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Resignation

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  • Resignation

    Bei meiner Oma wurde vielleicht vor einem halben jahr alzheimer festgestellt.Von da ab ging es bergab.
    Sie hat früher viel Handarbeit gemacht aber durch "grünen star" durfte sie dies auch nicht mehr(wurde operiert).
    Laufen könnt sie nicht mehr,ihr tun die Beine weh.
    Kopfschmerzen hätte Sie ,Sie liegt nur noch den ganzen tag auf der couch und macht einfach nichts.
    Von ihrem mann wird sie auch nicht mehr unterstützt,ganz im gegenteil habe das gefühl er macht sie nur noch kränker.Wenn man sie abholen möchte,kommt von ihm nur: ach das geht nicht,oma gehts nicht so gut,wenn was passiert...etc.
    Das ist gar nicht gut finde ich !!!!
    Muss man nicht so normal wie möglich mit alzheimer patienten umgehen?
    Für hilfe etc.bin ich wirklich dankbar!!

    Ihr fehlt es wohl ein wenig an motivation.
    Meine frage ist was man da tun kann..habe mir schon den kopf zerbrochen.Vielleicht hat man ja hier etwas mehr ahnung.

  • RE: Resignation


    Hallo, viele Fragen in einer Mail....

    Hat der Opa Anschluss an andere Betroffene oder steckt er den Kopf in den Sand, weil es sich vielleicht für Omas Defizite schämt ? Vielleicht weiss er zu wenig über die Krankheit oder blockiert, nach dem Motto, was ich nicht sehe, ist nicht da und dann bin ich auch nicht in der Verpflichtung mich darum kümmern zu müssen..hmmm...
    All dies können normale Reaktionen auf diese Situation sein. Dem Opa fehlt die Motivation eher....mag sein, er hat Angst, immerhin ist es seine Lebenspartnerin, Frau....kommt auch darauf an, welches Verhältnis die Beiden in gesunden Zeiten zueinander hatten....all dies spielt bei Zuwendung eine grosse Rolle.

    Ich denke, es ist wichtig, das Oma sich bewegt und daher sollte ein Arzt schauen, was los ist. Laufen ist gut und viele Alzheimer Erkrankte laufen sich ihre Angst und Unruhe ab..diese Möglichkeit hat die Oma so nicht. Ausserdem Bewegung ist immer gut, erst recht an der Luft. Am Besten die Beiden für einen Spaziergang verhaften und nicht lange diskutieren...soll Opa doch mitgehen, wenn er Angst um sie hat.
    Ich würde sagen, der Oma fehlt vor allem die Animation. Jemand, der mit ihr übt, was noch da ist. Jemand, der ihr Aufgaben gibt, wie Socken zusammenlegen, etwas vorliest, singt, mit ihr Musik hört.
    Alle sensorischen Dinge können Alz Erkankte sehr gut und Eines ist wichtig: Das man mit ihnen lacht und nicht Trübsal bläst. Das man sie nicht rügt, sondern lobt, für das was sie noch können oder auch nur irgendwie im besten Sinne zustande bekommen...nicht auf Richtigstellung pochen.
    Normal ist, sie dort zu lassen, wo sie sind...im wahrsten Sinn von...wenn der Himmel grün ist, dann ist er eben schön grün.

    Ist Opa vielleicht überfordert und selbst so müde? Dann solltet ihr dringend über Hilfen von aussen nachdenken, die persönlich sein kann, aber auch durch Dritte gegeben werden könnte.

    Hat die Oma eine Pflegestufe, so das Geld für Unterstützung da wäre...zum Beispiel für den Besuch einer
    Tagespflege, wo Oma Menschen um sich hat, Beschäftigung finden könnte, mit Anderen reden könnte und Opa Zeit, um sich zu erholen ?

    Schwierige Situation für ein Enkelkind, das sich einmischen will....wie es der Opa vermutlich empfindet, deshalb suche nach Allierten, die mitbohren und überzeugen können, die Opa akzeptiert.

    Adressen nutzen im Moment noch nix. Die müsste Opa ja gerne haben wollen.

    Für heute - Tschüss
    Auguste D.

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    • RE: Resignation


      Vielen Herzlichen Dank möchte ich Ihnen sagen,
      Sie spechen mir aus der Seele!
      Ich werde Oma nun am ersten Mai zu uns holen auch wenn es Opa nicht passt.
      Wir haben einen schönen Garten und wenn das Wetter schön ist werden wir draussen sitzen und Grillen.
      Das mit der Pflegestelle ist so was...Oma wohnt bei ihrer Tochter mit im Haus.Aber die Arbeitet so das nicht immer einer da ist! Aber ich empfinde es auch so das die Tochter total mit der Situartion überfordert ist.(Wahrscheinlich da sie näher an Oma steht wie ich ) Geredet über Pflege wird nicht,wenn das Thema fällt,wird es direkt nieder geredet. Ich denke ja auch das es ihr gut tun würde anderen Kontakt zu haben,sich auch austauschen zu können mit Gleichgesinnten oder einfach nur mal so zu plaudern.Aber ich bin nicht zu so was berechtigt,sie bei sowas mal anzumelden.
      Ich danke ihnen auf jeden Fall aus ganzen Herzen das sie sich die Zeit genommen haben und auch für andere nehmen.
      Mit lieben Grüssen Britta

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      • RE: Resignation


        Sehr geehrte(r) schwezufi,

        ich danke zunächst Auguste D., die die alltagsnahe Expertise einer betroffenen Angehörigen besitzt (engagierte Angehörige wissen oft in vielen Punkten, v.a. wenn es um Alltagsbewältigung geht, besser Bescheid als die behandelnden Ärzte), für ihre Hinweise.
        Ich bin der Meinung, daß am Anfang der Therapie (im weistesten Sinne, d.h. auch nicht-medikamentös) einer Erkrankung die Krankheitseinsicht, nicht nur des Patienten, sondern auch des/der Angehörigen steht. Hierzu ist natürlich zunächst eine umfassende Aufklärung über die Natur der Erkrankung erforderlich. Vielleicht können Sie den Hausarzt oder einen behandelnden Neurologen ihrer Oma dazu motivieren. Die derzeitige soziokulturelle Isolierung Ihrer Oma wirkt sich erfahrungsgemäß eher ungünstig auf den Krankheitsverlauf aus.

        Mit freundlichen Grüssen,

        Spruth

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        • RE: Resignation


          Liebe Britta,

          gerade sehe ich, das nochmals geschrieben wurde.

          Mach es mit Oma...ein klasse Idee und wie sähe ein von Auge zu Auge Gespräch mit der Tante aus ?

          Wo alle Bedenken geäussert werden....es ist doch ihre Mutti und wenn sie sie nur ein Quentchen lieb hat, sollte sie ihr auch helfen wollen, sich helfen lassen, indem Hilfe von anderen zugelassen wird.

          Überbelastung ist das grösste Gift, wenn man mit einem
          Demenzkranken zusammenlebt, betreut, pflegt....wo soll die Nervenkraft herkommen ?...für die Oma ist es vermutlich beängstigend Zeiten alleine verbringen zu müssen und nachher vielleicht noch geschimpft zu bekommen, was sie angestellt hat (weil sie etwas machen wollte, nur wie war das denn ?).....

          ...und man muss sich nicht schämen dafür, das eine fiese Krankheit diese Veränderungen hervorruft, man muss Oma nicht verstecken.

          1 Million Menschen in D haben Demenz Typ Alz, ohne andere dementiellen Krankheiten...das ist kein Selten-Fall und das sind nur die diagnostizierten Fälle...ohne die
          Dunkelziffer, derer, die einen Gang vermeiden, die Änderungen negieren, abschieben auf .....

          Man kann sogar sehr stolz sein, wenn man noch eine schöne gemeinsame Zeit, trotz Handicap gestalten kann...man kann an den Aufgaben wachsen und den Kranken trotzdem lieb haben....

          Ich wünsche "dir" Kraft und den Mut das Gepräch mit der Tante zu suchen und einen Weg zu finden, der die Lage verbessert. Viellleicht kann sie Opa mitziehen, damit es Oma wieder schöner hat.

          Man kann es nur versuchen, von der Stelle aus, an der "du" stehst.

          Herzlichst
          Auguste D.

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          • RE: Resignation


            Hallo,
            ich danke Ihnen beiden für die netten Worte und ernst gemeinten Ratschläge!
            Bin dadurch weiter gekommen....
            Meine Tante hat nun wohl so eine Tagesstätte gefunden und wird Oma erst nur einmal in der Woche dort hin bringen,dies soll dann langsam gesteigert werden,wenn ich alles richtig verstanden habe. Ich hoffe das alles glatt läuft,aber ich denke das sie sich dort wohl fühlen wird.


            Opa war mit beim Doktor und durfte sich dort wohl auch mal eine Rüge abholen (find ich gut )
            Nun hoffe ich also mal auf schönes Wetter am Wochenende ...der Grill steht bereit!

            Ihnen Danke ich für Ihre Hilfe, machen Sie weiter so!!!!!!!

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            • RE: Resignation und ein Stück voran


              Liebe Britta,

              und ein Arztbesuch, wo hoffentlich nach den Beinen geschaut wurde....
              Dann toi, toi, toi für den ersten Mai und der Oma ein gutes Einleben in der TP....das ist wirklich fein zu hören :O) die Tante scheint ja doch ein offenes Ohr zu haben.

              Danke für den Dank :-)

              Fragen, wenn was ansteht !
              Ich denke Dr. Spruth leistet hier wirklich hervorragende Beiträge und soweit ich sehe, stets zeitnah und andere Menschen ebenfalls.

              Falls ihr/die Tante (falls Anschluss ans Internet) nach einem begleitenden Austausch mit anderen Angehörigen suchen solltet oder nach weiter Info, die man dort unter Suchbegriffen finden kann, dann siehe auch
              www.alzheimerforum.de
              und http://alzheimerforum.de/mailing/listen.html (die grösste Angehörigen-Liste im deutschsprachigen Netz unter dem Dach der Alzheimer Angehörigen Initiative e.V., mit dem Vorteil, dann schreiben zu können, wenn man es sich einrichten kann...

              Herzlichst
              Auguste

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