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Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

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  • Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

    Hallo liebes Onmeda-Team,
    ich nehme derzeit für ein halbes Jahr 1x täglich Opipramol 50 mg aufgrund einer Art Angststörung/Grübelzwang. Damit komme ich auch recht gut klar, möchte aber spätestens nach dem halben Jahr erst einmal auf eine pflanzliche Alternative umschwenken. Ich möchte keinesfalls dauerhaft chemische Psychopharmaka nehmen.

    Mein Arzt konnte mir bei meinen Fragen nur bedingt helfen:

    Welche pflanzliche Medikamente sind empfehlenswert und auch insbesondere: Welche Kombinationen von pflanzlichen Mitteln, um eine möglichst gute Wirkung zu erzielen?
    Mit einem namhaften Lavendelprodukt hatte ich gute Erfahrungen gemacht, ebenso mit einem Produkt auf Basis von Passionsblume.
    Nun sollen Studien zufolge insbesondere Kombinationen z.B. von Johanniskraut und Passionsblume die positiven Wirkungen jeweils deutlich verstärken.
    Kann man ein Lavendelprodukt mit einem Kombinationsprodukt aus Johanniskraut und Passionsblume kombinieren, oder gibt es hier Gegenanzeigen?
    Auch finde ich keine Empfehlung, welche Dosierungen dann sinnvoll sind.

    Und wie schaut es mit Safran aus, der Studien wie Antidepressiva wirken soll?

    Ich freue mich über eine Rückmeldung und bedanke mich im Voraus.



  • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

    Hi,
    also mir helfen pflanzliche Präparate eher nicht.
    Baldrian hat eine gewisse Wirkung, die aber erst nach ca. vier bis sechs Wochen eintritt.
    Johanniskraut hat hoch dosiert eine recht gute Wirkung, aber WW mit so ziemlich allem was du sonst noch einnimmst, da dürfte pflanzliche Präparate keine Ausnahme sein, es setzt meist die Wirkung herab und es wirkt in ausreichender Dosierung auch nach ca. vier bis sechs Wochen.
    Zu Lavendel habe ich mal eine Studie gelesen (hab da nie eine Wirkung gehabt), dass bei einer Einnahme keine gute Wirkung messbar ist, aber der Duft eine Wirkung hat, du müsstest also nicht einnehmen, sondern riechen.

    Es ist so, dass gerade bei pflanzlichen Sachen die Wirkung sehr individuell ist, so dass jeder für sich probieren muss was hilft.
    Wie gesagt, die Dosierung muss auch hoch genug sein, gerade bei Baldrian und Johanniskraut.

    Da die frei verkäuflichen Mittel unter Nahrungsergänzungsmittel laufen, sind sie fast immer zu niedrig dosiert, besonders Johanniskraut, es ist auch oft nicht das richtige Extrakt drin und die Nahrungsergänzungsmittel werden kaum kontrolliert.

    Gewürze kommen immer wieder als Antidepressiva auf, ich denke nicht dass es dazu solide Studien gibt und somit ist auch die Frage wie viel man davon nehmen muss und ob es was bringt, echter Safran in ausreichend hoher Dosierung, könnte ein bissl teuer werden und das wahrscheinlich ohne wissenschaftliche Studien.

    Dir bleibt da nur der Selbstversuch und ich persönlich würde diesen mit Johanniskraut und Baldrian starten, über einen längeren Zeitraum, beides nicht zusammen nehmen und halt auf die Dosierung achten, gerade das Johanniskraut in der Apotheke kaufen und wenn du noch was anderes nimmst an die WW denken.

    Du solltest auch unbedingt darauf achten dich nicht auf den Termin nach einem halben Jahr zu fixieren, setze das Opipramol erst ab wenn du wieder stabil bist und dann in kleinen Schritten, damit du es ggf. wieder erhöhen kannst falls es doch noch nicht soweit ist.

    Ein halbes Jahr ist da ja das Minimum und es macht den Bock auch nicht fett, wenn es etwas länger genommen wird und gerade wenn es dir hilft wäre es wichtig es auch solange zu nehmen bis du auch ohne stabil bist.

    Machst du eine Psychotherapie?
    Die wäre die beste Möglichkeit um später ohne Medikament klar zu kommen und dafür zu sorgen dass pflanzliches ausreicht.
    Von Johanniskraut weiß man dass es bei leichten bis mittelschweren Problemen hilft aber nicht darüber hinaus, andere Mittel eher noch weniger.
    Ergänzen kannst du das mit Sport, der hat durch viele Studien eine belegt positive Wirkung gegen Ängste und Depressionen, die es mit Psychopharmaka aufnehmen kann und darüber hinaus noch viele weitere positive Effekte hat.
    Stell dir also neben den Medikamenten (auch pflanzliche Mittel sind Medikamente), Selbsthilfeprogramme zusammen die positiv auf dich wirken: Sport, Psychotherapie, Meditationen usw.
    Das alles zusammen, wird dann dafür sorgen dass du auch nach Absetzen der Medis stabil bleibst.

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    • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

      Danke für die lange Nachricht.

      Einige Anmerkungen dazu: Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume wirken synnergetisch und sind deshalb in vielen Medikamenten zusammen enthalten. Bei Safran wurde wie gesagt sogar in mehreren Studien nachgewiesen, dass es ähnlich wie ein bekanntes AD wirkt.

      Therapie ist für mich keine Option, auch laut Doc. Das wäre eher kontraproduktiv. Mir geht es hier nur um eine qualifizierte Aussage zu meiner obigen Frage eines Mediziner bzgl. Gegenanzeigen.

      VG

      ​​​​

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      • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

        Wenn die Wirkung der Kombination reicht ist es gut, musst du halt mal versuchen, denn ob es jemanden andere geholfen hat oder nicht sagt nicht viel darüber aus ob es dir helfen wird oder nicht.
        Wie gesagt, soweit ich weiß entwickelt Johanniskraut erst in viel höherer Dosierung eine Wirkung gegen Ängste und Depressionen, Lavendel laut einer Studie wirkt über den Geruchssinn.
        Man muss halt schauen, wo die Wirkweisen beschrieben sind und inwiefern belegt.
        Da diese Mittel aber so oder so bei dem einen wirken und beim anderen nicht, muss man sie am Ende selber testen.
        Ist ja bei allem was auf die Psyche wirken soll so, auch bei den Psychopharmaka, alles sehr individuell im Bezug auf das Mittel und auch auf die Wirkung, bzw. Dosierung.

        Was mir noch einfiele zu pflanzlich wäre Kurkuma, aber ohne Gewähr.;-)
        Auch Cannabisöl, sofern du jemanden findest der die ganze Pflanze verwendet, nicht nur ein bestimmtes Cannabioid und Bio, natürlich ohne THC.
        Gesund wäre beides, Wirkung aber auch da sehr verschieden.

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        • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

          Was mir dazu noch einfällt,
          du hast dann sicher auch das Problem dass du die Mittel erst testen kannst wenn du Opipramol abgesetzt hast, mit Johanniskraut musst du dann auch nicht einige Tage warten.
          Wie gesagt, prinzipiell würde ich auf Johanniskraut setzen, wenn dem nichts entgegen spricht, nur dauert es dann auch wieder einige Wochen bis es wirkt, Baldrian hat gleich eine Wirkung, nach meiner Erfahrung aber erst eine bessere Wirkung nach sechs Wochen der Einnahme.
          Das wären meiner Meinung nach die verlässlichsten Mitte, du müsstest aber relativ stabil sein um bis zur Wirkung klar zu kommen.
          Egal was du versucht, bei den meisten Mitteln die so auf die Psyche Wirken, auch die pflanzlichen, sind mehrere Wochen bis zur vollen Wirkung veranschlagt.

          Dazu fällt mir noch ein Mittel zur Überbrückung ein, worauf viele schwören, das sind die Bachblüten Notfalltropen, aus der Sparte Homöopathie, weshalb es mit den anderen Sachen keine WW haben dürfte.
          Also wenn du dem gegenüber aufgeschlossen bist, kannst du das mal probieren, ich denke du kannst das auch schon vorab testen da ja prinzipiell der enthaltene Wirkstoff nicht wirklich messbar ist und von daher auch mit Opipramol keine WW haben dürfte, worauf du den Apotheker aber nochmal ansprechen solltest.

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          • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

            Das ist alles nett gemeint und ich bedanke mich dafür, aber darum ging es mir in meiner Frage keineswegs. Das ist mir alles bereits bekannt, Dinge, die ich selbst recherchieren kann, frage ich nicht in einem medizinischen Forum nach.

            Für alle von mir genannten Pflanzen gibt es Nachweise und Studien, die deren Wirksamkeit belegen. Subjektive Erfahrungen wie "Bei mir hilft dieses oder jenes nicht" und ungesicherte Vermutungen bringen mich nicht weiter.

            Es geht mir um mögliche Wechelwirkungen, wie in der Ausgangsfrage beschrieben, und da würde ich mich über eine Antwort eines Mediziners sehr freuen.

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            • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

              "Welche pflanzliche Medikamente sind empfehlenswert und auch insbesondere: Welche Kombinationen von pflanzlichen Mitteln, um eine möglichst gute Wirkung zu erzielen?"

              Das ist individuell so verschieden, dass Sie nirgends eine seriöse verbindliche Aussage bekommen werden.

              Allgemein gilt lediglich, dass sich pflanzliche Mittel insgesamt besser miteinander kombinieren lassen als chemische Produkte.

              Ausnahme: Johanniskraut.
              In seiner anzustrebenen Dosierung von 900 mg wirkt es zuverlässig bei leichten und mannchal auch mittelschweren Depressionen. Aber es macht auch starke Interaktionen mit vielen Substanzen (Nahrung, Medikamente), die oft recht problematisch sind.

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              • Re: Pflanzliche Beruhgungsmittel/Antidepressiva

                Vielen Dank für Ihre Rückmeldung!

                Kommentar