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Pankreaskarzinom

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  • Pankreaskarzinom

    Bei meinem Schwiegervater wurde im Dezember 2001 Bauchspeicheldruesenkrebs diagnostiziert. Es waren auch schon Metastasen in Leber und Bauchfell vorhanden.
    Er bekommt eine lebenserhaltene Chemotherapie.
    Nach einigen Komplikationen, z.B. verhinderter Abfluss der Gallenfluessigkeit, fühlt er sich sehr schwach.
    Im " m.ww" ist wunderbar der Verlauf mit Therapie und Prognose des Pankreaskarzinoms beschrieben worden, doch was mich und meinem Mann sehr interessieren würde, wäre wie man letztendlich an diesem Krebs stirbt.
    Was kommt auf meinen Schwiegervater zu und wie können wir ihn vorbereiten?
    Ich danke fuer Antwort.


  • RE: Pankreaskarzinom


    Hallo,

    auch mein Vater hat ein Pankreaskopfkarzinom und und wird (vermutlich) bald sterben.
    Die Diagnosestellung war im Sept. 2000. Seitdem hat er bis vor wenigen Wochen eine sehr gute und nahezu beschwerdefreie Zeit verbracht. Er hat 53 Chemotherapien relativ unbeschadet überstanden. Sie haben ihn lediglich immer am betreffenden Tag ein wenig müde gemacht. Jetzt aber ist es vorbei. Sie wollen wissen, wie man daran stirbt - ich kann Ihnen nur von meinem Vater berichten, also von meinen Erfahrungen. Das kann bei Ihrem Schwiegervater wieder ganz anders sein. In unserem Fall leidet er seit einigen Wochen an extremen Schmerzen, hauptsächlich Rückenschmerzen. Er hat viel Zeit in der heißen Badewanne verbracht. Die Schmerzen haben sich sehr gesteigert, mittlerweile bekommt er Morphium. Er hat einen völlig aufgeblähten Bauch, er kann fast nichts mehr essen. Er erleidet schlimme Schüttelanfälle und schwitzt so extrem, wie ich es noch nie erlebt habe. Seit zwei Tagen ist er wieder einmal im Krankenhaus, weil eine akute Nierenentzündung dazu gekommen ist. Ich vermute, eine Folge der Chemos - Prof. Wust? - sein Zustand wird dramatisch schlechter, er ist kaum noch ansprechbar und schläft viel. Meine Mutter hofft natürlich noch immer - ich hoffe für ihn nur noch eines: dass es möglichst schnell geht. Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, ob es da Erfahrungswerte gibt, Prof. Wust? Ich weiß, dass sie sicher keine zeitliche Prognose abgeben können, aber vielleicht können Sie mich bestätigen, dass vermutlich ich Recht habe. Denn meine Mutter meint immer noch, wenn die Nierenentzündung abgeklungen ist, geht es ihm wieder "gut". Die Ärzte sagen ihr zumindest nichts Gegenteiliges. Fast 2 Jahre seit der Diagnose, organische Ausfälle (Nieren), Schüttelanfälle, Schwitzattacken (Blutdruckkrise?) unvermittelt blaue Flecken ohne äußere Einwirkung an den Armen... Ich denke im Grunde in Tagen... Ist mein Pessimismus berechtigt?

    Jutta

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    • RE: Pankreaskarzinom


      Hallo Flower,
      meine Mutter ist vor 4 Jahren an einem PACA gestorben. Sie hatte Lebermetastasen und später einen großen Tumor im Herzen. Nachden der Tumor im Herzen entdeckt wurde, wurde die Chemo abgebrochen. Ab den Tag lag sie 1 Woche zu Hause im Krankenbett und ist dann an Kreislaufversagen gestorben. Nur an ihrem letzten Tag hatte sie sehr starke Schmerzen und hat Morphium bekommen. Dieser Tag war sehr schwer für uns, da man sie so hat leiden sehen, ohne etwas tun zu können. In dem Sinne hatte sie wirklich sehr viel Glück gehabt, daß ihr diese starken Schmerzen nur einen Tag zugekommen sind. Bei meiner Mutter wurden gleich am Anfang der Diagnose per OP Gallengänge gelegt, deshalb hatte sie auch keine Schwierigkeiten mit der Nahrungsaufnahme. Von Diagnose bis zu ihrem Tod hatte sie nur 1/2 Jahr.
      Ich wünsche Dir und Deinem Schwiegervater alles Gute
      Kerstin

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      • RE: Pankreaskarzinom


        Die Todesursache beim Pankreaskarzinom ist meistens multifaktoriell (also eine Kombination). Den größten Anteil hat die Schwächung des Organismus durch die Gewichtsabnahme und zuletzt fehlende oder unzureichende Nahrungsaufnahme (hier sollte man m.E. nicht zu stark gegensteuern). Aus dieser allgemeinen Schwächung resultieren dann auch Infektionen oder (in Verbindung mit langen Chemotherapiegaben) schlechtes Blutbild (Blutung, Infektion). Das alles reicht schon für ein Herz-Kreislauf-Versagen. Hinzu kommen manchmal lokale Ursachen durch Tumorinfiltration (z.B. Verlegung des Darms, Leberfunktionseinschränkung). Das alles ist leider nicht sehr erfreulich. Man sollte in diesen letzten Tagen vor allem auf ausreichende Schmerzmittel achten und ansonsten keine großen Maßnahmen veranlassen, die nur die Leidenszeit verlängern. Nur die Gabe von Flüssigkeit (ev. als Infusion) ist angebracht. Dann geht es meistens ziemlich schnell (wenige Tage).

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        • RE: Pankreaskarzinom


          Ich fass es nicht. Komme gerade aus dem Krankenhaus, wo ich mit meiner Tochter den sterbenskranken Opa besuchen war. Ich hab sie vorher vorbereitet, dem Opa ginge es sehr, sehr schlecht... er läge im Bett, würde kaum reagieren. Wir kommen ins Zimmer - da sitzt der Opa im Bett. Zwar zittrig, aber er saß. Er machte Witzchen, spielte mit meiner Tochter Fingerspielchen und war relativ gesprächig. Der Arzt zu dieser Entwicklung: "Wenn ich das so direkt sagen darf, ihr Vater ist ein verdammt harter Knochen. Jeder andere säße nicht mehr so da. Wir haben so etwas noch nie erlebt..."
          Ob das nun Grund zur Freude ist? Oder ob es nur ein langes Leiden bedeutet?
          Prof. Wust, darf ich noch mal ein paar Fragen stellen?
          Er bekommt mittlerweile 75 mg Morphium. Ansonsten nur Glucose, Eiweiß und Antibiotika. Man hat eine Magensonde gelegt, um den geblähten Bauch zu beheben. In zwei Tagen soll noch mal ein Kernspin gemacht werden, um die Nieren, die extrem gestaut und entzündet waren, anzusehen.

          Was will man da angucken? Und zu welchem Zweck?

          Dann bekommt er zunehmend schlecht Luft. Hin und wieder - noch selten - braucht er Sauerstoff. Oft richtet er sich auf, weil er dann besser atmen kann. Laut Aussage der Ärzte ist aber kein Wasser in seinem sehr aufgeblähten Bauch.
          Allerdings hat er Wasser in den Füßen, die sind ganz geschwollen. Und die Lunge ist meines Wissens nicht befallen.

          Woher kommt die Luftnot?

          In jedem Fall war mein Eindruck neulich wohl doch zu pessimistisch. Das starke Schwitzen, der Schüttelfrost und die Apathie kamen offenbar vom hohen Fieber, das jetzt behoben ist.
          Wir wollen ihn nach Hause holen, sobald er schmerzmittelmäßig richtig eingestellt ist. Können wir uns das zutrauen?

          Prof. Wust, ich danke Ihnen sehr. Es ist gut, dass es dieses Forum gibt. Man fühlt sich nicht so allein.




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