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Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten

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  • Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten

    hallo...ich bin habe mich hier angemeldet,da ich eine Seminararbeit über Demenz mit dem Schwerpunkt "das leben mit demenz" für die Erkrankten,Angehörigen, Ärzte und Pfleger(Wie ihr Alltag aussieht,wie es ihnen geht....)schreiben werde.Ich habe mir dieses Thema ausgesucht, da ich mit der Krankheit in Verbindung gekommen bin und mich das auch interessiert.
    Ich würde mich freuen,wenn mir jemand darüber berichten könnte...dankeschön
    glg (8))

  • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


    Hallo Fleurice2010
    ich denke schon, dass ich etwas zu ihrer Frage schreiben könnte, würde aber erst gerne etwas mehr wissen über Sie und über die Seminararbeit. Denn das ist doch eine sehr persönliche Frage, die man nicht leichtfertig beantworten kann - ich bin da noch unsicher, ob ich das so öffentlich will.
    Lg, Eva Franziska

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    • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


      Hallo,
      wird hier ein ghostwriter gesucht?
      Könnte ein komplettes Regal vollschreiben - nur wen hilft's? Ein derart breiter Ansatz ist einfach ein Hinweis von wenig Kompetenz oder mangelnder Zielführigkeit des Thema.
      Private Sphäre: so individuell und schwierig das Leben nun mal ist - geprägt von vielen Interessenlagen (Haushaltskasse aufbessern, Erbe sichern bis hin zur selbstaufopfernden Pflege - also eine riesige Bandbreite).
      Wohngemeinschaft : abhängig von der Zielsetzung (unsere: siehe maks-aktiv.de - also Reduktion der Neuroleptika auf Null;dafür Einbindung in die Alltagsbewältigung, sehr viel Kommunikation, Individaultherapien).
      Wohngruppe in Altenheime: immer noch geprägt von der Zielrichtung, Pflegeerleichterung zu erreichen.
      Wenn wirklich ernstes Interesse vorhanden ist:
      Praktikum machen - je nach Zielrichtung in der entsprechenden Einrichtung oder ehrenamtliche Aktivitäten

      vg
      lohmar1
      www.senioren-wohngemeinschaft-eitorf.de

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      • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


        Hallo Fleurice2010!
        In einer privaten Nachricht haben Sie mir ja Ihr Anliegen näher begründet. Damit alle was davon haben, antworte ich öffentlich, und zitiere Ihre Fragen dazu noch einmal:

        "soll es speziell um den Alltag eines Demenzkranken,seinen Angehörigen,seinen Pflegern und Ärzte gehen.Wie der ungerfähr aussieht,wie er mit seiner Krankheit umgeht,was er für Ängste,Träume,....hat.Bei den Angehörigen wie es für sie ist;wie sie ihm helfen;wie sie mit der Krankheit umgehen im Bezug mit ihrem Alltag und dem ihres Erkrankten... "

        Wie Lohmar1 schon meinte, man kann damit Bücherregale füllen.

        Also für Sie nur in aller Kürze zu den einzelnen Fragen:

        >> Alltag des Patienten:
        Mutter, 86, allein auf Tochter, 52 angewiesen. Sie braucht Motivation und Begleitung fürs Aufstehen. Frühstück, Wäsche, Kleidung, Tagesplanung, Unterhaltung finden jeden Morgen statt. Dann wartet Sie darauf, dass sie mit einer Betreuerin zu Physiotherapie geht, oder sie erwartet den Besuch der Ergotherapeutin. Da sie kein Zeitgefühl hat, schaut sie immer wieder in einen von mir vorbereiten Kalender oder fragt mich. Dann sitzt sie viel am Fenster. Der Tag wird unterbrochen durch kleine Tätigkeiten von mir angeleitet, wie z.B. Möhren schälen, ein bischen vor dem Haus kehren, Fußpedaltrainer benutzen, Fernsehn schauen. Wichtig ist eine gute Mittagsmahlzeit und auch immer wieder Angebote zum Knabbern zwischendurch und ich muss sie ständig zum Trinken ermutigen. Meist gibt es nachmittags noch Kuchen.
        Also der Tag plätschert so dahin und wird von mir möglichst vielfältig durch Unterhaltung oder Sonstiges gestaltet, so dass sie abends das Gefühl hat, der Tag war sinnvoll - diese Zufriedenheit und Sinnhaftigkeit zu schaffen ist eine ganz wichtige Grundlage für eine möglichst stabile Grundstimmung. Bei den abendlichen Zeremonien bin ich behilflich und die Nacht ist bei ihr noch einigermaßen ruhig, sie isst aber gerne noch nachts etwas.

        >> Pfleger, Ärzte ...:
        diese, oder auch Institutionen sind für meine Mutter vollkommen uninteressant, sie realisiert die gar nicht.

        >> Wie geht sie mit der Krankheit um, Ängste, Träume:
        Gute Frage, aber auch etwas ahnungslos. Ein Demenzkranker kann dieses schwer mitteilen. Träume, was Zukunft z.B. betrifft, kann ich nichts erkennen, sie lässt das Leben so für den Augenblick dahinplätschern, sie wünscht manchmal, dass es leichter wäre für mich. Ängste hat sie nicht, da sie weder Vergangenes noch Zukünftiges abschätzen kann. Wer nur für den Augenblick lebt, sorgt sich weniger. Ich denke, da sie sich geborgen fühlt, kommen auch weniger Ängste auf. Wenn ich aber mal unter Spannung bin, dann wird sie schon ängstlich und deprimiert - kommt aber Gott sei Dank bisher selten vor. Nur sagt sie oft, dass sie gelernt hat, ihre Situation anzunehmen und zu akzeptieren, dass sie eben gar nichts mehr behalten kann - sie war vorher depressiv, durch die Medikamente und die Betreuung ist sie lockerer geworden.

        >> Über den Standpunkt des Angehörigen:
        Von "meistern" kann nicht die Rede sein. Nicht ich habe den Tag im Griff, sondern jeder Tag hat seine eigenen Tücken. Ich habe mich entschieden, sie zu versorgen. Da ich allein verantwortlich bin, gibt es da auch zunächst keinen anderen Weg. Es bedeutete ganz klar, mein eigenes Leben aufzugeben, inkl. normalem Berufsleben - ich arbeite jetzt möglichst zu Hause - allerdings auch eingeschränkt. Es ist zur Zeit mein Weg und ich habe ihn angenommen, so wie meine Mutter Ihre Demenz angenommen hat - deshalb bin ich auch nicht unglücklich. Es ist ein anderes Leben, wo nicht mehr der schöne Schein zählt. Die elementaren Dinge sind wichtiger und mir ist wichtig, meine Mutter in ihrer Welt zu verstehen und ein wenig zu erreichen. Ich freue mich an wesentlichen Begegnungen und die Beziehung zu meiner Mutter ist intensiver, freundschaftlicher geworden. Psychisch und physisch geht die Belastung aber oft an die Grenze. Ich darf bei ihr keine Schwäche zeigen, sonst wird sie sofort unsicher. Ohne meinen Glauben an Jesus Christus, könnte und würde ich das nicht durchhalten. Mein Ziel ist im Himmel, deshalb ist es für mich leichter, irdische Dinge loszulassen. Wenn ich Angst habe, fühle ich mich von Gott getragen. Menschen in meiner Gemeinde, die für mich beten und mit denen ich sprechen kann und die auch mal helfen, sind mir ein großer Trost und eine Ermutigung.


        Soweit meine Gedanken dazu. Für Ihre Seminararbeit sollten sie vielleicht versuchen, einen einzelnen Punkt herauszuarbeiten und das Ganze zu strukturieren und dann verschiedene Leute dazu befragen oder aus den Beiträgen in diesem Forum herauszufiltern. Ansonsten ist das doch eher beliebig und wenig zielführend, wie Lohmar1 schon sagte. Die Frage, wie der Kranke mit der Krankheit umgeht und ob er Ängste und Träume hat, finde ich interessant, nur sehr schwer zu beantworten.

        Ich denke, es wäre dann auch angebracht, die fertige Seminararbeit hier zu veröffentlichen. Bin gespannt.
        Viele Grüße, Eva Franziska

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        Mein Steckbrief (Stand September 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche Begeitung bei kurzen Spaziergängen mit Gesprächaustausch (diese Dame begeleitet meine Mutter auch zur Physiotherapie und singt oft danach noch mit ihr). Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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        • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


          Hallo,
          die Frage müsste lauten:
          Wie kann ein an einer Demenz erkrankter Mensch den Alltag mit Angehörigen, Ärtzten und Pflegern meistern?
          LG

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          • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


            Hallo Ischwalm,

            jetzt habe ich den Tag über immer mal wieder überlegt, was Sie meinten. Zunächst sagt man sich ja, der Demenzkranke kann doch gar nichts meistern. Dann dachte ich, Sie meinten das vielleicht ironisch, in dem Sinne, dass der Demenzkranke unser manchmal überfürsorgliches Getue auch irgendwie ertragen muss.

            Wie auch immer, zumindest kam mir heute Abend endlich der Gedanke, dass - zumindest für mich - die Mahnung darin steckt, den Kranken trotz allem als vollwertigen Menschen anzusehen und ihm in innerer wertschätzender Art zu begegnen. Wie schnell sieht man ihn fast als "Objekt", das versorgt und behandelt werden muss - aber es gibt doch so viel von dem Menschen noch zu entdecken, es ist nur tiefer verborgen und man muss genauer hinhören.

            Also ... Danke für die Bemerkung.
            LG, Eva Franziska



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            Mein Steckbrief (Stand September 2010): Mutter, 86, betreut von mir (Tochter), 52, selbstständig. Keine weiteren Verwandten; Wohnen im selben Haus; Schweregrad: Anfang mittleres Stadium; Verstärkte Auffälligkeiten seit zirka 2006 nach Narkose wegen Arm-OP. Therapie nach Diagnose seit August 2009: Citalopram 20mg, Aricept 5mg, 2x/Woche Krankengymnastik wegen Gang-Ataxie; 1x/Woche tiergestützte Ergotherapie mit Hirnleistungstraining; 1x/Woche Begeitung bei kurzen Spaziergängen mit Gesprächaustausch (diese Dame begeleitet meine Mutter auch zur Physiotherapie und singt oft danach noch mit ihr). Ich versuche hauptsächlich mit Hilfe integrativer Validation (Nicole Richard) die Grundstimmung zu stabilisieren.

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            • Re: Wie meistert man den Alltag mit demenz erkrankten


              Hallo Eva Franziska,
              ja, Sie haben mich durchschaut!
              Leider muss ein kranker Mensch auch mit schwierigen Personen die
              Krankheit meistern. Wir müssen immer wieder selbstkritisch mit uns umgehen und von dem " Menschen " lernen!
              Demenzkranke zeigen uns sehr deutlich, wo wir unsere Schwächen haben. Man muss diese nur erkennen und Hilfen akzeptieren.
              LG
              Ischwalm

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