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Der weitere Weg... wo geht's lang?

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  • Der weitere Weg... wo geht's lang?

    Moin

    Mal ein neuer Thread, weil es hier und jetzt gerade weniger darum geht, wie es mir morgens geht


    Ich habe am Mittwoch den dritten Coaching-Termin gehabt.
    Soweit bin ich da mittlerweile recht zuversichtlich, daß mir das durchaus etwas bringen wird. Die Frage ist nur wann… denn einfach ist der Weg auch nicht grad:

    Im Prinzip stellte mich die Coachin aus ihrer Erfahrung heraus vor folgende Wahl:

    1. Entweder ich beschließe, „nur“ ein halbwegs angenehmes und schönes Leben haben zu wollen. Dabei könnte mir der psychotherapeutische Weg helfen, meine Sorgen und Ängste im Zaum zu halten. Ich würde sie aber wahrscheinlich nie richtig los, sie würden immer wieder hochkommen.

    2. Oder ich beschließe, die Sorgen und Ängste loswerden zu wollen. Dabei müßte ich allerdings eher einen spirituellen Weg einschlagen, bei dem sie mich unterstützen kann. Dadurch gelänge im am Ende zu meinem wahren Ich/Selbst, zu mehr Wahrheit und mehr Gelassenheit. Meine Sorgen und Ängste würden darüber als belanglos enttarnt, so daß sie automatisch weichen würden.

    Das alles hängt wohl damit zusammen, daß – wie auch schonmal hier in meinem Thread ein oder zwei von euch geschrieben haben – alle meine Ängste wohl schlußendlich auf die menschliche Urangst des Egos vor dem Tod zurückzuführen sind. Irgendwann im Laufe des Lebens würde den meisten Menschen plötzlich bewußt, daß alles endlich ist und sie irgendwann sterben müßten. Dagegen würde sich allerdings das Ego mit seinem Verstand wehren und versucht eine Lösung für dieses Dilemma zu finden – die es natürlich nicht gibt. Also verstrickt man sich unter Umständen immer mehr da hinein und kommt irgendwann kaum noch heraus.

    Die Psychotherapie kann einem wohl dabei helfen, all diese Gedanken und Gefühle zu relativieren und sich immer wieder zu fangen, so daß man ein halbwegs normales Leben führen kann. Aber die eigentliche Ursache – eben die Urangst vor dem Tod – wird man damit wohl nicht los.
    Sollte das den Tatsachen entsprechen, trifft das wohl auch auf mich zu: Ich hatte Montag noch einen weiteren Abstimmungs- und Beratungstermin bzgl. einer alternativen Therapie. Und dort meinte die Therapeutin dann nach einer halben Stunde, sie wüßte eigentlich kaum, was sie oder ihre Kollegen mir noch vermitteln könnten – ich hätte bereits zwei Therapien hinter mir, würde das Gelernte auch mehr oder minder erfolgreich anwenden, und sei quasi zum Experten meiner eigenen Krankheit/Störung geworden. Sie hielt einzig noch eine tiefenpsychologische Therapie für grundsätzlich möglich, schien mir aber selbst nicht so überzeugt davon, daß mir das so bald helfen würde. Im Gegenteil meinte sie, daß es durchaus auch die Fälle gibt, wo Leute/Patienten, die sich bereits grundsätzlich wieder gefangen und mit ihrer Situation gelernt hätten, halbwegs umzugehen, im Zuge der Tiefenpsychologie wieder abstürzen könnten… Da wäre mein Werkzeugkoffer inklusive Medikament womöglich die bessere Alternative.

    Tja *seufz*, damit sieht’s wohl so aus, als käme für einen weiteren Fortschritt meiner Situation wahrscheinlich nur der spirituelle Weg infrage. Also der „echte“ Weg zu meinem „wirklichen“ Selbst. Und wie ich schon am Mittwoch im Coaching festgestellt habe, ist allein schon das genaue Verständnis der Frage „Wer bin ich eigentlich wirklich?“ gar nicht so einfach zu beantworten. Denn landläufig verstehen die meisten von uns und so auch ich bisher darunter unsere Charaktereigenschaften sowie intellektuellen und handwerklichen Fähigkeiten etc. Die dachte ich eigentlich schon zu kennen, mich also quasi selbst zu kennen. Jetzt mal abgesehen von dem üblichen Unterschied zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.

    Aber die spirituelle Frage geht noch sehr viel tiefer unter diese Oberfläche.
    So, wie ich es bisher von der Coachin verstanden habe, geht es unter anderem darum zu erkennen, daß etwas, was man wahrnimmt, ja voraussetzt, daß da jemand/etwas ist, das wahrnehmen kann! Gemeinhin identifizieren sich die meisten von uns direkt mit ihrer Wahrnehmung – ich habe Schmerzen, mir geht es gut, mir geht es schlecht, usw. Aber das alles ist wohl nur das Ego, die Oberfläche von uns, die eben um ihre Vergänglichkeit und den Tod fürchtet. Dahinter ist unser wahres Selbst, das, was wirklich wahrnimmt und weder Schmerz, noch Gedanke, noch Gefühl ist. Oder all das, aber eben noch viel mehr…

    Auf jeden Fall grundsätzlich hochinteressante und spannende Fragen und Themen.

    Nur auch nicht so leicht zu beantworten und zu bewältigen, wie andere Dinge, bspw. eine Tabletteneinnahme und die Veränderung von Kognitionen. Das sind wohl Erkenntnisse, die irgendwann kommen, beim einen früher, beim anderen später, bei manchen gar nicht oder erst sehr spät. Man kann nur immer wieder versuchen, sich auf die reine Wahrnehmung zu beschränken und sich selbst und diese zu beobachten – dann kann es früher oder später zu den wesentlichen Erkenntnissen und Erleuchtungen kommen, die unsere Ängste und die Urangst bedeutungslos machen.

    Die Coachin hat das mit dem Weg nach Rom verglichen: Es gibt viele Wege nach Rom, aber am Ende landen wir alle in Rom. Der Haken bei diesem Weg hier ist nur, daß es keine sichere Landkarte gibt, auf der man sich seine Strecke aussuchen und sie gehen kann. Rom ist nur ein schwarzer Punkt auf einer weißen Landkarte, und man weiß weder wie weit es dahin ist noch welche Schritte man im einzelnen unternehmen muß.


    Da stehe ich nun also…
    Das Wissen, das ich bisher erworben habe, ist damit sicher nicht unnütz, außer Frage.
    Aber es scheint wohl so, als würde es mich von meinen Ängsten nicht grundsätzlich erlösen können.
    Oder doch…? *Kopf-kratz*
    Viele Wege führen nach Rom…

    Was haltet ihr davon?


    LG,
    Alex

  • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

    Das ist wirklich sehr Anregend.Habe mir währenddessen oft selbst die fragen gestellt.. Fühlt sich irgentwie gut an mich selbst damit zu befassen, das habe ich zu selten intesiver getan.
    Danke das du dein Sichtweise mit uns geteilt hast!

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    • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

      "Aber die eigentliche Ursache – eben die Urangst vor dem Tod – wird man damit wohl nicht los."

      Hallo Alex,


      wenn Sie für den spirituellen Weg bereit sind, dann sollten Sie sich auch mal mit indianischen Lebensphilosophien befassen. Dann verändert sich die Angst vor dem Tod grundlegend.

      Indianer empfinden das Leben z.B. als Strom, der immer weiter wird und einem sehnsuchtsvollem Meer der Unendlichkeit entgegen strömt.
      Das Ziel des Lebens ist, dort anzukommen. (Wir kennen ja den Ausspruch: "Der Weg ist das Ziel").
      So wird das Leben mit zunehmendem Alter immer reicher, der Mensch wird weiser - und übrigens auch immer geachteter, des wegen steigt das Ansehen mit zunehmendem Alter und macht Altenheime überflüssig.

      Die Angst vor dem Tod gibt es nicht, sie wird durch die Sehnsucht nach ihm ersetzt.

      Auf uns, Alex, ist solch ein Denken nicht völlig übertragbar, aber etwas davon zu verinnerlichen, täte uns und vor allem auch Ihnen, gut!

      Beste Grüße

      Dr. Riecke

      Kommentar


      • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

        Hi Alex!
        Ich habe hier in letzter Zeit sehr viel mitgelesen. Einerseits hört sich der spirituelle Weg interessant an, andererseits wäre ich da aber sehr vorsichtig. Das Ganze ist sicher extrem kostspielig und die Frage stellt sich mir da auch wie seriös das wirklich ist. Nicht dass Du da nacher tausende Euros lässt.

        Kommentar


        • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

          Ganz ehrlich denke ich,dass man die Neigung zu Depressionen nie ganz hinter sich lässt, wenn man einmal betroffen war. Man lernt nur schneller da wieder raus zu kommen.
          Zumindest denke ich das, die schon seit 20 Jahren damit lebt.

          Kommentar


          • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

            Guten Morgen zusammen,

            vielen Dank für die Antwort und Anregung, Hr. Dr. Riecke.
            Ich habe bereits bei Amazon mal einen ersten kurzen Blick auf entsprechende Literatur geworfen und werde sehen, daß ich die Tage mal ein gutes Buch zu dem Thema finde

            Pustewind:
            Ich denke nicht, daß der Weg zwangsläufig kostspielig sein muß.
            Das Coaching, das ich gerade bekomme, muß ich zwar selbst tragen - das müßte ich aber bei jeder "echten" Psychotherapie in den nächsten 2-3 Jahren auch, weil ich nach Krankenkasse zunächst erstmal austherapiert bin.
            Weiterhin habe ich ansonsten nicht vor, mich irgendeiner Kirche, Sekte o.ä. anzuschließen. Ich will mich einfach über Bücher und Gespräche mit dem Thema intensiver beschäftigen in der Hoffnung, dabei etwas zu finden, was mir weiterhelfen kann.
            Zuguterletzt: Vorausgesetzt, es würde mir wirklich, nachhaltig und zuverlässig helfen, würde ich dafür auch meine Ersparnisse opfern- Aber da mir das niemand garantieren kann, habe ich das eigentlich nicht vor


            Ist nur heftig, daß der Wind offenbar aus dieser Richtung zu wehen scheint. Hätte ich mir so nie ausgemalt.

            Ja, ich habe in den letzten 5-10 Jahren zunehmend ein gewisses Klammern an Bestehendem entwickelt, also umgekehrt ausgedrückt eine Angst vor Veränderung und Vergänglichkeit.
            Ja, ich habe aufgrund von schlechten Erfahrungen gerade in den letzten 3-5 Jahren eine gewisse Angst vor Fehlern und Ablehnung entwickelt, was aus einem bestimmten Blickwinkel heraus auch nichts anderes als eine Form von Angst vor Vergänglichkeit ist.
            Ja, ich habe Angst vor Zurückweisung, Ablehnung und Ausgestoßen-sein, was die tieferen (Ur)Ängste vor dem Alleinsein und der Einsamkeit in der Unendlichkeit verstärken dürfte.

            Und ja, in der Überspitzung mündet dies alles sicherlich in die Angst vor dem Tod.


            Aber daß sich das jemals so extrem bei mir auswirken würde, hätte ich nicht gedacht. Soweit ich mich erinnern kann, hatte ich bewußt jetzt nie so eine übertriebene und überbordende Angst vor dem Tod. Ja, davor, daß sich so viele Dinge in den letzten Jahren geändert haben, das hat mich schon ziemlich beschäftigt, s.o. und diverse meiner Beiträge in meinen anderen Threads.

            Doch das hier...

            Noch frustrierender ist, daß ich aktiv nicht wirklich viel dagegen unternehmen kann. Ich kann nur weiter versuchen, meinen Weg zu finden, und hoffen, daß es mit der Zeit besser wird und weggeht.

            Und meine eigenen Eltern sind mir im Ungang mit dieser Lebensphase jetzt auch kein großes Vorbild, eher im Gegenteil: Meine Mutter ist an der Angst "gestorben" / kaputt gegangen, und mein Vater hat die Phase zwar irgendwie überstanden, ist aber seitdem trotzdem alles andere als die motivierende Lebensfreude... Er hat sich arrangiert und ist auf eine gewisse Weise halbwegs zufrieden, sagt aber gleichzeitig auch, daß er irgendwo resigniert hat und seine Tage "absitzt". Klingt auf mich nicht glücklich...


            Ich verstehe vor allem immer noch nicht, wodurch diese Angst beständig genährt wird. Ich habe doch alles, es könnte mir soo gut gehen.

            Kommentar


            • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

              Hi Alex!
              Hat dein Therapeut es denn nochmal verlängern lassen?
              Wenn du alle ambulanten Maßnahmen erschöpft hast, kannst du auch eine psychosomatische Kur beantragen.
              Ich würde halt aufpassen wo es hinläuft, denn wenn es einem sehr schlecht geht, ist man bereit alles zu tun und zu zahlen. Aber auch der Coach will sein Geld verdienen bzw muss. Ich finde es bei sowas halt echt gefährlich. Kenne nicht nur eine Person die da ein Haufen Geld investierte und regelrecht abhängig davon wurde. Und das war auch keine Sekte. Erst nach mehreren Jahren erkannte sie, wie sehr sie sich da hat lenken und steuern lassen.
              Vielleicht täten Dir Gespräche mit einem gläubigen Seelsorger auch gut. Ich meine das Gemeinden sowas auch anbieten.
              Sich damit selber über Bücher etc zu beschäftigen ist sicher lohnenswert. Oder du versuchst einen richtigen angeleiteten Kurs in Achtsamkeit und Meditation.

              Letztendlich muss jeder für sich seinen Weg finden. Ich habe da nur die Sorge, dass es zuviele gibt die sich Coach nennen und auch nicht von Krankenkassen etc "kontrolliert " werden und somit vielleicht auch die Ängste der Menschen ausnutzen.

              Kommentar


              • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                Ich verstehe vor allem immer noch nicht, wodurch diese Angst beständig genährt wird. Ich habe doch alles, es könnte mir soo gut gehen.
                Hallo Alex,
                vielleicht hast du einfach gemerkt wie schnell sich alles ändern kann, wie "unkontrolliert" alles vorbei sein kann.

                Je älter man wird, desto mehr bemerkt man wie wenig Einfluss man doch hat, auf Entwicklungen, das Schicksal.......
                Alles rückt ein Stück weiter außerhalb der eigenen Kontrolle, die ja für dich auch immer schon ein Thema war.

                Vielleicht würde es sich lohnen der Frage nachzugehen was denn wäre, wenn sich etwas ändert, wenn alles für einen vorbei ist?
                Damit meine ich nicht was es für deine Frau oder deinen Sohn bedeutet, oder sonst jemanden, denn da ginge das Leben so oder so weiter und wäre außerhalb deiner Verantwortung.
                Ne, ganz für dich persönlich, was wäre denn wenn du plötzlich tot umfällst, was würde es für dich bedeuten, was wäre das Furchtbare daran?
                Oder wäre es gerade furchtbar weil es für dich und den Lauf der Welt, keine Bedeutung mehr hätte und gerade dieser Umstand sollte einem doch eher die Angst nehmen anstatt sie zu schüren?

                Vor was genau hast du Angst, tatsächlich vor dem Tot sein, oder viel mehr vor dem Weg der dich dorthin führt, älter werden, Krankheit, immer mehr Einfluss darauf verlieren weil einiges einfach zum älter werden gehört und je älter desto wahrscheinlicher die Konfrontation mit dem Unvermeidlichen, (Alters)Krankheiten (ohne diese beeinflussen zu können), Einsamkeit, weg vom Fenster.........

                Ich weiß nicht ob du schon mal Suizidgedanken hattest, die Unterschiede dieser Gedanken zum Denken über das "normale" Sterben beschäftigt mich schon länger.
                So haben einige dieser Leute mit solchen Gedanken genauso Angst vorm Tod wie du, oder ich, im Gegenzug können sie sich aber einen Suizid durchaus vorstellen, der sogar viel weniger bis gar keine Angst vorm Tod macht.
                Dieses Empfinden finde ich sehr spannend, sicher wird es auf vollkommen unterschiedlichen Ebenen stattfinden, dennoch ist ist tot tot, egal wie man dazu kommt.
                Warum vor dem einen Angst haben und nach dem anderen Sehnen?
                Wegen der Kontrolle, der Vorstellung selber bestimmen zu können was wie passiert?
                Ist die Angst vor dem Tot vielleicht ein Stück weit einer Schublade geschuldet in die der "normale" Tod zufälligerweise gesteckt wurde, einem Vorgang gegen den man sich nicht wehrten kann, ausgeliefert ist, der zuschlägt wie ein unsichtbarer Feind, was bei einem Suizid ja alles wegfallen würde.
                Also nicht dass es besser wäre sich selber das Datum auszuwählen, um die Angst zu verlieren. aber irgendwie habe ich das Gefühl dass diese unterschiedlichen Wahrnehmungen auch ein Puzzleteil zum Verständnis dieser Angst ist und deren Produktionsstätte.
                Es ist doch schon interessant, dass es für viele bei beiden Möglichkeiten um ein und dasselbe geht, das Ende und trotzdem mit vollkommen unterschiedlichen Gefühlen dazu, das eine viel mehr Angst macht als das andere.

                Ich hoffe du empfindest diese Gedanken nicht als to much.

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                • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                  Hat dein Therapeut es denn nochmal verlängern lassen?
                  Jein:
                  Ich hatte zwei Verhaltenstherapien, wobei ich nach ca. anderthalb Jahren selbst über Antrag bei der Krankenkasse vom ersten zum zweiten Therapeuten gewechselt bin. Der hat dann auch einen entsprechenden Verlängerungsantrag eingereicht, der auch bewilligt wurde. Aber dann waren auch diese Stunden (30, glaube ich?) im Dezember 2016 erschöpft.

                  Hier und da ne Einzelstunde ginge zwar noch. Aber eben keine komplette Therapie.

                  Ich habe aber selbst meine Zweifel daran, daß mir eine VT da noch viel helfen wird. Und ne Tiefenpsychologische ist eben offenbar auch nicht ganz ohne Risiken... wenn man Pech hat, wird da Staub aufgewirbelt, der aktuell noch ganz ruhig daliegt und vielleicht auch nie von selbst aufgewirbelt würde.

                  Ich würde halt aufpassen wo es hinläuft, denn wenn es einem sehr schlecht geht, ist man bereit alles zu tun und zu zahlen. Aber auch der Coach will sein Geld verdienen bzw muss.
                  Da hast Du sicher Recht mit.
                  Ist ja kein Geheimnis, kann man auf ihrer Homepage nachlesen: Meine Coachin nimmt derzeit 400€ für 10 Stunden im 2-Wochen-Rhythmus, was sich zzgl. Feiertagen bei mir von August bis Weihnachten erstreckt.
                  Für 1-2 Runden, denke ich, hält sich das in Grenzen. Würde ich nen "echten" Therapeuten auf eigene Kosten aufsuchen, wäre ich das ca. Doppelte los.
                  Was nicht heißt, daß ich das nicht auch mal ausprobieren würde, wenn alles andere nichts bzw. wenig bringt.
                  Aber vielleicht gelingt es mir auch so, die Zeit bis zur nächsten Therapie über Krankenkasse so irgendwie zu überbrücken.
                  Länger als zwei Runden würde ich das dann aber auch nicht mitmachen, wenn es keine Fortschritte gibt.

                  Oder du versuchst einen richtigen angeleiteten Kurs in Achtsamkeit und Meditation.
                  Ja, so einen hatte ich mir hier vor Ort schon gesucht und auch 1x daran teilgenommen. Aktuell hat der Trainer aber aus privaten Gründen erstmal ein paar Monate Pause eingelegt :/
                  In zwei der nächstgelegenen großen Städte gibt es wohl auch buddhistische Zentren. Aber das ist ja dann auch jedesmal ne halbstündige An- plus Abfahrt... der innere Schweinehund
                  Hatte ich mir aber auch schon überlegt, vor längerer Zeit bereits.
                  Vielleicht ist der Moment gekommen, den Gedanken mal zu reaktivieren und in die Tat umzusetzen.

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                  • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                    Noch ein Gedanke:
                    Die Angst vor dem Tod ist ja durchaus eine Urangst, die Lebewesen erst in die Lage versetzt Instinkte zu nutzen und dadurch auch Leben zu retten.
                    Nur durch unser Bewusstsein ist die Angst in der Lage auch außerhalb dieser Akutsituationen zu existieren, die Dinge vorweg zu denken und damit eine ewige Präsenz dieser Gefahr zu schaffen.
                    Diese Ängste landen dadurch in der falschen Schublade, werden nicht situativ genutzt, sondern beständig geschürt, irgendwie müsste man doch die Schubladen umsortieren können.
                    So dass man sich erst damit beschäftigt wenn es Not tut, anstatt sie immer an der Oberfläche zu halten und dadurch erst eine Not entsteht...........

                    Wenn du einen netten Therapeuten hast, dann könnte der auch hin und wieder eine Stunde geben die nicht als Therapiesitzung deklariert wird.
                    Das kann durchaus hilfreich sein, um ein wenig Input zu bestimmten Themen zu bekommen und dann könnte 2018 eine neue Therapie beantragt werden.
                    Ist allerdings im Moment auch schwierig, eben weil die Therapien so überlaufen sind und jede Stunde die gegeben wird, fehkt dann bei einem anderen Klienten.

                    Kommentar


                    • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                      Also 40 € pro Sitzung fände ich auch noch ok.
                      Vorsichtig wäre ich halt nur, dass Du nicht das Gefühl bekommst immer mehr machen zu müssen.
                      Sowas wie Rückführungen etc würde ich nicht machen. Da du meintest das ganze wäre spirituell, kommt vielleicht auch sowas als Thema.

                      Was mir auch hilft sind die Erfahrungen und Schicksale anderer zu lesen und zu sehen um dann zu sehen wofür man selber dankbar sein kann und sollte.
                      Das Buch "Dem Leid seinen Stachel ziehen " fand ich äußerst interessant.
                      Ich mache nach über 2 Jahren auch wieder Gespräche um aus den Depris bzw meiner permanenten Anspannung besser rauszurudern.
                      Was mir sehr hilft um abzuschalten ist mein altes Hobby "Lesen " wieder aufzunehmen und in Romane abzutauchen.

                      So ein buddhistisches Zentrum klingt sehr spannend und ich könnte mir vorstellen, dass es Dir mehr Ruhe und Sicherheit gibt und die Ängste kleiner werden. Probier es aus.

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                      • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                        Ich weiß nicht ob du schon mal Suizidgedanken hattest, die Unterschiede dieser Gedanken zum Denken über das "normale" Sterben beschäftigt mich schon länger.
                        Ja, durchaus, wenn auch sicher nicht in ihrer extremst möglichen Form.
                        Einen besonderen Unterschied stelle ich da bei mir allerdings weniger fest: Für mich steht in beiden Fällen fest, daß ich mit dem Sterben / mit dem Tod von dieser Welt gehe und nicht mehr erleben kann, was hier geschieht - da ist es für mich weniger von Belang, ob es in vierzig Jahren durch einen Herzinfarkt oder heute durch einen Suizid geschähe. Beide Varianten ziehen mich insofern immer wieder ins Leben zurück, weil ich nur einmal lebe. Und wenn es vorbei ist, ist es vorbei. Ich kann dann keinen Rückzieher mehr machen, keine Kehrtwende und sagen "ups, vertan vertan...".
                        Das einzig in meinen schlechteren Phasen tröstliche am Suizid ist der Gedanke, daß mein derzeitiges Leiden - diese schei* Angst und Depri - einfach früher vorbei sein könnte als eben erst in vierzig Jahren.
                        Ansonsten liebe ich mein Leben, und grundsätzlich lebe ich auch sehr gern, erst recht in meinen besseren Phasen

                        Umso mehr frustriert und ärgert mich dieser Mist, denn irgendwie stellt sich ein Teil von mir da selbst ein Bein.

                        Nur durch unser Bewusstsein ist die Angst in der Lage auch außerhalb dieser Akutsituationen zu existieren, die Dinge vorweg zu denken und damit eine ewige Präsenz dieser Gefahr zu schaffen.
                        Diese Ängste landen dadurch in der falschen Schublade, werden nicht situativ genutzt, sondern beständig geschürt, irgendwie müsste man doch die Schubladen umsortieren können.
                        So dass man sich erst damit beschäftigt wenn es Not tut, anstatt sie immer an der Oberfläche zu halten und dadurch erst eine Not entsteht...........
                        Das ist ja das, was meine Coaching - Fr. Gauglitz - und auch andere als das Problem mit dem "Ego" bezeichnen: Unser Ego besteht, so wie ich es mir aus diversen Quellen zusammengefügt habe bisher, aus dem Körper mit seinen Gefühlen und unseren Gedanken, also dem, was quasi unseren weltlichen und damit vergänglichen Teil unserer Existenz ausmacht. Und dieses Ego ist sehr wohl in der Lage, Angst vor dem Tod zu entwickeln, weil es spürt/weiß, daß es irgendwann sterben wird.

                        Demgegenüber steht unser "Selbst", was gemeinhin auch als die Seele bezeichnet wird. Sie ist (soll) unsterblich (sein) und kennt keine Angst vor dem Tod (und auch vor nichts anderem - denn wenn etwas unsterblich ist, wovor sollte es dann überhaupt Angst haben?!?).

                        Bei Menschen mit generalisierten Angststörungen bzw. Angst vor Vergänglichkeit und dem Tod ist es immer das Ego mit seinen Ängsten, das die Überhand gewinnt bzw. gewonnen hat. Und diesem Ego seine Angst wieder zu nehmen, ist verflixt schwer - wer gibt schon gern Erworbenes wieder her; wer wird schon gern krank; wer verliert gern Angehörige an den Tod; und wer stirbt schon gern...?

                        Deswegen glaube ich durchaus, daß man der Angst dadurch beikommen kann, indem man das Gleichgewicht zwischen Ego und Selbst / Körper+Geist und Seele wieder herzustellen versucht. Ist nur auch nicht einfach in unserer aufgeklärten, wissenschaftlich-technischen Welt, in der Kirchgemeinden immer weniger Mitglieder haben und die meisten von uns maximal Weihnachtschristen sind. Was wiederum eine Erklärung dafür sein könnte, warum solche Störungen in den letzten Jahrzehnten und anderthalb Jahrhunderten seit der industriellen Revolution so massiv zugenommen haben.

                        Klar - Angststörungen und Depressionen hat es immer schon gegeben. Aber wenn ich mal alles zusammenfüge, was ich mittlerweile darüber weiß, dann sind es in vergangenen Jahrhunderten und Jahrtausenden vergleichsweise Einzelfälle gewesen, während es heutzutage ein Massenphänomen geworden ist. Unser kompletter Lebensstil hat sich gravierend geändert, Familie, sozialer Zusammenhalt, Ernährung, Arbeit, Bewegung, inkl. der zunehmend wegfallenden spirituellen Ausrichtung und des Ausgleichs.

                        Sowas wie Rückführungen etc würde ich nicht machen. Da du meintest das ganze wäre spirituell, kommt vielleicht auch sowas als Thema.
                        Nein, sowas wird's mit Fr. Gauglitz wohl nicht geben. Bei ihr geht es im Zusammenhang mit Spiritualität eher darum zu lernen, das große Ganze zu erkennen und zu seinem Selbst, seiner Seele zurückzufinden. Was sie bisher sagte, deckt sich, je besser ich sie verstehe, sehr mit vielem anderen, was ich in den vergangenen Monaten und Jahren gelesen habe, u.a. von Rüdiger Schache "Die 7 Schleier vor der Wahrheit". Und auf ihre eigene Art und Weise versucht sie, mich zur Meditation und inneren Einkehr zu bewegen, auch, wenn sie es so nicht ausdrückt. Aber die Parallelen sind unverkennbar.

                        Was mir auch hilft sind die Erfahrungen und Schicksale anderer zu lesen und zu sehen um dann zu sehen wofür man selber dankbar sein kann und sollte.
                        Ja, geht mir genauso. Gerade auch die Erfahrungen und Schicksale anderer Angstgestörter und Depressiver zu lesen, die über Jahrzehnte hinweg damit leben gelernt haben. Paradebeispiel dafür ist für mich immer noch Winston Churchill, der ebenfalls schwerst depressiv gewesen sein soll und in einer Zeit, in der es noch praktisch keine Medikamente dagegen gab, ein Weltreich in den stürmischen Zeiten des Zweiten Weltkriegs regiert hat. Hut ab...

                        Deinen Buchtipp werde ich mir ebenfalls mal ansehen, danke

                        Kommentar


                        • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                          Moin zusammen

                          Tja, jetzt ging es mir ein paar Tage wieder halbwegs bis richtig gut, glaubte schon an eine Trendwende.
                          Und heute häng ich wieder drin, bin verwirrt, leicht ängstlich, zweifle an allem und suche Sinn.

                          Der gestrige Tag war in Summe wohl wieder etwas heftig:

                          Zum einen hatte ich vorgestern Abend meinen vierten Coaching-Termin. Die ersten 50 Minuten des Gesprächs verliefen noch sehr gut. Aber wir kamen immer wieder auf das Thema, inwieweit wir Menschen tatsächlich selbstbestimmt sind oder nicht. Anfangs waren es nur die Gedanken: Wenn ich meine Gedanken wahrnehmen kann, dann müssen sie vorher dagewesen sein, sonst könnte ich sie nicht wahrnehmen. Am langen Ende wären damit auch die Gedanken, die ich denken „will“, nicht wirklich eine bewußte Entscheidung, sondern kämen aus dem Unterbewußtsein. Soweit in sich logisch, wenn auch schon schwer genug, wirklich zu verstehen. Es ging dann noch darum, daß man diesen ganzen Themenkomplex nicht mit dem Verstand, sondern nur über Gefühle „verstehen“ und lösen kann. Auch noch ok, obwohl mein Verstand und Denken da schon so ein bißchen das Rebellieren anfangen
                          Ansonsten wäre die Angst zuviel Energie, die Depression zu wenig Energie. Letztere hervorgerufen durch Unterforderung, weil das Leben leben und neue Erfahrungen machen will. Wovor ein anderer Teil aber wieder teilweise Angst hat.
                          Auf meine Frage, wie ich aus dieser Zwickmühle rauskommen soll, auch, weil mich ja auch der lethargische Depri-Anteil immer wieder hindert, etwas Neues in Angriff zu nehmen, hab ich noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden.

                          Heftig wurde es aber dann, als sie kurz vor Ende meinte, letzten Endes sei sowieso alles in unserem Leben vorherbestimmt; sie verglich es damit, daß unser Leben quasi bereits auf CD gebrannt sei.
                          Ich habe in dem Moment schon gespürt, daß etwas in mir mit dieser Ansicht nicht einverstanden war und habe dagegen argumentiert. Akzeptierte sie einerseits, meinte andererseits aber auch sie für sich wüßte, daß es so wäre.
                          Naja… Gespräch dann kurz darauf zu Ende, Abendessen, noch ein bißchen PC gespielt. Aber ich hab schon gespürt, daß das anfing in mir zu nagen… Vor dem Gespräch war ich recht entspannt, am Überlegen, worüber ich mich mit der Coachin überhaupt unterhalten sollte, wo doch seit ein paar Tagen alles halbwegs in Ordnung war und aufwärts zu gehen schien. Nach dem Gespräch hatte meine Stimmung bereits etwas zu kippen begonnen.

                          Gestern war es schon spürbarer, aber immer noch ok. Dafür hatte ich aber ziemlich üblen Fließschnupfen (bin eh schon seit ner knappen Woche immer wieder haarscharf erkältet), so daß ich nach Mittag dann nach Hause bin, weil es nicht mehr ging. Nachmittags kam dann meine Frau nach Hause, die sich einen Begräbniswald für unsere Kleine angesehen hatte. Fand ihn auch sehr schön, hat einen Baum ausgesucht – und kam dann mit dem Gedanken rüber, sie sei am Überlegen bzw. habe für sich fast schon beschlossen, dort auch eine Grabstelle für sich später haben zu wollen. Wie ich darüber denken würde…? Sie hätte auf jeden Fall schonmal drei Grabstellen reserviert (eine für die Kleine, eine für sich, eine für mich), und wir hätten bis Jahresende Zeit, uns das zu überlegen.

                          So gut und schön ich den Gedanken einerseits finde – er macht mich andererseits auch ein bißchen mulmig… Ich hab mich mit der Frage, wie und wo ich einmal beerdigt werden möchte, noch nicht beschäftigt, immer verdrängt. Irgendwo im Hinterkopf, ja, war klar: Friedhof, Grab, Grabstein. Punkt. Aber keine Details.

                          Mit den neuen Überlegungen wird das Thema plötzlich konkreter…

                          Naja, und als i-Tüpfelchen eben gestern den ganzen Tag über ein Taschentuch am anderen, fast pausenlos. Das nervt dann irgendwann auch ziemlich.


                          So sitze ich hier also, hab immer wieder Angst, fühle mich mal wieder schwach (keine Gliederschmerzen, also weniger Erkältung) und bin am Grübeln, wann dieser ganze Mist endlich mal richtig aufhört und ich mal wieder für längere Zeit richtig entspannt durchatmen kann.
                          Ich weiß irgendwie grad mal nicht mehr so richtig, was ich alles glauben soll und was nicht.

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                          • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                            Moin Alex,

                            Angst vor Kontrollverlust, oder gar nie die Kontrolle haben zu können?

                            Klar, wir sind ein Rohling der bespielt wird, mit Input von allen Seiten, was für eine Melodie dabei heraus kommt hängt aber davon ab wie wird die Infos zusammen würfeln, sie Formen und bewerten.

                            Dir geht es heute schlecht, zuvor war es gut?
                            Nimm es als kleines Tief, jemand hat an deinem unterbewussten gekratzt, an deinen Ängsten, was wieder Hinweise für Verbesserungen gibt und gerade daran siehst du doch dass es durchaus bergauf geht, die besseren Tage auch sichtbarer werden als früher.

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                            • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                              Angst vor Kontrollverlust, oder gar nie die Kontrolle haben zu können?
                              Ja, als Kontrollfreak denke ich, gehen meine Ängste ein bißchen in diese Richtung.
                              Einerseits könnte ich irgendwo sogar froh darüber sein, weil ich dadurch ja einen Teil der Kontrolle abgeben kann. Was auch nicht heißen soll, daß ich keine Verantwortung mehr für mich und mein Leben hätte. Aber ich müßte eben nicht immer alles kontrollieren wollen müssen.
                              Irgendwie so in der Richtung.
                              Andererseits rüttelt eine solche Aussage aber offenbar auch ziemlich an einigen meiner bisherigen Grundfesten. Einen Gedanken wie den, daß mein Leben vorbestimmt sei, Schicksal etc., hätte ich noch vor ein paar Jahren lachend von mir gewiesen. Aktuell verunsichert mich das, und ich weiß nicht so richtig, wie ich das deuten soll.

                              Nimm es als kleines Tief, jemand hat an deinem unterbewussten gekratzt, an deinen Ängsten, was wieder Hinweise für Verbesserungen gibt und gerade daran siehst du doch dass es durchaus bergauf geht, die besseren Tage auch sichtbarer werden als früher.
                              Ja, durchaus.
                              Nur sind vier fünf gute Tage jetzt noch kein Grund zum Jubeln, wenn's mir danach wieder schlechter geht.

                              Ich bin jetzt auch ein paar Tage mit ein paar Dingen beschäftigt gewesen, sprich abgelenkt.
                              Aber wohl eben noch nicht dauerhaft genug.

                              Ich kann einfach immer nur einen Schritt nach dem anderen machen.
                              Was einerseits sicher nicht schlimm ist. Andererseits aber immer noch verunsichernd, daß ich nicht endlich mal richtig Ruhe und Frieden für mich finde. Und noch nicht einmal ein vernünftiges Indiz darauf habe, woran es denn nun eigentlich liegt, daß ich immer wieder so labil bin.

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                              • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                Manchmal habe ich das Gefühl dass dein Wesen einfach mit deinem Empfinden kollidiert.
                                Du bist ein Kopf und Kontrollmensch, denkst gerne voraus und planst.
                                Da war bisher kein Platz für solch Gefühlswirrungen, sie wurden vergessen und du hast niemals gelernt damit umzugehen, weil sie nicht präsent waren.
                                Du beschäftigst dich jetzt mit Fragen und einem Erleben das viele schon im Verlauf ihrer Entwicklung, des erwachsen Werdens begleitet hat und so auch einen viel längeren Zeitraum haben in dem sie den Umgang damit erlernten.

                                Bei dir kommen solche Fragen nun ganz plötzlich zum Vorschein, weil sie nie die Gelegenheit hatten sich zu Wort zu melden.

                                Nimm es als Teil der Entwicklung, Fragen mit denen man umgehen kann und es mit der Zeit auch lernt.
                                Also keine Panik, fünf Tage gut fühlen sind bombastisch, es werden auch noch mehr werden.

                                Aber warum hast du dich gut gefühlt?
                                Weil du das was dich ängstigt gut verdrängen konntest, durch Beschäftigung?
                                Wenn du es irgendwann nicht mehr verdrängen musst, weil du die Begebenheiten für dich lösen kannst, dann wird es sicher auch wieder sehr lange Zeiten mit Sonnenschein geben.

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                                • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                  Ich finde deinen Weg, den du gegangen bist, schon wirklich gut! Geh ihn weiter so konsequent und du wirst auf lange Sicht erfolgreich sein. Von mir alles Gute und ganz viel Kraft

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                                  • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                    Du beschäftigst dich jetzt mit Fragen und einem Erleben das viele schon im Verlauf ihrer Entwicklung, des erwachsen Werdens begleitet hat und so auch einen viel längeren Zeitraum haben in dem sie den Umgang damit erlernten.
                                    Fühlt sich so Pubertät an...?!?
                                    Falls ja, hab ich offenbar nix verpaßt bisher und hätte gern auch drauf verzichten können

                                    Nimm es als Teil der Entwicklung, Fragen mit denen man umgehen kann und es mit der Zeit auch lernt.
                                    Versuche ich.
                                    Nur echt nicht einfach, weil es sich einfach beschi**en anfühlt... Es heißt immer, Loslassen und Akzeptieren seien so einfach - aber bei etwas, was sich so mies anfühlt und das einen in allem möglichen beeinträchtigt, so daß man es loswerden möchte, ist das irgendwie nicht so einfach.

                                    Aber warum hast du dich gut gefühlt?
                                    Weil du das was dich ängstigt gut verdrängen konntest, durch Beschäftigung?
                                    Wahrscheinlich, wie schon so oft.

                                    Aber auch da beißt sich mir die Katze irgendwie in den Schwanz:
                                    Schon von Anfang an habe ich gehört und verstanden, sobald man sich mit etwas Interessantem beschäftigt, in einen "Flow" eintaucht und darin versinkt, verschwinden auch die Ängste und man geht voll darin auf. Hört sich für mich soweit nachvollziehbar und erstrebenswert an.

                                    Meine Coachin sagt, das Leben will leben, will neue Erfahrungen sammeln, und man sollte sich nicht dagegen sperren, sondern es fließen lassen. Auch sie sprach im weiteren von Flow-Beschäftigungen, wenn auch, ohne den Begriff zu verwenden.

                                    Also zwei recht gleichlautende Sichtweisen, die beide in Richtung Beschäftigung argumentieren.

                                    Auf der anderen Seite aber soll ich meine Gefühle achtsam wahrnehmen, soll in sie hineinhorchen, herausfinden, was sie mir sagen wollen, welche Bedürfnisse gestillt werden möchten. Ich soll sie nicht verdrängen, nicht ignorieren, und schon gar nicht bekämpfen.

                                    => Wo ist da jetzt die Grenze? Bedeutet eine Tätigkeit, mit der ich mich aus der Angstphase heraus durch aufkeimendes Interesse beschäftige, automatisch auch, daß ich meine Angst nun wieder verdränge...?

                                    Ich weiß nicht, ob ich mein Verständnisproblem rüberbringen kann. Ich kann mir gut vorstellen, daß es für jemanden, der es "geschafft" hat, alles ganz einfach und glasklar ist.
                                    Aber für mich das ist alles irgendwie noch so unscharf, und da ich ja nun immer noch immer wieder in diese schlechten Phasen zurückfalle, stellt sich mir schon die Frage: Was muß ich vielleicht anders machen? Welche Stimme in mir will da genau gehört werden, was will sie mir sagen, und was muß ich tun, um das Bedürfnis zu stillen?

                                    Um's mal aus Sicht meiner Frau konkreter zu machen: Ich bilde mir ein, daß das Problem und der Lösungsweg meiner Frau transparenter ist: Sie will unbedingt ein zweites Kind. Der Weg dahin mag steinig sein, bis zu einem gewissen Grad auch unbekannt, und der Erfolg ist, wie wir gesehen haben, leider auch nicht garantiert. Aber sie kennt ihr Ziel - das Kind - und die mögliche Lösung - schwanger-werden.
                                    Wie gesagt: Sicher kein einfacher Weg, gerade im Augenblick, außer Frage! Und sie ist zur Zeit kreuzunglücklich und hadert ebenfalls mit allem möglichen. Aber sie kennt die exakte Ursache.

                                    Ich meine nicht - ich stochere immer noch im (Halb)Dunkel herum und hab keine Ahnung, wonach ich eigentlich suche.

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                                    • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                      Ich finde deinen Weg, den du gegangen bist, schon wirklich gut! Geh ihn weiter so konsequent und du wirst auf lange Sicht erfolgreich sein. Von mir alles Gute und ganz viel Kraft
                                      Danke Dir

                                      Kommentar


                                      • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                        Hi Alex

                                        Für mich ist Spiritualität, beobachten, zuschauen, mitmachen, was so täglich am Plan ist und für mich bereit steht, in der Gewissheit, wird schon richtig sein, mir wird ja geholfen, ich bin ja net allein und der da "oben" weiß, wo es lang geht...wie wenn ich ein Kind wär und dieser "Obere" mein Vater. Ich sehe mich als Zwerg an der Hand eines weisen Riesen, der mit mir durchs Leben geht. Mein Spirit, der alles weiß und dem nichts verborgen ist, der den Weg kennt und leicht macht und frei, weil ich mich auf ihn ganz und gar verlassen kann... mein geliebter Spirit, der führt mich.
                                        Wer bin ich? Jemand, der in die verschiedensten Momente geführt wird, um immer mehr zu verstehen, um immer mehr zu erfahren, zu erleben, erkennen, erkosten, erfühlen, was es bedeutet, ein Mensch unter Menschen zu sein.
                                        Ich erlebe, wie hastig ich bin, ich erlebe, wie ängstlich ich bin, wie ungeheuer stur, wie leichtfertig, wie kostbar, wie sorgsam, wie bemüht, wie dumm, wie klug, wie intelligent, wie gelehrig, wie habgierig, wie vernünftig, wie unvernünftig, wie komisch, wie witzig, wie eloquent, wie brav, wie verrucht, wie verdorben, wie gevieft, wie herrschsüchtig, wie zornig, wie mutterseelenalleine, wie geborgen, wie herrlich, wie nicht richtig, wie total richtig, wie gut, wie schlecht, wie genau, wie ungenau, wie faul, wie träge, wie bemüht, wie fleißig und und und und.

                                        Ich hab das Gefühl, nichts ist netter, als sich selbst kennenzulernen im Laufe des Weges, den man geht.
                                        Ich kann mich nicht mehr treten und mir Vorhaltungen machen, mich kasteien, seit ich mich anfange zu verstehen und begreifen in meinem Sosein.

                                        Lieber Alex, ich bin ein Fan von dir, mir ist bewusst, dass du dich fürchterlich anstrengst, trotzdem auch du nur ein Mensch bist, gut zu sein.
                                        Für mich bist du das schon längst.

                                        An deiner Stelle würde ich das einmal genießen, zufrieden sein, nicht noch mehr verlangen von dir. Du hast sooooo viel zu geben und ich bin sicher, dein Spirit ist überglücklich mit dir und deiner Art.

                                        Viele Bussi von mir, als dein Schwesterchen
                                        und wenn deine Frau sich wen wünscht zum knuddeln und festhalten, dann gibs ihr doch. Kleine Kinder sind so tröstlich für die Welt.


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                                        • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                          Hi Elektraa,

                                          und wenn deine Frau sich wen wünscht zum knuddeln und festhalten, dann gibs ihr doch.
                                          An mir sollte es ja nicht scheitern. Aber sie hatte ja vor vier Wochen ca. ne Fehlgeburt in der achten SSW... Und das nagt gewaltig an ihr
                                          Wahrscheinlich werden wir noch einen weiteren Versuch wagen, irgendwann in den nächsten Monaten. Aber ich hoffe und bete, daß es funktioniert - ich befürchte, sonst fällt meine Frau in ein tieferes Loch als ich es je gewesen bin =:-O Mit 40 tickt da leider wirklich schon hörbar die Uhr *seufz*

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                                          • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                            PS: Nicht, daß sich das jetzt falsch liest! : Für die Fehlgeburt kann sie auch nichts, außer Frage.
                                            Ich meine nur: Ich war da schon mit dabei, ihr das zu geben. Aber es wohl noch nicht genügt.

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                                            • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?


                                              Auf der anderen Seite aber soll ich meine Gefühle achtsam wahrnehmen, soll in sie hineinhorchen, herausfinden, was sie mir sagen wollen, welche Bedürfnisse gestillt werden möchten. Ich soll sie nicht verdrängen, nicht ignorieren, und schon gar nicht bekämpfen.

                                              => Wo ist da jetzt die Grenze?
                                              Ich denke die Grenze liegt irgendwo zwischen Betrachtung und Sezieren.
                                              Ist es nicht mit allem so, sobald du dich zu intensiv damit beschäftigst wird es ungesund.
                                              Denk nur an die Hypochonderschicksale, da ist definitiv Ablenkung angesagt und lernen zu Argumentieren, um wieder das gesunde Verhältnis zwischen Körper und Geist zu finden, ihm überhaupt eine Chance geben zu können.

                                              Ich denke von diesen Mechanismen sind auch deine, unser aller, Lebensprobleme und Depressionen nicht zu weit weg, alles im Maßen, aber immer noch Luft/Raum lassen damit sich unsere Seele auch Stück weit von alleine in Gleichklang bringen kann.

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                                              • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                                Damit bestätigst Du gewissermaßen meinen Eindruck, daß das eine ziemliche Gratwanderung für einen Kopfmenschen wie mich ist. Mein Verstand ist im Laufe von 40 Jahren so erzogen worden, daß er Probleme sucht, um sie zu lösen - so wie der vieler vieler anderer Menschen auch. Womöglich haben wir genau "nur" deshalb unseren Verstand => um komplexe Probleme lösen zu können.
                                                "Doof" nur, wenn eigentlich alles läuft und nicht wirklich lösbare Probleme in greifbarer Nähe des Verstandes sind. Dann beginnt der nämlich, sich auf alles zu fixieren, was nur ansatzweise nach Problem aussehen könnte, ob es eins ist oder nicht, ob's lösbar ist oder nicht - alles egal.

                                                Heißt auch: Wenn ich abgelenkt und interessiert bin, ist das anfangs auch ok. Findet auch mein Verstand womöglich faszinierend; auf jeden Fall ist er erstmal still und konzentriert sich auch auf die Tätigkeit. Sobald die jedoch zur Routine wird, fängt der Verstand an zu gähnen und läuft in immer kleiner werdenden Kreisen wieder zu seinen "echten" Problemen zurück.

                                                Am liebsten würde ich um die Themen, die mein Verstand eh nicht lösen kann und sich nur immer wieder verstrickt, nen dicken fetten Zaun ziehen und dranschreiben "Sperrzone". Daneben ein Bild von einem Gehirn = Sinnbild für den Verstand, und darunter "Wir müssen leider draußen bleiben."

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                                                • Re: Der weitere Weg... wo geht's lang?

                                                  Ja, es ist ja auch ein Problem das wenn wir Zeit haben, wir beginnen darüber nachzudenken was ist wenn wird krank werden, der Tod, die Zukunft..............

                                                  Eigentlich alles Sachen die so zum Leben gehören sollten dass sie keine Angst machen, wir sie Schritt für Schritt be und verarbeiten können.
                                                  Ich glaube da sind auch viele Tabus dran Schuld, man redet nicht drüber: Was ist wenn man plötzlich arbeitslos und Pleite ist, oder wenn man todkrank wird, oder was auch immer.
                                                  Ich denke das wovor wir Angst haben und was uns oftmals deprimiert, das wurde versäumt auf ganz natürliche Weise im Familienverbund zu vermitteln.
                                                  Worüber ich nicht rede das ist nicht da, aber irgendwann muss man sich dann doch diesen Dingen stellen und leider sind sie dann schon so angstbesetzt dass es schwierig wird.

                                                  Wie die Monster unterm Bett eines Kindes, die verschwinden auch nicht wenn du sagst das ist Unsinn, die sind nicht da, das Kind muss es sehen, fühlen wissen, einen Plan B haben der sie ganz sicher vertreiben würde..........

                                                  Leider sind die Monster der Erwachsenen nicht so greifbar, obwohl, es steckt ja so oder immer etwas tieferes dahinter, auch bei dem Bösen das unterm Bett lauert.

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