucht, Atemnot.

Kotstau
Sehr häufige Nebenwirkung:
leichtes Erbrechen, Blähbauch, Schmerzen (auf die Ausdehnung des Darminhaltes zurückzuführen), Entzündungen und Reizerscheinungen am After.

Häufige Nebenwirkung:
Darmgeräusche, Übelkeit, leichter Durchfall.

Seltene Nebenwirkung:
allergische Reaktionen, einschließlich allergischer Schock.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Juckreiz, Nesselsucht, Atemnot.

Besonderheiten:
Die meisten Nebenwirkungen schwächen sich durch eine Verminderung der Dosis ab.

Wechselwirkungen

Die Kombination beschleunigt den Durchgang des Darminhaltes durch den Verdauungskanal. Daher kann die Aufnahme anderer Wirkstoffe vorübergehend vermindert sein.

Wenn große Mengen der Kombination (beispielsweise zur Behandlung von Kotstau) gegeben werden, ist bei der Einnahme anderer Wirkstoffe in Form von Kapseln, Tabletten oder Dragees auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand zu achten. Innerhalb einer Stunde vor oder nach der Anwendung der Kombination eingenommen, können solche festen Arzneiformen aus dem Verdauungskanal ausgeschwemmt werden, sodass sie sich nicht auflösen und wirken können.

Das in der Kombination enthaltene Macrogol erhöht die Löslichkeit von Wirkstoffen, die in Alkohol löslich und in Wasser relativ unlöslich sind. Das kann zu Veränderungen im Wirkungsbeginn oder der Wirkdauer führen.

Gegenanzeigen

Die Kombination darf nicht eingesetzt werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen einen der Kombinationspartner
  • Durchbrüchen der Darmwand
  • organisch bedingten Darmverengungen oder -verlegungen
  • Darmverschluss
  • chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa und toxischem Megakolon.

Werden große Mengen dieser Kombination zur Behandlung eines Kotstaus benötigt, muss der Arzt bei Patienten mit eingeschränktem Würgereflex, Refluxkrankheit oder herabgesetztem Bewusstsein sehr vorsichtig vorgehen.

Kotstau bei Kindern mit Nierenfunktionsstörungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollte nicht mit der Kombination behandelt werden, da Wirksamkeit und Verträglichkeit in diesen Fällen nicht in klinischen Studien geprüft wurden.
 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Weil keine Studien zur Anwendung der Kombination während der Schwangerschaft und Stillzeit gemacht wurden, sollte es nur dann angewendet werden, wenn es der Arzt ausdrücklich für notwendig hält.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Kombination sollte nicht bei Kindern unter fünf Jahren zur Behandlung von Kotstau und nicht für Kinder unter zwei Jahren gegen Verstopfung eingesetzt werden.

Warnhinweise

  • Das Medikament enthält als Konservierungsstoffe sogenannte Parabene, die allergische Reaktionen auslösen können.
  • Wegen des Gehalts an Benzylalkohol darf die Höchstdosis nicht überschritten werden.
  • Eine fertige Dosis enthält 1.495 Milligramm Natrium, was bei einer natriumarmen Diät beachtet werden muss.
  • Das Medikament darf keinesfalls unverdünnt angewendet werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
 
500 Milliliter Konzentrat
250 Milliliter Konzentrat
1000 Milliliter Konzentrat

 

Vergleichbare Medikamente

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über MOVICOL flüssig Orange sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Macrogol 3350 + Natriumchlorid + Natriumhydrogencarbonat + Kaliumchlorid (ggf. auch Generika).

 

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.