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10 häufige Analerkrankungen im Überblick
Juckreiz, Nässen oder Schmerzen im Analbereich kennen viele Menschen. Häufig werden die Beschwerden vorschnell auf vergrößerte Hämorrhoiden zurückgeführt. Doch derartige Symptome können durch viele andere Ursachen entstehen.
Erfahren Sie in der Galerie, welche Erkrankungen im Analbereich es gibt und woran sie sich erkennen lassen.
Wichtig: Viele Menschen mit Analbeschwerden holen aus Scham keinen ärztlichen Rat ein. Oft liegt den Symptomen eine gut behandelbare Erkrankung zugrunde. Eine frühzeitige Abklärung und Behandlung können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Vergrößerte Hämorrhoiden: Die häufigste Analerkrankung
Jeder Mensch hat Hämorrhoiden. Bei etwa jedem zweiten Erwachsenen vergrößern sich die Gefäßpolster am Ausgang des Enddarms im Laufe des Lebens, was Fachleute als Hämorrhoidalleiden bezeichnen. Vergrößerte Hämorrhoiden können zu Symptomen wie Juckreiz, Nässen, Schmerzen oder Blut beim Stuhlgang führen. Frühzeitig diagnostiziert und behandelt, lassen sich die Beschwerden meist gut mit Salben und einer ballaststoffreichen Ernährung lindern. Stark vergrößerte Hämorrhoiden müssen mitunter operativ behandelt werden.
Analfissur: Schmerzhafter Riss am After
Bei einer Analfissur handelt es sich um einen meist sehr schmerzhaften Riss in der empfindlichen Schleimhaut des Analkanals. Oft entsteht die Fissur durch starkes Pressen oder harten Stuhlgang. Typische Anzeichen sind etwa Schmerzen beim Stuhlgang und helles Blut auf dem Toilettenpapier oder Stuhl. Eine Analfissur lässt sich meist gut mit Salben behandeln. Besteht sie länger als 6 bis 12 Wochen, sprechen Fachleute von einer chronischen Analfissur. Diese erfordert mitunter eine Operation. Wichtig: Blut im Stuhl sollte immer ärztlich untersucht werden.
Häufige Analerkrankung: Analekzem
Ein Analekzem geht häufig mit einem besonders ausgeprägten Juckreiz einher. Dabei handelt es sich um eine akute oder chronische Hautentzündung im Bereich um den After. Die betroffene Haut ist meist stark gerötet, nässt und brennt. Auslöser sind zum Beispiel vergrößerte Hämorrhoiden oder Hautreizungen, etwa durch allergische Reaktionen auf Pflegeprodukte. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Oftmals helfen bereits eine sanfte Analhygiene und entzündungshemmende Salben.
Analthrombose: Schmerzhafter Knoten am After
Bei einer Analvenenthrombose – auch Analthrombose genannt – bildet sich ein Blutgerinnsel in einer Vene am Afterrand. Betroffene haben plötzlich einen schmerzhaften, blau-rötlichen Knoten am After. Analvenenthrombosen zählen zu den häufigsten Gründen, weshalb eine proktologische Praxis aufgesucht wird. In der Regel ist die Erkrankung harmlos und heilt innerhalb weniger Tage bis Wochen von selbst ab. Zur Behandlung können abschwellende Salben und nach ärztlicher Rücksprache Schmerzmittel zum Einsatz kommen.
Harmlose Analkrankheit: Marisken
Marisken sind weiche Hautfältchen am After. Häufig bilden sie sich etwa infolge einer Analthrombose oder durch vergrößerte Hämorrhoiden. Die Hautfalten sind in der Regel harmlos, können jedoch aufgrund einer erschwerten Analhygiene Entzündungen begünstigen. Seltener werden sie deshalb chirurgisch entfernt.
Unangenehmer Juckreiz? Pilz am After kann Ursache sein
Ein Pilz am After zählt ebenso zu den häufigen Analerkrankungen. Die Infektion verursacht vor allem einen ausgeprägten Juckreiz, Brennen oder Rötungen. Hautreizungen und Feuchtigkeit im Bereich um den After begünstigen mitunter Pilzinfektionen. In der Regel lässt sich der Pilz gut mit einer Salbe, die ein Antipilzmittel enthält, behandeln.
Feigwarzen: Virusinfektion am After
Bei Feigwarzen handelt es sich um kleine rötliche oder hautfarbene Wucherungen im Genital- und im Analbereich. Diese können entweder einzeln oder in Gruppen auftreten. Auslöser der Warzen sind Humane Papillomviren (HPV), die vorwiegend über sexuellen Kontakt übertragen werden. Zur Behandlung kommen meist Salben zum Einsatz. Seltener werden Feigwarzen mittels Laser oder eines operativen Eingriffs entfernt.
Lesetipp: Feigwarzen mit Bildern erkennen
Analabszess: Eitrige Entzündung am Afterbereich
Ein Analabszess ist ein mit Eiter gefüllter Hohlraum im Gewebe rund um den After. Der After ist meist geschwollen, gerötet und schmerzt mitunter stark. Da sich eine solche eitrige Entzündung leicht ausbreiten kann, sollte sie ärztlich untersucht und behandelt werden. Häufig sind vor allem Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn betroffen.
Analerkrankung: Analfistel muss oft operiert werden
Eine häufige Folge eines Analabszesses ist eine Analfistel. Dabei handelt es sich um einen krankhaften, röhrenartigen Verbindungsgang zwischen dem Analkanal und der Haut um den After. Typische Anzeichen sind wiederkehrende Entzündungen sowie Flüssigkeit oder Eiter, die aus einer kleinen Öffnung neben dem After austreten. Eine Analfistel heilt nicht von selbst aus und wird deshalb in der Regel operativ behandelt.
Analkrebs: Seltene Erkrankung im Analbereich
Analkrebs ist sowohl eine seltene Analerkrankung als auch eine seltene Krebserkrankung. Ein häufiger Auslöser eines Analkarzinoms ist eine Infektion mit Humanen Papillomviren (HPV). Die Erkrankung wird oft erst in einem späten Stadium diagnostiziert, da die Symptome häufig denen eines Hämorrhoidalleidens ähneln. Anhaltender Juckreiz, Schmerzen, Blutungen oder tastbare Veränderungen am After sollten immer ärztlich untersucht werden.
Lesetipp: Diese Symptome sind mögliche Warnzeichen bei Analkrebs
Juckreiz, Nässen oder Schmerzen im Analbereich kennen viele Menschen. Häufig werden die Beschwerden vorschnell auf vergrößerte Hämorrhoiden zurückgeführt. Doch derartige Symptome können durch viele andere Ursachen entstehen.
Erfahren Sie in der Galerie, welche Erkrankungen im Analbereich es gibt und woran sie sich erkennen lassen.
Wichtig: Viele Menschen mit Analbeschwerden holen aus Scham keinen ärztlichen Rat ein. Oft liegt den Symptomen eine gut behandelbare Erkrankung zugrunde. Eine frühzeitige Abklärung und Behandlung können helfen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
- Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Vergrößerte Hämorrhoiden (Hämorrhoidalleiden): https://www.gesundheitsinformation.de/vergroesserte-haemorrhoiden-haemorrhoidalleiden.html (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen des Pschyrembel: Analfissur: https://www.pschyrembel.de/Analfissur/K02AD (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen des Pschyrembel: Analekzem: https://www.pschyrembel.de/Analekzem/K02AB/doc/ (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen von DocCheck: Mariske: https://flexikon.doccheck.com/de/Mariske (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen des Pschyrembel: Condylomata acuminata: https://www.pschyrembel.de/Feigwarzen/K056K/doc/ (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen von Deximed: Analabszess und Analfistel: https://deximed.de/premium/home/klinische-themen/magen-darm-trakt/krankheiten/proktologie/analabszess-und-analfistel (Abruf: 06/2026)
- Online-Informationen des Pschyrembel: Analkarzinom: https://www.pschyrembel.de/Analkrebs/K02AM/doc/ (Abruf: 06/2026)