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Antidepressiva - welche?

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  • Antidepressiva - welche?

    Hallo Hr. Dr. Sputh, hallo Ingo und alle anderen,

    Depressionen lassen sich bekanntlich auf vielfältige Weise behandeln. Von nichtmedikamantösen Behandlungsformen wie z.B. der Lichttherapie bis hin zu den modernen selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRI) haben wir ein weites Feld an Maßnahmen und Medikamente zur Verfügung.

    Allgemein geht es um eine Anhebung des Serotoninspiegels bzw. eine Art Mehrfachverwendung vorhandenen Serotonins im sog. synaptischen Spalt. Hier könnte man u.a. Johanniskrautextrakte einsetzten, L-Tryptophan, (Tramadolhydrochlorid - damit habe ich mal gute Erfahrungen gemacht, ist aber ein opioides Schmerzmittel), Tri- oder Tetrazyklika oder SSRI.

    Zu beachten ist immer die ärztliche Verordnung, da zuviel Serotonin zu ernsthaften Erkrankungen führt (sog. Serotoninsyndrom). Das gilt auch für angeblich harmlose Substanzen wie das Johanniskraut!

    Welche dieser Medikamente sind bei einer DAT ratsam und welche sind eher zu meiden? Mit sog. Fressanfällen, Ödembildung, usw. will wohl kaum jemand etwas zu tun haben - daher meine Frage nach der Substanz mit der geringsten Nebenwirkung.

    Danke vorab für die Beiträge!

    LG
    Egon-Martin


  • Re: Antidepressiva - welche?


    Hallo EgonMartin,
    beobachtet ein pflegender Angehöriger eine depressive Symptomantik ist eine genaue fachärztliche Diagnose erforderlich. Handelt es sich um eine leichte, eine mittelschwere oder eine schwere Depression? Ist es eine sekundäre Depression, somatogene Depression, ein depressives Durchgangssyndrom , ein Erschöpfungsyndrom u.s.w.. Je schwerer eine Depression, je eher ist eine Medikamentöse Behandlung erforderlich. Bei einer schweren Depression ist eine stationäre Behandlung geboten. Es gibt heute sehr gut verträgliche Antidepressiva, die sogar sehr gut als Nebeneffekt gegen chron. Schmerzen wirken. Bei jedem Medikament gibt es ca. 20 bis 25 % der Pat., die dieses Mittel nicht vertragen, dann wird abgesetzt und ein anderes verordnet. Antidepressiva richtig und fachärztlich eingesetzt, mit den notwendigen Überprüfungen, lindern großes Leid, retten viele Leben. Medikamente die Wirkungen haben, haben auch Nebenwirkungen. Man sollte das " kleinere Übel wählen.Auch sollten die Medikamente " verblistert " werden. Gut das es Antidepressiva gibt! Johanniskraut kann man bei leichten Depressionen einsetzen, hat aber auch Nebenwirkungen z.B. kann eine junge Frau die die Pille nimmt, schwanger werden u.s.w.. Man muss über 4 bis 6 Monate mindestens 1000 mg täglich einnehmen bis es wirkt.
    Deswegen immer zum Facharzt!!!!
    Liebe Grüße
    Ingo Scwalm

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    • Re: Antidepressiva - welche?


      Sehr geehrter Egon-Martin,

      leider gibt es nicht die Universal-Antidepressiva bei Depressionen, obgleich einige Präparate wie der SSRI Citalopram aufgrund meist guter Verträglichkeit und antriebssteigernder Wirkung oder Mirtazapin aufgrund meist guter Verträglichkeit und in niedrigen Dosen auch schlaffördernder Wirkung sicher häufiger eingesetzt werden als andere. Grundsätzlich sollten anticholinerge Nebenwirkungen, wie sich häufig bei älteren Trizyklika auftreten, vermieden werden. Aber selbst da gibt es Ausnahmen.
      Mehr Allgemeingültiges als die Binsenweisheit "start low, go slow" und die Empfehlung einen umsichtigen Gerontopsychiater/Nervenarzt zu konsultieren kann ich daher nicht auf Ihre Frage antworten. Im Übrigen kann eine appetitsteigernde Wirkung in manchen Fällen sogar gewünscht sein.

      Mit freundlichen Grüßen,

      Spruth

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